Unser Bio-Säftchen

Eines musst du dir gut merken, wenn du schwach bist, Äpfel stärken. Äpfel sind die beste Speise, für zu Hause, für die Reise, für die Alten, für die Kinder, für den Sommer, für den Winter, für den Morgen, für den Abend, Äpfel essen ist stets labend! Äpfel glätten deine Stirn, bringen Phospor ins Gehirn, Äpfel geben Kraft und Mut und erneuern dir dein Blut. Auch vom Most, sofern dich durstet, wirst du fröhlich, wirst du lustig. Darum Freund, so lass dir raten, esse frisch, gekocht, gebraten, täglich ihrer fünf bis zehn. Wirst nicht dick, doch jung und schön, und kriegst Nerven wie ein Strick. Mensch, im Apfel liegt dein Glück!

(Georg Wilhelm Otto von Ries)

Jedes Jahr im August und September fühle ich mich wie im amerikanischen Filmklassiker „Und täglich grüßt das Murmeltier“! Nachdem man am Abend völlig k.o. ins Bett geht, da man den Tag über das ganze Fallobst verarbeitet hat, erwacht man am nächsten Morgen mit Blick auf die Wiese und sieht erneut Dutzende der saftigen Vitaminbomben auf dem Rasen liegen und die Prozedur geht von Neuem los. Und beim Verarbeiten der Früchtchen komme ich mir wie Diane Keaton in „Baby Boom“ vor. Ich weiß – einige von euch werden diese Filme aus den 80er und 90er Jahren nichts sagen, doch mir sind diese mit meinen eigenen Erlebnissen wie ins Gedächtnis gebrannt.

Äpfel soweit das Auge reicht. Gefühlte Tonnen von Apfelmus wurden zubereitet, zwischendurch mal Kuchen gebacken, Bratapfelmarmelade, Apfelküchlein und Apfelbrot hergestellt, der obligatorische gesunde Apfel täglich roh verspeist, Oma kam angekarrt um ebenfalls die Kellerregale mit Eingemachtem zu füllen, die Verwandschaft und Freunde wurden fast schon genötigt doch auch ein Eimerchen des kostbaren Gutes abzunehmen und trotzdem – der Garten lag voll mit Fallobst, die Bäume drohten abzuknicken ob ihrer Last, was letztendlich auch einer leider tat. Immer wieder musste ich die letzten Jahre Deutschland verlassen und überließ die süßen Früchte ihrem Schicksal – das schlechte Gewissen über diese Verschwendung wurde immer damit beruhigt, dass man dann später irgendwann mal saften würde.

Ja und dieses später ist nun eingetreten. Da der Trend zum Einmachen und Einwecken nach wie vor anhält, bewusste gesunde Ernährung einen nie dagewesenen Aufwärtstrend verbucht, so mancher Obstbaumbesitzer das kostbare Gut nicht einfach nur sich selbst überläßt, sind auch die örtlichen Mostereien auf diesen Zug aufgefahren. Bei einigen Betrieben kann man sein Obst abgeben und erhält im Gegenzug Einkaufsgutscheine für Saft, wir wollten jedoch das Produkt unserer eigenen Apfelbäume trinken, somit wissen wir genau was drin ist, außerdem garantiert in Bioqualität!

Somit war letzte Woche drei Tage lang in jeder freien Stunde Apfelsammeln angesagt. Die Vorlage der Mosterei war ein Mindestsaften von 150 kg Äpfel, wurm- und faulfrei sollte die Ware sein. Von 5 unterschiedlichen Bäumen haben wir unsere Ernte eingebracht, das Gewicht konnten wir natürlich nur grob schätzen, wir achteten auf ein ausgewogenes süß-sauer-Verhältnis, ansonsten konnten wir diese Aktion einfach nur mal testen.


Die Herausforderung an der ganzen Sache ist allerdings die Lage unserer Bäume. Sehr langer Steilhang, jeder Eimer musste mühsam bis zum Anhänger hinuntergetragen werden, eine echte Knochenarbeit.

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Letzten Samstag war es dann soweit. In der Mosterei Seiz im Schwäbisch Gmünder Stadtteil Straßdorf fühlten wir uns sehr willkommen.

Äußerst freundlich wurden wir zu unserem Termin begrüßt und in die Arbeit eingewiesen, ausführlich wurde alles erklärt und netterweise durfte ich auch alles fotografieren – dafür meinen herzlichen Dank!

Zuerst einmal mussten die Äpfel auf das Förderband kommen, damit diese zur Waschanlage gelangen konnten. Muskelkraft war angesagt!

Weiter ging es im Innern der Halle, ich durfte durch den „Desinfektionsvorhang“ knipsen, daher sind die Fotos eventuell etwas verwaschen. Der komplette zerschredderte Apfel wird in Formen eingegossen, in denen zuvor ein Tuch ausgelegt wird. Ähnlich wie beim Käsen. So wird Form auf Form gelegt, dieser Stapel wird dann gepresst und der Saft läuft durch ein Sieb in den Auffangbehälter.

Das Auto wurde in der Zwischenzeit um die Halle zur gegenüberliegenden Türöffnung gefahren und nun waren wir gefragt. Wir durften probieren!

Das Foto sagt alles aus! So begeisterte Mienen nach dem ersten Schlückchen. Himmlisches Aroma, genau das richtige süß-sauer-Verhältis, was waren wir erleichtert! Die Plackerei hatte sich gelohnt.

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Nun konnten wir geduldig zusehen, wie der Saft vom Auffangbehälter in das Fass der Heißabfüllanlage gepumpt wurde und wir mit Erstaunen unseren Ertrag von 115 Litern Saft erfuhren. Hier im Fass wurde nun auf 70 Grad erhitzt um eine Haltbarmachung zu erzielen.

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Da generell berechnet wird, dass man pro Zentner Äpfel (50 kg) ungefähr 30 Liter Saft erhält, ergab die Gegenrechnung, dass wir ca. 190 kg Äpfel gesammelt hatten. Wow!

Das kostbare Gut ließen wir nun in die praktischen Bag-in-Box Tüten füllen, wahlweise 10 oder 5l. Dazu noch einige Kartons, welche man auch nur in geringer Stückzahl zu kaufen braucht, da es sich empfiehlt aufgrund des Preises diese wiederzuverwerten. Die Beutel haben einen Ausgusshahn und somit kann aus dem Karton heraus ganz bequem ausgeschenkt werden. Das Haltbarkeitsdatum eines angezapften Beutels beträgt 3 Monate, die geschlossenen Beutel 1 Jahr. Somit küsst mich wohl nächsstes Jahr wieder das Murmeltier! Ohje!

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Ausgestattet mit Thermohandschuhen durfte Göttergatte nun die heißen Tüten vorsichtig auf den Anhänger legen. Der übriggebliebene Trester verbleibt in der Mosterei und wird für die Tierfütterung abgegeben.

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Im Laden an der Kasse wurde dann noch bezahlt und ab ging die Fahrt nach Hause. Nachdem die Ladung in der Garage über Nacht auskühlte, wurde in gemeinsamer Familienmanier in den Keller umgeschichtet und wird nun täglich von uns genossen, denn wie heißt es so schön?

Für die Alten, für die Kinder, für den Sommer, für den Winter…

Bleibt gesund, Gruß Karin

Nachtrag am 18.09.20: Dieser Artikel erschien heute in unserer Tagespresse – diese Zufälle sind immer wieder witzig.

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Das finnische Mitbringsel

Habe euch ja gestern erst erzählt, dass mein Göttergatte sich mit seinem Motorrad auf einer Urlaubsfahrt gen Nordkap befindet. Befand. Gestern kam er dann nach 17 Tagen wohlbehalten zurück. Gott sei Dank.

Mit einem Mitbringsel aus Finnland für mich. Genauer gesagt aus Inari. Das ist ganz oben in Lappland. Was mich sehr gefreut hat!

Grob umschrieben fuhr er von hier aus auf die A7, hoch bis Hamburg, Lübeck, Travemünde, von dort mit der Fähre nach Helsinki. Über den Polarkreis hoch über die Grenze nach Norwegen und schließlich weiter ans Nordkap. Zurück ging es dann in Norwegen über die Lofoten, ins Landesinnere bis nach Oslo, rüber nach Schweden, über Göteborg und Malmö, nach Flensburg und mit einem weiteren Stop in Deutschland kam er dann gestern wieder hier an. Wer sich dafür näher interessiert, er schrieb ein Reisetagebuch, ist noch nicht ganz fertig, aber ich darf den Link dafür hier bekanntgeben:

https://vakantio.de/nordkap-motoradtour-in-corona-zeiten

Doch nun zu meinem Reiseandenken:

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Ein Becher Lakkahillo! War mir gänzlich unbekannt, befragte sofort die Suchmaschine und nachdem ich im Übersetzungsprogramm den Begriff eingab um die richtige Aussprache zu hören, musste ich so lachen. Das hört sich für meine Ohren so witzig an.

Doch nun endlich die Auflösung, ich denke die wenigsten meiner Leser werden sofort wissen um was es sich handelt.

Moltebeeren Marmelade! Auch Multebeere, Multbeere, Schellbeere, Sumpfbrombeere oder Torfbeere genannt.

Wikipedia schreibt dazu,

dass das Hauptverbreitungsgebiet in den vier nordeuropäischen Staaten Russland, Schweden, Finnland und Norwegen sowie in Schottland und England liegt. Einzeln in West-, Mittel- und Osteuropa. In Grönland ereicht sie ihren nördlichsten Verbreitungspunkt. Der südlichste Punkt liegt in den Sudeten, Polen, Tschechien sowie im Riesengebirge. In Nordamerika in Kanada, auch in Sibirien und Nordjapan ist sie heimisch. In Deutschland kommt die Art nur noch in Niedersachsen in Moorgebieten vor und ist hier nach der Bundesartenschutzverodnung streng und besonders geschützt.

Die Moltebeere erträgt große Kälte im Winter, reagiert aber sehr empfindlich auf Kälteeinbrüche nach Beginn ihrer Vegetationsphase. Sie gedeiht auf sauren Böden, toleriert bis zu -38°C, reagiert aber empfindlich auf Salze.

Die Moltebeere ist eine robuste Pflanze, wie viele Rosengewächse. Sie ist reich an Vitaminen und Spurenelementen. Roh gegessen hat sie einen bitter-säuerlichen Geschmack, vielfach wird sie zu Marmelade und Gelee verarbeitet. In Schweden isst man sie gefroren mit Zucker, in Finnland zusammen mit einem teigartigen Käsegericht, auch bereitet man einen Likör daraus zu, namens Lakka (Lakka ist der finnischer Name für Moltebeere).

Der Ertrag der Moltebeere ist gering, daher ist sie die teuerste der wild gesammelten Beeren.

Auf jeden Fall schmeckt die Marmelade gut, etwas nach Honig, süß und doch etwas säuerlich.

Hier die restliche Beschriftung des Bechers, man kann sich schon einiges daraus zusammen reimen:

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Da hat mein Jogi ja nun was angefangen, bin gespannt wo es ihn als nächstes hinzieht und was er mir dann mitbringt…

Beerige Grüße, Karin

„Schwing die Hufe auf nach Ellwangen“

So wurde laut Hinweisschild dieses Pferd betitelt, welches ich in der Ellwanger Innenstadt entdeckte. Dies geht wahrscheinlich auf die regelmäßig stattfindenden Ellwanger Pferdetage, eines der größten Feste für Pferde- und Reitbegeisterte hier auf der Ostalb, zurück.

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Ich habe es als Eingangsbild für meinen Beitrag auserkoren, um euch von meinem Kurzurlaub zu berichten, ganz nach der Devise: „Mach Urlaub in der Region“! Vorletzte Woche war ich für 4 Nächte in Espachweiler, gerade einmal 48 km von unserem Zuhause entfernt. Habe mir ein kleines Hotel auserkoren, das direkt an einem See, dem Espachweiher liegt.

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Und da es dann nur noch 5 km bis Ellwangen sind, hab ich mir die Tage in der Umgebung dort schön mit Spaziergängen, Baden im See, Sightseeing und faulem Nichtstun vorgestellt. Dass der Seegasthof der Familie Bolz direkt an einer Straße lag, war mir zwar bewusst, dass diese jedoch stark befahren ist und der Weiher wegen Blaualgen geschlossen war, das hatte ich im Vorfeld nicht so im Blick. Wer unser Zuhause kennt, der weiß wie abgeschieden wir wohnen. Der Verkehrslärm war somit eine echte Herausforderung für mich, zumal mein nettes Zimmerchen einen gemütlichen kleinen Balkon mit Seeblick hatte. Übrigens lässt es sich im Gasthof fürstlich speisen, auf deren Website könnt ihr die Restaurantöffnungszeiten in Erfahrung bringen.

Somit begann ich meinen Urlaub mit spazieren gehen entlang der Seen. Der Tag schien wieder einmal sehr heiß zu werden, vorsorglich hatte ich diesmal jedoch an alle Schutzmaßnahmen gedacht und alles mögliche in meinem Rucksack dabei. Nach diesem Espachweiher gelangt man zum Sägweiher. Dieser war zwar für Badebetrieb geöffnet, allerdings badete in diesem, für mich unappetitlich wirkenden Gewässer, auch kein Mensch. Welches Tierchen da drin seine Runden drehte, wollte ich besser nicht wissen. Trotzdem hätte ich Dutzende von Fotos machen können, diese Spiegelungen auf dem Wasser, der Himmel, die Sonne – traumhaft. Auch sonst ist die Umgebung so schön und ruhig und ich fühlte mich wirklich wie im Urlaub.

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Weiter ging mein Spazierweg in Richtung Wald zum Grießweiher. Dieser sollte laut Juniorchef auch zum Baden geöffnet sein. Aufgrund der sehr gut ausgearbeiteten Wander- und Fahrradwege kamen mir somit auch einige Frischluftfanatiker zu Fuß oder auf dem Rad entgegen. Ein weitläufiges Netz an Wegen, welches sich in der Ebene rund um diese Seen verteilt. Am besagten 3. See angekommen erwartete mich ein großer Parkplatz mit diesem Hinweisschild – hier herrschte ja Bombenstimmung!

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Ich folgte Kindergeschrei und kam somit direkt zur begehbaren Badestelle. Kinderbespaßung mit Angeln und Grillen stand auf dem Programm und die Betreuer versicherten mir, man könne durchaus hier baden. Am folgenden Tag suchte ich mir die Straßenstrecke heraus und fuhr direkt mit dem Auto dort hin. Ein abermals sehr heißer Tag, auch einige andere Badegäste suchten Abkühlung. Es war herrlich!            

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Zurück zum 1. Tag. Der lange Fußmarsch zwischen offenen Feldern und Wegen war bei dieser Hitze ziemlich anstrengend. Zurück im Hotel die erfrischende Dusche und ein kleines Nickerchen, bis ich durch Klopfen an der Tür wach wurde und überrascht wurde!

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Joachim befindet sich seit über 2 Wochen mit dem Motorrad ebenfalls im Urlaub. Eine Tour zum Nordkap hat er sich auserkoren und kreuzte an diesem Tag genau den Polarkreis und ließ mir als Einstimmung in meinen Urlaub diese Aufmerksamkeit bringen. Er kann schon nett sein wenn er will! Gell?

Mit meinem Chili-Flitzer war ich ja auch immer wieder mal unterwegs, vorbei an Pferdekoppeln und Kuhweiden, auch Schafe sah ich. Doch als ich eines Tages in einen kleineren Weg abbog  und mein Blick so zur Seite ging, rechnete ich absolut nicht mit diesen Kollegen..

Da steht mitten auf dem schwäbischen Land zwischen Pferdehöfen und Kuhställen diese Farm. Gut zu wissen!

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Desweiteren vielen mir Windräder auf. Hier bei uns gibt es in manchen Gegenden nun ja auch schon einige davon und die Meinungen hierüber sind gespalten. Sicherlich, Strom brauchen wir alle, auch mein Auto! Aber bitte keinen Strom der aus Kernkraft oder Kohle kommt, da sind wir uns alle einig – aber mal ehrlich – da bin ich doch heilfroh dass ich diese Ungetüme bei uns zu Hause nicht vor der Nase hab und ziehe meinen Hut vor meinen Mitbürgern die vor allem das stetige leise Surren ertragen müssen.

Während meiner Recherche zu den Sehenswürdigkeiten von Ellwangen gelangte ich auch zu einer Info über den Galgenberg, auf dem vor allem während der Hexenverfolgung hunderte von Menschen gehängt wurden.

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Leider führte mich mein Navi etwas in die Irre, ich parkte weit ab und lief bei brütender Hitze kilometerweit, auch ein Passant führte mich umständlich zu Fuß über die Wanderwege, obwohl ich dort sehr schöne Ausblicke erleben durfte und im Nachhinein auch froh darüber war, zumal ich ja Zeit hatte. Eine schnellere Möglichkeit bietet sich an, indem man nach Ellwangen auf den Parkplatz vom Waldstadion/Rundsporthalle fährt und von dort aus zu Fuß geht.

Mitten im Wald in einer kleinen Lichtung findet man dann in aller Stille dieses Stätte. Mehr möchte ich dazu nicht mehr schreiben, hoffe ihr könnt die Fotos vergrößern und selbst lesen.

Desweiteren wanderte ich, wie bereits erwähnt, ein Stück auf dem sogenannten Hariolf-Rundweg. Anläßlich des 1250-Jahre-Stadtjubiläums entstand dieser Weg im Jahre 2014 als ein Projekt des Hariolf-Gymnasiums. Übrigens war der heilige Hariolf ein Mitgründer der Benediktinerabtei Ellwangens – dies nur so nebenbei. An markanten Ausblicken oder Sehenswürdigkeiten wurden diese wetterfesten Tafeln installiert. Bester Ausblick fürs Foto oder direkt neben einem Anschauungsobjekt und dazu die Info – alles an einer Stelle. Super Idee!

Mein Weg führte mich weiter nach Ellwangen, ich wollte nochmals durch die Stadt schlendern und die besonders schönen Ausblicke festhalten. Zwischendurch mussten unbedingt einige Erfrischungen genossen werden, auch mein Kleiner hatte Durst und somit lud ich zum ersten Mal außer Haus an einer Ladesäule direkt am Marktplatz an der Basilika St. Vitus mit göttlichem Segen – sage da mal noch einer was gegen Elektromobilität!

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Ein besonders schönes etwas andere Resto-Café hab ich direkt schräg gegenüber entdeckt. Das Café Omnibus – nein – hier kommen keine Omnibusladungen Gäste her oder etwa nur Omnibusfahrer. Wie ich mir von der Pächterin erklären ließ, kommt der Name aus dem Lateinischen und heißt soviel wie „für alle“! So war es auch: Familien, verliebte Paare, Singels, Senioren, Studenten, Touristen und dem Augenschein nach auch Gäste aus ferneren Ländern mit Betreuern – denn die LEA (Landeserstaufnahmestelle) befindet sich ja auch in Ellwangen. Diese saßen nicht weit von mir entfernt und ich konnte vom langsam gesprochenen deutschen Dialog immer wieder einige Wortfetzen entnehmen.

Übrigens werden außer Eis und selbstgebackene Kuchen auch Kleinigkeiten zum Mittagsstisch angeboten. Im herrlichen Innenhof mit frischen Blümchen auf dem Tisch wurde ich sehr freundlich und aufmerksam bedient und mitten im Kaffee-Kuchen-Hochbetrieb um 15.30 Uhr bekam ich extra noch Pasta zubereitet. Dies nur zu den teils negativen Bewertungen – aber die gibt es wohl überall.

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Und hier nun einige, zugegeben einige viele, Stadtansichten. Viel Spaß!

Die Basilika St. Vitus habe ich natürlich auch von innen besichtigt. Die Basilika ist die Kirche rechts auf dem Bild.

An der gegenüberliegenden Seite des Altars führt eine Tür in eine Kapelle, von dort gelangt man durch eine weitere Tür in die Evangelische Stadtkirche, die linke Kirche auf dem Bild. Natürlich habe ich mir auch diese von innen angeschaut. Ursprünglich 1724 als Jesuitenkirche erbaut. Nach dem Zuzug protestantischer Christen und der Gleichstellung der Konfessionen wurde die Kirche 1806 zur evangelischen Stadtkirche umgewidmet und das Kircheninnere umgestaltet.

Somit grenzte an das ehemalige Jesuitenstift – heute Staatsanwaltschaft – die Jesuitenkirche, welche heute die evangelische Kirche ist. Wie es jedoch ursprünglich zu der Verbindungstür kam, das konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Und hier ein Auszug zur Erklärung der beiden Kirchen aus der Website der Stadt Ellwangen, die der Urheber dieses Textes ist:

Auf dem Ellwanger Marktplatz imponiert die spätromanische Basilika St. Vitus, eine der bedeutendsten romanischen Gewölbebauten Schabens. Die spätromanische Kirche wurde zwischen 1182 und 1233 als Klosterkirche erbaut. Es ist die dritte Kirche an dieser Stelle und geht in ihren Anfängen auf das Jahr 764 zurück – dem Gründungsjahr Ellwangens. 1460 wurde die Basilika zur Hofkirche der Fürstpröpste und ab dem Jahr 1952 zur heute noch genutzten Pfarrkirche.

Die ökumenische Verbindungstür zwischen katholischer und evangelischer Stadtkirche – nachdem sie über 200 Jahre geschlossen war, wurde sie im Jahr 1999 im Zeichen der Ökumene wieder geöffnet.

Mein Urlaub neigte sich langsam dem Ende zu, doch unbedingt wollte ich noch das Schloss ob Ellwangen besichtigen.

Auf 505 Meter über NN gelegen, thront die ausgedehnte Schlossanlage inmitten von Streuobswiesen. Zusammen mit der Schönenbergkirche bildet das Schloss eine weithin sichtbare Silhouette. 1266 wurde die damals mittelalterliche Burg erstmals erwähnt und diente damals als Wehrburg des seinerzeit bereits reichsunmittelbaren Klosters Ellwangen.  Ab 1460 diente diese den Fürstäbten und Fürstpröpsten der Fürstpropstei als Wohn- und Herrschaftssitz, später als kurfürstliche bzw. königliche Residenz. Die jeweiligen Herren veränderten, erweiterten und modernisierten die Anlage stetig. Im 18. Jh. wurde die ehemalige Burg zu einem Schloss umgebaut.

Die Außenanlagen des Schloßgrundstückes dürfen unentgeltlich besichtigt werden. Die Innenräume dienen als Behörde, Ausstellungsort, Veranstaltungsstätte sowie Ausbildungsseminar. So hat z. B. der Kunstverein Ellwangen e.V. einen Trakt, in einer Etage ist das Schloßmuseum Ellwangen untergebracht. Hierfür ist Eintritt zu bezahlen, was sich auf jeden Fall lohnt – sehr sehenswert! Im Museum darf auch fotografiert werden, das Treppenhaus allerdings nicht. Desweiteren hat das Landratsamt für Landwirtschaft und Forstaußenstelle Räume belegt. Außerdem befinden sich auf dem großzügigen Hof noch diese Wegweiser, auch sonst findet der Besucher überall erklärende Hinweistafeln zu den jeweiligen Gebäudeteilen.

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In die restichen Räume und in die Kapelle gelangt man nur innerhalb einer geführten und zu bezahlenden Schlossführung.

Ich begann zunächst einmal mit dem weitläufigen Hof- und Gartenareal:

Bis ich dann irgendwann in den Innenhof der Residenz gelangte

Von hier aus kommt man auch zum Museum.

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Zutritt zu Corona-Zeiten nur mit Mund-Nasen-Schutzmaske und Abstandsregeln. Die gesonderten Öffnungszeiten bitte auf der Website erfragen. Hier eine kleine Bilderauswahl:

Aufgrund meiner Uploadkapazität musste ich mich auf einige wenige beschränken. Die Decken und Kachelöfen bekamen eine gesonderte Aufmerksamkeit von mir. Die Puppenstubensammlung ist gigantisch! Insgesamt werden die Themengebiete der sakralen Kunst, fürstliches Mobiliar, Militärgeschichte, Industrie und Handwerk, Musik und Malerei, Barockkrippen, der Thronsaal, Porzellane und Fayencen aufgegriffen.

Das war es dann auch. Nach einem fürstlichen Abendessen im Restaurant meiner Gastgeber ging es am nächsten Morgen nach dem Frühstück wieder nach Hause. Eigentlich wollte ich mir noch das Limestor in Dalkingen anschauen welches gerade mal 7 km entfernt liegt – aber irgendwann ist der Kulturpegel auch mal bei mir erreicht.

Somit hab ich schon das nächste Ausflugsziel vor Augen, mal schauen wer mich begleiten mag…

Bis dahin, Gruß Karin

Alamannen oder Alemannen?

Diese Frage kann u. a. in Ellwangen im Alamannenmuseum beantwortet werden, welches ich mit meiner Freundin Christiane Anfang des Monats besuchte.

Das Museum befindet sich in einem denkmalgeschützen mittelalterlichen Gebäude aus dem Jahr 1593, bei dem sich im Zuge der Umbauarbeiten herausgestellt hat, dass das Haus sich als eines der ältesten noch erhaltenen Armen- und Siechenhäuser Südwestdeutschland erwiesen hat. Somit ist es der sogenannten Nikolauspflege zuzuordnen, einem Stift für blinde und sehbehinderte Menschen. Allein die Entstehungsgeschichte dieser Einrichtung durch die Förderung von Königin Olga von Württemberg ist eine Recherche wert und sehr lesenswert.

Doch zurück zum Museum. Vom Erdgeschoss bis unters Dach bekommt der Besucher anhand bedeutender archäologischer Funde aus ganz Süddeutschland einen Überblick über 5 Jahrhunderte alamannischer Besiedlung, vom 3. – 8. Jh. nach Christus. Desweiteren lassen Ausstellungsstücke, inszenierte Lebenssituationen, Infotafeln, interaktive Medien mit Bildschirmen und bewegten Bildern keine Langeweile aufkommen. Klimatisiert wird man von Raum zu Raum und Stockwerk zu Stockwerk weitergeleitet, wobei ich sagen muss, dass von der kühlen Luft im oberen Stockwerk nicht mehr allzuviel zu spüren ist.  Sollten die wenigen Sitzgelegenheiten nicht ausreichen, kann beim Empfang nach leicht transportablen Klappstühlen gefragt werden, auch das Museumscafé lädt zwischendurch zu einer Pause ein. Werden die vielen Treppen zu beschwerlich, steht ebenso ein Aufzug zur Verfügung.

Doch primär möchte ich euch die Frage des Titels beantworten, indem ich euch die Infotafel hier einstelle.

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Ansonsten möchte ich noch erwähnen, dass ihr viel Zeit mitbringen solltet, es gibt wirklich viel anzuschauen und zu lesen.

Erklärt und bestaunt werden darf die Anlage von frühalamannischen Siedlern und deren Siedlungs- und Grabfunden, Themen wie Gebrauchsgegenstände, Münzen,  Schmuck, Waffen, Handwerk, Gartenbau und Viehzucht werden erläutert, Bestattungsarten, Rituale usw.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wechselnde Sonderausstellungen komplettieren das Angebot. Derzeit lautet das Thema: „Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen“.

In einem separaten Raum wird die Tuchherstellung, vom Schaf bis zum fertigen Mantel nachvollziehbar. Verschiedene Webarten, Herstellungsverfahren, Färbemöglichkeiten, Kosten der Kleidung und auch die brennende moderne Frage ob wir zu konsumfreudig sind – all diese Punkte werden aufgegriffen.

Interessante Stunden, die wir dort verbrachten. Auch in der Innenstadt von Ellwangen sind wir durch unzählige Straßen und Gässchen geschlendert. Mir gefiel es dort so gut, dass ich beschloss, in der Region einige Tage Urlaub zu machen.

Somit könnt ihr demnächst hier noch mehr aus Ellwangen erfahren, bis dahin

Gruß Karin

Die Römer am Schirenhof

Bereits in meiner Kindheit wurde ich mit unserer frühchristlichen Geschichte konfrontiert. Der Limes, der einstige römische Grenzwall, welcher die Außengrenze des Römischen Reiches zu den Germanen kennzeichnete, verlief unweit am Ortsrand unseres Dorfes und somit führten unzählige Grundschulausflüge und Wandertage entlang dieses Limeswegs durch die Wälder. Auch heute, obwohl ich nun 25km entfernt vom Wohnort meiner Kindheit zu Hause bin, verläuft diese ehemalige Trennung abermals direkt vor meiner Nase. Beim sogenannten Limesknie in Lorch – nähere Details zu einem späteren Zeitpunkt.

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Die Reichsgrenze wurde durch römische Kastelle, also befestigte Kasernen, gesichert. Auch diese Überbleibsel oder Rekonstruktionen, können an den unterschiedlichsten Orten hier im Umland besichtigt werden.

Doch der Reihe nach: Im westlichen Schwäbisch Gmünder Stadtgebiet namens Schirenhof sind einige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. In direkter Nachbarschaft der katholischen Sankt Michaelskirche zeigt ein Wegweiser zum Römerbad Schirenhof. Am dortigen Parkplatz kann das Auto geparkt werden, denn nun geht es auf einem Rundwanderweg zu Fuß weiter.

Die Grafik verdeutlicht, welche Punkte wir besichtigen werden:

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Zunächst einmal befinden sich gegenüber besagtem Parkplatz die Überreste des Badehauses, das Kohortenbad am Schirenhof oder Kastellbad Schirenhof – wie es auch bezeichnet wird.

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Als Kohorte wurde im Römischen Reich eine militärische Untereinheit der Römischen Legion bezeichnet. Als feste Einrichtungen der Truppenstandorte gehörten Kastellbäder zur Erholung und Körperpflege. Auch den Bewohnern der Siedlungen standen diese Anlagen offen, wie Funde von Toilettenutensilien und Frauenschmuck belegen.

Hier ein Modell der damaligen Anlage und nähere Infos auf der Tafel.

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Sehr viel zu sehen gibt es hier nicht. Das Relief einer Quellnymphe, welches 1894 im Bauschutt des Bades entdeckt wurde. Das Original befindet sich im Museum in Schwäbisch Gmünd. Der Stein diente ursprünglich wohl als Wandverkleidung, aus dessen runder Öffnung sich das Wasser ins Becken ergoss.  Außerdem die Überreste der damaligen Heiztechnik. Anhand Schautafeln wird ausführlich erklärt, wie die Heizung funktionierte, woher das Frischwasser kam und das Abwasser hinfloss.

Gegenüber der Anlage, direkt neben dem Parkplatz führt ein kleiner Fußgängerweg bergauf. Oben in der Straße „Am Römerkastell“ angekommen, fällt der Blick direkt auf eine große Wiese, rechts davon führt ein Feldweg mit Hinweisschild zum Kohortenkastell. Ich erkläre dies deshalb so genau, da ich selbst ursprünglich nur vom Römerbad wusste und zu Hause bei der Recherche vom Kastell und den weiteren Sehenswürdigkeiten las, die immer mit dem Signet des Römerhelms gekennzeichnet sind. Somit bin ich nochmals los um alles zu besichtigen. Leider gehen die Beschilderungen im reichen Grün etwas unter:

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Somit geht es nun ca. 150 Meter entlang der Wiese etwas bergauf, bis linker Hand diese Hinweistafeln kommen und einen in Kenntnis setzen, dass hier wohl besagtes Kohortenkastell stand.

Leider ist von dieser Anlage oberirdisch überhaupt nichts zu sehen – es wurde nie ausgegraben. 1886 entdeckt und durch Grabungen teilweise erforscht, erfolgten 1972 ergänzende Untersuchungen. Das Kastell wurde um die Mitte des 2. Jh. erbaut. Die im Fundament 1,2m breite Umwehrungsmauer umschließt ein Rechteck mit abgerundeten Ecken von 157m x 130m. Von den vier Toren sind nur zwei durch die Grabungen nachgewiesen. Doch nur an dieser weitläufigen Wiese mit Blick ins Remstal zu stehen und die Ansicht durch die Plexiglasscheibe lassen mich gedanklich zu Asterix, Obelix und Cäsar wandern und wenn ich genau hinhöre, dann vernehme ich die Befehle auf dem Exerzierplatz, ihr auch?

 

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Weiter führt der Weg bergauf, bis man zu einer Wendeplatte kommt, die von der Zubringerstraße „Am Schirenhof“ umkreist wird. Auch hier ist ein großer Parkplatz angegliedert. Direkt auf der Wendeplatte steht ein Hinweisschild über ein römisches Gräberfeld. Lest dazu bitte diese Tafel, sehr interessant!

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Folgt man dem Wanderweg immer geradeaus weiter bergauf, gelangt man zum Schwäbisch Gmünder Stadtteil Straßdorf in die dortige Kastellstraße. Mein Weg führt mich jedoch die Straße „Am Schirenhof“ bergab, bis linker Hand dann irgendwann diese Hinweistafel erscheint.

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Ich frage mich allmählich, ob der Denkmalschutz damals zu lax war und warum vor allem das Kastell nicht ausgegraben wurde?

Der Weg führt weiter bergab bis man schließlich nach rechts abzweigt um wieder „Am Römerbad“ einzubiegen und entlang der Ausgrabungsstätte zurück zum Parkplatz gelangt.

Ein sehr interessanter Rundgang, der einem die heimische Geschichte wieder ein Stückchen näher bringt. Mal schaun, was mir als nächstes so einfällt.

Bis dahin – Ave – Karin

 

Klein aber mein!

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Genau dieses Hinweisschild entdeckte ich an einem alten Häuschen entlang der Stadtmauer in Ellwangen und mitsamt den Initialen passt es zu mir und meinem nagelneuen Chili-Flitzer wie die Faust aufs Auge!

Exakt spreche ich vom ersten vollelektrischen Mini – dem neuen Mini Cooper SE – den ich seit dem 24. Juli 2020 mein Eigen nenn.

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Bereit für die Zukunft, flitze ich mit meinem chiliroten Mini rein elektrisch durch die Lande und leite eine neue Ära ein. Momentan eher ums Städtchen, weitere Touren mit Zwischenladungen habe ich noch nicht unternommen – das kommt demnächst. Somit hoffe ich, dass ich Dank verschiedenster Ladekabel, Apps und Bezahlmöglichkeiten an einer der rund 20.000 e-Ladesäulen in Deutschland, wie auch über meine Wallbox zu Hause, jederzeit frisch aufgeladen emissionsfrei unterwegs sein kann. Der lautlose E-Motor senkt den Verkehrslärm, das dezente Fahrgeräusch – meine Familie meint mein Mini würde singen – warnt den Fußgänger, trotzdem fahre ich immer noch höchst konzentriert an Passanten vorbei.

Nun wünscht mir allzeit gute Fahrt mit stets genügend Saft im Akku damit ich demnächst einmal bei euch vorbeiflitzen kann,

eure Chili-Karin

Carina’s Sprungbrett

Heute möchte ich euch die Skischanzen des Ski-Club Degenfeld vorstellen.

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Degenfeld ist ein kleiner Stadtteil von Schwäbisch Gmünd. 2014 zählte man hier 455 Einwohner, eine aktuelle Zahl konnte ich leider (noch) nicht in Erfahrung bringen. Idyllisch im Grünen gelegen auf 500-700 Höhenmetern, umgeben vom Eierberg, dem Bernhardusberg, dem Galgenberg, dem Hornberg und dem Kalten Feld. Die beiden letzteren gelten als Erholungsgebiet und Wintersportparadies.

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Blick auf Degenfeld

 

Was lag da näher, als einen Ski-Club zu gründen? Bereits im Jahr 1922 wurde dieser Club aus der Wiege gehoben mit dem Grundsatz:

Zweck des Clubs ist es, den Skilauf am Kalten Feld zu fördern, zu pflegen und zu verbessern.“

 

1926 wurde bereits die 1. Schanze eingeweiht, im folgenden Jahr fand die Erste Schwäbische Meisterschaft statt und Das Kalte Feld rückte in den goldenen 20er Jahren zum Wintersportort im Großraum Stuttgart auf. Das Vereinswappen, welches 1926 kreiert wurde, findet bis heute seine Verwendung.

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Aus dem Kader des Ski-Clubs kamen einige Sportgrößen hervor:

1952 gewann bei einer Skisprungveranstaltung auf der Großen Schanze an der Winterhalde Ewald Roscher, der spätere Bundestrainer im Deutschen Skiverband.

Desweiteren gelang es 1956 der mehrfachen Deutschen Meisterin Stefanie Köhrer sich als erste Sportlerin des Skiclubs bei den Olympischen Spielen 1956 in Cortina d´Ampezzo im Skilanglauf zu qualifizieren.

Schließlich kommt nun „unsere“ Carina Vogt ins Spiel – sprich auf die Schanze. Als Sechsjährige durfte sie im Zuge eines Sommerferiencamps die Bekanntschaft mit dem Skispringen machen. Ihre ersten Sprünge absolvierte sie auf kleineren Schanzen und war begeistert von der Sportart. Sechszehn Jahre später gelang es ihr als zweite Sportlerin des Skiclubs sich bei den Olympischen Spielen, im Skispringen 2014 in Sotschi, zu qualifizieren und den ersten Sieg im Skispringen der Damen bei den Olympischen Spielen nach Degenfeld zu holen.

Die Gmünder sind natürlich stolz auf ihre Carina, immer wieder wird damit ein Zeichen gesetzt.

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Doch nun endlich einige Fotos der Schanzen, die wirklich eine beeindruckende Anlage sind, sowohl aus der Ferne, wie auch in der Nähe. Momentan ist alles aufgrund Corona außer Betrieb, uns wunderte es schon, dass wir überhaupt so weit hinaufwandern konnten.

Hier nun ganz links im Bild die Sommerschanze K75, eine 75 Meter Mattenschanze. Der Spatenstich erfolgte im April 2013 und das Eröffnungsspringen im Sommer 2017.

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Direkt daneben die Kalte-Feld-Schanze K43.

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Ganz rechts die Galgenbergschanze K15. Obwohl sie von unten so klein aussieht, braucht es aus Sicht von oben doch gehörigen Mumm, sich da hinunter zu wagen. (Von den beiden anderen rede ich erst gar nicht!)

Diese mit Kunststoffmatten belegte Schanzen werden mit Wasser befeuchtet und erhalten somit eine ähnliche Gleiteigenschaft wie bei Schnee.

Leider hatten wir bei der Besichtigung keine Ahnung von der Winterschanze K88, die ein Stück abgelegen im Gelände liegt, erst bei der Recherche für diesen Beitrag las ich davon.

Ebenfalls recherchieren musste ich, was das „K“ bei der jeweiligen Schanzenbezeichnung bedeutet. Da ich vom Skisport so gar keine Ahnung habe und vielleicht hier der eine oder die andere ebenso, möchte ich dies kurz erklären: Der Konstruktionspunkt oder auch Kritischer Punkt in Metern angegeben, bezeichnet die Stelle, wo das Gefälle des Aufsprunghangs flacher wird. Der K-Punkt als Ausgangspunkt spielt bei der Puntebewertung eine Rolle. Heutezutage wird eher der Hillsize-Punkt zur Berechnung herangezogen.

Atemlos machte uns der Aufstieg, an diesem warmen, schwülen und sonnigen Tag und somit war es eine schweißtreibende Angelegenheit und abermals war nichts Trinkbares mit dabei. Mehr aus Zufall kamen wir nach Degenfeld und von weitem sah ich die Anlage und entschloss kurzerhand, dass wir uns das mal anschauen sollten.

Lieber Leser, vielleicht bist du ja bald der Überflieger?

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Wir wünschen jedenfalls Hals- und Beinbruch! (Auch wenn diese Redewendung zwischenzeitlich gänzlich aus der Mode gekommen sein soll)

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Gruß Karin

 

Nachtrag im August 2020:

Schaut mal, welcher Artikel am 18.08.20 in unserer Tageszeitung kam.

 

 

Erneutes Golfen

Eine andere Art zu Golfen

Abermals haben wir zum bekannten Minigolfen eine andere Art des Golfspiels endeckt. SpielGolf am Himmelsstürmer im Schwäbisch Gmünder Stadtteil Wetzgau haben wir im Familienverbund getestet.

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Himmelsstürmer nennt sich der Aussichtsturm im Landschaftspark Himmelsgarten in Wetzgau – doch dazu in einem späteren Beitrag mehr.

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SpielGolf unterscheidet sich zum herkömmlichen Minigolf in mehrfacher Weise. Großflächig angelegte Spielbahnen, in dieser Anlage hier 18 an der Zahl, sind mit Kunstrasen ausgelegt und ausdrücklich begehbar. Der Schläger ähnelt mehr den richtigen Golfschlägern als denen der Minigolfausgabe. Auch die Strafpunkte werden verschieden gezählt, doch dazu können die Spielregeln am Eingang studiert werden.

Für jede Bahn gibt es einen Paten. Handel- und Gewerbetreibende unterstützen somit die Einrichtung, deshalb ist auch hier und dort ein Werbebanner vertreten.

Bei schönstem Sommerwetter ging es nach Feierabend ins 12 km entfernte Wetzgau für uns los und was soll ich sagen – wir hatten Spaß, Häme und Verdruss – je nach Können und Siegerwille!

Besonders schön fand ich, dass selbst bei unserem erwachsenen Sohnemann noch der Familientarif galt – denn schließlich wären wir ja Familie! So die Auskunft des Kassenwarts.

 

Dass unser Können auch hier durchaus verbesserungsfähig wäre, zeigen die Punktekarten – aber für uns zählte der Spaßfaktor.

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Bis zur nächsten Aktion! Mal schaun‘ was uns weiterhin einfällt. Am gleichen Platz würde sich noch Fußball-Billiard anbieten oder ich besuche doch lieber nochmals den angrenzenden Biergarten. Wer weiß!

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Sommerliche Grüße, Karin

Auf der schwäb’sche Eisebahne…

gibts gar viele Haltstatione… genau dieses alte schwäbische Volkslied hatte ich letzten Sonntag im Kopf, als wir mit der Schwäbischen Waldbahn mit ordentlich Dampf in schönster Eisenbahnromantik von Schorndorf nach Welzheim und zurück fuhren.

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Doch der Reihe nach: Bei meinem letzten Ausflug nach Welzheim Baumriesen, Teil 2 sah ich beim Vorbeifahren am ehemaligen Bahnhof Breitenfürst das große Werbeschild für die Schwäbische Waldbahn und die Info für den damaligen Bahnhof.

Zuhause sofort recherchiert und mit Freude vernommen, dass nach der langen Winter- und Coronapause letzten Sonntag zum 1. Mal die historische Bahn ihren Dienst wieder aufnahm. Die Frage ob Dampf- oder Diesellok musste gar nicht gestellt werden, selbstredend kam nur der Dampfer für uns in Frage. Tickets online gekauft und voller Vorfreude vorgestern bei garstigem Dauerregen ins 15 km entfernte Schorndorf gefahren, wo auf Gleis 5 der Zug abfahren sollte.

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Bei Interesse ist es ratsam, auch die Website vom DBK Historische Bahn e.V.  zu besuchen, auch die Sicherheitsvorkehrungen zu Corona Zeiten sind zu beachten. Auf den Websites sind ebenfalls Tonspuren eingerichtet, die während der Fahrt mit dem Mobiltelefon genutzt werden können. Doch auch online kann der interessierte zukünftige Bahnfahrer im Vorfeld Wichtiges und Interessantes abfragen. Der Schaffner Christian Schnauffer, oder Zugbegleiter – wie die Berufsbezeichnung heute lautet – gibt so manche Anekdoten und wissenswerte Fakten über die schönste Nebenstecke im Ländle bekannt.

Die Bahnstrecke besteht seit über 100 Jahren. Damals brauchte der Zug rund 80 Minuten, heute schafft dieser die Strecke in durchschnittlich 66 Minuten – je nachdem, ob es bergauf, also von Schorndorf nach Welzheim oder wieder -ab geht. In den frühen Anfangsjahren war am Sonntag die Bahn stets überbelegt, da die Städter raus in den Welzheimer Wald zur Erholung fuhren. Auch heute noch ist Welzheim ein Kurort. Der in den 1960-er bis 1980-er Jahren bis dahin schon sehr bescheidene tägliche Personenverkehr wurde jedoch immer weniger. Als 1988 dann noch ein Erdrutsch die Strecke blockierte und der Betrieb und Erhalt nicht  mehr lohnenswert war, verfiel die gesamte Strecke in einen Dornröschenschlaf. Schließlich gründeten engagierte Freunde der Eisenbahn 1985 den Verein und arbeiten seither stetig an ihrem Traum, historischen Schienenfahrzeugen sowie Strecken und Gebäude der Nachwelt zu erhalten. 2010 wurde die gesamte Strecke bis Welzeim wiederbelebt. Pro Jahr genießen nun ca. 30.000 Fahrgäste diese atemberaubenden Landschaftsausblicke über imposante Schluchten und Viadukte, an herrlichen Obstwiesen und rauschenden Wäldern vorbei in schnaufender und dampfender Eisenbahnnostalgie.

Eigentlich legen die 22,83 km lange Bahnstrecke genaugenommen ja zwei Bahnen zurück. Eine Berg- und eine Talbahn, die Wieslauf- und die Wieslauftalbahn. Somit wird die Bahn im Volkmund auch Wiesel genannt. Eingebettet zwischen 2 Brücken und 3 Viadukten liegen z.T. noch sehr verträumt aussehnde Bahnhosgebäude im ganz speziellen Jugendstil. Heute, sofern noch erhalten, liegen diese Gebäude in Privatbesitz und stehen unter Denkmalschutz.

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Die Ingenieure von damals leisteten hervorragende Arbeit bei diesen schwierigen Bedingungen. Das Keuperbergland mit seinen vielen verschiedenen Bodenschichten, es wurde quer über tief eingeschnittene Klingen gebaut, Rampen und Dämme aufgeschüttet, Hänge gekappt, Rutschungen mit Stützmauern abgefangen, Hangschutt stabilisiert, Siedlungen durchgeschnitten, Straßen, Häuser und Scheunen verlegt, dazu monatelanger Regen wo vieles wieder abrutschte – und doch wurde es geschafft!       Beim Bau der Viadukte wurden viele Gastarbeiter aus Italien beschäftigt, diese haben dann die schwäbischen Spätzle und Mädle kennen und lieben gelernt und sind sesshaft geworden.

Doch nun genug der Theorie! Einsteigen, die Türen schließen, zurücklehnen, Seele baumeln lassen und relaxen, wie der Stuttgarter heutzutage sagt.

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Pünktlich um 10.30 Uhr ging die Fahrt lo. Der 1. Halt war kurz darauf in Haubersbronn und schon zückte ich abermals meine Kamera um dieses schöne Bahnhofsbäude abzulichten.

6Haubersbronn

Weiter ging es nach Miedelsbach und schon war mein Gemüt etwas getrübt und gleichzeitig doch erfreut dass wenigstens das Schild auf die ehemalige Funktion des wunderschönen Häuschens hinweist.

7Miedelsbach

Zwischendrin kam der Schaffner und kontrollierte die Fahrkarten, auch Kalt- und Heißgetränke wurden verkauft. Eltern verwöhnten ihre Kinder mit Zuckerperlen, die in den rot-grünen Kellen versteckt waren und die Sprösslinge nahmen das Spielzeug mit leuchtenden Augen entgegen. Hier außerdem noch eine Aufnahme unseres Abteils.

 

Kurz darauf folgte Michelau und ich war wieder beseelt, ob des schönen Anblicks.

8Michelau

Rudersberg ließ mich verständlicherweise unberührt. Vielleicht gibt das Haus im Inneren seinen Charme preis? Wer weiß!

11Rudersberg (Kopie)

Als kurz darauf das Strümpfelbachviadukt zu sehen war, kam Bewegung in die Gäste. Zum Glück war das Abteil nicht allzu voll, so dass ich bequem auf der anderen Seite zum Fenster hinaus fotografieren konnte. Auf der Rückfahrt wird die Lok ans andere Ende des Zugs rangiert und unser ehemals vorderstes Abteil wird zum letzten des Zugs. Somit ergibt sich bei Kurvenlage ein gigantischer Ausblick.

12Strümpfelbachviadukt (Kopie)

20Strümpfelbach (Kopie)

Auch die Klingenmühle, der Wasserfall und die beschwerliche Fahrt bergauf, die die Bahn viel Mühe, Schweiß und Kohlen kostet, waren eine Augenweide. Herrlich, wie der Dampf in den Bäumen hängenbleibt!

An der Klingenmühle schrieb Justinus Kerner seine lyrischen Zeilen „Der Wanderer in der Sägemühle“, welche ich bereits schon auf dem Poetenpfad im Welzheimer Stadtpark erwähnte. Diese und die Laufenmühle zusammen bilden das Tor zum Welzheimer Wald und seinen Ausflugszielen.

21 Laufenmühle

Von den eisernen Brücken haben wir leider nichts mitbekommen, diese scheinen als Zuschauer auf der Straße besser wahrgenommen zu werden. Übrigens haben uns im zeitweise strömenden Regen unzählige Passanten, Anwohner und Wanderer mit Winken begrüßt. Tagszuvor kam in der Tagespresse noch ein Artikel über die beginnende Saison. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich die Grüße freudig erwiederte.

Das Laufenmühleviadukt war ein weiteres Highlight.

16Laufenmühleviadukt (Kopie)

Am ehemaligen Bahnhof Breitenfürst, dieser wurde 1974 abgerissen – wohlweislich noch bevor dieser unter dem Siegel des Denkmalschutzes gelandet wäre – große Zuschauermenge, da eine Kreuzung komplett gesperrt war, um unserem Bähnchen Vorfahrt zu gewähren.

Es folgte der Bahnhof Tannwald, ein Teilort von Welzheim. Der Name macht dem Ort alle Ehre, viele Bäume – aber dies erwähnte ich ebenso in meinem letzten Beitrag.

17Tannwald (Kopie)18 (Kopie)

11.30 Uhr, Endstation Welzheim. Herzlich Willkommen. Als letzte württembergische Ober-Amtsstadt wurde Welzheim an das Bahnnetz angeschlossen und bekam diesen Bahnhof. Dieses Bahnhofsgebäude macht nun bei diesem tristen kühlen verregneten Sonntag so gar keinen Staat!

18Welzheim (Kopie)

Die Lok wird abgekoppelt, rangiert und fährt ein winziges Stück weiter zum Wasserkran. 9 m³ Wasser fasst die Lok!

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Nach einer halben Stunde wird abermals rangiert, ans andere Ende angekoppelt und die Fahrt geht wieder zurück nach Schorndorf.

Nicht mehr ganz so interessant, bis auf die Tatsache wie ich oben bereits beschrieb, dass sich nun in Kurvenlage super Ausblicke erboten. Jogi war so ermüdet, dass er auf der sanften Fahrt doch tatsächlich in einen Dämmerschlaf fiel.

Um 13 Uhr zurück in Schorndorf war es gerade Zeit zum Mittagessen – wie praktisch!

Doch ich möchte nicht enden, bevor wir euch nicht obligatorische Grüße senden!

Bis bald, vielleicht in Schtuegert, Ulm oder Biberach, Meckebeure oder Durlesbach!

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Baumriesen, Teil 2

Baumriesen, Teil 1

Nach meinem schönen Erlebnis mit den Mammutbäumen hier im Lorcher Wald wollte ich nun auch andere Anpflanzungsgebiete der Riesen kennenlernen. Somit machte ich mich am Pfingssonntag in das nur 14 km entfernte Welzheim auf, um dort im Tannwald die Wellingtonien anzuschaun, ein wenig spazieren zu gehen und zur Ruhe zu finden.

Auf dem weitläufigen Parkplatz fand mein Auto gerade noch Platz, mir schwante Böses! Im Geiste sah ich mich schon von lärmenden Menschenmassen umringt, aufgrund Corona ausgehungert nach „Freilauf“!

Das erste Mal vor Ort informierte ich mich zunächst einmal an den Infotafeln:

Die linke Tafel erklärt dem Wanderwilligen, dass dieser im Schwäbischen Wald auf FeenSpuren anhand des Premiumwanderweges „Drei Schluchten“ zum Edenbachtal, der Wieslaufschlucht und dem Strümpfelbachtal gelangt. Der 14,5 km lange Weg auf abwechslungsreichen Pfaden mit Schluchten, Klingen und Wasserfällen setzt festes Schuhwerk, geeignete Wanderkleidung, Verpflegung und gute Kondition voraus – nicht unbedingt dies, was ich in meinem Spaziergepäck mit dabei hatte.

Die rechte Tafel informiert, dass man ebenso auf FeenSpuren des Premiumspazierwanderweg „Römerwald“ u.a. zu den imposanten Mammutbäumen gelangt. Somit war mein Weg besiegelt, ich wusste nun nur nicht, welchen der drei abzweigenden Pfade ich einschlagen sollte. Ohne nach weiteren Wegweisern Ausschau zu halten, entschied ich mich für den linken Weg und betrat den Stadtpark.

Augenblicklich betrat ich eine andere Welt. Das üppige Grün das Geräusche und Lärm auschloss, das Zwischern der Vögel und leise in sich gekehrte entgegenkommende Spazierer ließen mich ebenso ruhiger werden. Tief durchatmend schlenderte ich so für mich allein durch den zwei Hektar großen Park, zwischen altem Baumbestand, an liebevoll angelegten Blumenrabatten und Ruhebänken vorbei, bis meine Aufmerksamkeit auf rote hölzerne Torbögen gelenkt wurde. Durch das wildsprießende Blattwerk sah ich weitere dieser asiatisch anmutenden Pfosten tief im Dickicht stehen und dann stoß ich auch schon auf eine Infotafel.

Anlässlich zum 100. Geburtstag des Stadtparks schuf die Stadt Welzheim 2012 einen Ort, an dem Geist und Körper durch Poesie und Bewegung zusammengeführt werden – den Poetenpfad. Diesen Satz entnahm ich der Website des Tourismus-Vereins Schwäbischer Wald und ich finde, er sagt genau dies aus. Ein weiterer Anlass ein Denkmal zu setzen war der 200. Jahrestag der Ankunft des Arztes und Dichters Justinus Kerner in Welzheim. Dieser war von 1812 bis 1815 in Welzheim als praktischer Arzt tätig, bevor er dann eine Stelle als Oberamtsarzt in Gaildorf annahm.

Somit wurden lyrische Zeilen des Dichters zeitgenössischen Gedichten anderer Künstler gegenübergestellt. An dem 200 m langen Pfad wurden an den 12 Torbögen beidseitig Tafeln angebracht. Auf den Rückseiten der Pfosten finden sich die Texte in Brailleschrift.

Links nun bekannte Zeilen Kerners, mir taten es jedoch die Weisheiten auf der rechten Tafel an und schwupps fühlte ich mich mindestens um ein Jahrzehnt jünger!

Entlang des Weges stehen die tollsten Ruhemöbel, ich sag euch, eine überdimensionale freischwingende Hängematte aus Holz mitten im Dickicht mit Blick auf ein Himmelszelt aus Blattwerk hat was für sich!

Beim Verlassen des Poetenpfades widmete ich mich eingehend diesem riesigen alten Baumbestand. Ein Gewächs schöner als das andere, majestätisch wiegten sie ab und an in der leichten Brise, dazu das Gezwischter der Piepmätze – es war herrlich!

Desweiteren grenzt ein großer Erlebnis-Spielplatz an, eine Boulebahn, die Haltestelle der Schwäbischen Waldbahn,  ein Bewegunsparcour mit 10 Fitnessgeräten und dieser wunderschöne Pavillion aus den 1920er Jahren.

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Nun war ich schon so verzückt und beseelt – nun wollte ich unbedingt auch noch die typischen Mammutbäume sehen. Über den Parkplatz hinweg gegenüber in den Wald hinein kommt man bereits nach ca. 100 Metern auf eine Lichtung und sofort schoss mir der Libanon vor Augen. Mein erster Blick fiel auf diese Stämme und ich kam wie vor als ob ich in Baalbek die sechs noch stehenden Säulen des Jupitertempels vor mir habe.

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Eine schön angelegte Lichtung mit vielen Tischen und Sitzgelegenheiten und einer Infotafel über diese Wellingtonien runden den Platz ab.

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Anschaulich wird erklärt, welche Bäume aus welchem Anpflanzungsjahr stehen und es ist immer wieder schön zu lesen, dass aus König Wilhelms Saatbestellung noch mehrere Ableger vorhanden sind. Übrigens stehen diese Altbäume heutzutage fast ausnahmslos unter Naturschutz, sie dürfen nicht beschädigt oder gefällt werden!

Ich war neugierig geworden. Viele Menschen kamen mir aus dem Wald entgegen, in alle Richtungen zogen sie wieder von Dannen. Ich schlug einen eher schmäleren, ruhigeren Weg ein, mein Handy und mein Tierabwehrspray gaben mir Angsthase etwas Sicherheit. Dann und wann kamen mir Frischluftkollegen entgegen, manches Mal zum Gruß kopfnickend, ein andermal ein leises zartes Hallo oder Grüß Gott oder nur stumm auf den Boden blickend! Dass ich nicht so ganz allein zu sein schien, darüber war ich inzwischen mehr als froh. Mountainbiker und normale Radler schossen aus verzweigten Wegen heraus, an den Geräten des Trimm-Dich-Pfads probierten sich auch die ein und anderen Spaziergänger aus, mich nicht ausgenommen.

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Irgendwann kreuzte dann auch das Schienenbett der Schwäbischen Waldbahn, es müsste doch herrlich sein, hier entlang zu tuckeln.

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So langsam bekam ich Durst, meine vergessene Wasserflasche rächte sich. So viele Möglichkeiten zur weiteren Freizeitgestaltung gab es hier auf dem Wanderweg. Mühlenbesichtigung, Quelle, Fischteich, die Ruine eines römischen Wachturms, der archäologische Park Ostkastell, doch nach über 3 Stunden herumwandern hatte auch ich genug, mich zog es zurück gen Parkplatz.

Diesen komisch gewachsenen Baum sah ich noch auf meinem Weg.

Mit meinem nichtvorhandenen Orientierungssinn überraschte es mich nicht, dass ich nicht direkt am Parkplatz aus dem Wald traf sondern wieder bei meinen Mammutbäumen, was ich besonders schön fand.

Somit heute kein Selfie sondern einen Gruß des Waldes,

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bis bald, Karin

Die Anhäuser Mauer

Letztes Jahr kam in der hiesigen Tagespresse ein kurzer Bericht über die Anhäuser Mauer bei Satteldorf im Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Auch wenn nicht wirklich viel zu sehen ist, hat mich auch dieses Relikt aus verganger Zeit direkt magisch angezogen und gestern nun war es endlich soweit, auch diese alten Steine (Jogis Kommentar) zu besichtigen. Zusammen mit meinem leidgeprüften Gatten machte ich mich bei schönstem Sonnenscheinwetter auf die 100 km lange Autofahrt.

Schon vom weitem ragt einsam aus den grünen Feldern der 18 Meter hohe Mauerrest empor.

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Ein Hinweisschild zeigt einem noch den Weg, Auto geparkt und die wenigen Meter zu Fuß zurückgelegt.

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Hier steht sie nun, die 10 Meter lange Ruine eines ehemaligen Pauliner-Eremiten-Klosters

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Sonst gibt es nichts weiter zu sehen oder zu lesen. Das Internet gibt noch einige Infos her, so z.B. über die Entstehung und weiterem Verlauf des Klosters und dass Luftaufnahmen anhand des Grünbewuches darlegen, dass unterirdisch mit Spuren des Konventhauses, des Hauses des Priors sowie Wirtschaftsgebäuden zu rechnen sei. Da bin ich doch mal gespannt, ob hier irgendwann einmal Ausgrabungen stattfinden werden.

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Oberirdisch zeigten sich in diesem Mauerrest der nördlichen Seitenwand des gotischen Chors der sogenannten Crailsheimer Kapelle 5 Grabdenkmäler von Angehörigen der Familie Bebenburg, die zwischen 1363 und 1472 verstarben. Heutzutage geschützt durch ein Vordach mit Regenrinne,…

deren Ablauf auf der Rückseite des Mauerrets erfolgt.

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Sonst ist dort wirklich nichts! Meiner Meinung nach trotzdem sehenswert und sehr interessant, deshalb nochmals ein Foto von der anderen Seite…

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bevor wir dann weiter den Feldweg entlangwanderten, um uns etwas weiter entfernt in der Blumenwiese niederzulassen und den Blick nochmals gen Sehenswürdigkeit zu richten,

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um uns dann mit unserem obligatorischen Selfie von euch zu verabschieden.

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Gebt auf euch acht und bleibt gesund!

Gruß Karin

Baumriesen, Teil 1

Gestern hat’s mich gepackt, bin aus dem Dornröschenschlaf erwacht, aus der Kultur-Lethargie auferstanden, dem täglichen Einerlei von wochenlanger massenhafter Garten- und Hausarbeit entkommen, die Eintönigkeit wöchentlicher Supermarkteinkäufe und Telefonate mit der Familie und einigen wenigen Freunden um mich nach deren Befinden zu erkunden hinter mir gelassen und nachdem hin und wieder Einkaufsdienste bei älteren Verwandschaftsangehörigen erledigt wurden, dürstete es meine Seele nach etwas Abwechslung. Langweilig war es mir in all den vielen Wochen der Coronakrise nun wahrlich nicht geworden. Die Tage waren ofmals zu kurz für all die viele Arbeit die anstand, nur die Energie wollte so manches Mal nicht mehr. Dazu das Wetter – zuerst eine andauernde Wärme ohne einen Tropfen Regen, dann tagelang das vermisste Nass  das sich dann, nun Anfang Mai, in Aprilwetter zu wandeln scheint. Wolkenverhangen, dann Sonnenschein um letztendlich in heftigen Regengüssen zu enden. Das schlägt aufs Gemüt, auf die Seele, das ständige Zuhausehocken macht es wahrlich nicht leichter. Zum Glück gibt es da meinen Strandkorb, den ich nun bereits schon einige Male nutzen konnte. Schlafend, lesend, lümmelnd, die Rotmilane am Himmel beobachtend, einfach faul daliegen und die Ruhe, die Natur ringsherum und das faule Nichtstun am Sonntag genießen.

Doch wie bereits erwähnt, hatte es mich gestern gepackt. Mit Sohnemanns Begleitschutz, denn allein wollte ich nicht im Wald umherspazieren, haben wir bei schönstem Frühlingswetter die Mammutbäume bei Lorch besucht. Natürlich doppelt so schön, da ich mal wieder etwas gemeinsam mit meinem Spross unternahm. Vor vielen Jahren wanderten wir einen Tag lang rund um die Schelmenklinge und das Kloster und entdeckten dabei die Bäume. Heute sind für mich solche ausgedehnten Wandertouren aufgrund meines Knies undenkbar. Unterhalb des Lorcher Stadtteils Bruck und somit am oberen Zugang der Schelmenklinge, haben wir das Auto geparkt und sind den Forstweg entlang der Wiesen bis zum Waldrand spaziert. Von dort ist es nicht mehr weit, bis das aufmerksame Auge am rechten Wegesrand die ersten Riesen stehen sieht.

Eine Infotafel klärt den Wanderer auf, diese stand damals noch nicht da und somit sind wir nun schlauer.

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Ich hoffe, dass ich euch den Text wiedergeben darf, die Informationen sind zu interessant um sie euch zu verwehren. Vielleicht bekommt ihr ja Lust und besucht die stummen Waldbewohner einmal:

DER BAUM AUS DER SIERRA NEVADA. Der Riesen-, Berg oder Gebirgs-Mammutbaum ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Zypressengewächse. Sein wissenschaftlicher Name „Sequoiadendron giganteum“ leitet sich vom Namen des berühmten Cherokee-Indianers „Sequo Yah“ und seiner „gigantischen“ Größe ab. Der Mammutbaum ist auch unter dem Namen Wellingtonie bekannt.

Die Heimat des Riesenmammutbaums liegt an den Westhängen der Sierra Nevada in Kalifornien. Sein natürliches Vorkommen beschränkt sich dort auf ein Gebiet von 420 km Länge und 24 km Breite in Höhenlagen zwischen 1350 bis 2500 m ü. NN. In seinem natürlichen Ausbreitungsgebiet ist er eine vom Aussterben bedrohte Art.

Vor der letzten Eiszeit waren Mammutbäume auch in Europa heimisch. 1850 wurden Samen durch den englischen Sammler Lobb wieder eingeführt. Versuche zum Anbau des Baumes wurden zunächst in Parkanlagen Englands, nach 1860 auch in Deutschland unternommen.

1864 beauftragte der württembergische König Wilhelm I. die königliche Bau- und Gartendirektion gemeinsam mit der Forstdirektion, Samen des Sequoiadendron giganteum aus Nordamerika zu beziehen. Wahrscheinlich durch ein Missverständis wurde ein Pfund des Samens geordert. Woher sollte man auch wissen, dass der riesige Baum den allerkleinsten Samen hat, wovon etwa 100 000 Stück nur 500 Gramm wiegen. Diese kamen zur Aussaat im Kalthaus der Stuttgarter Wilhelma.

Die königlichen Forstdirektionen begannen 1865/66  1- bis 2-jährige Jungbäume im Land auszupflanzen. Der Erlass der königlichen Forstdirektion vom 17.04.1866 sagt hierzu, „da die Pflanzen erst einjährig und deshalb noch ziemlich klein sind, so sind dieselben zunächst in passend gelegenen, frostfreien Saatgärten zu verschulen, wobei der Abstand nicht unter zwei Fuß zu machen wäre, um mit Umgehung eines wiederholten Umschulens gehörig starke Heister erzielen zu können“. Ab 1870 wurden die Bäumchen auf ihre endgültigen Standorte verpflanzt.

1987 waren gemäß einer Erhebung der Forstdirektion Stuttgart in ihrem Bereich noch 106 Wellingtonien aus dieser ersten Aussaat vorhanden.

Die aktuellen Standorte von Mammutbäumen aus der Wilhelma-Saat in Baden-Württemberg finden sich in der Online-Plattform http://www.mammutbaum-projekt.de

Aha! Somit darf ich mich an das Ergebnis der Aussaat vergangener königlicher Zeiten anlehnen. Auf Schulterhöhe haben wir diesen Riesen mit einem vorsoglich mitgenommenen Maßband vermessen. Stolze 6,60 m Umfang hat der Kleine!

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Doch seine Artgenossen stehen ihm in nichts nach. In diesem Waldabschnitt konnten wir 8 Giganten zählen und die normalen Bäume zwischendrin wirken wie Schaschlikspieße.

Weiter ist auf der Infotafel zu lesen:

Beeindruckend ist die rotbraune Rinde, die den Stamm vor häufig vorkommenden Waldbränden in seiner Heimat schützt. Sie ist über 50 cm dick und isoliert den Baum wirksam gegen die Hitze. In den kleinen Zapfen bilden sich ca. 200 Samen, die von Eichhörnchen verbreitet werden. Die Samen keimen vor allem nach Waldbränden, wenn der Boden durch das Feuer sterilisiert und frei von Konkurrenten ist und durch die Asche gedüngt wurde.

Das rötliche Holz ist leicht und elastisch und durch den fäulishemmenden Gerbstoff Tannin sehr dauerhaft. So kann es z. B. für Verschalungen an Fassaden ohne chemischen Holzschutz verwendet werden.

Hier so ein Zapfen der am Boden lag. Nach dem Fotografieren hab ich ihn brav wieder auf den Waldboden zurückgelegt, ich denke mal, wenn die Bäume ein Naturdenkmal sind, dann sind es die Zapfen auch.

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Und zu guter Letzt noch weitere Fakten von der Infotafel:

Mammutbäume zählen zu den eindrucksvollsten, ältesten und mächtigsten Bäumen der Erde. Der berühmteste ist der General Sherman Tree im Sequoia National Park mit einer Höhe von 84 m und einem Durchmesser von 11,1 m an der Stammbasis. Mit einem Volumen von ca. 1,489 m³ ist er der voluminöseste lebende Baum der Erde. Dieser Gigant ist ca. 3500 Jahre alt.

Die Riesenmammutbäume in Deutschland sind mit bis zu 150 Jahren bedeutend jünger. In Baden-Württemberg stehen aktuell (März 2014) mit 55,8 m der höchste (Auenwald, Pflanzung 1872) und mit einem Durchmesser in Brusthöhe von 4,1 m der stärkste Riesenmammutbaum Deutschlands (Neuweiler, Pflanzung 1867). Beide Bäume gehen aus der Wilhelmasaat hervor.

Nun habe ich natürlich diese besagte Website besucht, unsere PLZ eingegeben und war sprachlos! So viele Mammutbäume im Register, sehr interessant gemacht, mit Foto, Standortangabe und z. T. ist auch das Pflanzjahr mit angegeben. Ich bin mir sicher, in Zukunft wieder etwas mehr Aufmerksamkeit beim Gang durch die Natur walten zu lassen.

Hoffe wir sehn uns auf einer der nächsten Besichtigungstouren durch den Wald, natürlich immer schön auf Abstand zu Zeiten Corona.

Bleibt gesund und zuversichtlich, Gruß Karin

 

Baumriesen, Teil 2

 

 

 

Über den Dächern von Gmünd…

wird man mit unvergesslichen Eindrücken konfrontiert. So auch vorletzten Samstag, kurz bevor der Coronavirus uns alle zu Stubenhockern degradierte (was ich in diesem Fall zu 100 Prozent befürworte!). Die Volkshochschule Schwäbisch Gmünd bat unter der Rubrik „Entdecken Sie Gmünd“ zur Münster Dachstuhlführung. Dies war wieder einmal genau mein Ding, meldete mich an und freute mich darauf.

Kein geringerer als Paul Weinmann, inzwischen pensionierter Gmünder Münstermesner und bekannt wie ein bunter Hund, wie er selbst zugibt, erzählt aus seiner langjährigen Dienstzeit die von 1973 – 2009 doch so einige Anekdoten und Geschichten hervorbringen kann und führt die gut 20 köpfige Truppe durch die Halle der Kirche und auf den Dachstuhl des Münsters. Der rüstige Mittsiebziger läuft, bis auf eine kurze Pause, in gutem Schritttempo die enge Wendeltreppe mit ihren 100 Stufen bis hinauf zur Balustrade, welche einmal komplett um die Kirche führt.

Doch bevor es losging, wurden uns draußen auf dem Münsterplatz an der Südseite des Heilig-Kreuz-Münsters, einige Grundkenntnisse vermittelt.

Begonnen wurde mit dem Bau 1315. Das Münster ist heute die älteste gotische Hallenkirche im süddeutschen Raum und steht auf einem kleineren Vorgängerbau, einer romanischen Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Diese war damals flankiert von 2 Chortürmen. In den folgenden Jahrzehnten wurde weitergebaut. Das Langhaus kam in der Zeit von 1325-1341 dazu, der Chor 1354-1410, die Choreinwölbung 1491-1504. Da im Inneren die Sicht auf den Chor durch die Bögen versperrt war, wurde einer entfernt, was sich als fatal erwies. In der Karfreitagsnacht, dem 24.03.1497 stürzten die beiden Türme ein und beschädigten somit die im Bau befindliche Kirche. Zahlreiche Altäre und einige Säulen waren zerstört, noch heute sieht man im Innern die neu errichteten Säulen. Zum Glück gab es keine Verletzten, nur einige Eingeschlossene, die dann durch Zerschlagen von Fensterscheiben befreit werden konnten. Die Entfernung des Bogens gab den Türmen den Halt, diese Theorie wird heute für den Einsturz zugrundegelegt. Die beiden Glocken konnten geborgen werden, wurden außerhalb im Münster in einem benachbarten Turm aufgehängt und machen bis heute ihren Dienst im sogenannten Glockenturm.

Im Jahr 1507 kam die Kapelle dazu, 1515 die Sakristei, 1521 erfolgten die letzten Einwölbearbeiten, 1550 die Kanzel und 1552 wurde der Bau durch die Orgelempore vervollständigt.

Das Münster hat eine Länge von 78 Meter, eine Höhe von 51 Metern. Vom Boden bis zur Balustrade sind es 22 Meter, von dort bis zur Dachspitze noch einmal 19 Meter. Die restlichen Meter gehen auf die Turmuhr. Verbaut wurde vor allem Stubensandstein aus der Gegend um Schwäbisch Gmünd, doch im Laufe der langen Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten wurde auch anderer Stein wie z. B. Muschelkalk verwendet. Meine ganze Jugend hindurch kannte ich das Münster nur im Restaurationszustand. Von 1975 bis 2009 erfolgten umfangreiche Arbeiten, auch war das Gebäude 1975 wegen Einsturzgefahr eine Zeit lang ganz geschlossen.  Zur Zeit beginnen ebenfalls Außenrestaurierungen und Verbesserungen des Brandschutzes sollen vorgenommen werden, in den kommenden 10 Jahre sollen dafür rund 5 Millionen Euro aufgewendet werden. Ob in dieser Zeit dann weiterhin Führungen stattfinden bleibt fraglich, umso erfreuter war ich nun, diesen Termin doch noch angeboten bekommen zu haben.

Im Münster sind mehrere Stilrichtungen zu sehen, die verschiedenen Epochen der Gotik, Renaissance und Barock. Das Gewölbe dient nur dem Zweck der Zierde und wird innen von 22 Säulen getragen.

Das älteste Kirchenfenster stammt aus dem Jahr 1505 und wurde von Sebald Schreier gestiftet.

24 ältestes Fenster von Sebald Schreier 1505 (Kopie)

Stundenlang könnte man über das Münster erzählen, doch heute geht es einzig allein um den Dachstuhl. Alle waren gespannt, als der Weg vom Innern der Kirche endlich hinauf ging. Oben angelangt wird man auf allen vier Seiten mit einer beeindruckenden Sicht belohnt. Sehr eng ging es manches Mal zu, deshalb ist es ratsam, keine zu ausladende Jacke oder sperrige Tasche zu tragen.

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Die folgenden Fotos zeigen den Gang auf der Balustrade, der Blick zum Glockenturm und Schwäbisch Gmünds Wappentier etwas abgeändert, das Einhorn als Wasserspeier.

Als dann alle die 360° Grad Aussicht genossen hatten, ging man durch eine unscheinbare kleine Pforte in den Dachstuhl hinein und sofort erwartete mich dieser typische Geruch nach altem Holz und Staub.

Riesige Ausmasse herrschen hier! Holz so weit das Auge reicht! Balken und Dielen die z. T. 600 Jahre alt sind. Das Holz stammt vom Fuß der Mutlanger Heide, vor allem Tanne, Eiche und Fichte wurde verbaut. Unterschiedliche Balkenkonstruktionen sind sichtbar.

1970 wurde der Dachstuhl neu eingedeckt, 110.000 Dachziegel wurden gelegt, dies noch als Randnotiz. Auffallend sind zwei große hölzerne Laufräder, diese dienten als Lastenkran. Das ältere der beiden ist aus dem Jahr 1497! und Berühren war ausdrücklich verboten, zu groß sei die Angst, dass es einfach zusammenfallen würde.

15 (Kopie) Jahr 1497

Das andere Rad ist ungefähr „erst“ 200 Jahre alt und noch voll funktionsfähig. Zusammen mit Kindern demonstrierte Herr Weinmann die Funktion.

22 (Kopie)~200 Jahre alt

Desweiteren verteilen sich auf einer Seite des Dachbodens Gipsmasken und Modelle.

Diesen interessanten Plan entdeckte ich noch auf einem Tisch. Ansonsten war außer einem Staubsauger und etwas Werkzeug gähnende Leere.

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Einige Besucher wunderten sich, dass keinerlei Tiere auf dem Dachstuhl waren. Als das Dach in den 1970er Jahren neu gerichtet wurde, wurde sämtliches Holz imprägniert und von da an, nahmen Fledermäuse, Siebenschläfer und sonstiges Getier Reißaus. Die unzähligen Einflugschneißen der Tauben und Vögel sind zum Dach zu verdrahtet, halboffene Nistkästen sozusagen. Lediglich das Gurren und Piepsen ist zu vernehmen.

Herr Weinmann hätte noch ewig erzählen können, die Zeit war jedoch um. Die 100 Stufen Abstieg waren schneller vollbracht als gedacht. Der zuvor trockene, jedoch auch kühle und etwas windige Samstag hatte sich in einen garstigen regnerischen Tag verwandelt, somit blieb nur noch die Heimfahrt und ich verzichtete auf Fotos weiterer Außenansichten.

Bleibt mir gesund, bis bald, Karin

Eine andere Art zu Golfen

Letztes Wochenende hat uns Sohnemann aus München besucht und kurzentschlossen waren wir abends eine Runde beim Golfen. Jawoll, Ende Februar, abends bei Regen ist dies nun auch möglich. In Schwäbisch Gmünd, genauer gesagt mitten im Ortskern der Teilgemeinde Unterbettringen, gibt es eine 3D-Schwarzlicht-Indoor-Minigolf-Anlage.

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SIMIGOLF Schwäbisch Gmünd bietet diesen Freizeitspass natürlich auch im Sommer an, klimatisierte Räume dürften dann bei allzu heißen Sommertagen für Abkühlung sorgen.

Auf über 500 Quadratmeter verteilt sich die Anlage mit ihren 18 Spielbahnen in drei Räumen mit unterschiedlichsten Themen. Umgeben von bemalten Wänden in leuchtenden Farben die im Schwarzlicht und zusätzlicher 3-D-Brille tolle Effekte geben. Auch die Bahnen sind bemalt und durch die dreidimensionale Erscheinung bekommt man beim Spielen eine zusätzliche Herausforderung.

Leider ist der Spaß nicht ganz billig, genaue Preise bitte über die Website erfahren. Auch Öffnungszeiten und die Verfügbarkeit von Plätzen sind hierüber zu entnehmen. Desweiteren empfiehlt es sich, zu reservieren. Gegen Hinterlegung eines Pfandes bekommt die jeweilige Spielgruppe kostenlos ein Schließfach zugeteilt. Jacken, Taschen und sonstiger Krimskrams braucht somit nicht umhergetragen werden. Mitgebrachte Getränke oder Esswaren dürfen nicht mit in die Spielhalle genommen werden, Getränke können jedoch erworben werden und mit in den Spielraum genommen werden. Ball, Schläger und die 3-D-Brillen sind im Preis inklusive, letztere passen übrigens problemlos über die eventuellen eigenen Sehhilfen. Jede Spielgruppe bekommt ein mobiltelefon-ähnliches Gerät in die Hand gedrückt. Darin werden die Namen der Spielteilnehmer und die jeweiligen Spielergebnisse eingegeben. Für uns total neu, wir kannten noch Zettel und Bleistift. Und so sah unser Ergebnis nach einer Stunde Spielzeit aus – durchaus verbesserungsfähig!

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Auf jeden Fall hatten wir zusammen als Familie etwas unternommen, etwas Neues ausprobiert, dem Corona-Virus getrotzt und uns unter Menschen gewagt und sichtlich Spaß gehabt!

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Bis bald, Gruß Karin

 

Erneutes Golfen

Schrägtonmusik

in Schwäbisch Gmünd – dem Mekka der Guggenmusik.

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Was soll man sich darunter vorstellen? Für diejenigen, die überhaupt nicht wissen, wovon ich schreibe, versuche ich hier eine kleine Erklärung abzugeben:

Ihren Ursprung hat die Guggenmusik 1874 in Basel und ist inzwischen im schwäbisch-alemannischen und schweizerischen Raum nicht mehr wegzudenken. Zur Faschingszeit kostümiert sich eine Gruppe Musiker und spielt laute, schräge, stark rhythmisch unterlegte Musik möglichst in falschen Tönen. Zumindest war dies noch so zu meinen Anfangszeiten des Faschingstrubels. Man hatte das Gefühl, alle spielen irgendwas und irgendwie falsch und trotzdem passte es zusammen. Dieses Jahr nun, nach vielen Jahren Abwesenheit, hatte ich des öfteren das Gefühl, es spielen Musikvereine nach Noten. Wild kostümiert nach einem Thema, auch laut und rhythmisch – aber eben nach erkennbaren Melodien und Liedern. So sollte es eben nicht sein und es nimmt den Reiz der eigentlichen schrägen Töne.

Das 37. internationale Guggenmusiktreffen in der ältesten Stauferstadt brachte trotzdem jede Menge Trubel nach Schwäbisch Gmünd. Die 20 Guggenkapellen mit ihren 800 Musikern aus der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland verwandelten die Innenstadt mit ihren Plätzen, Gassen und Gaststätten in ein wahres Tollhaus.

Das traumhafte Wetter brachte Menschen jeder Altergruppe auf die Straße, immer umherziehend mit den Kapellen oder zum auserkorenen Getränke- und Essensstand. Die beliebten aber wenigen Plätze der Straßencafes oder sonstigen Sitzgelegenheiten waren stets belegt, dienten sie doch auch nach stundenlangem Umherziehen zum Durchatmen und Ausruhen.

Wir fanden irgendwann ein Plätzchen in einem kleinen Restaurant, um die typischen Fasnachts-Kutteln mit Bratkartoffeln zu verspeisen, bevor es dann weiter ins Getümmel ging.

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Direkt auf dem Marktplatz beim Rathaus neben dem Narrenhaus war auch noch die Eis-Arena aufgebaut. Eine schöne Atmosphäre, bei schönstem Sonnenschein aber Kälte mit fetziger Musik im Hintergrund, den Eisläufern zuzuschauen, wie sie ihre Runden drehen.

Nach Sonnenuntergang machen die Gruppen dann Stationen in den verschiedensten Kneipen und spielen dann dort vor Ort. Was das für eine Stimmung bringt brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Auch wir wanderten in diesen Stunden viel umher, hatten viel Spaß und Vergnüngen und wir können es jedem nur empfehlen, so etwas einmal erlebt zu haben.

Vielleicht zum 38. Treffen?

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Hella, hella Gamundia!

Hexen, Narren, Gugga, Mariechen,

Wölfe, Füchse, Geister und so manches mehr, gab es letztes Wochenende in Lorch zu bestaunen.

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Welche Freude, nach 19 Jahren Abwesenheit, dieses Spektakel wieder live mitzuerleben. Und wir hatten Spaß, Jogi und ich. Leider konnte ich mich nun bei der Auswahl der Fotos so gar nicht für die schönsten entscheiden. Alle haben was für sich und verdienen es, hier veröffentlicht zu werden, obwohl ich längst nicht alle Akteure abgelichtet habe.

Der Lorcher Narrenbaum, der Ende Januar mit großem Brimborium feierlich aufgestellt wurde, symbolisiert den Start in die 5. Jahreszeit. Gülden geschmückt im Zeichen des diesjährigen Mottos – die goldenen Zwanziger – steht die 12 Meter hohe Birke beim Bäderbrunnen am Rathaus.

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85 Gruppen mit über 2000 Beteiligten liefen dieses Jahr mit. Untergliedert in Hexengruppen, Tanzgarden, Musikkapellen und Einzelfiguren. Bei schönen kalten Temperaturen damit man sich auch wie im Winter fühlt, jedoch bei schönstem Sonnenschein feierten z. T. verkleidete und gutgelaunte Zuschauer den Fasnetzug.

Eine ganz neue Sitte die ich aus früheren Zeiten gar nicht kenne, ist der Raub von Schnürsenkeln. Vornehmlich junge, hübsche, kesse Damen werden von Hexen gewaltsam gepackt und solange festgehalten, bis es gelingt die Schnürsenkel auszufädeln. Oftmals wird dazu am besten gleich der ganze Schuh ausgezogen, um diesen nach dem Erfolgreichen Ausfädeln einige Meter weiter irgendwo hinzuwerfen. Die Trophäen zieren dann die Hexenbesen oder Krückstöcke. Ebenso beliebt scheint das Konfetti- oder Holzwollenbad im Zuber zu sein. Wie Haare und Kleidung danach aussehen, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Zum Glück wurde mein Haupt nur mit Federn benetzt, die waren wesentlich leichter zu entfernen, was ja nun nicht automatisch als Beweis gilt, dass ich jung, hübsch und kess war – nein – ich war nur so unverschämt und hab nach einem Bonbon gebettelt. Wahrscheinlich müsste ich mich noch bedanken, dass ich nicht noch mit Pech übergossen wurde!

Joachim hingegen hat nur nach einem Foto gefragt und bekam als Strafe den Schriftzug HEX auf die Stirn und wohl zum Dank einen Glückskeks. So kanns auch gehn.

Akteure aus nah und fern waren dabei. Aus benachbarten Gemeinden, von der Ostalb, dem Remstal, Stuttgart, Renningen, Pfulligen, dem Schwarzwald. Sogar aus dem 150 km entfernten Trossingen war eine Gruppe angereist. Für so ein rund 11.000 Einwohner zählendes Kleinstädtchen mit all seinen Teilgemeinden, Weilern und Gehöften eine stramme Leistung!

Eine bemerkenswerte Arbeit steckt in den Kostümen und zeigt die Liebe zum Verkleiden, zum Fasching, Karneval, Fasnet, Fastnacht – wie immer ihr die 5. Jahreszeit nennen wollt. Selbst der Reporter zeigte Fantasie!

Tja, und das war es dann auch nach über 3 Stunden Applaudieren, Helau-Rufen, Winken, Schreien, Standortwechsel und Fotographieren.

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Hoffen wir, dass die Saison uns noch einige schöne Momente bescheren wird, warten wir’s ab. Bis dahin,

das (Traum)prinzenpaar Karin & Joachim

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Schwäbisches Weltwunder…

und Wahrzeichen des Südwestrundfunks und der Stadt Stuttgart, außerdem beliebtester Treffpunkt in der Region für das 1. Date –

der Stuttgarter Fernsehturm.

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Auf dem Hohen Bopser, einer 483 Meter hohen Erhebung auf der Filderebene in Stuttgart, wurde am 5. Februar 1956 der bis dahin weltweit einzigste Fernsehturm nach gerade einmal 20-monatiger Bauzeit eingeweiht. Dies löste eine globale Welle des Turmbaus aus, inzwischen gibt es weltweit hunderte Fernsehtürme. Der Baumeister Fritz Leonhardt (1909-1999) entwarf ebenso die Zeltdachkonstruktion über dem Olympiastadion in München oder auch die Galatabrücke in Istanbul. Um nur einige wenige Highlights seines genialen Schaffens zu erwähnen.

Der 3000 Tonnen schwere Turm hat vom Boden aus eine Gesamthöhe von 217 Metern, das Fundament reicht zusätzlich noch 8 Meter tief in die Erde und hat ein Gewicht von 1,5 Tonnen. Durch den Shopeingang gelangt man zur Kasse. Selbstverständlich, dass Turmmodelle auf allen erdenklichen Waren zu erwerben sind, sei es nun Kleidung, Spielwaren, Geschirr oder sonstigem Schnickschnack. Besonders erwähnenswert finde ich die Äffle und Pferdle Artikel, die einige meiner Leser wohl durch die kurzen Werbefernseheinspielungen im SWR kennen. Ebenso das „Fernsehturmvesperbrettle“ welches als Erinnerung an die frühere Zeit gilt, als in diesem Raum die Hubertusstube untergebracht war. In dieser tafelte die High-Society von Stuttgart, wohin gegen im damals nebenan gelegenen Fernsehturmgrill der Otto Normalverbraucher speiste. Heute befindet sich neben dem Shop das Leonhardts Restaurant mit Gartenwirtschaft und oben im Turm auf 147 Metern Höhe das Panoramacafé.

An der Shopkasse erwirbt man auch das Eintrittsticket, welches man am Drehkreuz entwertet und zu den Aufzügen gelangt. Auch beim Verlassen des Aufzugs muss das Ticket abermals entwertet werden. Die Kasse ist mit dem Drehkreuz verbunden und zählt die Besucher, die sich im Turmkorb befinden. Aus Brandschutzgründen darf die Besucherzahl im Turmkorb nämlich nicht über 320 steigen. In den Jahren 2013-2016 war der Turm geschlossen. Strenge Brandschutzauflagen mussten erfüllt werden, auch ist der Turm seither energetisch auf dem neuesten Stand. Ein besonderes Augenmerk sollte man beim Drehkreuz auf das original klassische Design der 50er Jahre haben, ebenso die original hölzerne Wandverkleidung, den Granitfußboden und die Mosaikwand. Übrigens steht das Foyer und der gesamt Turm, außer die Technik natürlich, unter Denkmalschutz. Auf dem Eintrittsticket findet ihr einen QR-Code zu der kostenlosen Fernsehturm App. Diese beinhaltet u.a. einen Audioguide, worüber man sehr viele Infos bekommt. Auch auf der Website findet ihr weiteres Hintergrundwissen.

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Der Aufzug bringt die Besucher dann innerhalb 36 Sekunden zur Aussichtsplattform. Diese liegt, vom Turmfuß aus gemessen, auf 150 Höhenmetern. Bis hinunter zum Schlossplatz befindet man sich sogar auf 393 Meter Höhe. Eine gut abgesicherte Rundumsicht verspricht vor allem bei klarem Wetter eine gigantische Aussicht.

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Einige Treppenstufen höher gelangt man zur speziellen Kinderplattform. Diese sichert auch den kleinsten einen freien Rundumblick in die Ferne. Der Süddeutsche Rundfunk wählte allerdings den Standort für den Turm nicht der guten Aussicht wegen, sondern weil der Empfang hier besonders weit reicht. Wusstet ihr, dass der Turm auch noch aktiv sendet? Alle SWR Hörprogramme und der Deutschlandhörfunk strahlen von hier aus ab. Außerdem wird hier im Auftrag des Landes Baden-Württemberg sekündlich die Radioaktivität gemessen.

Übrigens ist der Fernsehturm nach dem Standesamt der beliebteste Ort zum Heiraten. Vielleicht möchten viele Paare ihr Glück der 1. Verabredung hier besiegeln und sich wie im 7. Himmel fühlen?

Wir haben uns auf jeden Fall so gefühlt!

Bis bald einmal wieder in luftiger Höhe, eure Karin

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Nachtrag im Februar 2021:

Zum 65. Geburtstag am 05.02.2021 erschien in der Gmünder Tagespost folgender Artikel:

Ticke tack in Schwäbisch Gmünd

Vorletzte Woche führte uns unser Sonntagsausflug nach Schwäbisch Gmünd ins denkmalgeschützte, ehemalige Bifora Fabrikgebäude, indem heute u. a. auch das  Bifora Uhren Museum untergebracht ist.

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2009 wurde der Bifora Freundeskreis e.V. gegründet. Die treuen Freunde des heimischen schwäbischen Werks wollten die Industriegeschichte der einst bedeutendsten Spezialfabrik für Armbanduhren dokumentieren und archivieren und an Hand von Exponaten der Öffentlichkeit zugänglich machen. So entstand das Museum. Immer wieder finden zu bestimmten Themen Ausstellungen statt, auch wurden die letzten Jahre Sonderuhren zu namhaften großen Veranstaltungen der Stadt herausgegeben, so z. B. 2010 die Salvator Spenderuhr, 2012 Stauferuhr, 2015 Schwäbisch Gmünder Uhr u.v.a.

1928 wurde in Schwäbisch Gmünd vom Firmeninhaber Josef Bidlingmaier (1870-1967) das erste in Deutschland konstruierte und gefertigte Uhrwerk Kaliber 2025 auf den Markt gebracht. Die interessante Biographie des Unternehmers mit den Anfängen in der Gold- und Silberbranche als gelernter Goldschmied, Auslandsaufenthalten in der Schweiz und Amerika und der Rückkehr in die Heimat mit dem Beginn des Bijouteriegeschäfts bis zum Großunternehmer im Uhrensektor findet ihr ebenfalls auf der Website. Auch die Zeit bis zur Konkursanmeldung im Jahr 1977, dem Verkauf an einen indischen Kaufmann und dem Einstellen der Fertigung in Schwäbisch Gmünd im Jahr 1984 wird dort dokumentiert.

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Im Museum selbst wird das Thema von den Anfängen der verschiedensten Uhren, Sonnenuhr, Kerzenuhr, Sanduhr, Taschenuhren bis zu den modernsten Armbanduhren der jeweiligen Zeit behandelt.

Maschinen, Arbeitsplätze, Fotos und Werbemaßnahmen der Schaffensphasen werden ebenso ausgestellt wie die verschiedensten Neuheiten an Entwicklungen.

Sehr beeindruckend, was der Verein dort auf die Beine gestellt hat. Alles ehrenamtlich aus Liebe zur Uhr, die in der schwäbischen Heimat entstand.

Besucht das Museum. Der Eintritt ist kostenlos, natürlich freut man sich zum Unterhalt der Räume über eine Spende. Die aktuellen Öffnungszeiten am besten direkt auf der Website nachlesen, momentan mittwochs und sonntags von 14.00 – 17.00 Uhr.

Bis dahin, macht es wie die Sonnenuhr, zählt die heiteren Stunden nur,

eure Karin

 

 

Es wird Zeit…

dass ich mich aus meiner Versenkung melde. Nachdem ich mich nach meinem Sushi-Rollkurs über drei Wochen mit einem grippalen Infekt herumgeschlagen habe, die Advents- und Weihnachtsvorbereitungen mehr schlecht als recht bewältigt habe, konnten wir dann zusammen mit unserem angereisten Sohn die Weihnachtsfeiertage bei uns zu Hause, bei meiner Schwester und bei meinem Bruder feiern.

2019-12-23

Den Jahreswechsel ließen wir wie immer völlig unspektakulär mit einem guten Film auf unserem Sofa, etwas Böllerwerk auf der Terrasse und einer Flasche Sekt an uns vorbei ziehen.

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Meinen Geburtstag jedoch feierte ich in fröhlicher und geselliger Runde. Nachmittags bereits mit Kaffee und Kuchen, am Abend dann mit Semmelknödel und Szegediner Gulasch und allerlei Flüssigem. Leider merkte ich im Laufe des Tages, dass ich erneut von Erkältungssymptomen heimgesucht wurde, deshalb nur halbherzig gemachte Fotos.

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Doch seitdem geht es wieder aufwärts. Jogi und mich machten nun sonntags auch wieder Unternehmungen, doch dazu demnächst mehr.

Bleibt gesund und munter, hoffen wir, dass die Unruhen und Naturkatastrophen, die derzeit den Erdball heimsuchen, an uns vorüberziehen.

Eure Karin

 

Nori, Wasabi, Maki, Nigiri & Co.

Den Kennern der fernöstlichen Küche dürften diese Begriffe sofort geläufig sein. Allen anderen darf ich erklären, dass diese Ausdrücke mit der Herstellung oder dem Verzehr von Sushi in Verbindung gebracht werden.

Bei der hiesigen Volkshochschule hatte ich letzte Woche einen Kurs belegt, in dem Anfänger lernen konnten, Sushis zu rollen. Natürlich nur die einfachste Art, alles andere würde den Rahmen sprengen.

Durch meine langjährigen Auslandsaufenthalte durfte ich die leckere japanische Köstlichkeit kennen und lieben lernen. Hier in Deutschland war ich bisweilen noch nie Sushi essen, hatte somit noch keine Vergleichsmöglichkeit. Da ich kurz vor unserem Umzug noch mit einem Arbeits- und Essset zur Herstellung und dem Verzehr der Rollen beschenkt wurde, werde ich dies in naher Zukunft auf jeden Fall zu Hause einmal selbst probieren.

Unsere Dozentin Pakwipa – waschechte Thailänderin – worüber ich natürlich innerlich lächeln musste,  führte uns geduldig, exakt erklärend, spritzig, witzig durch die 4 Stunden. Die 10 Teilnehmer in allen Altersschichten waren aufmerksame Zuhörer, konzentrierte Nachahmer und ebenso immer für ein Späßchen nebenher bereit. Kurz und bündig zusammengefasst – eine super Truppe und ich hatte einen Megaspaß!  An einer langen Tafel saßen wir uns dann gegenüber, ein jeder vor seiner Sushi-Matte nebst Wasserschale, Schneidbrett und einem empfehlenswerten superscharfen Messer. Letzteres war in der Schulküche leider nicht unbedingt vorhanden, deshalb sahen einige Exemplare leicht zerzaust aus, obwohl sie bestimmt sehr gut gerollt waren. Nebst fertig gegartem Sushi-Reis und vorgekochten Shiitakipilzen wurden von uns im Vorfeld noch Karotten, Avocados, Gurken, Lauch, Omelett, Lachs und Thunfisch selbst geschnippelt. Frische Kräuter, Surimi, Garnelen und Tofu standen ebenso zur Auswahl. Letzteres blieb den ganzen Abend eingepackt auf dem Tisch, bei der Fülle des Angebots wollte keiner die vegetarische Variante ausprobieren. Ganze und halbe Noriblätter (Algenblätter) durften natürlich auch nicht fehlen, der anzurühende Wasabi trieb mir wie auf Knopfdruck brennende Tränen in die Augen. Letztendlich wurde alles auf dem Tisch verteilt, ein jeder nahm seinen Platz ein und endlich konnte begonnen werden.

Kurz beschrieben gibt es viele verschiedene Sorten von Sushi, jedoch unterscheidet man zwei Grundarten: Maki, bei dem Reis mit Gemüse und Fisch mit einem Noriblatt eingewickelt wird und Nigiri, bei dem der Fisch lose auf dem Reis liegt.

Traditionell verwendet man in Japan typischerweise rohen Lachs, Thunfisch, Aal, Tofu, Omelett, eingelegten Rettich, Karotten und Gurken. Durch den amerikanischen Einschlag kamen noch Avocado, Frischkäse, Fleisch und Mayonnaise hinzu.

Angefangen wurde mit einem Hoso-Maki, einer dünnen Rolle. Auf ein halbes Noriblatt wird ein dünnes Reisbett gelegt und durch vielfaches sanftes und kontrolliertes tupfen, tupfen und abermaligem tupfen komprimiert und verklebt. Eine Spur von Wasabi, japanischem Meerrettich, kann in einer Linie auf dem Reis verteilt werden oder später zum Dippen mit in die Sojasauce gerührt werden. Beim Dippen soll übrigens nur das Noriblatt eingetaucht werden, sonst saugt der Reis die Würze auf und verfälscht den Geschmack des Kunstwerkes. Nun wird auf diese Spur 1 bis höchstens 2 Zutaten gelegt, mit dem besonderen Dreh und Kniff, den wir nun gelernt hatten, zusammengerollt und geschnitten.

Die Futo-Maki, die dicke Rolle, hat das gleiche Prinzip. Jedoch wird ein ganzes Noriblatt verwendet und mit 3 bis 5 Zutaten gefüllt und gerollt.

Die Ura-Maki ist die umgedrehte Variante, auch California-Rolle oder Inside-Out genannt. Und wie der Name schon erahnen lässt, war ein japanischer Einwanderer aus den USA der Erfinder. Hier befindet sich das Noriblatt innen, direkt um Gemüse oder Fisch und der Reis außen, umrahmt von Sesam oder Fischeiern. Hier empfiehlt es sich, zwei weitere Hände zur Hilfestellung um sich zu haben. Ich kann nur sagen: Danke an meinen Sitznachbarn! Die nicht sofort verzehrten Sushi wurden postwendend in die mitgebrachten Behälter verstaut und schon konnte weitergemacht werden.

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Unter Nigiri versteht man eine kleine längliche von Hand gepresste ovale Reisform, belegt mit Fisch. Um das Gebilde kann ein winziger Streifen Algenblatt gebunden werden oder mit Omelettstreifen oder Kräutern dekoriert werden. Jedoch wird beim Essen nur der Fisch in die Sojasauce gedippt, da der Reis sonst zerbrechen würde.

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Te-Maki, sind Sushi in Form kleiner spitzer Tüten. Ohne Bambusmatte, nur von Hand geformt und mit Reis, Gemüse und Fisch gefüllt werden. Dazu reichte dann meine Lust und Ruhe nicht mehr aus. Das viele Probieren meiner unterschiedlichen Leckerbissen raubte mir den Appetit auf weiteres.

Wir waren jedoch auch mit unserer Lehreinheit durch, der Abend war vorbei. Es wurde abgeräumt, gespült und aufgeräumt.
Während der einzelnen Arbeitsschritte wurde von jedem Teilnehmer ein Schaustück auf eine Platte gelegt und so sah diese am Ende des Abends aus.

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Leider vergaß ich mein Handy im Auto und somit ließ sich mein Sitznachbar Max von mir bequatschen, Fotos zu machen. Hiermit danke ich ihm nochmals recht herzlich für die Mühe, musste er zwischendurch doch immer wieder die Hände abwaschen um fotografieren zu können.

Am nächsten Morgen drapierte ich meine Leckerbissen auf eine Platte und lud den Gatten zum Sushi Frühstück ein. Zum Glück hatte ich daran gedacht, angerührten Wasabi mitzunehmen. Sojasauce befindet sich meist bei uns im Kühlschrank und liebenswerterweise rebellierte der liebe Jogi überhaupt nicht, ein für unseren Gaumen doch sehr außergewöhnliches Frühstück einzunehmen. Sobald ich mit dem Auspacken der Umzugskartons fertig bin und etwas Luft geholt habe, werde ich eine lange Einkaufsliste schreiben und einfach mal probieren, ob auch bei uns im Schwabenland die Sonne aufgehen kann 🙂 .

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Shokuyoku,

Gruß Karin

 

 

 

Remsursprung

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Eher durch Zufall kam ich nun doch schneller als gedacht an diesen Platz auf der Schwäbischen Alb. Zwischen Lauterburg und Essingen gelegen, in einem engen Tal mitten im Wald, jedoch sehr gut ausgeschildert mit Parkmöglichkeiten in direkter Nähe des Skiliftes Hirtenteich. Hier entspringt die Rems. Eigentlich ein völlig unspektakuläres winziges Rinnsal, das sich seinen Weg an diesem tristen, nebligen und verregneten Novembersonntag zwischen den Felsen hinaus in die Freiheit sucht. Völlig klar, dass dies zu einem anderen Zeitpunkt auch gewaltiger sein kann. Wenige Meter abwärts bereits als 1 Meter breiter Bach sichtbar, der sich unter einer Brücke hindurch auf seinen Weg Richtung Essingen macht. Übringes eine von 135 Brücken, die die Rems bis zum Eintritt in den Neckar passiert.

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Eine ältere Infotafel gibt weiter Auskunft:

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Der Austritt der Rems wird umringt von drei mächtigen Steinen, auf denen jeweils ein Gesicht eingemeißelt ist. Zeitungsrecherchen zufolge stammen diese vom 75-jährigen Hobbysteinmetz Fritz Sauter aus Essingen.

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Es handelt sich um drei Quellwächter, die mit einer liebreizenden Geschichte verbunden sind. Doch lest die rührende Sage bitte selbst:

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Sitzmöglichkeiten und weitere Infotafeln runden den angelegten Platz ab. U. a. liest man diese sehr interessante Informationen:

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Alles vorbei, alles Geschichte. So bleibt die Rems sensibler Lebensraum für allerlei Getier – ob winzig oder größer. Auf jeden Fall ist sämtliches Gewässer schützenswert. Und ich denke, wäre die Remstalgartenschau nicht gewesen, dann wäre die Rems nicht neu vermessen worden, dann wäre der Ursprung nicht besonders hervorgehoben und markiert worden. Das damit verbundene Wandernetz nicht neu ausgebaut worden, die Bevölkerung nicht expliziet darauf aufmerksam gemacht worden und unsere Sensibiliät auf das Thema Rems nicht geweckt worden.

So hat doch immer irgendwann alles einen Sinn.

Gruß Karin

 

 

Remsmittelpunkt

Die Rems ist ein Fluss in Baden-Württemberg. Sie hat Ihren Ursprung ganz in der Nähe von Essingen bei Aalen im Ostalbkreis und mündet dann nach 78 km bei Neckarrems, Kreis Ludwigsburg, in den Neckar.

Soviel ganz kurz zur Vorgeschichte.

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Im Zuge der Remstal Gartenschau 2019 wurde die Rems neu vermessen und dem geographischen Remsmittelpunkt sollte ein Denkmal gesetzt werden. Erfreulicherweise liegt diese Mitte zwischen Quelle und Mündung in einem Teilort von Lorch, namens Waldhausen.

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Diesen schön angelegten Platz haben wir uns endlich einmal angesehen. Zum Plantschen im Wasser war es inzwischen natürlich zu kalt, jedoch bieten sich im Sommer viele Möglichkeiten, direkt am Ufer die Füße ins fließende Nass zu halten. Entlang der Uferböschung befinden sich mehrere Sitzgelegenheiten, etwas oberhalb kann entlang des Radwegs direkt am Kinderspielplatz eine Rast eingelegt werden. Nicht zu vergessen der markante Stein, der direkt auf dem Remsmittelpunkt thront, umringt von einem Steinring.

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Parkmöglichkeiten ergeben sich entweder bei der Remstalhalle in Waldhausen oder direkt am Parkplatz des Waldhäuser Baggersees. Über eine Brücke mit malerischem Herbstblick auf den Monolith gelangt man dann zu dem Platz. Radwege entlang der Rems vervollständigen den Freizeitwert.

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Blick von der Fußgängerbrücke auf den Mittelpunkt

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Und weiter geht der Flußlauf Richtung Neckar

Das war´s auch schon.

Im Sommer werden wir uns diesen Platz auf jeden Fall nochmals anschauen und im angrenzenden Baggersee Baden gehen. Doch zuvor können wir unsere Füße schon im Götzenbach, direkt an unserer Grundstücksgrenze, baden. Dieser Bach fließt dann wie viele andere auch, in die Rems, diese in den Neckar, der wiederrum in den Rhein und dieser schließlich in die Nordsee.

Da haben wir sie wieder! Meine Liebe zur Nordsee. Ist doch witzig! Irgendwie hängt eben einfach alles zusammen.

Immer schön im Fluss bleiben, Gruß Karin

Kürbis, Kunst & Kreativität im Kloster Lorch

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Nach kühlen und regenreichen Tagen besuchte ich letzten Sonntag bei strahlendstem Sonnenscheinwetter auf dem Areal des Klosters Lorch das Kürbisfest, zugleich auch als Kunst- und Kreativmarkt angekündigt. 30 Minuten nach Eröffnung der Veranstaltung musste ich mich bereits in eine lange Schlange der Wartenden einreihen, bis auch ich meinen Eintrittspreis von 4 Euro entlohnen durfte und mich in die herbstlich anmutende Dekorationsstimmung fluten ließ. Bis zum Kauf des einen oder anderen Kürbisses, suchte sich jedoch bereits ein kleines Rinnsal den Weg am Rücken entlang, so abnormal warm war es am späten Vormittag bereits.

Die vielen Besucher verteilten sich dieses Mal sehr gut, denn es waren im Vergleich zum Staufermarkt bestimmt nur ein Drittel von Schaustellern und Verkäufern anwesend, trotzdem war es eine gute Mischung. Da gab es Wärmendes aus Lamawolle, Seifen, Cremes und Lotionen, Schmuck, Windspiele und allerlei Dekorierendes, Gestricktes und Gehäkeltes, Hüte, Mützen und Schals, Spirituosen, Hart- und Dosenwurst, Bürsten aller Art und kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus Fremden Landen. Workshops zum Kürbisschnitzen, Anfertigung von Blumendekorationen in Verbindung mit Kürbissen und die Schmuckherstellung aus gebogenem Draht ließ Groß und Klein verweilen und vor Eifer und Stolz erröten.

Stündlich fanden Führungen durch den Klostergarten und die Kirche statt, auch für die beliebten Greifvogelflugschauen, die zweimal während der Veranstaltung stattfanden, konnten Eintritttickets erworben werden. Eine Liveband spielte rockige flotte Musik und somit konnten gefüllte Waffeln, Pommes, Grillwurst oder Salzkuchen frohen Mutes und mit wippendem Bein verzehrt werden. Beim anschließenden, abermals zu bezahlendem, Toilettengang waren dann verständlicherweise wieder einige Besucher verärgert. Der Blick hinab in die schöne Landschaft ließ einen wieder friedlich stimmen und nachdem ich in der kühlen Kirche den Proben eines Chores lauschte und vollends seelig und ruhig in mir ruhte, genehmigte ich mir noch im wärmenden Sonnenschein Kaffee und Kuchen und machte mich wieder auf den Heimweg.

Schöne ruhige Stunden verbrachte ich dort oben wieder, auch wenn die Preiskalkulationen wieder einen faden Nachgeschmack hinterließen. Im nächsten Jahr werde ich dann entscheiden, ob ich Events dieser Art weiterhin besuchen werde.

Doch zunächst geht es nach Hause um unser frisch eingetroffenes Umzugsgut auszupacken und zu verstauen.

Bis zum nächsten Mal,

Gruß Karin

 

Staufermarkt im Kloster Lorch

Seit vielen Jahren im städtischen Veranstaltungskalender ein fester Termin, für mich ein absolutes Neuland, denn zu diesem Zeitpunkt war ich entweder bereits in Aufbruchstimmung oder schon lange wieder aus D abgereist. Bei schönster Wetterlage machte ich mich auf den Weg ins Kloster, um den historischen Markt mit Lagerleben rund um das Klostergelände zu erleben. Da ich weder die Berechtigung zum ermäßigten Eintritt habe, noch gewandet war oder meine Größe unter Schwertmaß ist und auch nicht im Familienverband auftrat, musste ich leider den vollen Eintrittspreis von 8 Euro berappen, was ich definitiv zu hoch fand. Zu normalen Zeiten beläuft sich die Gebühr auf 5 Euro. Selbst für die leidige Notdurft musste noch extra bezahlt werden worüber ich dann vollends sprachlos war.

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Früh am Morgen war es zunächst noch recht still, ich konnte in aller Ruhe von Stand zu Stand gehen und alles betrachten. Die einzelnen Exponate durfte ich z. T. nicht fotographieren, die Standbetreiber fürchteten die Nachahmer.

Besonders das frühere Wachhäuschen der Klosteranlage „Luginsland“, welches im Zuge der Remstalgartenschau 2019 von 53 Frauen und 2 Männern mit einer Häkelhülle aus weißem wetterfestem Nylongarn verhüllt wurde, stach ins Auge. Etwa 114 Kilometer Garn soll verarbeitet worden sein und der Häkelarbeit somit ein Gewicht von 600 kg geben.

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Um die schöne Aussicht mit Fernblick genießen zu können, schreckten mich auch die 110 Stufen im Glockenturm der Klosterkirche nicht ab.

Im Laufe des Mittags nahm die Besucherschar zu. Lange Warteschlangen bildeten sich an Ess- und Getränkestationen, doch irgendwann bekam auch ich in Darm gepresstes Fleisch und einen Humpen vom Gerstensaft. Etwas irritiert war ich dann doch, als ich mich wiederrum wie im Orient fühlte. Kamelreiten, Bauchtanz und Trillerrufe hatte ich nun nicht unbedingt in meiner schwäbische Heimat erwartet, aber die Zeit der Kreuzzüge und Reisen ins Heilige Land brachten dies natürlich mit sich.

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Geschäftiges Markttreiben mit Handwerk aller Zünfte, Musik und Gauklerleben wurde dargestellt. Das rauchige Feuer der Schmiede vermischte sich mit den Aromen von Seifen, Blumen und Essensdüften. Alles mögliche konnte erworben werden, angefangen von der mittelalterlichen Bekleidung, Schmuck, Lederartikel, Gerätschaften, Blumengebinde, Geschirr, Seile, Borten, Wolle, Gestricktes und Gewobenes, Seifen, Bürsten und so manches mehr.

Zur Mittagszeit zogen die Lagerleute in einem schönen bunten Umzug auf das Gelände.

Für die Greifvogelflugschau in der Falknerei war ich bereits zu spät dran und auf eine Besichtigung des weitläufigen Lagerareals hatte ich keine Lust mehr und machte mich somit auf den Heimweg.

Der nächste Event auf dem Klostergelände ist bereits vermerkt,

gehabt euch wohl!

Karin

Schottland…

das Land der Dudelsäcke, Kilts, Burgen und Schlösser, Schafen, Highlands, Whiskey, Haggis, Harris-Tweed, Lochs…. und sehr viel Regen!

Genau von letzterem bekamen wir während unserer 14-tägigen Schottlandreise mehr als nötig ab. An einem Tag totaler Sonnenschein, an drei anderen Tagen trocken jedoch bewölkt, die restliche Zeit meinte Petrus wohl, wir hätten zuvor in der Wüste vegetiert.  Oftmals hatten wir schon gar keine Lust mehr irgendwo anzuhalten und uns etwas anzuschauen, denn auf etwas Sonne oder Trockenheit folgte unverhofft das Nass. Außdem verhält es sich mit Burgen, Schlössern und den vielen Seen genauso, wie wenn man in Asien die verschiedensten Tempel besichtigt. Irgendwann sieht alles gleich aus.

Nichtsdestotrotz hab ich meine Männer wohl bald in den Wahnsinn getrieben, wenn nach einer Wegbiegung nochmals angehalten oder zurückgefahren werden musste, da ich dieses ach so tolle Panorama ja unbedingt festhalten wollte.

Die Highlands waren allerdings auch wirklich ein Augenschmaus, und ein Loch (See) gleicht nun nicht unbedingt dem anderen, und jede Burg und jedes Schloss besitzt seinen eigenen Reiz. Ihr seht – meine Eindrücke sind sehr widersprüchlich. Tatsächlich haben wir nicht viele Örtlichkeiten von innen besichtigt, die Eintrittspreise summieren sich mit der Zeit gewaltig! So z. B. Loch Ness. Der See sieht aus wie jeder andere. Ob die hohen Gebühren aufgrund der Burgruinenbesichtigung zustandekommen bleibt fraglich. Tatsächlich war der Parkplatz gerammelt voll, 50 % Asiaten und alle stürmten zum Eingang. Die Uralt-Saga um das Monster muss wohl extra bezahlt werden, wenn es sich wohl auch nicht blicken lässt. Neuesten See-DNA-Proben zufolge, soll es sich um aller Wahrscheinlichkeit nach um einen oder mehrere riesige Aale handeln. Somit fotografierten wir nur über die Mauer und machten uns wieder von Dannen.

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Begonnen hatten wir unsere Reise in Glasgow, wo Sohnemann auch studierte. Eine Stadtrundfahrt mit dem inzwischen beliebten „Hop-on Hop-off“ Bus verschaffte uns in der Kürze der Zeit einen guten Überblick.

An verschiedenen Stationen stiegen wir aus und besichtigten die für uns interessanten Orte oder einfach nur, weil wir etwas in der Gegend verweilen wollten. Abends trafen wir uns zweimal mit Kommilitonen von Jan in einem Pub und desweiteren probierte ich das schottische Nationalgericht Haggis. Herz, Leber, Lunge und Fett vom Schaf werden zusammen mit Hafermehl, Zwiebeln und Pfeffer vermengt und durchgetrieben. Die Masse wird anschließend in einen Schafsmagen gefüllt und gekocht. Zusammen mit Steckrüben- und Kartoffelstampf an Whiskeysoße zeitgemäß angerichtet serviert, wie man im obigen Eingangsfoto erkennen kann. Gegessen haben wir im Ardnamurchan Restaurant in der Hope Street in Glasgow, Tischreservierung empfehlenswert! Ich bin hin und weg von dieser Spezialität, kann es nur empfehlen und Haggis reiht sich somit zu Labskaus und Frankfurter Grünen Soße :-).

Mit dem Leihwagen ging es dann durchs Land, wo wir viel Wasser und grüne Natur erleben durften. Highland Rinder, Schafe, Loch Lomond und viele weitere Seen und das Eileen Donan Castle, welches z. B. als Filmkulisse für  „Highlander“ oder den James Bond „The world is not enough“ diente, waren weitere Stationen auf unserer Tour.

Desweiteren bestaunten wir auf der Isle of Skye die Felsformation Old Man of Storr, das Dunvegan Castle, den Aussichtspunkt am Kilt Rock, auch sammelten wir sehr positive erste Erfahrungen mit Übernachtungen in einem Hostel, wo wir uns sehr aufgehoben und heimisch gefühlt hatten. Vielen Dank an das Team des Dun Flodigarry Backpackers Hostel!

Als besonders buntes und malerisches Städtchen entdeckten wir Portree, ebenso auf der Isle of Skye gelegen. Und immer wieder Wasser, Berge oder blühende Heidelandschaften. Und wie könnte es sein, wunderschöne, geheimnisvolle und fliedliche Friedhöfe und kunstvoll gestaltete Kreisverkehranlagen.

Ein weiteres Highlight unseres Urlaubes war das Glenfinnan Viadukt mitsamt dem Jacobite Steam Train, dem Glenfinnan Monument und dem Loch Shiel. Dies wird vielen unter euch nun so gar nichts sagen, wohl eher Hogwarts Express oder Harry Potter Zug und Hogwarts See. Wir hatten totales Glück, dass der Zug während unserem Besuch vorbeidampfte. Mit hunderten von Besuchern bestaunten wir hoch oben auf einem Hügel das Schauspiel. Auch die Glennfinnan Kirche war eine Augenweide.