Baumriesen, Teil 1

Gestern hat’s mich gepackt, bin aus dem Dornröschenschlaf erwacht, aus der Kultur-Lethargie auferstanden, dem täglichen Einerlei von wochenlanger massenhafter Garten- und Hausarbeit entkommen, die Eintönigkeit wöchentlicher Supermarkteinkäufe und Telefonate mit der Familie und einigen wenigen Freunden um mich nach deren Befinden zu erkunden hinter mir gelassen und nachdem hin und wieder Einkaufsdienste bei älteren Verwandschaftsangehörigen erledigt wurden, dürstete es meine Seele nach etwas Abwechslung. Langweilig war es mir in all den vielen Wochen der Coronakrise nun wahrlich nicht geworden. Die Tage waren ofmals zu kurz für all die viele Arbeit die anstand, nur die Energie wollte so manches Mal nicht mehr. Dazu das Wetter – zuerst eine andauernde Wärme ohne einen Tropfen Regen, dann tagelang das vermisste Nass  das sich dann, nun Anfang Mai, in Aprilwetter zu wandeln scheint. Wolkenverhangen, dann Sonnenschein um letztendlich in heftigen Regengüssen zu enden. Das schlägt aufs Gemüt, auf die Seele, das ständige Zuhausehocken macht es wahrlich nicht leichter. Zum Glück gibt es da meinen Strandkorb, den ich nun bereits schon einige Male nutzen konnte. Schlafend, lesend, lümmelnd, die Rotmilane am Himmel beobachtend, einfach faul daliegen und die Ruhe, die Natur ringsherum und das faule Nichtstun am Sonntag genießen.

Doch wie bereits erwähnt, hatte es mich gestern gepackt. Mit Sohnemanns Begleitschutz, denn allein wollte ich nicht im Wald umherspazieren, haben wir bei schönstem Frühlingswetter die Mammutbäume bei Lorch besucht. Natürlich doppelt so schön, da ich mal wieder etwas gemeinsam mit meinem Spross unternahm. Vor vielen Jahren wanderten wir einen Tag lang rund um die Schelmenklinge und das Kloster und entdeckten dabei die Bäume. Heute sind für mich solche ausgedehnten Wandertouren aufgrund meines Knies undenkbar. Unterhalb des Lorcher Stadtteils Bruck und somit am oberen Zugang der Schelmenklinge, haben wir das Auto geparkt und sind den Forstweg entlang der Wiesen bis zum Waldrand spaziert. Von dort ist es nicht mehr weit, bis das aufmerksame Auge am rechten Wegesrand die ersten Riesen stehen sieht.

Eine Infotafel klärt den Wanderer auf, diese stand damals noch nicht da und somit sind wir nun schlauer.

3 (Kopie)

Ich hoffe, dass ich euch den Text wiedergeben darf, die Informationen sind zu interessant um sie euch zu verwehren. Vielleicht bekommt ihr ja Lust und besucht die stummen Waldbewohner einmal:

DER BAUM AUS DER SIERRA NEVADA. Der Riesen-, Berg oder Gebirgs-Mammutbaum ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Zypressengewächse. Sein wissenschaftlicher Name „Sequoiadendron giganteum“ leitet sich vom Namen des berühmten Cherokee-Indianers „Sequo Yah“ und seiner „gigantischen“ Größe ab. Der Mammutbaum ist auch unter dem Namen Wellingtonie bekannt.

Die Heimat des Riesenmammutbaums liegt an den Westhängen der Sierra Nevada in Kalifornien. Sein natürliches Vorkommen beschränkt sich dort auf ein Gebiet von 420 km Länge und 24 km Breite in Höhenlagen zwischen 1350 bis 2500 m ü. NN. In seinem natürlichen Ausbreitungsgebiet ist er eine vom Aussterben bedrohte Art.

Vor der letzten Eiszeit waren Mammutbäume auch in Europa heimisch. 1850 wurden Samen durch den englischen Sammler Lobb wieder eingeführt. Versuche zum Anbau des Baumes wurden zunächst in Parkanlagen Englands, nach 1860 auch in Deutschland unternommen.

1864 beauftragte der württembergische König Wilhelm I. die königliche Bau- und Gartendirektion gemeinsam mit der Forstdirektion, Samen des Sequoiadendron giganteum aus Nordamerika zu beziehen. Wahrscheinlich durch ein Missverständis wurde ein Pfund des Samens geordert. Woher sollte man auch wissen, dass der riesige Baum den allerkleinsten Samen hat, wovon etwa 100 000 Stück nur 500 Gramm wiegen. Diese kamen zur Aussaat im Kalthaus der Stuttgarter Wilhelma.

Die königlichen Forstdirektionen begannen 1865/66  1- bis 2-jährige Jungbäume im Land auszupflanzen. Der Erlass der königlichen Forstdirektion vom 17.04.1866 sagt hierzu, „da die Pflanzen erst einjährig und deshalb noch ziemlich klein sind, so sind dieselben zunächst in passend gelegenen, frostfreien Saatgärten zu verschulen, wobei der Abstand nicht unter zwei Fuß zu machen wäre, um mit Umgehung eines wiederholten Umschulens gehörig starke Heister erzielen zu können“. Ab 1870 wurden die Bäumchen auf ihre endgültigen Standorte verpflanzt.

1987 waren gemäß einer Erhebung der Forstdirektion Stuttgart in ihrem Bereich noch 106 Wellingtonien aus dieser ersten Aussaat vorhanden.

Die aktuellen Standorte von Mammutbäumen aus der Wilhelma-Saat in Baden-Württemberg finden sich in der Online-Plattform http://www.mammutbaum-projekt.de

Aha! Somit darf ich mich an das Ergebnis der Aussaat vergangener königlicher Zeiten anlehnen. Auf Schulterhöhe haben wir diesen Riesen mit einem vorsoglich mitgenommenen Maßband vermessen. Stolze 6,60 m Umfang hat der Kleine!

6 (Kopie)

Doch seine Artgenossen stehen ihm in nichts nach. In diesem Waldabschnitt konnten wir 8 Giganten zählen und die normalen Bäume zwischendrin wirken wie Schaschlikspieße.

Weiter ist auf der Infotafel zu lesen:

Beeindruckend ist die rotbraune Rinde, die den Stamm vor häufig vorkommenden Waldbränden in seiner Heimat schützt. Sie ist über 50 cm dick und isoliert den Baum wirksam gegen die Hitze. In den kleinen Zapfen bilden sich ca. 200 Samen, die von Eichhörnchen verbreitet werden. Die Samen keimen vor allem nach Waldbränden, wenn der Boden durch das Feuer sterilisiert und frei von Konkurrenten ist und durch die Asche gedüngt wurde.

Das rötliche Holz ist leicht und elastisch und durch den fäulishemmenden Gerbstoff Tannin sehr dauerhaft. So kann es z. B. für Verschalungen an Fassaden ohne chemischen Holzschutz verwendet werden.

Hier so ein Zapfen der am Boden lag. Nach dem Fotografieren hab ich ihn brav wieder auf den Waldboden zurückgelegt, ich denke mal, wenn die Bäume ein Naturdenkmal sind, dann sind es die Zapfen auch.

5 (Kopie)

Und zu guter Letzt noch weitere Fakten von der Infotafel:

Mammutbäume zählen zu den eindrucksvollsten, ältesten und mächtigsten Bäumen der Erde. Der berühmteste ist der General Sherman Tree im Sequoia National Park mit einer Höhe von 84 m und einem Durchmesser von 11,1 m an der Stammbasis. Mit einem Volumen von ca. 1,489 m³ ist er der voluminöseste lebende Baum der Erde. Dieser Gigant ist ca. 3500 Jahre alt.

Die Riesenmammutbäume in Deutschland sind mit bis zu 150 Jahren bedeutend jünger. In Baden-Württemberg stehen aktuell (März 2014) mit 55,8 m der höchste (Auenwald, Pflanzung 1872) und mit einem Durchmesser in Brusthöhe von 4,1 m der stärkste Riesenmammutbaum Deutschlands (Neuweiler, Pflanzung 1867). Beide Bäume gehen aus der Wilhelmasaat hervor.

Nun habe ich natürlich diese besagte Website besucht, unsere PLZ eingegeben und war sprachlos! So viele Mammutbäume im Register, sehr interessant gemacht, mit Foto, Standortangabe und z. T. ist auch das Pflanzjahr mit angegeben. Ich bin mir sicher, in Zukunft wieder etwas mehr Aufmerksamkeit beim Gang durch die Natur walten zu lassen.

Hoffe wir sehn uns auf einer der nächsten Besichtigungstouren durch den Wald, natürlich immer schön auf Abstand zu Zeiten Corona.

Bleibt gesund und zuversichtlich, Gruß Karin

 

Baumriesen, Teil 2

 

 

 

Über den Dächern von Gmünd…

wird man mit unvergesslichen Eindrücken konfrontiert. So auch vorletzten Samstag, kurz bevor der Coronavirus uns alle zu Stubenhockern degradierte (was ich in diesem Fall zu 100 Prozent befürworte!). Die Volkshochschule Schwäbisch Gmünd bat unter der Rubrik „Entdecken Sie Gmünd“ zur Münster Dachstuhlführung. Dies war wieder einmal genau mein Ding, meldete mich an und freute mich darauf.

Kein geringerer als Paul Weinmann, inzwischen pensionierter Gmünder Münstermesner und bekannt wie ein bunter Hund, wie er selbst zugibt, erzählt aus seiner langjährigen Dienstzeit die von 1973 – 2009 doch so einige Anekdoten und Geschichten hervorbringen kann und führt die gut 20 köpfige Truppe durch die Halle der Kirche und auf den Dachstuhl des Münsters. Der rüstige Mittsiebziger läuft, bis auf eine kurze Pause, in gutem Schritttempo die enge Wendeltreppe mit ihren 100 Stufen bis hinauf zur Balustrade, welche einmal komplett um die Kirche führt.

Doch bevor es losging, wurden uns draußen auf dem Münsterplatz an der Südseite des Heilig-Kreuz-Münsters, einige Grundkenntnisse vermittelt.

Begonnen wurde mit dem Bau 1315. Das Münster ist heute die älteste gotische Hallenkirche im süddeutschen Raum und steht auf einem kleineren Vorgängerbau, einer romanischen Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Diese war damals flankiert von 2 Chortürmen. In den folgenden Jahrzehnten wurde weitergebaut. Das Langhaus kam in der Zeit von 1325-1341 dazu, der Chor 1354-1410, die Choreinwölbung 1491-1504. Da im Inneren die Sicht auf den Chor durch die Bögen versperrt war, wurde einer entfernt, was sich als fatal erwies. In der Karfreitagsnacht, dem 24.03.1497 stürzten die beiden Türme ein und beschädigten somit die im Bau befindliche Kirche. Zahlreiche Altäre und einige Säulen waren zerstört, noch heute sieht man im Innern die neu errichteten Säulen. Zum Glück gab es keine Verletzten, nur einige Eingeschlossene, die dann durch Zerschlagen von Fensterscheiben befreit werden konnten. Die Entfernung des Bogens gab den Türmen den Halt, diese Theorie wird heute für den Einsturz zugrundegelegt. Die beiden Glocken konnten geborgen werden, wurden außerhalb im Münster in einem benachbarten Turm aufgehängt und machen bis heute ihren Dienst im sogenannten Glockenturm.

Im Jahr 1507 kam die Kapelle dazu, 1515 die Sakristei, 1521 erfolgten die letzten Einwölbearbeiten, 1550 die Kanzel und 1552 wurde der Bau durch die Orgelempore vervollständigt.

Das Münster hat eine Länge von 78 Meter, eine Höhe von 51 Metern. Vom Boden bis zur Balustrade sind es 22 Meter, von dort bis zur Dachspitze noch einmal 19 Meter. Die restlichen Meter gehen auf die Turmuhr. Verbaut wurde vor allem Stubensandstein aus der Gegend um Schwäbisch Gmünd, doch im Laufe der langen Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten wurde auch anderer Stein wie z. B. Muschelkalk verwendet. Meine ganze Jugend hindurch kannte ich das Münster nur im Restaurationszustand. Von 1975 bis 2009 erfolgten umfangreiche Arbeiten, auch war das Gebäude 1975 wegen Einsturzgefahr eine Zeit lang ganz geschlossen.  Zur Zeit beginnen ebenfalls Außenrestaurierungen und Verbesserungen des Brandschutzes sollen vorgenommen werden, in den kommenden 10 Jahre sollen dafür rund 5 Millionen Euro aufgewendet werden. Ob in dieser Zeit dann weiterhin Führungen stattfinden bleibt fraglich, umso erfreuter war ich nun, diesen Termin doch noch angeboten bekommen zu haben.

Im Münster sind mehrere Stilrichtungen zu sehen, die verschiedenen Epochen der Gotik, Renaissance und Barock. Das Gewölbe dient nur dem Zweck der Zierde und wird innen von 22 Säulen getragen.

Das älteste Kirchenfenster stammt aus dem Jahr 1505 und wurde von Sebald Schreier gestiftet.

24 ältestes Fenster von Sebald Schreier 1505 (Kopie)

Stundenlang könnte man über das Münster erzählen, doch heute geht es einzig allein um den Dachstuhl. Alle waren gespannt, als der Weg vom Innern der Kirche endlich hinauf ging. Oben angelangt wird man auf allen vier Seiten mit einer beeindruckenden Sicht belohnt. Sehr eng ging es manches Mal zu, deshalb ist es ratsam, keine zu ausladende Jacke oder sperrige Tasche zu tragen.

6 (Kopie)7 (Kopie)

9 (Kopie)

Die folgenden Fotos zeigen den Gang auf der Balustrade, der Blick zum Glockenturm und Schwäbisch Gmünds Wappentier etwas abgeändert, das Einhorn als Wasserspeier.

Als dann alle die 360° Grad Aussicht genossen hatten, ging man durch eine unscheinbare kleine Pforte in den Dachstuhl hinein und sofort erwartete mich dieser typische Geruch nach altem Holz und Staub.

Riesige Ausmasse herrschen hier! Holz so weit das Auge reicht! Balken und Dielen die z. T. 600 Jahre alt sind. Das Holz stammt vom Fuß der Mutlanger Heide, vor allem Tanne, Eiche und Fichte wurde verbaut. Unterschiedliche Balkenkonstruktionen sind sichtbar.

1970 wurde der Dachstuhl neu eingedeckt, 110.000 Dachziegel wurden gelegt, dies noch als Randnotiz. Auffallend sind zwei große hölzerne Laufräder, diese dienten als Lastenkran. Das ältere der beiden ist aus dem Jahr 1497! und Berühren war ausdrücklich verboten, zu groß sei die Angst, dass es einfach zusammenfallen würde.

15 (Kopie) Jahr 1497

Das andere Rad ist ungefähr „erst“ 200 Jahre alt und noch voll funktionsfähig. Zusammen mit Kindern demonstrierte Herr Weinmann die Funktion.

22 (Kopie)~200 Jahre alt

Desweiteren verteilen sich auf einer Seite des Dachbodens Gipsmasken und Modelle.

Diesen interessanten Plan entdeckte ich noch auf einem Tisch. Ansonsten war außer einem Staubsauger und etwas Werkzeug gähnende Leere.

23 (Kopie)

Einige Besucher wunderten sich, dass keinerlei Tiere auf dem Dachstuhl waren. Als das Dach in den 1970er Jahren neu gerichtet wurde, wurde sämtliches Holz imprägniert und von da an, nahmen Fledermäuse, Siebenschläfer und sonstiges Getier Reißaus. Die unzähligen Einflugschneißen der Tauben und Vögel sind zum Dach zu verdrahtet, halboffene Nistkästen sozusagen. Lediglich das Gurren und Piepsen ist zu vernehmen.

Herr Weinmann hätte noch ewig erzählen können, die Zeit war jedoch um. Die 100 Stufen Abstieg waren schneller vollbracht als gedacht. Der zuvor trockene, jedoch auch kühle und etwas windige Samstag hatte sich in einen garstigen regnerischen Tag verwandelt, somit blieb nur noch die Heimfahrt und ich verzichtete auf Fotos weiterer Außenansichten.

Bleibt mir gesund, bis bald, Karin

Eine andere Art zu Golfen

Letztes Wochenende hat uns Sohnemann aus München besucht und kurzentschlossen waren wir abends eine Runde beim Golfen. Jawoll, Ende Februar, abends bei Regen ist dies nun auch möglich. In Schwäbisch Gmünd, genauer gesagt mitten im Ortskern der Teilgemeinde Unterbettringen, gibt es eine 3D-Schwarzlicht-Indoor-Minigolf-Anlage.

7 (Kopie)

SIMIGOLF Schwäbisch Gmünd bietet diesen Freizeitspass natürlich auch im Sommer an, klimatisierte Räume dürften dann bei allzu heißen Sommertagen für Abkühlung sorgen.

Auf über 500 Quadratmeter verteilt sich die Anlage mit ihren 18 Spielbahnen in drei Räumen mit unterschiedlichsten Themen. Umgeben von bemalten Wänden in leuchtenden Farben die im Schwarzlicht und zusätzlicher 3-D-Brille tolle Effekte geben. Auch die Bahnen sind bemalt und durch die dreidimensionale Erscheinung bekommt man beim Spielen eine zusätzliche Herausforderung.

Leider ist der Spaß nicht ganz billig, genaue Preise bitte über die Website erfahren. Auch Öffnungszeiten und die Verfügbarkeit von Plätzen sind hierüber zu entnehmen. Desweiteren empfiehlt es sich, zu reservieren. Gegen Hinterlegung eines Pfandes bekommt die jeweilige Spielgruppe kostenlos ein Schließfach zugeteilt. Jacken, Taschen und sonstiger Krimskrams braucht somit nicht umhergetragen werden. Mitgebrachte Getränke oder Esswaren dürfen nicht mit in die Spielhalle genommen werden, Getränke können jedoch erworben werden und mit in den Spielraum genommen werden. Ball, Schläger und die 3-D-Brillen sind im Preis inklusive, letztere passen übrigens problemlos über die eventuellen eigenen Sehhilfen. Jede Spielgruppe bekommt ein mobiltelefon-ähnliches Gerät in die Hand gedrückt. Darin werden die Namen der Spielteilnehmer und die jeweiligen Spielergebnisse eingegeben. Für uns total neu, wir kannten noch Zettel und Bleistift. Und so sah unser Ergebnis nach einer Stunde Spielzeit aus – durchaus verbesserungsfähig!

12 (Kopie)

Auf jeden Fall hatten wir zusammen als Familie etwas unternommen, etwas Neues ausprobiert, dem Corona-Virus getrotzt und uns unter Menschen gewagt und sichtlich Spaß gehabt!

8 (Kopie)

Bis bald, Gruß Karin

 

Erneutes Golfen

Schrägtonmusik

in Schwäbisch Gmünd – dem Mekka der Guggenmusik.

1 (Kopie)

Was soll man sich darunter vorstellen? Für diejenigen, die überhaupt nicht wissen, wovon ich schreibe, versuche ich hier eine kleine Erklärung abzugeben:

Ihren Ursprung hat die Guggenmusik 1874 in Basel und ist inzwischen im schwäbisch-alemannischen und schweizerischen Raum nicht mehr wegzudenken. Zur Faschingszeit kostümiert sich eine Gruppe Musiker und spielt laute, schräge, stark rhythmisch unterlegte Musik möglichst in falschen Tönen. Zumindest war dies noch so zu meinen Anfangszeiten des Faschingstrubels. Man hatte das Gefühl, alle spielen irgendwas und irgendwie falsch und trotzdem passte es zusammen. Dieses Jahr nun, nach vielen Jahren Abwesenheit, hatte ich des öfteren das Gefühl, es spielen Musikvereine nach Noten. Wild kostümiert nach einem Thema, auch laut und rhythmisch – aber eben nach erkennbaren Melodien und Liedern. So sollte es eben nicht sein und es nimmt den Reiz der eigentlichen schrägen Töne.

Das 37. internationale Guggenmusiktreffen in der ältesten Stauferstadt brachte trotzdem jede Menge Trubel nach Schwäbisch Gmünd. Die 20 Guggenkapellen mit ihren 800 Musikern aus der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland verwandelten die Innenstadt mit ihren Plätzen, Gassen und Gaststätten in ein wahres Tollhaus.

Das traumhafte Wetter brachte Menschen jeder Altergruppe auf die Straße, immer umherziehend mit den Kapellen oder zum auserkorenen Getränke- und Essensstand. Die beliebten aber wenigen Plätze der Straßencafes oder sonstigen Sitzgelegenheiten waren stets belegt, dienten sie doch auch nach stundenlangem Umherziehen zum Durchatmen und Ausruhen.

Wir fanden irgendwann ein Plätzchen in einem kleinen Restaurant, um die typischen Fasnachts-Kutteln mit Bratkartoffeln zu verspeisen, bevor es dann weiter ins Getümmel ging.

16 (Kopie)

Direkt auf dem Marktplatz beim Rathaus neben dem Narrenhaus war auch noch die Eis-Arena aufgebaut. Eine schöne Atmosphäre, bei schönstem Sonnenschein aber Kälte mit fetziger Musik im Hintergrund, den Eisläufern zuzuschauen, wie sie ihre Runden drehen.

Nach Sonnenuntergang machen die Gruppen dann Stationen in den verschiedensten Kneipen und spielen dann dort vor Ort. Was das für eine Stimmung bringt brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Auch wir wanderten in diesen Stunden viel umher, hatten viel Spaß und Vergnüngen und wir können es jedem nur empfehlen, so etwas einmal erlebt zu haben.

Vielleicht zum 38. Treffen?

17 (Kopie)

Hella, hella Gamundia!

Hexen, Narren, Gugga, Mariechen,

Wölfe, Füchse, Geister und so manches mehr, gab es letztes Wochenende in Lorch zu bestaunen.

0 (Kopie)

Welche Freude, nach 19 Jahren Abwesenheit, dieses Spektakel wieder live mitzuerleben. Und wir hatten Spaß, Jogi und ich. Leider konnte ich mich nun bei der Auswahl der Fotos so gar nicht für die schönsten entscheiden. Alle haben was für sich und verdienen es, hier veröffentlicht zu werden, obwohl ich längst nicht alle Akteure abgelichtet habe.

Der Lorcher Narrenbaum, der Ende Januar mit großem Brimborium feierlich aufgestellt wurde, symbolisiert den Start in die 5. Jahreszeit. Gülden geschmückt im Zeichen des diesjährigen Mottos – die goldenen Zwanziger – steht die 12 Meter hohe Birke beim Bäderbrunnen am Rathaus.

1 (Kopie)

85 Gruppen mit über 2000 Beteiligten liefen dieses Jahr mit. Untergliedert in Hexengruppen, Tanzgarden, Musikkapellen und Einzelfiguren. Bei schönen kalten Temperaturen damit man sich auch wie im Winter fühlt, jedoch bei schönstem Sonnenschein feierten z. T. verkleidete und gutgelaunte Zuschauer den Fasnetzug.

Eine ganz neue Sitte die ich aus früheren Zeiten gar nicht kenne, ist der Raub von Schnürsenkeln. Vornehmlich junge, hübsche, kesse Damen werden von Hexen gewaltsam gepackt und solange festgehalten, bis es gelingt die Schnürsenkel auszufädeln. Oftmals wird dazu am besten gleich der ganze Schuh ausgezogen, um diesen nach dem Erfolgreichen Ausfädeln einige Meter weiter irgendwo hinzuwerfen. Die Trophäen zieren dann die Hexenbesen oder Krückstöcke. Ebenso beliebt scheint das Konfetti- oder Holzwollenbad im Zuber zu sein. Wie Haare und Kleidung danach aussehen, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen. Zum Glück wurde mein Haupt nur mit Federn benetzt, die waren wesentlich leichter zu entfernen, was ja nun nicht automatisch als Beweis gilt, dass ich jung, hübsch und kess war – nein – ich war nur so unverschämt und hab nach einem Bonbon gebettelt. Wahrscheinlich müsste ich mich noch bedanken, dass ich nicht noch mit Pech übergossen wurde!

Joachim hingegen hat nur nach einem Foto gefragt und bekam als Strafe den Schriftzug HEX auf die Stirn und wohl zum Dank einen Glückskeks. So kanns auch gehn.

Akteure aus nah und fern waren dabei. Aus benachbarten Gemeinden, von der Ostalb, dem Remstal, Stuttgart, Renningen, Pfulligen, dem Schwarzwald. Sogar aus dem 150 km entfernten Trossingen war eine Gruppe angereist. Für so ein rund 11.000 Einwohner zählendes Kleinstädtchen mit all seinen Teilgemeinden, Weilern und Gehöften eine stramme Leistung!

Eine bemerkenswerte Arbeit steckt in den Kostümen und zeigt die Liebe zum Verkleiden, zum Fasching, Karneval, Fasnet, Fastnacht – wie immer ihr die 5. Jahreszeit nennen wollt. Selbst der Reporter zeigte Fantasie!

Tja, und das war es dann auch nach über 3 Stunden Applaudieren, Helau-Rufen, Winken, Schreien, Standortwechsel und Fotographieren.

71 (Kopie)

Hoffen wir, dass die Saison uns noch einige schöne Momente bescheren wird, warten wir’s ab. Bis dahin,

das (Traum)prinzenpaar Karin & Joachim

72 (Kopie)

 

Schwäbisches Weltwunder…

und Wahrzeichen des Südwestrundfunks und der Stadt Stuttgart, außerdem beliebtester Treffpunkt in der Region für das 1. Date –

der Stuttgarter Fernsehturm.

1

Auf dem Hohen Bopser, einer 483 Meter hohen Erhebung auf der Filderebene in Stuttgart, wurde am 5. Februar 1956 der bis dahin weltweit einzigste Fernsehturm nach gerade einmal 20-monatiger Bauzeit eingeweiht. Dies löste eine globale Welle des Turmbaus aus, inzwischen gibt es weltweit hunderte Fernsehtürme. Der Baumeister Fritz Leonhardt (1909-1999) entwarf ebenso die Zeltdachkonstruktion über dem Olympiastadion in München oder auch die Galatabrücke in Istanbul. Um nur einige wenige Highlights seines genialen Schaffens zu erwähnen.

Der 3000 Tonnen schwere Turm hat vom Boden aus eine Gesamthöhe von 217 Metern, das Fundament reicht zusätzlich noch 8 Meter tief in die Erde und hat ein Gewicht von 1,5 Tonnen. Durch den Shopeingang gelangt man zur Kasse. Selbstverständlich, dass Turmmodelle auf allen erdenklichen Waren zu erwerben sind, sei es nun Kleidung, Spielwaren, Geschirr oder sonstigem Schnickschnack. Besonders erwähnenswert finde ich die Äffle und Pferdle Artikel, die einige meiner Leser wohl durch die kurzen Werbefernseheinspielungen im SWR kennen. Ebenso das „Fernsehturmvesperbrettle“ welches als Erinnerung an die frühere Zeit gilt, als in diesem Raum die Hubertusstube untergebracht war. In dieser tafelte die High-Society von Stuttgart, wohin gegen im damals nebenan gelegenen Fernsehturmgrill der Otto Normalverbraucher speiste. Heute befindet sich neben dem Shop das Leonhardts Restaurant mit Gartenwirtschaft und oben im Turm auf 147 Metern Höhe das Panoramacafé.

An der Shopkasse erwirbt man auch das Eintrittsticket, welches man am Drehkreuz entwertet und zu den Aufzügen gelangt. Auch beim Verlassen des Aufzugs muss das Ticket abermals entwertet werden. Die Kasse ist mit dem Drehkreuz verbunden und zählt die Besucher, die sich im Turmkorb befinden. Aus Brandschutzgründen darf die Besucherzahl im Turmkorb nämlich nicht über 320 steigen. In den Jahren 2013-2016 war der Turm geschlossen. Strenge Brandschutzauflagen mussten erfüllt werden, auch ist der Turm seither energetisch auf dem neuesten Stand. Ein besonderes Augenmerk sollte man beim Drehkreuz auf das original klassische Design der 50er Jahre haben, ebenso die original hölzerne Wandverkleidung, den Granitfußboden und die Mosaikwand. Übrigens steht das Foyer und der gesamt Turm, außer die Technik natürlich, unter Denkmalschutz. Auf dem Eintrittsticket findet ihr einen QR-Code zu der kostenlosen Fernsehturm App. Diese beinhaltet u.a. einen Audioguide, worüber man sehr viele Infos bekommt. Auch auf der Website findet ihr weiteres Hintergrundwissen.

5

Der Aufzug bringt die Besucher dann innerhalb 36 Sekunden zur Aussichtsplattform. Diese liegt, vom Turmfuß aus gemessen, auf 150 Höhenmetern. Bis hinunter zum Schlossplatz befindet man sich sogar auf 393 Meter Höhe. Eine gut abgesicherte Rundumsicht verspricht vor allem bei klarem Wetter eine gigantische Aussicht.

23

Einige Treppenstufen höher gelangt man zur speziellen Kinderplattform. Diese sichert auch den kleinsten einen freien Rundumblick in die Ferne. Der Süddeutsche Rundfunk wählte allerdings den Standort für den Turm nicht der guten Aussicht wegen, sondern weil der Empfang hier besonders weit reicht. Wusstet ihr, dass der Turm auch noch aktiv sendet? Alle SWR Hörprogramme und der Deutschlandhörfunk strahlen von hier aus ab. Außerdem wird hier im Auftrag des Landes Baden-Württemberg sekündlich die Radioaktivität gemessen.

Übrigens ist der Fernsehturm nach dem Standesamt der beliebteste Ort zum Heiraten. Vielleicht möchten viele Paare ihr Glück der 1. Verabredung hier besiegeln und sich wie im 7. Himmel fühlen?

Wir haben uns auf jeden Fall so gefühlt!

Bis bald einmal wieder in luftiger Höhe, eure Karin

4

 

Nachtrag im Februar 2021:

Zum 65. Geburtstag am 05.02.2021 erschien in der Gmünder Tagespost folgender Artikel:

Ticke tack in Schwäbisch Gmünd

Vorletzte Woche führte uns unser Sonntagsausflug nach Schwäbisch Gmünd ins denkmalgeschützte, ehemalige Bifora Fabrikgebäude, indem heute u. a. auch das  Bifora Uhren Museum untergebracht ist.

1

2009 wurde der Bifora Freundeskreis e.V. gegründet. Die treuen Freunde des heimischen schwäbischen Werks wollten die Industriegeschichte der einst bedeutendsten Spezialfabrik für Armbanduhren dokumentieren und archivieren und an Hand von Exponaten der Öffentlichkeit zugänglich machen. So entstand das Museum. Immer wieder finden zu bestimmten Themen Ausstellungen statt, auch wurden die letzten Jahre Sonderuhren zu namhaften großen Veranstaltungen der Stadt herausgegeben, so z. B. 2010 die Salvator Spenderuhr, 2012 Stauferuhr, 2015 Schwäbisch Gmünder Uhr u.v.a.

1928 wurde in Schwäbisch Gmünd vom Firmeninhaber Josef Bidlingmaier (1870-1967) das erste in Deutschland konstruierte und gefertigte Uhrwerk Kaliber 2025 auf den Markt gebracht. Die interessante Biographie des Unternehmers mit den Anfängen in der Gold- und Silberbranche als gelernter Goldschmied, Auslandsaufenthalten in der Schweiz und Amerika und der Rückkehr in die Heimat mit dem Beginn des Bijouteriegeschäfts bis zum Großunternehmer im Uhrensektor findet ihr ebenfalls auf der Website. Auch die Zeit bis zur Konkursanmeldung im Jahr 1977, dem Verkauf an einen indischen Kaufmann und dem Einstellen der Fertigung in Schwäbisch Gmünd im Jahr 1984 wird dort dokumentiert.

16

Im Museum selbst wird das Thema von den Anfängen der verschiedensten Uhren, Sonnenuhr, Kerzenuhr, Sanduhr, Taschenuhren bis zu den modernsten Armbanduhren der jeweiligen Zeit behandelt.

Maschinen, Arbeitsplätze, Fotos und Werbemaßnahmen der Schaffensphasen werden ebenso ausgestellt wie die verschiedensten Neuheiten an Entwicklungen.

Sehr beeindruckend, was der Verein dort auf die Beine gestellt hat. Alles ehrenamtlich aus Liebe zur Uhr, die in der schwäbischen Heimat entstand.

Besucht das Museum. Der Eintritt ist kostenlos, natürlich freut man sich zum Unterhalt der Räume über eine Spende. Die aktuellen Öffnungszeiten am besten direkt auf der Website nachlesen, momentan mittwochs und sonntags von 14.00 – 17.00 Uhr.

Bis dahin, macht es wie die Sonnenuhr, zählt die heiteren Stunden nur,

eure Karin

 

 

Es wird Zeit…

dass ich mich aus meiner Versenkung melde. Nachdem ich mich nach meinem Sushi-Rollkurs über drei Wochen mit einem grippalen Infekt herumgeschlagen habe, die Advents- und Weihnachtsvorbereitungen mehr schlecht als recht bewältigt habe, konnten wir dann zusammen mit unserem angereisten Sohn die Weihnachtsfeiertage bei uns zu Hause, bei meiner Schwester und bei meinem Bruder feiern.

2019-12-23

Den Jahreswechsel ließen wir wie immer völlig unspektakulär mit einem guten Film auf unserem Sofa, etwas Böllerwerk auf der Terrasse und einer Flasche Sekt an uns vorbei ziehen.

20200101_011212

Meinen Geburtstag jedoch feierte ich in fröhlicher und geselliger Runde. Nachmittags bereits mit Kaffee und Kuchen, am Abend dann mit Semmelknödel und Szegediner Gulasch und allerlei Flüssigem. Leider merkte ich im Laufe des Tages, dass ich erneut von Erkältungssymptomen heimgesucht wurde, deshalb nur halbherzig gemachte Fotos.

Screenshot_20200110-094233_WhatsApp

 

Doch seitdem geht es wieder aufwärts. Jogi und mich machten nun sonntags auch wieder Unternehmungen, doch dazu demnächst mehr.

Bleibt gesund und munter, hoffen wir, dass die Unruhen und Naturkatastrophen, die derzeit den Erdball heimsuchen, an uns vorüberziehen.

Eure Karin

 

Nori, Wasabi, Maki, Nigiri & Co.

Den Kennern der fernöstlichen Küche dürften diese Begriffe sofort geläufig sein. Allen anderen darf ich erklären, dass diese Ausdrücke mit der Herstellung oder dem Verzehr von Sushi in Verbindung gebracht werden.

Bei der hiesigen Volkshochschule hatte ich letzte Woche einen Kurs belegt, in dem Anfänger lernen konnten, Sushis zu rollen. Natürlich nur die einfachste Art, alles andere würde den Rahmen sprengen.

Durch meine langjährigen Auslandsaufenthalte durfte ich die leckere japanische Köstlichkeit kennen und lieben lernen. Hier in Deutschland war ich bisweilen noch nie Sushi essen, hatte somit noch keine Vergleichsmöglichkeit. Da ich kurz vor unserem Umzug noch mit einem Arbeits- und Essset zur Herstellung und dem Verzehr der Rollen beschenkt wurde, werde ich dies in naher Zukunft auf jeden Fall zu Hause einmal selbst probieren.

Unsere Dozentin Pakwipa – waschechte Thailänderin – worüber ich natürlich innerlich lächeln musste,  führte uns geduldig, exakt erklärend, spritzig, witzig durch die 4 Stunden. Die 10 Teilnehmer in allen Altersschichten waren aufmerksame Zuhörer, konzentrierte Nachahmer und ebenso immer für ein Späßchen nebenher bereit. Kurz und bündig zusammengefasst – eine super Truppe und ich hatte einen Megaspaß!  An einer langen Tafel saßen wir uns dann gegenüber, ein jeder vor seiner Sushi-Matte nebst Wasserschale, Schneidbrett und einem empfehlenswerten superscharfen Messer. Letzteres war in der Schulküche leider nicht unbedingt vorhanden, deshalb sahen einige Exemplare leicht zerzaust aus, obwohl sie bestimmt sehr gut gerollt waren. Nebst fertig gegartem Sushi-Reis und vorgekochten Shiitakipilzen wurden von uns im Vorfeld noch Karotten, Avocados, Gurken, Lauch, Omelett, Lachs und Thunfisch selbst geschnippelt. Frische Kräuter, Surimi, Garnelen und Tofu standen ebenso zur Auswahl. Letzteres blieb den ganzen Abend eingepackt auf dem Tisch, bei der Fülle des Angebots wollte keiner die vegetarische Variante ausprobieren. Ganze und halbe Noriblätter (Algenblätter) durften natürlich auch nicht fehlen, der anzurühende Wasabi trieb mir wie auf Knopfdruck brennende Tränen in die Augen. Letztendlich wurde alles auf dem Tisch verteilt, ein jeder nahm seinen Platz ein und endlich konnte begonnen werden.

Kurz beschrieben gibt es viele verschiedene Sorten von Sushi, jedoch unterscheidet man zwei Grundarten: Maki, bei dem Reis mit Gemüse und Fisch mit einem Noriblatt eingewickelt wird und Nigiri, bei dem der Fisch lose auf dem Reis liegt.

Traditionell verwendet man in Japan typischerweise rohen Lachs, Thunfisch, Aal, Tofu, Omelett, eingelegten Rettich, Karotten und Gurken. Durch den amerikanischen Einschlag kamen noch Avocado, Frischkäse, Fleisch und Mayonnaise hinzu.

Angefangen wurde mit einem Hoso-Maki, einer dünnen Rolle. Auf ein halbes Noriblatt wird ein dünnes Reisbett gelegt und durch vielfaches sanftes und kontrolliertes tupfen, tupfen und abermaligem tupfen komprimiert und verklebt. Eine Spur von Wasabi, japanischem Meerrettich, kann in einer Linie auf dem Reis verteilt werden oder später zum Dippen mit in die Sojasauce gerührt werden. Beim Dippen soll übrigens nur das Noriblatt eingetaucht werden, sonst saugt der Reis die Würze auf und verfälscht den Geschmack des Kunstwerkes. Nun wird auf diese Spur 1 bis höchstens 2 Zutaten gelegt, mit dem besonderen Dreh und Kniff, den wir nun gelernt hatten, zusammengerollt und geschnitten.

Die Futo-Maki, die dicke Rolle, hat das gleiche Prinzip. Jedoch wird ein ganzes Noriblatt verwendet und mit 3 bis 5 Zutaten gefüllt und gerollt.

Die Ura-Maki ist die umgedrehte Variante, auch California-Rolle oder Inside-Out genannt. Und wie der Name schon erahnen lässt, war ein japanischer Einwanderer aus den USA der Erfinder. Hier befindet sich das Noriblatt innen, direkt um Gemüse oder Fisch und der Reis außen, umrahmt von Sesam oder Fischeiern. Hier empfiehlt es sich, zwei weitere Hände zur Hilfestellung um sich zu haben. Ich kann nur sagen: Danke an meinen Sitznachbarn! Die nicht sofort verzehrten Sushi wurden postwendend in die mitgebrachten Behälter verstaut und schon konnte weitergemacht werden.

14

Unter Nigiri versteht man eine kleine längliche von Hand gepresste ovale Reisform, belegt mit Fisch. Um das Gebilde kann ein winziger Streifen Algenblatt gebunden werden oder mit Omelettstreifen oder Kräutern dekoriert werden. Jedoch wird beim Essen nur der Fisch in die Sojasauce gedippt, da der Reis sonst zerbrechen würde.

16 (2)

Te-Maki, sind Sushi in Form kleiner spitzer Tüten. Ohne Bambusmatte, nur von Hand geformt und mit Reis, Gemüse und Fisch gefüllt werden. Dazu reichte dann meine Lust und Ruhe nicht mehr aus. Das viele Probieren meiner unterschiedlichen Leckerbissen raubte mir den Appetit auf weiteres.

Wir waren jedoch auch mit unserer Lehreinheit durch, der Abend war vorbei. Es wurde abgeräumt, gespült und aufgeräumt.
Während der einzelnen Arbeitsschritte wurde von jedem Teilnehmer ein Schaustück auf eine Platte gelegt und so sah diese am Ende des Abends aus.

15

Leider vergaß ich mein Handy im Auto und somit ließ sich mein Sitznachbar Max von mir bequatschen, Fotos zu machen. Hiermit danke ich ihm nochmals recht herzlich für die Mühe, musste er zwischendurch doch immer wieder die Hände abwaschen um fotografieren zu können.

Am nächsten Morgen drapierte ich meine Leckerbissen auf eine Platte und lud den Gatten zum Sushi Frühstück ein. Zum Glück hatte ich daran gedacht, angerührten Wasabi mitzunehmen. Sojasauce befindet sich meist bei uns im Kühlschrank und liebenswerterweise rebellierte der liebe Jogi überhaupt nicht, ein für unseren Gaumen doch sehr außergewöhnliches Frühstück einzunehmen. Sobald ich mit dem Auspacken der Umzugskartons fertig bin und etwas Luft geholt habe, werde ich eine lange Einkaufsliste schreiben und einfach mal probieren, ob auch bei uns im Schwabenland die Sonne aufgehen kann 🙂 .

16

Shokuyoku,

Gruß Karin

 

 

 

Remsursprung

1

Eher durch Zufall kam ich nun doch schneller als gedacht an diesen Platz auf der Schwäbischen Alb. Zwischen Lauterburg und Essingen gelegen, in einem engen Tal mitten im Wald, jedoch sehr gut ausgeschildert mit Parkmöglichkeiten in direkter Nähe des Skiliftes Hirtenteich. Hier entspringt die Rems. Eigentlich ein völlig unspektakuläres winziges Rinnsal, das sich seinen Weg an diesem tristen, nebligen und verregneten Novembersonntag zwischen den Felsen hinaus in die Freiheit sucht. Völlig klar, dass dies zu einem anderen Zeitpunkt auch gewaltiger sein kann. Wenige Meter abwärts bereits als 1 Meter breiter Bach sichtbar, der sich unter einer Brücke hindurch auf seinen Weg Richtung Essingen macht. Übringes eine von 135 Brücken, die die Rems bis zum Eintritt in den Neckar passiert.

5

Eine ältere Infotafel gibt weiter Auskunft:

2

Der Austritt der Rems wird umringt von drei mächtigen Steinen, auf denen jeweils ein Gesicht eingemeißelt ist. Zeitungsrecherchen zufolge stammen diese vom 75-jährigen Hobbysteinmetz Fritz Sauter aus Essingen.

4

Es handelt sich um drei Quellwächter, die mit einer liebreizenden Geschichte verbunden sind. Doch lest die rührende Sage bitte selbst:

7

Sitzmöglichkeiten und weitere Infotafeln runden den angelegten Platz ab. U. a. liest man diese sehr interessante Informationen:

12 (3)

12 (2)

Alles vorbei, alles Geschichte. So bleibt die Rems sensibler Lebensraum für allerlei Getier – ob winzig oder größer. Auf jeden Fall ist sämtliches Gewässer schützenswert. Und ich denke, wäre die Remstalgartenschau nicht gewesen, dann wäre die Rems nicht neu vermessen worden, dann wäre der Ursprung nicht besonders hervorgehoben und markiert worden. Das damit verbundene Wandernetz nicht neu ausgebaut worden, die Bevölkerung nicht expliziet darauf aufmerksam gemacht worden und unsere Sensibiliät auf das Thema Rems nicht geweckt worden.

So hat doch immer irgendwann alles einen Sinn.

Gruß Karin

 

 

Remsmittelpunkt

Die Rems ist ein Fluss in Baden-Württemberg. Sie hat Ihren Ursprung ganz in der Nähe von Essingen bei Aalen im Ostalbkreis und mündet dann nach 78 km bei Neckarrems, Kreis Ludwigsburg, in den Neckar.

Soviel ganz kurz zur Vorgeschichte.

1

Im Zuge der Remstal Gartenschau 2019 wurde die Rems neu vermessen und dem geographischen Remsmittelpunkt sollte ein Denkmal gesetzt werden. Erfreulicherweise liegt diese Mitte zwischen Quelle und Mündung in einem Teilort von Lorch, namens Waldhausen.

3

Diesen schön angelegten Platz haben wir uns endlich einmal angesehen. Zum Plantschen im Wasser war es inzwischen natürlich zu kalt, jedoch bieten sich im Sommer viele Möglichkeiten, direkt am Ufer die Füße ins fließende Nass zu halten. Entlang der Uferböschung befinden sich mehrere Sitzgelegenheiten, etwas oberhalb kann entlang des Radwegs direkt am Kinderspielplatz eine Rast eingelegt werden. Nicht zu vergessen der markante Stein, der direkt auf dem Remsmittelpunkt thront, umringt von einem Steinring.

4

Parkmöglichkeiten ergeben sich entweder bei der Remstalhalle in Waldhausen oder direkt am Parkplatz des Waldhäuser Baggersees. Über eine Brücke mit malerischem Herbstblick auf den Monolith gelangt man dann zu dem Platz. Radwege entlang der Rems vervollständigen den Freizeitwert.

2

Blick von der Fußgängerbrücke auf den Mittelpunkt

5

Und weiter geht der Flußlauf Richtung Neckar

Das war´s auch schon.

Im Sommer werden wir uns diesen Platz auf jeden Fall nochmals anschauen und im angrenzenden Baggersee Baden gehen. Doch zuvor können wir unsere Füße schon im Götzenbach, direkt an unserer Grundstücksgrenze, baden. Dieser Bach fließt dann wie viele andere auch, in die Rems, diese in den Neckar, der wiederrum in den Rhein und dieser schließlich in die Nordsee.

Da haben wir sie wieder! Meine Liebe zur Nordsee. Ist doch witzig! Irgendwie hängt eben einfach alles zusammen.

Immer schön im Fluss bleiben, Gruß Karin

Kürbis, Kunst & Kreativität im Kloster Lorch

1

Nach kühlen und regenreichen Tagen besuchte ich letzten Sonntag bei strahlendstem Sonnenscheinwetter auf dem Areal des Klosters Lorch das Kürbisfest, zugleich auch als Kunst- und Kreativmarkt angekündigt. 30 Minuten nach Eröffnung der Veranstaltung musste ich mich bereits in eine lange Schlange der Wartenden einreihen, bis auch ich meinen Eintrittspreis von 4 Euro entlohnen durfte und mich in die herbstlich anmutende Dekorationsstimmung fluten ließ. Bis zum Kauf des einen oder anderen Kürbisses, suchte sich jedoch bereits ein kleines Rinnsal den Weg am Rücken entlang, so abnormal warm war es am späten Vormittag bereits.

Die vielen Besucher verteilten sich dieses Mal sehr gut, denn es waren im Vergleich zum Staufermarkt bestimmt nur ein Drittel von Schaustellern und Verkäufern anwesend, trotzdem war es eine gute Mischung. Da gab es Wärmendes aus Lamawolle, Seifen, Cremes und Lotionen, Schmuck, Windspiele und allerlei Dekorierendes, Gestricktes und Gehäkeltes, Hüte, Mützen und Schals, Spirituosen, Hart- und Dosenwurst, Bürsten aller Art und kunsthandwerkliche Erzeugnisse aus Fremden Landen. Workshops zum Kürbisschnitzen, Anfertigung von Blumendekorationen in Verbindung mit Kürbissen und die Schmuckherstellung aus gebogenem Draht ließ Groß und Klein verweilen und vor Eifer und Stolz erröten.

Stündlich fanden Führungen durch den Klostergarten und die Kirche statt, auch für die beliebten Greifvogelflugschauen, die zweimal während der Veranstaltung stattfanden, konnten Eintritttickets erworben werden. Eine Liveband spielte rockige flotte Musik und somit konnten gefüllte Waffeln, Pommes, Grillwurst oder Salzkuchen frohen Mutes und mit wippendem Bein verzehrt werden. Beim anschließenden, abermals zu bezahlendem, Toilettengang waren dann verständlicherweise wieder einige Besucher verärgert. Der Blick hinab in die schöne Landschaft ließ einen wieder friedlich stimmen und nachdem ich in der kühlen Kirche den Proben eines Chores lauschte und vollends seelig und ruhig in mir ruhte, genehmigte ich mir noch im wärmenden Sonnenschein Kaffee und Kuchen und machte mich wieder auf den Heimweg.

Schöne ruhige Stunden verbrachte ich dort oben wieder, auch wenn die Preiskalkulationen wieder einen faden Nachgeschmack hinterließen. Im nächsten Jahr werde ich dann entscheiden, ob ich Events dieser Art weiterhin besuchen werde.

Doch zunächst geht es nach Hause um unser frisch eingetroffenes Umzugsgut auszupacken und zu verstauen.

Bis zum nächsten Mal,

Gruß Karin

 

Staufermarkt im Kloster Lorch

Seit vielen Jahren im städtischen Veranstaltungskalender ein fester Termin, für mich ein absolutes Neuland, denn zu diesem Zeitpunkt war ich entweder bereits in Aufbruchstimmung oder schon lange wieder aus D abgereist. Bei schönster Wetterlage machte ich mich auf den Weg ins Kloster, um den historischen Markt mit Lagerleben rund um das Klostergelände zu erleben. Da ich weder die Berechtigung zum ermäßigten Eintritt habe, noch gewandet war oder meine Größe unter Schwertmaß ist und auch nicht im Familienverband auftrat, musste ich leider den vollen Eintrittspreis von 8 Euro berappen, was ich definitiv zu hoch fand. Zu normalen Zeiten beläuft sich die Gebühr auf 5 Euro. Selbst für die leidige Notdurft musste noch extra bezahlt werden worüber ich dann vollends sprachlos war.

1

Früh am Morgen war es zunächst noch recht still, ich konnte in aller Ruhe von Stand zu Stand gehen und alles betrachten. Die einzelnen Exponate durfte ich z. T. nicht fotographieren, die Standbetreiber fürchteten die Nachahmer.

Besonders das frühere Wachhäuschen der Klosteranlage „Luginsland“, welches im Zuge der Remstalgartenschau 2019 von 53 Frauen und 2 Männern mit einer Häkelhülle aus weißem wetterfestem Nylongarn verhüllt wurde, stach ins Auge. Etwa 114 Kilometer Garn soll verarbeitet worden sein und der Häkelarbeit somit ein Gewicht von 600 kg geben.

4

Um die schöne Aussicht mit Fernblick genießen zu können, schreckten mich auch die 110 Stufen im Glockenturm der Klosterkirche nicht ab.

Im Laufe des Mittags nahm die Besucherschar zu. Lange Warteschlangen bildeten sich an Ess- und Getränkestationen, doch irgendwann bekam auch ich in Darm gepresstes Fleisch und einen Humpen vom Gerstensaft. Etwas irritiert war ich dann doch, als ich mich wiederrum wie im Orient fühlte. Kamelreiten, Bauchtanz und Trillerrufe hatte ich nun nicht unbedingt in meiner schwäbische Heimat erwartet, aber die Zeit der Kreuzzüge und Reisen ins Heilige Land brachten dies natürlich mit sich.

2416

Geschäftiges Markttreiben mit Handwerk aller Zünfte, Musik und Gauklerleben wurde dargestellt. Das rauchige Feuer der Schmiede vermischte sich mit den Aromen von Seifen, Blumen und Essensdüften. Alles mögliche konnte erworben werden, angefangen von der mittelalterlichen Bekleidung, Schmuck, Lederartikel, Gerätschaften, Blumengebinde, Geschirr, Seile, Borten, Wolle, Gestricktes und Gewobenes, Seifen, Bürsten und so manches mehr.

Zur Mittagszeit zogen die Lagerleute in einem schönen bunten Umzug auf das Gelände.

Für die Greifvogelflugschau in der Falknerei war ich bereits zu spät dran und auf eine Besichtigung des weitläufigen Lagerareals hatte ich keine Lust mehr und machte mich somit auf den Heimweg.

Der nächste Event auf dem Klostergelände ist bereits vermerkt,

gehabt euch wohl!

Karin

Schottland…

das Land der Dudelsäcke, Kilts, Burgen und Schlösser, Schafen, Highlands, Whiskey, Haggis, Harris-Tweed, Lochs…. und sehr viel Regen!

Genau von letzterem bekamen wir während unserer 14-tägigen Schottlandreise mehr als nötig ab. An einem Tag totaler Sonnenschein, an drei anderen Tagen trocken jedoch bewölkt, die restliche Zeit meinte Petrus wohl, wir hätten zuvor in der Wüste vegetiert.  Oftmals hatten wir schon gar keine Lust mehr irgendwo anzuhalten und uns etwas anzuschauen, denn auf etwas Sonne oder Trockenheit folgte unverhofft das Nass. Außdem verhält es sich mit Burgen, Schlössern und den vielen Seen genauso, wie wenn man in Asien die verschiedensten Tempel besichtigt. Irgendwann sieht alles gleich aus.

Nichtsdestotrotz hab ich meine Männer wohl bald in den Wahnsinn getrieben, wenn nach einer Wegbiegung nochmals angehalten oder zurückgefahren werden musste, da ich dieses ach so tolle Panorama ja unbedingt festhalten wollte.

Die Highlands waren allerdings auch wirklich ein Augenschmaus, und ein Loch (See) gleicht nun nicht unbedingt dem anderen, und jede Burg und jedes Schloss besitzt seinen eigenen Reiz. Ihr seht – meine Eindrücke sind sehr widersprüchlich. Tatsächlich haben wir nicht viele Örtlichkeiten von innen besichtigt, die Eintrittspreise summieren sich mit der Zeit gewaltig! So z. B. Loch Ness. Der See sieht aus wie jeder andere. Ob die hohen Gebühren aufgrund der Burgruinenbesichtigung zustandekommen bleibt fraglich. Tatsächlich war der Parkplatz gerammelt voll, 50 % Asiaten und alle stürmten zum Eingang. Die Uralt-Saga um das Monster muss wohl extra bezahlt werden, wenn es sich wohl auch nicht blicken lässt. Neuesten See-DNA-Proben zufolge, soll es sich um aller Wahrscheinlichkeit nach um einen oder mehrere riesige Aale handeln. Somit fotografierten wir nur über die Mauer und machten uns wieder von Dannen.

191

Begonnen hatten wir unsere Reise in Glasgow, wo Sohnemann auch studierte. Eine Stadtrundfahrt mit dem inzwischen beliebten „Hop-on Hop-off“ Bus verschaffte uns in der Kürze der Zeit einen guten Überblick.

An verschiedenen Stationen stiegen wir aus und besichtigten die für uns interessanten Orte oder einfach nur, weil wir etwas in der Gegend verweilen wollten. Abends trafen wir uns zweimal mit Kommilitonen von Jan in einem Pub und desweiteren probierte ich das schottische Nationalgericht Haggis. Herz, Leber, Lunge und Fett vom Schaf werden zusammen mit Hafermehl, Zwiebeln und Pfeffer vermengt und durchgetrieben. Die Masse wird anschließend in einen Schafsmagen gefüllt und gekocht. Zusammen mit Steckrüben- und Kartoffelstampf an Whiskeysoße zeitgemäß angerichtet serviert, wie man im obigen Eingangsfoto erkennen kann. Gegessen haben wir im Ardnamurchan Restaurant in der Hope Street in Glasgow, Tischreservierung empfehlenswert! Ich bin hin und weg von dieser Spezialität, kann es nur empfehlen und Haggis reiht sich somit zu Labskaus und Frankfurter Grünen Soße :-).

Mit dem Leihwagen ging es dann durchs Land, wo wir viel Wasser und grüne Natur erleben durften. Highland Rinder, Schafe, Loch Lomond und viele weitere Seen und das Eileen Donan Castle, welches z. B. als Filmkulisse für  „Highlander“ oder den James Bond „The world is not enough“ diente, waren weitere Stationen auf unserer Tour.

Desweiteren bestaunten wir auf der Isle of Skye die Felsformation Old Man of Storr, das Dunvegan Castle, den Aussichtspunkt am Kilt Rock, auch sammelten wir sehr positive erste Erfahrungen mit Übernachtungen in einem Hostel, wo wir uns sehr aufgehoben und heimisch gefühlt hatten. Vielen Dank an das Team des Dun Flodigarry Backpackers Hostel!

Als besonders buntes und malerisches Städtchen entdeckten wir Portree, ebenso auf der Isle of Skye gelegen. Und immer wieder Wasser, Berge oder blühende Heidelandschaften. Und wie könnte es sein, wunderschöne, geheimnisvolle und fliedliche Friedhöfe und kunstvoll gestaltete Kreisverkehranlagen.

Ein weiteres Highlight unseres Urlaubes war das Glenfinnan Viadukt mitsamt dem Jacobite Steam Train, dem Glenfinnan Monument und dem Loch Shiel. Dies wird vielen unter euch nun so gar nichts sagen, wohl eher Hogwarts Express oder Harry Potter Zug und Hogwarts See. Wir hatten totales Glück, dass der Zug während unserem Besuch vorbeidampfte. Mit hunderten von Besuchern bestaunten wir hoch oben auf einem Hügel das Schauspiel. Auch die Glennfinnan Kirche war eine Augenweide.

Zum Schluss unserer Reise gelangten wir nach Edinburgh. Es war ein wunderschöner sonniger Sommertag, es schien als sei die halbe Stadt auf den Beinen. Festivals, Livemusik, die abenteuerlichsten Haarfarben und Outfits bekamen wir zu sehen. Allgemein viel uns auf, die Herrschaften hier im Land scheinen keinerlei Hemmungen vor Alter, Figur oder Wetter zu haben. Traut man sich im augenscheinlichen Alter um die 70 mit wildabstehenden Haaren in allen Regenbogenfarben, kürzesten Minis und engsten Stretchkleidern wie ein Michelinmännchen oder bei kaltem regnerischen und windigem Wetter ärmel- und beinlos auf die Straße. Und dass wir im Zeitalter einer diversen Geschlechterzugehörigeit angelangt sind, zeigt sich hier ganz deutlich.

Auf jeden Fall waren die Aussichten aus dem Riesenrad oder dem „Hop-on Hop-off“ Bus nicht nur auf die architektonischen Sehenswürdigkeiten der Stadt beschränkt.

Das war unser Kurztrip durch Schottland. Vieles habe ich nicht erwähnt oder gezeigt, das hätte die Speicherkapazität meines Blogs gesprengt. Geplant und sämtliche Übernachtungsziele ob nun Hotel, Hostel oder private Unterkünfte hatten wir alle monatelang im voraus gebucht, da während der Hauptsaison auf die Schnelle nichts mehr zu bekommen ist oder utopische Preisvorstellungen herrschen. Somit hatte man ein Tagespensum mit dem Auto zu bewältigen, was aufgrund des Linksverkehrs, der Wetterlage oder der meist engen oder nur einspurig zu befahrenden Straßen mit hohem Zeitaufwand verbunden ist. Dies artet dann allzuoft in Stress aus, auch das fast tagtägliche ein- und auspacken der Koffer und der Verpflegung ist nicht unbedingt entspannend. Auf jeden Fall haben wir einiges von diesem schönen Land gesehen und auch gehört, brauchten wir doch einige Tage, bis wir uns an den Dialekt der heutigen Kaledonier gewöhnten.

Diese waren in der Antike ein Volk, die sich im östlichen Teil des heutigen Schottlands ansiedelten. Sie führten in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten mehrere Kriege gegen die Römer. Ihr Territorium wurde von den Römern als Kaledonien (lat. Caledonia) bezeichnet. Quelle Wikipedia

 

153

 

 

Cheers – tschüss und danke, Karin

Venedig des Nordens –

bezeichnet man im Allgemeinen ja viele Städte, die mit Wasser und Brücken in Verbindung gebracht werden. In meinem speziellen Fall heute meine ich Amsterdam.

Nachdem Sohnemann sein Masterstudium in Schottland beendet hatte, besuchten Jogi und ich ihn im August und reisten durch das rauhe, landschaftlich beeindruckende Land. Vorher legten wir jedoch einen kurzen Zwischenstop im Land der Tulpen ein.

1 Amsterdam Klompen

Klompen zu groß?

Zuallererst viel mir auf, mit welcher Freundlichkeit und Hilfbereitschaft ich konfrontiert wurde – und mit hunderten von Fahrrädern! Nachdem wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kreuz und quer durch die Stadt fuhren und auch viel zu Fuß unterwegs waren, war ich nach kurzer Zeit völlig überfordert mit den hunderten von Touristen und ebensovielen Drahteseln, galt es doch stets, das jeweilige Vorfahrtsrecht zu gewähren.  Ich kam mir sprichwörtlich wie der Bauer in der Stadt vor! Schlussendlich verfrachtete mich Jogi in eines der zahlreichen Grachten-Boote, wo man viele Sehenswürdigkeiten bequem vom Wasser aus bestaunen kann. Das gefiel mir!

Doch auch zu Fuß wurde so allerhand entdeckt – mehr möchte ich dazu nicht erwähnen, war es doch sehr befremdlich für mich, mit diesem Thema in so zahlreicher Form in aller Öffentlichkeit damit konfrontiert zu werden.

Auch sonst erblickte mein Auge viel Erfreuliches, das niederländische Schriftbild hatte es mir besonders angetan. Da die Fahrräder sonst an allen möglichen Orten abgestellt werden, trifft man hin und wieder auf die schönsten Verbotsschilder.

Beim Schlendern durch die Stadt stechen die architektonischen Auffälligkeiten ins Auge.

Für einen Besuch der zahlreichen Museen im Museumsquartier hätten wir online vorab Karten bestellen müssen, an diesem Tag waren leider alle Tickets ausverkauft. Doch auch der Besuch auf dem Areal mit schönen Ausblicken und Livemusik war lohnenswert.

Das war es auch schon. Sicherlich immer wieder eine Reise wert, hätte man mehr Zeit und könnte man im Einzelnen ausgiebig etwas anschauen. Die Stadt selbst für meinen Geschmack viel zu überlaufen, interessant wäre sicherlich auch das Hinterland oder andere Städte in den Niederlanden. Für uns ging die Reise weiter nach Glasgow, unserem eigentlichen Ziel.

Doei, doei – Karin

 

Unser Abschiedsgeschenk…

an den Libanon…

der für uns seit 2002 Gastgeber, Zuhause und Arbeitgeber zugleich war. Auch wenn wir zwischendurch drei Jahre in Jordanien waren, der Brötchengeber blieb derselbe und Joachim reiste nach wie vor oft hierher zurück. Der Libanon, der uns mit Krieg und Evakuierung konfrontierte, viele Nerven und Reibereien gekostet hat, Leid zugefügt hat, wir oft mit Ignoranz, mangelndem Verständnis und fehlender Akzeptanz zu kämpfen hatten und doch hat uns dieses Land auf eine Art verzaubert, dass man fast nicht davon los kommt. Die überwältigende Natur, die Schönheit des Landes, die ursprüngliche Art und Weise der Bevölkerung, anderen Mitmenschen gegenüber zu treten, die Gastfreundschaft, der Familienzusammenhalt, die Bedeutung von Freundschaft, die Gelassenheit, die Lebensfreude und die Liebe zu Essen, Musik und Tanz – wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben!

Doch ich schreibe „fast“ nicht davon loskommt. Nun haben wir es getan.

Und als kleines Dankeschön und um klein wenig zurückzugeben an dieses Land der weißen Gipfel (von den weißen schneebedeckten Gipfeln leitet sich übrigens der Name Libanon ab) haben wir eine Patenschaft für eine Zeder übernommen.

Aus der Website des Shouf Biospären Reservat herauskopiert:

Wer Bäume pflanzt, liebt andere außer sich.“ 
Thomas Fuller (1654-1734). 

Das Cedars Forever-Programm wurde entwickelt, um die Kontinuität der Zeder – einer vom Aussterben bedrohten Art – zu gewährleisten. Um die Berge des Libanon wieder zu neuem Glanz zu verhelfen, plant Cedars Forever, zunächst Bäume im Libanon zu pflanzen, und zwar in Barouk, einem Wald, der einen Großteil des Naturschutzgebiets Shouf ausmacht. 
In einem ersten Schritt plant Cedars Forever, über einen Zeitraum von 10 Jahren Hunderttausende von Zedernbäumen auf einer vollständig abgeholzten Fläche von 14 Millionen Quadratmetern zu pflanzen. In Zukunft hofft sie auf andere Gebiete im Libanon zu expandieren.
Einzelpersonen und Organisationen, die einen Beitrag zum Programm leisten möchten, können dies durch die Annahme einer Zeder tun. Für 150 USD wird eine Zeder gepflanzt, die den Namen der Person trägt, die sie adoptiert hat, sowie eine Seriennummer.

Während unseres letzten Besuchs im Reservat regelten wir die Patenschaft

und zwei Tage später bekamen wir schon das Ergebnis präsentiert.

Möge dieses kleine Pflänzchen wachsen, gedeihen und sich vermehren und zusammen mit seinen tausenden von Geschwistern Sauerstoff für die kommenden Generationen liefern und als ein kleines Symbol für unser Dasein fungieren.

Von Zeit zu Zeit werden wir über die Website ein Foto anfordern, das über die Entwicklung unseres Pflänzchens Auskunft geben wird.

Bis dahin, ich werde berichten, liebe Grüsse eure Familie Zeitler

 

Aller guten Dinge sind 13!

Und damit sind in meinem speziellen Fall meine getätigten Umzüge in meinem bisherigen Leben gemeint!

Endlich nun war es soweit!

Nachdem ich Mitte Januar abermals anfing, unseren Hausrat zu sichten und diesen bestimmt um ein Drittel dezimiert habe, wird der Rest nun demnächst in unser Domizil nach Deutschland verschifft. Toaster, Waffeleisen, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Fernseher, Lampen, Schränkchen, Heimfahrrad, Musikanlagen, Sessel, Tischchen, Leiter, Schreibtisch nebst Rollcontainer und Stuhl, Tischgrill, Digitalkamera, Matratze und Lattenrost, Flohmarktware und so manches mehr wurde von mir gereinigt, verkauft oder verschenkt, Joachim hatte schon Angst, dass ich ihm das Bett unterm Allerwertesten verkaufe, doch dazu bestand überhaupt keine Bange, denn dies gehörte zum Inventar der angemieteten Wohnung.

Nachdem sämtliche Lebensmittel so gut es ging aufgebraucht waren, nahezu sämtliche Textilien gewaschen oder gereinigt in den Schränken verstaut waren, kam gestern der Umzugsunternehmer. Innerhalb 5 Stunden war unser Hab und Gut gepackt und verladen.

Die 69 Packstücke gingen problemlos in den Container und dieser kommt hoffentlich reibungslos durch den Zoll, damit dieser auf dem Schiff durch die Meere schippern kann und Mitte September hoffentlich unbeschädigt in unserem Heim in Deutschland ankommt.

Wir sind derweil in Broummana im Hotel, Joachim arbeitet noch die letzten Tage, bevor es dann am 31. Juli auch für uns, erneut, heißt: yalla… bye!

Karin & Joachim

Der Baum Gottes, Teil 2

Der Baum Gottes, Teil 1

Die Neigungen des Herzens sind geteilt wie die Äste einer Zeder. Verliert der Baum einen starken Ast, so wird er leiden, aber er stirbt nicht. Er wird all seine Lebenskraft in den nächsten Ast fließen lassen, auf dass dieser wachse und die Lücke ausfülle.                           Khalil Gibran *06.01.1883  † 10.04.1931

So, meine Lieben, nun ist es nicht mehr Frühjahr sondern mitten im Sommer, aber wir haben diesen letzen Abschiedsbesuch noch gemeistert und es hat sich wirklich gelohnt! Auch wenn hunderte von Touristen und Besuchern in unzähligen Reisebussen und Fahrzeugen unseren Weg kreuzten und oftmals nach arabischer Art mit zu lauter Stimme durch den Wald gebrüllt wurde und man so dem Zauber der Ruhe, Entspannung und Besinnung keinen freien Lauf lassen konnte. Es tat trotzdem nochmal gut, diese faszinierenden Baumriesen in Natura sehen zu dürfen.

Wie bereits im Januar fuhren wir nach Barouk ins Zedern-Naturreservat.

c

Bezahlten abermals unseren Eintritt, was aufgrund des Besucherandrangs etwas länger dauerte

b

und fuhren mit dem Auto weiter bis zu einem abgegrenzten Bereich, wo Zedern per Patenschaft neu gepflanzt werden.

d

Durch das weitläufige Gebiet führt auch ein Wanderweg, an dem sich zu beiden Seiten entlang der Anhöhen die Neupflanzungen befinden, bis man zu dem kleinen See gelangt. Weiter gehen wollte ich nicht,

der großen Hitze wegen genoss man/Mann lieber den Fernblick im Schatten.

Doch auch auf dem Rückweg zum Ausgang des eingezäunten Territoriums hatte man wunderschöne Ausblicke.

j

Weiter ging die Fahrt hinauf in den Zedernwald. Auch hier waren die Parkplätze bereits voll belegt und während Jogi nach einem Abstellplatz fürs Auto suchte, konnte ich meinen Blick in die Ferne schweifen lassen.

Im Wald selbst war ein richtiges Getümmel. Ich freue mich ja durchaus für das Reservat und für das Land, dass so viele Besucher anwesend waren, jedoch sollte man auch hier um etwas mehr Ruhe bitten, aber davon kann ich wohl nur träumen.

Wir drehten nur eine kleine Runde und gingen zurück zum Auto, fuhren bergab Richtung Ausgang und übers Land weiter ins Maasser El Shouf Zedern Reservat, wo ich vor vielen Jahren bereits einmal war und mir dieser Platz als der schönste aller Zedernplätze in Erinnerung blieb. Mit unseren zuvor erworbenen Tickets hatten wir hier dann freien Eintritt.

t

Auch hier wanderten wir nicht umher, sondern verweilten nur auf dem 1800 Meter hohen Plateau und genossen die Ruhe und Stille, den Nebeldunst und die Kühle

und machten uns endlich auf den Weg Richtung Chtoura, wo wir schon längst bei Freunden zum Mittagessen erwartet wurden.

Unterwegs jedoch noch ein allerletzter Halt um nochmals von ganz oben einen letzten Blick auf den Quaraoun-Stausee und die Umgebung zu bekommen.

Spät abends waren wir dann total erledigt, jedoch erfüllt mit Eindrücken, wieder zu Hause. Ob dies unsere letzte Tour im Libanon war?

Wir werden sehen, Gruß Karin

 

 

Dorf- und Stadtansichten

Abermals darf ich euch eine Sammlung präsentieren. Ansichten von Gebäuden oder auch einem einzelnen Baum, die es für mich wert waren, am Straßenrand anzuhalten und deren Schönheit – ob lange verblasst oder im alten Glanz aufgeputzt – abzulichten. Zum Glück kam vor einigen Jahren eine Bewegung durchs Land, die die schönen alten Häuser unter Schutz stellte und sie nicht dem Bagger und der Abrissbirne zum Fraß vorwarfen. Leider war bis dahin schon vieles verloren und wer weiß, was in 20 Jahren von meinen Schätzchen noch übrig ist, doch bis jetzt stehen sie noch als Zeitzeugen vor uns und hoffentlich überleben recht viele Häuser und deren Pracht und Schönheit wird wieder ins Licht gerückt.

Beginnen möchte ich mit diesem schönen Baum, der mich bereits bei meiner Ankunft im Libanon im Jahr 2002 beeindruckte. Viele Male versuchte ich am Straßenrand anzuhalten, doch der geschäftige Verkehr und der Sicherheitsdienst einer Parteizentrale gegenüber machten es stets unmöglich, bis zu einem ruhigen Sonntag und mit freundlichem Daumenzeig nach oben vom Bewacherposten. Hoffen wir, dass dieses schöne Exemplar noch recht lange eine grüne Lunge sein darf.

2019-06-09

Weiter geht es mit einer alten Villa in Hammana. Nicht verkäuflich, wird vom Eigentümer restauriert, so wurde uns auf Anfrage mitgeteilt.

Auch diese Ansicht mag ich besonders. Ganz links die Villa Rosa, mittig der alte Leuchtturm.

2019-05-24.2

In Bamdoun wurde diese neuere Villa wohl gar nicht richtig bewohnt, der Bürgerkrieg kam dazwischen.

Bambdoun

Im Stadtteil Gemmayzeh und vor allem in Achrafieh gibt es eine Reihe von beeindruckenden Fotomotiven, mein Speicherplatz würde gar nicht ausreichen.

Auch in Beit Mery zeigt sich dem aufmerksamen Betrachter so manche Schönheit.

Und so kann es durch alle Stadtteile und Dörfer weiter gehen, immer wieder wird man zum Glück noch auf traditionellen Baustil treffen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dieses alte Geschäftshaus in der Innenstadt in Beirut, schaut euch links den Neubau an, welch ein Gegensatz!

2019-06-24

Zum Abschluss noch eine friedliche Perspektive aus einem Bergdorf auf die schneebedeckten Berge des Libanon.

WP_20181225_11_22_55_Pro_LI

Wünschen wir uns, dass dieses friedliche Bild sich auf das ganze Land übertragen möge.

Bis bald, Gruß Karin

 

 

Klippenspringen in Beirut

1

Die Red Bull Cliff Diving World Series findet 2019 zum 11. Mal statt und hatte am vergangenen Sonntag erstmalig ihren Auftritt in der libanesischen Hauptstadt Beirut am legendären Naturdenkmal Raouche Felsen. 10 Frauen und 14 Männer aus insgesamt 18 verschiedenen Nationen trafen sich zum Wettkampf. Nachdem im April auf den Philippinen gestartet wurde, folgte im Mai der Event in Irland, im Juni in Italien und Portugal, nun im Juli in Beirut, anschließend im August in Bosnien und Herzegovina und wird im September in Spanien mit der Ernennung von 2 Weltmeistern enden, einem männlichen und einer weiblichen Weltmeisterin.

Die Taucher springen von einer 21 und 27 Meter hohen Plattform und beeindrucken die Kampfrichter mit akrobatischen Sprüngen um somit zum Sieger des jeweiligen Tages gekürt zu werden.

2

Jeder konnte dem Event kostenlos beiwohnen. Rings ums Ufer oder auch oben entlang der Strasse standen und sassen die Interessierten, gegen Gebühr konnte man sich jedoch auch auf den beiden Tribünen niederlassen. Diese bequemere Variante wählten wir für uns und hatten somit einen guten Überblick, allerdings prallte der Planet mit voller Wucht auf die Zuschauer.

3

Im Minutentakt schwebten die Flugzeuge über unseren Köpfen hinweg Richtung Landebahn, Wassersportler vergnügten sich und eine Drohne surrte um uns herum und hielt die Bilder für die Nachwelt fest.

10

Nachdem wir schon den Ratschlag des Betreibers befolgten und mit luftiger Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz ausgestattet waren, war es für einige Zuschauer fast nicht erträglich, länger als 30 Minuten dieser Hitze ausgesetzt zu sein. Und somit kam man auf die abenteuerlichsten Ideen, um der direkten Strahlung zu entgehen. Entgegen Joachims Meinung finde ich trotzdem, dass ich mich, entgegen dem Herren einige Sitzreihen vor mir, für die chicere Methode entschied. Oder?

Die Transpirationsflüssigkeit lief schneller am Körper entlang, als mit Wasser nachgetankt werden konnte. Aber der Event machte solch einen Spaß, die Zuschauer verfolgten so gut es ging die Sprünge, obwohl die Entfernung zum Felsen schon beträchtlich war. Das Eintauchen im Wasser konnte man dann recht gut auf der Großleinwand betrachten, sollte der Blick durch unkooperative oder illoyale Mitmenschen versperrt worden sein.

Das grösste Manko war jedoch, dass der Kommentator nur in arabischer Sprache zu hören war, obwohl augenscheinlich sehr viele ausländische Gäste vertreten waren. Die Ergebnisse und Tabellen auf dem Bildschirm waren jedoch auch für uns lesbar, somit bekamen wir wenigstens etwas mit.

Nach fast 3 Stunden und jeweils 4 Durchgängen standen dann die Sieger fest. Die Australierin Rhiannan Iffland und der aus Großbritannien stammende Gary Hunt machten das Rennen. Die Deutsche Ines Schmidbauer gelegte Platz 4 der Frauen, worüber wir doch wirklich stolz sein können! Für mich sind jedoch alle Teilnehmer Spitzenstars. Aus dieser Höhe, in diese raue See mit diesen akrobatischen Verrenkungen zu springen, dies zollt meinen vollen Respekt!

Auf unserem Fußmarsch durch steiniges, sandiges und unebenes Gelände nach oben Richtung Corniche erhaschten wir noch diesen schönen Ausblick.

11

Schaun‘ wir mal, ob und wann wir so einem Event als nächstes folgen dürfen, bis dahin,

Gruß Karin

Rollende Kuriositäten

Heute poste ich eine Reihe von Fotos – der deutsche Technische Überwachungsverein und die korrekten Ordnungshüter hätten ihre helle Freude daran! Meine Sammelleidenschaft hat sich herumgesprochen. Meine Freundin hielt bereits ebenso Ausschau nach allerlei auffälligen Gefährten – was ich hiermit nun zweideutig meine. Die aberwitzigsten Zeitgenossen, die hier mit ihren Benzin- und Dieselkutschen unterwegs sind. Meist sitze ich jedoch allein im Auto und somit verpasse ich oft die schönsten Schätzchen. Obwohl ich, zu meiner Schande gestehen muss, die einheimische Sitte der gleichzeitigen Bedienung von Lenkrad und Mobiltelefon inzwischen auch schon sehr gut beherrsche.

Dieser fahrende 1 $-Shop erinnert mich sehr an meine Kindheit.

Damals kam regelmäßig ein grosser Lastwagen über die Dörfer gefahren und machte in den Wohnsiedlungen Halt. Voll beladen mit allerlei Nützlichem, was die nicht motorisierte Hausfrau damals so über die Saison brauchen könnte. Der fahrende Krämerladen eben! Besonders gut kann ich mich an die erfrischende und leckere Wassermelone an einem heißen Sommertag der 1970er Jahre erinnern. Ich stand als kleiner Knirps staunend vor dem Wagen und wusste gar nicht, wo ich so schnell hinschauen sollte. Da hingen Besen, Eimer und allerlei Gartengerät, dann sah ich wieder Plastikschüsseln, Töpfe, Einmachgläser, Gummiringe und Klammern, Kittelschürzen, Saaten für Blumen und Rasen in großen Papiersäcken, Schrauben, Nägel und Beschläge und dann eben auch in einem Teil des Wagens eine unglaubliche Anzahl an Wassermelonen und Steigen von Pfirsichen und Aprikosen.
Und genau an diese Melonen und das anschließende Weitspucken der Kerne mit den Geschwistern und Kinder der Nachbarschaft und dieses Sammelsurium auf diesem Wagen – das ist mir bis heute in Erinnerung geblieben!

Und genauso ein wertvoller Lieferant scheint dieser lustige Geselle wohl für seine Kundschaft heute zu sein – auch wenn es fast 50 Jahre später sind.

Zur allgemeinen grosser Belustigung und Freude sorgte auch dieser vor Stolz dahinschmälzende Taxifahrer. Seinen Mercedes liebt er offensichtlich! Dazu noch mit unglaublichem Nationalstolz und Liebe zur einheimischen Fluggesellschaft! Wahnsinn, was man hier so zu Augen bekommt. Schaut euch das an!

Dann erscheint einem Mitten in der Pampa im Nirgendwo in den Bergen dieser Volksfestbesucher. Wohin geht seine Reise wohl? Das bunte Sammelsurium zeigt eher auf einen Verkäufer als auf einen Beschenkten.

2018-07-01

Oder dieser Umweltfutzi! Strampelt sich mitten auf dem mehrspurigen Highway einen ab um der Umweltverschmutzung entgegenzutreten. Einen anderen Grund kann ich mir für diese lebensgefährliche und hirnrissige Aktion gar nicht denken.

2018-06-14

Und dann dieses Schätzchen! Flower Power lässt grüssen! Zu schön, oder?

Für diesen alten Ford Pickup müssen wir nochmals einige Jahre an der Zeitmaschine drehen. Hoffentlich investiert sein Besitzer in die Restauration.

2019-01-26

Diese Art von Schrottsammler gibt es hier in allen Variationen. Hin und wieder fahren diese durch die Siedlungen. Der laut grölenden Stimme via Megaphon oder Lautsprecher darf man wohl entnehmen, sperrige Altlasten aller Art abzugeben. Ob defekt, intakt, Metall oder Kunststoff – alles wird mitgenommen. Eine willkommene Entsorgungsmöglichkeit, da inzwischen jeder Bewohner selbst schauen muss, wie er seinen Müll entsorgt bekommt.

Schrotthaendler

So könnte die Liste wohl endlos weitergehen, doch irgendwann muss ich diesen Beitrag einmal veröffentlichen, zumal es in drei Wochen nach D zurück geht.

Vielleicht kommt mir bis dahin noch ein besonderes Exemplar vor die Linse, dieses stelle ich dann nachträglich hier ein.

Bis dahin, Gruß Karin

Ja, so schnell kann es gehen! Hier sind bereits die ersten Fotos, aber ich kann euch beruhigen – das ist nicht unser Umzug 😀

Kirschenfestival in Hammana

1

Nach Apfel- und Weinfest komme ich in den letzten Wochen unseres Aufenthaltes nun doch noch in den Genuss eines Kirschenfestivals! Ich liebe Kirschen! Somit wollte ich dort unbedingt hin und in Ermangelung einer Begleitung, machte ich mich eben alleine auf den Weg. Die Info dazu erhielt ich über Lebtivity. Eine Website, auf der man nach bevorstehenden aber auch zurückliegenden Veranstaltungen Ausschau halten kann. Jeder kann nach einer Anmeldung kostenlos Events posten. Eine prima Sache, wenn man sonst nicht viel mitbekommt oder nicht bei den großen sozialen Medien mitmischt um somit an Informationen zu gelangen.

Den Weg über die Berge ins 20 km entfernte Bergdorf Hammana kannte ich wohl, unser Weg führte uns bei unseren letzten Unternehmung oft genug hindurch. Der Name Hammana kommt vom phönizischen Sonnengott Hamman. Das Dorf ist für sein Klima und dem gesegneten Reichtum an Kirschbäumen bekannt. Jedes Jahr wird die Ernte mit einem Karaz (arabischer Name für Kirschen) Festival in Zusammenarbeit mit biologischen Lebensmittel Genossenschaften gefeiert, zu schade, dass ich die vielen Jahre zuvor nie etwas davon gehört hatte!

Bereits am Ortseingang regelte ein Polizeiposten die Parkplatzfrage und der Gesetzeshüter wies mir einen Platz zu. Somit war mein Auto zwar hoffentlich sicher vor Beschädigungen geparkt, jedoch hatte ich bestimmt einen längeren Marsch vor mir. Ich trottete einfach den anderen Fußgängern hinterher und bald schon hörte ich auch Musik. Ich wusste nun gar nicht, was mich erwarten würde, auf diese Massen an Verkaufsständen hätte ich jedoch im Traum nicht daran gedacht! In den vielen Jahren hier hatte ich schon einiges erlebt, aber so etwas noch nie! Durch zig Strassen und Gassen reihte sich ein Anbieter an den anderen.

Ohrenbetäubender Lärm aus Lautsprecherboxen, die DJs live zum Besten gaben, dann wieder Motorenlärm, der mich neugierig machte. Dutzende Edelkarossen wie Porsche, Ferrari und Jaguar zeigten sich. Auffällig waren vor allem die vielen Porsches, die in Deutschland auf dem Nummernschild schon das H erteilt bekommen hätten. Die Hauptverkehrsachse wurde geöffnet, die Fahrzeuge fuhren einen Corso, drehten unter lautem Hupen, Schreien und typisch arabischen Gesten und Beschimpfungen und kehrten wieder zurück. Dann war für einige Zeit die Strasse gesperrt, bis der Volkswagen club seine Runde drehen durfte. Das fand ich noch viel schöner, vor allem hatten einige alte Schätzchen merklich Schwierigkeiten, die Steigung des Berges zu bewältigen.

Nach einer Pause kamen die Motorräder an die Reihe. An die hundert Maschinen reihten sich parkend die Strasse hinab, viele originelle Outfits wurden fotografiert. Den Lärm mag sich keiner vorstellen, als die Wichtigtuer bei angezogener Bremse ordentlich Gas gaben, die Hinterreifen sich seitwärts bewegten und eine riesige Qualmwolke zur Folge hatten. Feinstaub ließ grüßen!

1918

Doch zurück zu den Kirschen! Darum war ich augenscheinlich ja hier! Leider konnte ich in der hiesigen Presse noch keinen Artikel finden, obwohl ich an mehreren Stellen Fernsehteams und Reporter sah. Aus einem 10 Jahre alten Zeitungsartikel des DailyStar habe ich folgende Info entnommen:

Hammana ist ein Dorf mit 7.000 Einwohnern und beherbergt 10 Kirschfarmen. Alle sind in Familienbesitz, einige gehen Hunderte von Jahren zurück. Die Größe der Farmen reicht von kleinen Betrieben (50 Kirschbäume) bis zu größeren Betrieben (700 oder mehr). Einheimische erinnern sich, dass es vor dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 mehr Bauernhöfe als Bauern gab – jeder hatte einen Garten mit einem oder zwei Kirschbäumen. Aber seitdem hat Hammana wie viele andere ländliche Gemeinden viele seiner Einwohner auf der Suche nach besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten im Ausland verloren. „Viele sind nach Nordamerika und Australien gereist. Aber im Sommer kommen sie zurück“, sagt der lokale Entwicklungsbeauftragte der Gemeinde.

Auch ich kaufte natürlich mein Tütchen Kirschen, konnte mich gar nicht entscheiden an welchem Stand und hatte mich einfach durchprobiert.

Gegen eine Gebühr konnte man eine bestimmte Menge Kirschen selbst pflücken, in der Vergangenheit wurde daraus wohl auch ein Wettpflücken veranstaltet, davon las ich dieses Jahr jedoch nichts am Stand.

Kulinarisch war jede Menge geboten, ich denke kein Wunsch blieb offen, sieht man von Leberkäse-Laugenwecken und Currywurst einmal ab, um die Nachfrage meines Mannes im Vorfeld zu beantworten. Ich entschied mich für Hausmannskost, die hier im öffentlichen Garten eines Verwaltungsgebäudes verkauft wurde und verspeiste meinen leckeren Safranreis mit Huhn und allerlei Nüssen dann gemütlich im Grünen und in relativer Ruhe.

Bis ich dann von Trommeln und Blasmusik aus meiner schläfrigen Lethargie erwachte und den angenehmen Klängen, die auch von Guggenmusik hätten stammen können, auf die Spur ging. Und siehe da, Trommeln und Blechbläser, Männlein und Weiblein zogen durch die Gassen. Die Damen der Caritas wagten ein Tänzchen und die Senoritas posierten!

Auch sonst war allerhand geboten. In letzter Zeit viel mir schon bei einigen anderen Veranstaltungen auf, dass es Trend geworden ist, alte VW Busse zum Verkaufsstand umzufunktionieren. Immer wieder eine Augenweide!

Ansonsten wurde frischer Orangensaft originell angeboten, das Honigschleudern demonstriert und besonders toll finde ich das Lamm vom Grill!

Schön war das Festival und ich war froh, schon am frühen Vormittag dort angekommen zu sein, denn einige Stunden später waren die Strassen und Gassen voller Menschen, beim Rückweg reihte sich Auto an Auto, nirgends gab es mehr Platz zum Parken. Wenn die Veranstaltung weiterhin so erfolgreich ist, wird Hammana ihren früheren Ruhm als Kirschhauptstadt des Libanon wieder herstellen. Oder vielleicht hat sie das bereits?

In diesem Sinne, seid gegrüsst und ich hoffe, mit mir ist weiterhin gut Kirschen essen,

Gruß Karin            34

 

 

Feinschmeckerpilze im Libanon

Inspiriert durch einen Verkaufsstand bei der Garden Show und durch Empfehlung einer Freundin (der ich hiermit danke), erzählte ich Joachim von der hiesigen Pilzfarm „Gourmet Mushroom“  website.

1

Somit führte uns letzten Samstag die Fahrt nach Byblos, hinauf in die Berge, an Sohnemanns ehemaliger Uni LAU vorbei, dem Wegweiser nach, bis wir vor dem abgesperrten Gelände standen und per Telefonanruf um Einlass baten.

Auf dem Gelände dominieren Tunnelgewächshäuser, durchnummeriert von 1-9?, Generatorenlärm, außerdem rege Bautätigkeit für weitere Häuser.

2

Foto vom Betreiber

Ein Mitarbeiter erwartete uns und geleitete uns in die Kühlhalle. Welcher Geruch!!! Für meinen Mann der Himmel auf Erden, für mich, die nicht einen einzigen Pilz zwischen ihre Zähne bekommen mag, das genaue Gegenteil!

Bis sich der liebe Gatte endlich entschied, musste ich immer wieder nach draußen gehen um frische Luft zu schnappen, war jedoch auch interessiert ob der Vielfalt, vor allem da es mir gestattet war zu fotografieren, was ich doch sehr gerne wollte.

Hier nun also die Kühlhalle. Dutzende von Kisten mit verschiedenstem Inhalt stapeln sich den Wänden entlang. Champignons verschiedenster Art wie auch Portobellos, Shiitake, Austernpilze verschiedener Art, brauner Kräuter-Seitling (Eryngii), japanisches Stockschwämmchen (Nameko), gemeiner Samtfußrübling (Enoki) und auch Kräuter wie Basilikum und Rosmarin.

3

Die Farm besteht erst seit 2015. Nach wenigen Sorten zu Anfang, werden inzwischen über 15 Arten von Bio-Pilzen gezüchtet. Aufgrund einem Null-Abfall-Management und nachhaltiger Lebensmittelproduktion wurde die Farm inzwischen von einem britischen und einem italienischen Unternehmen akkreditiert und gelangte somit zur Bio-Zertifizierung.

Im Vorraum ein Dörrautomat, das daraus entströmende Aroma war etwas besser für mein Näschen geeignet.

4

Außerdem wird noch aus eigener Produktion ein getrocknetes Pilzpulver aus sieben verschiedenen Pilzen verkauft.

5

Da kein Verantwortlicher vom Management anwesend war, war es leider nicht gestattet, einen Blick in die Aufzuchthäuser zu werfen – sehr schade – jedoch natürlich verständlich!

Ob nun alle grösseren Supermärkte beliefert werden, entzieht sich leider meiner Kenntnis, nach dieser Art von Gemüse halte ich nicht so oft Ausschau, obwohl ein Pilz ja kein Gemüse ist. Ob bereits exportiert wird, kann ich leider auch nicht beantworten, der Mitarbeiter sprach nur wenig Englisch und auf der Website konnte ich keine Info finden.

Zu Hause verzog ich mich dann aus der Küche und Gatte war am Werkeln. Zur Abfallvermeidung sollte man sich jedoch unbedingt eine bessere Lösung einfallen lassen. Diese Plastikberge widerstreben mir gewaltig! Am besten selbst ein Behältnis mitbringen oder alles zusammen in die Papiertüte packen. Jedoch hätte ich sie dann nicht in meine kleine Kühlbox bekommen, die ich bei dieser Hitze und dem weiten Weg vorsorglich mitnahm.

6

Zwischendurch musste ich natürlich doch mal spionieren, mit geschlossener Nase war dies erträglich.

7

Geschmeckt hat es ihm wohl sehr, die Riesenportion reichte dann zum Mittag- und Abendessen. Vielleicht finden wir im Herbst welche im Wald? Ich geh dann gerne mit und halte Ausschau.

Bis dahin, Gruß Karin

 

Jezzine Wasserfälle

Auf unserem Nachhauseweg von Sidon wählten wir den Weg über Jezzine, weiter entlang des Qaraoun Stausees zum Weingut Kefraiya, wo wir bei Wein und Käseplatte ganz entspannt den herrlichen Ausblick auf die Weinreben, Zypressen und Berge hatten, bis wir dann am frühen Abend wieder zu Hause waren.  Total erledigt, aber froh, endlich wieder einmal etwas zusammen unternommen zu haben.

Doch zurück zu Jezzine. Auch darüber sprach ich mit meiner Freundin und ich war mir nicht sicher, ob ich dort schon einmal war. In meinem uralten Reiseführer wird kein Wort darüber verloren, Joachim war dort schon zig Mal und war sich sicher, auch ich würde den Ort kennen. Doch ich bin mir nun im Nachhinein sicher, dass dies mein erster Besuch war.

Knapp 30 km östlich von Sidon liegt dieses kleine Städtchen, eingebettet von Bergspitzen, Pinienwäldern, Obstbäumen und Weinbergen, auf einer Höhe von 950 Meter. Beliebter Sommerferienort und Touristenziel zu allen Jahreszeiten, denn Jezzine verfügt über Wasserfälle, die natürlich während der Herbst- und Wintermonaten am besten zu bestaunen sind. Wir hatten Glück, nun im Juni noch so viel Wasser zu sehen, Dank sei dem vielen Regen und Schnee, der den Libanon letzten Winter heimsuchte. Jezzine soll über 24 Quellen verfügen und hat somit ein riesiges Wasserreservoir, womit es nicht verwunderlich ist, von solch großen Grünflächen umgeben zu sein.

1

Und das waren die beiden Kaskaden, die wir bestaunen konnten. Allein die Bergkette sieht schon bombastisch aus! Zum Teil stürzt das Wasser hier 70 Meter in die Tiefe.

Das Wasser entspringt den Jezzine Quellen, fließt in den Jezzine Fluss, trifft auf den Awali Fluss und von dort speist es das Litani Kraftwerk, von dem 50 % der südlichen Bevölkerung versorgt werden.

Abschließend noch ein Besuch auf der Aussichtsplattform „Unsere liebe Frau vom Wasserfall“, wo sich dies herrliche Panorama betrachten lässt.

        4

Für unser obligatorisches Selfie, verrenkten wir uns fast die Arme und Hälse, denn vor der Statue war nicht viel Platz und jenseits des wackeligen Geländers ging es sehr steil nach unten.

5

Länger wollten wir uns in dem Ort nicht aufhalten, eine Autorallye war gerade beendet, Massen von Passanten und Fahrzeugen war unterwegs und somit fuhren wir weiter. Bestimmt wäre es schön gewesen durch das Städtchen zu bummeln, welches auch für seine handgefertigten traditionellen Dolche und Besteckteile mit dekorativen Einlegearbeiten aus Mosaiken und Knochen bekannt ist. Außerdem ist die Stadt reich an Mineralien und Naturschätzen, insbesondere Eisen und Kohle.

Somit fuhren wir also weiter, eine ganze Zeit lang entlang des Qaraoun-Stausees.

2019-06-09 Qaraoun-Stausee

1959 begannen jugoslawische Ingenieure den 60 m hohen und 1350 m langen  Damm zu bauen. Unterirdisch wird das Wasser zur hydroelektrischen Station geleitet, wo Strom produziert wird. Der künstlich erzeugte Stausee hat eine Fläche von 11 qkm und dient u.a. zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Felder im Südlibanon und der Bekaa-Ebene. Der Litani Fluss, der bei Baalbek entspringt, speist den Stausee und fließt dann weiter Richtung Tyros, wo er im Mittelmeer endet.

Der Stausee war gut gefüllt, hoffen wir dass der Sommer nicht zu trocken wird und das Wasser lange genug vorhält.

Wie bereits erwähnt, ging es dann weiter zum Weingut Kefraiya, ab nun waren wir komplett privat unterwegs, somit keine Fotos.

Bis zum nächsten Mal,

Gruß Karin

 

Tempelanlage des Gottes Eschmun

Während der Autofahrt zu unserer nächsten Besichtigungstour meinte mein lieber Göttergatte ganz trocken in seiner eigenen Art: „Sollten wir uns eventuell irgendwann wieder einmal dazu entschließen im Ausland leben zu wollen, dann nur auf einer Insel, die neu durch einen Vulkanausbruch entstanden ist.“ Auf meine verwunderte Nachfrage kam ganz kurz die Antwort: „Da gibt es wenigstens keine alten Steine, die du dir unbedingt anschauen willst!“

Somit war bereits schon vor der eigentlichen Besichtigungstour die Einleitung für diesen Beitrag entstanden!

Auf die Idee für diesen Ausflug kam ich letzte Woche, als ich mit einer Freundin die alljährlich stattfindende Garden Show in Beirut besuchte. Beim Vorbeischlendern  am Infostand des Ministeriums für Tourismus studierte ich die reichhaltige Auslage an Faltprospekten. Alle Ziele waren mir bekannt, bis auf eines, natürlich! Nun sollte mir mein Gatte eigentlich dankbar sein, dass er sich diese historischen Steine mit mir zusammen anschauen darf!

Unser Weg führte uns diesmal durch Beirut hindurch, Richtung Süden nach Sidon (arabisch Saida). Ungefähr gegenüber des Stadions befindet sich die Anlage. Das Eingangstor weit geöffnet, frisch gepflanzte Blümchen entlang der sauber gefegten Einfahrt, drei junge Männer verweilten im Schatten eines Hauses und hießen uns willkommen. Parken und Eintritt war kostenlos, somit konnten wir direkt losmarschieren.

 

2

Die phönizische Stätte stammt aus dem 6. Jhr. v. Chr. und wurde im 19. Jhr. von Archäologen freigelegt. Es handelt sich um einen Tempel, der dem Heil- und Fruchtbarkeitsgott Eschmun geweiht war. Zugleich war er auch Stadtgott von Sidon.

Der Standort wurde voraussichtlich aufgrund der Quelle gewählt, die nahe beim Tempel entspringt und deren Wasser für die Heilungszeremonien unentbehrlich war.

Allzu viel ist nicht mehr sichtbar und trotzdem wundert es, dass z.B. die Mosaiken teilweise noch so schön erhalten sind. Einige Fundstücke können im Nationalmuseum in Beirut bestaunt werden, auch fand man in der Nähe von Sidon zwei schwarze Sarkophage. Einer der beiden befindet sich im Museum in Istanbul, der andere im Louvre in Paris. Bevor mit den Ausgrabungen begonnen wurde, glich der Tempel einem Steinbruch. So benutzte u.a. Emir Fakhreddine II. die massiven Steinblöcke zum Brückenbau.

Obwohl viele Teile des Areals gemäht waren, auch während unserer Anwesenheit wurde ein Stück weit das von der Sonne verdorrte Gestrüpp entfernt, trauten wir uns nicht tiefer ins Gebüsch. Zu gut wissen wir über die Schlangen bescheid, die sich in solchen Gegenden geradezu wohl fühlen. Joachim entdeckte eine Leblose oben auf dem Podium, ich mit meiner Phobie machte einen weiten Bogen.

Interessant fand ich dann, was ich während meiner Recherche bei Wikipedia las:

Der Legende nach war Eshmoun ein junger Mann aus Beirut. Die Göttin Astarte selbst verliebte sich in ihn. Eschmun verstümmelte sich daraufhin selbst, um ihrem Werben zu entfliehen und starb an seinen Verletzungen. Daraufhin erweckte Astarte ihn wieder zum Leben – als Gott. Wie Adonis wurde er auch als Fruchtbarkeitsgott verehrt, der jedes Jahr von Neuem stirbt, um wiedergeboren zu werden. Er wurde auch als Heilgott angesehen und so mit dem griechischen Heilgott Asklepios gleichgesetzt. Eschmun wurde – wie Asklepios auch – mit dem Attribut eines Stabes ausgestattet, um den sich eine Schlange windet. Das bezeugt eine goldene Tafel, die in der Nähe des Eschmun-Tempels bei Sidon gefunden wurde.

Somit begnügten wir uns mit den wenigen Sehenswürdigkeiten, die sich entlang der Wege befanden.

Vom ehemaligen Podium hatte man einen wunderbaren Überblick.

13

Blick nach links zum Eingang zeigt sich in der Ferne das Mittelmeer, auch das Stadion von Sidon ist gut sichtbar.

14

Blick geradeaus auf die Obstplantagen des Nachbargrundstücks

15

Blick nach rechts auf die bewirtschafteten Berge

Das Areal war frei von jeglicher Müllansammlung, wirklich lobenswert. Schmunzeln musste ich dann jedoch wieder beim Einsteigen ins Auto. Direkt daneben der typische libanesische Abstellplatz für Gerümpel aller Art, inklusive dem gesammelten Müll.

1

Weiter ging die Fahrt Richtung Osten nach Jezzine, doch darüber schreibe ich einen eigenen Beitrag. Bis gleich,

Karin

Schokoladenmuseum in Beirut

Bei meiner gestrigen Fahrt gen Beirut standen nicht nur Erledigungen auf dem Programm, oh nein – ebenso folgte ich dem Ruf einer süßen Versuchung und Verführung, denn ich plante zudem einen Museumsbesuch bei ChocoStory Beirut website.

1

Schokolade wird ja nun einmal von vielen Menschen auf der ganzen Welt geliebt – so auch von mir. Allein beim Anblick dieser Abbildungen läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen!

2

2000 v. Chr. wurde bereits Kakao angebaut, zunächst durch die Olmeken, später durch die Mayas. Als im 14. Jh. die Azteken die Maya-Gebiete eroberten, übernahmen sie die Güter, behielten die Kultur des Kakaos aufrecht und vertieften diese weiter. Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, entdeckte er auch den Kakao, fand diesen jedoch uninteressant. Erst als 1519 Cortes das Aztekenreich eroberte und ihm bewusst wurde, welcher Gewinn sich für Spanien mit einem intensiven Anbau erzielen lassen könnte, beschäftige er sich intensiv damit und brachte 1528 den Kakao, und alle anderen Zutaten für eine schmackhafte Schokolade, mit nach Spanien. Von dort aus führte die Schokolade ihren Siegeszug zunächst nach Frankreich, später nach Belgien, bis sie dann irgendwann auch das restliche Europa einnahm. Erwähnenswert wäre noch, dass erst im Jahr 1802 der Schweizer Cailler eine Technik erfand, die Schokolade zu verfestigen.

Anschaulich wird im Museum die Entwicklung vom Kakaobaum, der verschiedenen Arten, ihrem Vorkommen, der Schote, der Bohne, der Ernte, der Fermentation, der Trockung, der Sortierung und Reinigung, der Röstung und weiteren Verarbeitung bis hin zur fertigen Schokolade dargestellt.

Galt die Kakaobohne zu früheren Zeiten als Luxusgut und Symbol für Reichtum und Macht, diente sie jedoch ebenso als Arznei- und Tauschmittel. Besonders interessant fand ich, wie viele Kakaobohnen von Nöten waren, um diese in einen Hasen, ein Hühnerei oder Gemüse einzutauschen.

8

Schritt für Schritt geleiteten mich meine Museumsführer durch die Ausstellungsräume, erklärten ausführlich und beantworteten meine Fragen.

Witzige Anekdoten werden ausgetauscht, so erfahre ich z. B., dass früher so manches Dörfchen nur eine einzige Bonbonniere besaß und jedes Mal wenn jemand Besuch erwartete, die kostbare Dose zum Gastgeber wanderte, bis ein anderer Einwohner diese benötigte.

11

Ebenso schön war die Sammlung von Schokoladentafeln-Verpackungen des libanesischen Süßwarenherstellers Gandour. Schade allerdings, dass sich keine weiteren Pralinen- und Gebäckverpackungen aus früheren Zeiten beschaffen ließen.

12

Am liebsten hätte ich mich zu Madame gesetzt und von Schokoladentrunk und Kuchen genascht.

13

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass im ganzen Museum Schokoladenspender zur freien Verköstigung bereitstehen? Natürlich musste ich die Qualität des einen und anderen und dritten und vierten…. Plättchens probieren.

14

Die Gegenstände, die sich unten im Regal befinden, sind alle nur aus Schokolade gearbeitet. Hier und da sind im Museum noch weitere Exponate ausgestellt.

Ein weiterer Schaukasten versetzte mich zurück in meine Kindheit, als meine Mutter im Winter in kleine verschiedene Förmchen flüssige Schokolade einfüllte und diese dann bis zum Aushärten in eine Schüssel mit Schnee setzte. Gab es einen schneefreien Winter, dann gab es auch kein Schokoladenkonfekt. Gleichzeitig erinnern manche Formen an die Kuchenbackformen für Osterschäfchen und -lämmchen.

15

Mein besonderes Augenmerk fiel auf einen riesigen Schaukasten gefüllt mit den verschiedensten Kakaokannen und Schokoladentassen, wovon manche eher an Suppentassen oder kleine Schüsseln erinnern.

16

Vor einer Ecke der Vitrine stand ich wohl völlig ratlos davor, das Hinweisschild hatte ich noch gar nicht gelesen, da meinte mein Lotse – das sind Schnurrbarttassen!

17

So was hatte ich bis dato auch noch nie gesehen! Wie praktisch zu damaliger Zeit für die Herren mit wildem Wuchs oder gepflegter Pracht!

Zum Schluss wagte ich noch einen Blick zu Dutzenden von Kindern in den Workshop-raum hinein, die Geräuschkulisse von drei Schulklassen inklusive sehr sehr lautem Musikpegel machten mich doch neugierig. Verständlicherweise durfte ich die kleinen Knirpse nicht ablichten. Obwohl das Bild zu drollig war. Eingehüllt in orangefarbige Bäcker- oder braune Kochmütze nebst brauner Schürzen sass ein jedes Kind auf schwindelerregendem hohen Barhocker und kreierte auf einer Matte sein eigenes Schokoladenbild, verziert mit allerlei Süßkram. Dazu wirbelten die Betreuer umher und ein jeder musste sich anbrüllen, um dann sowieso nur die Hälfte davon zu verstehen – so laut war es in dem Raum! Unverständlich!

Die Tour war zu Ende, mein Weg führte hinab Richtung Ausgang und ich kam am kleinen Café vorbei. Nach warmer Schokolade oder Eis mit Schokoladenüberzug gelüstete es mich nun überhaupt nicht mehr, irgendwann ist dann doch mal genug.

Ein kleiner Espresso zum Abschluss und Flyer in die Handtasche gesteckt, denn ich möchte unbedingt weitere Personen zur süßen Versuchung verführen.

21

Bis bald einmal auf ein Tässchen heiße Schokolade,

Gruß Karin

Silbernes Jubiläum im Luftschiff

 

Das Salz ist gut; wenn aber das Salz nicht mehr salzt, womit wird man’s würzen? Habt Salz bei Euch und habt Frieden untereinander!   

Markus 9,50

 

Vor etwas mehr als 25 Jahren wurden meinem damals zukünftigen Ehemann und mir, bei dem Vorbereitungsgespräch zur kirchlichen Trauung eine lange Liste mit Trautexten vorgelegt. Mit vornüber gebeugten Köpfen studierte ein jeder für sich allein in stiller Konzentration Absatz für Absatz, bis plötzlich wie auf Kommando der jeweilige Zeigefinger von uns beiden auf diesen Spruch hinzeigte. Ein gegenseitiges Anlächeln, ein Nicken, mehr musste nicht gesagt werden – das verstand auch unsere Pfarrerin.

Letztendlich wurde am 22.04. standesamtlich und am folgenden 23.04. kirchlich geheiratet. Und nun sind 25 Jahre vergangen und wir feierten unsere Silberhochzeit.

Zu diesem Anlass fuhren mein Mann und ich nach Friedrichshafen an den Bodensee um einen weiteren langgehegten Wunsch von mir in Erfüllung gehen zu lassen – einen Zeppelinflug!

18

2

Monate im Voraus buchte ich bereits genau für unseren kirchlichen Hochzeitstag einen 30 Minuten-Rundflug um Friedrichshafen.

1

War das eine aufregende Angelegenheit! Nach Ballonfahrt, Hubschrauber- und Segelflug und allerlei Flugzeugerfahrung der unterschiedlichsten Maschinen hatte ich von einem Zeppelinflug so gar keine Vorstellung.

3

Nach Erhalt der Bordkarten wurden die 13 Passagiere wie bei jedem anderen Flug über die Sicherheitsvorkehrungen aufgeklärt und anhand eines Filmes erhielten wir noch weitere Informationen über einen Zeppelinflug. Des weiteren folgten spezielle Verhaltensvorschriften über das Ein- und Aussteigen und allgemeine Hinweise über das Verhalten an Bord.

Mit einer durchschnittlichen Fluggeschwindigkeit von 65 km/h in einer Höhe von 300 Metern schwebte der Zeppelin NT fast lautlos sehr ruhig dahin. NT steht für Neue Technologie, definiert durch die starre Innenstruktur. Gefüllt ist der Riese mit unbrennbarem Helium, weitere Infos könnt ihr hier bekommen:

20

Beim Erreichen der Flughöhe durfte man sich in der Gondel frei bewegen, zwei Klappfenster konnten zum spiegelfreien fotografieren heruntergeklappt werden und machten somit das Erleben des Fluges noch  schöner. Die strahlenden glückseligen Minen der Fluggäste bezeugten, dass es für alle der erste Zeppelinflug des Lebens war.

Besonders zu erwähnen wäre noch, dass es weltweit nur fünf Zeppelins gibt. Drei in den USA, dort werden die Luftschiffe zu Werbezwecken und Übertragungen von Sportveranstaltungen genutzt. In Friedrichshafen gibt es  zwei Zeppelins, einzigartig werden diese hier zur Personenbeförderung eingesetzt. Ein dritter Zeppelin ist derzeit im Bau und wird dann einen bestehenden ersetzen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein einzigartiges und besonderes Erlebnis, welches ich jedem Interessierten wärmstens empfehlen kann.

Das Landen, Ein- und Aussteigen der neuen Gäste erfolgt sprichwörtlich im fliegenden Wechsel und somit kann man das Hochsteigen und den Abflug von einer ganz besonderen Perspektive aus verfolgen.

212223