Eine andere Art der Adoption

Kennt ihr das auch?

Ihr liebt es, wenn in eurem schnuckeligen und gemütlichen Heim sich die eine oder andere Grünpflanze augenfällig wohlfühlt, für alle Besucher sofort ersichtlich ist, dass ihr über den grünen Daumen verfügt! Das Geschöpf weiter wächst und gedeiht, sich prächtig und üppig entfaltet, nach allen Seiten hin, der Platz wird eng, sie steht im Weg, im Zimmer wird es duster, der eine oder andere Trieb wird – wenn auch mit sehr schlechtem Gewissen – vorsichtig gekappt, abgeschnitten oder abgesägt, abwartend die nächsten Wochen gebangt ob der liebe Mitbewohner diese grausame Tat wohl überstehen mag. Sämtliche Familienangehörige und Freunde wurden bereits mit Ablegern bedacht und winken dankend ab. Irgendwann ist der Topf gesprengt, das Gewächs schreit unübersehbar nach einem grösseren Behältnis. Aber insgeheim hat Mann oder Frau sich schon mit Trennungsgedanken beschäftigt. Man passt einfach nicht mehr zueinander! Doch wohin damit? Wer nimmt einem das Teil ab?

Oder die andere Seite der Freude. Irgendwann bekam man von einer guten Seele zum Einzug, zum Geburtstag oder zum Jubiläum ein Pflänzchen geschenkt. Von Beginn an mochte diese arme Kreatur die Schwingungen des neuen Zuhauses wohl nicht so recht leiden. Sie kümmert vor sich hin, mehr tot als lebendig und trotzdem schaffen wir es nicht, diesem Elend ein Ende zu bereiten. Ab in die Tonne oder für glückliche Gartenbesitzer, ab auf den Kompost? Somit würden wenigstens die damit verbundenen unliebsamen Gedanken ebenso wieder dem natürlichen Kreislauf zugefügt.

Dann gibt es natürlich noch eine dritte Variante. Die Lebensumstände haben sich geändert, die Pflanzen müssen weg! Doch soll man sich als Marktschreier vors Haus stellen um die liebgewordenen Raumklimaverbesserer an Passanten zu verschenken?

Für all diese Fälle hat das Frankfurter Künstlerduo 431art das Projekt botanoadopt® ins Leben gerufen. Seit 2009 werden über diese Website ungeliebte aber gesunde Pflanzen an Eltern vermittelt. Hauptsächlich innerhalb Deutschlands, aber auch in europäische Nachbarländer.

botanoadopt® engagiert sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit pflanzlichem Leben und setzt sich für die Rechte von Pflanzen ein.

Eine Adoption ist grundsätzlich kostenfrei. Bezahlt wird mit Verantwortung und zweimal pro Jahr erwarten wir ein Foto der Pflanze. Das Projekt lebt außerdem von den stillen Supportern, die botanoadopt entweder mit einem einmaligen Betrag unterstützen oder z.B. jeden Monat einen Euro an botanoadopt überweisen. Trägerverein von botanoadopt ist der Kunstverein quersumme8 e.V.

(aus der Website)

Ebenso wurde das Projekt Pflanzenklappe® erfunden. Dieses ermöglicht ein anonymes Abgeben von Pflanzen. Termine und Konditionen sind über die Website zu erfahren.

2017 wurde dieses Projekt durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Würde ich nun nicht schon seit über 20 Jahren mit den verschiedensten Frauen im Ausland die kostbaren deutschsprachigen Illustrierten und Zeitschriften tauschen und hätte ich somit gestern Abend nicht zufälligerweise die Kolumne in einer deutschen Frauenzeitschrift gelesen, so wäre mir bis dato noch nie etwas davon zu Ohren gekommen. Selbstredend, dass ich nach meiner Rückkehr aus dem Ausland unbedingt einmal selbst adoptieren möchte. Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass es mir beim 1. Mal nun nicht unbedingt um die Nachhaltigkeit sondern eher um die Kuriosität und den Spaß geht! Ich bin ja ehrlich! Die Vertragsbedingungen würde ich natürlich einhalten, keine Frage! Zum Abgeben habe ich (noch) nichts, aber ich habe mich im Postleitzahlenbereich 7 schon in einige verkuckt – denke jedoch mal – dass diese Waisen bis zum Herbst nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Nun frage ich euch: Wer kennt diese tolle Sache? Wer hat schon mitgemacht und vor allem, wie sind eure Erfahrungen? Wer plant nun in nächster Zeit sich einen grünen Genossen ins Haus zu holen oder wer hat einen abzugeben? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Bis dahin, seid mir grün!

Eure Karin

2 Kommentare zu “Eine andere Art der Adoption

  1. Pingback: Pflanzentauschbörse | karinsneuigkeiten

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