Falafel, Mtabal, Baklava & Co.

Diese Begriffe sind in der heutigen multikulturellen Küchengesellschaft nicht nur den Mitmenschen aus dem Orient bekannt. Da ich selbst viele Jahre im Libanon und Jordanien lebte und die dortige Küche kennen und lieben lernte, war ich sofort über das Angebot der hiesigen Volkshochschule in der Rubrik Küchen aus aller Welt begeistert!

Libanesische Winterküche – das sprach mich an, ich stellte mir Hausmannskost, einfache Gerichte und Eintöpfe vor.

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Zusammen mit Freundin Birgit, die der arabischen Küche auch nicht abgeneigt ist, meldete ich uns an und wir warteten gespannt, was uns Linda, eine waschechte Libanesin aus dem Süden des Libanons, so alles lehren wollte. 8 Frauen aller Altersschichten, mit und ohne Berührungspunkte mit der arabischen kulinarischen Welt, teilten sich in der Barmer Lehrküche in Schwäbisch Gmünd in 2 Gruppen auf und los ging es mit schnippeln, hacken, auspressen, kochen, formen, frittieren und – dem leidigen abspülen.

Zuvor erhielt eine Jede von uns ein Rezeptheft und daraus ging hervor, dass wir einen Salat, geschmorte grüne Bohnen mit Tomaten, Auberginenmus, Falafel und Baklava zubereiten würden. Hm, meine Enttäuschung ließ ich mir nicht anmerken, denn auch auf die Zubereitung all dieser Gerichte war ich sehr neugierig, trotzdem hatten diese nichts mit Winterküche und wärmenden Gewürzen und Kräutern zu tun – diese isst und bekommt man im Libanon das ganze Jahr.

Auf alle Fälle hatten wir gar nicht die Zeit dazu, darüber nachzudenken, 4 Stunden lang waren wir eingespannt und mussten uns sputen um überhaupt fertig zu werden.

Mit dem Einstechen und Backen der Auberginen für das Mtabal ging es los, denn rund 45 Minuten dauert es bereits, bis die subtropische Eierpflanze im Backofen durchgegart ist und die Haut abgepellt werden kann um das Innere weiter verarbeiten zu können.

Außerdem lernten wir die Herstellung von frittierten Baklava, gefüllt mit gekochter Sahnecreme und überzogen mit Zuckersirup und gemahlenen Pistazien. Ebenso eine aufwändige, aber auch leckere Angelegenheit.

Des weiteren bekamen wir die Tipps und Tricks zur Zubereitung von leckeren Falafeln gezeigt. Selbst hatte ich mich schon durch die verschiedensten Rezepte zu Hause selbst ans Werk getraut, doch an diesem Abend lernte ich auch das Aufhäufen der durch den Fleischwolf getriebenen Kichererbsenmasse auf dem „Falafelstempellöffel“ – wie ich dieses Teil nenne.

Zum Schluss nahmen wir alle am gedeckten Tisch Platz, Linda wies uns in die Materie des Wickelns eines Falafelsandwiches ein und mal mehr oder weniger ließen wir uns auch die restlichen Werke schmecken, die uns ebenfalls mal mehr oder weniger gelungen sind. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

Wie immer, wenn 9 schnatternde Frauen zusammenkommen, wurde gelacht und gefoppt, man lernte andere Menschen kennen und tauschte Telefonnummern aus, man ließ sich sein mitgebrachtes Getränk schmecken und teilte auch mit dem Kochteam. An dieser Stelle, Helen, vielen Dank fürs süffige Tröpfchen – doch leider musste ich noch Autofahren und somit war mehr als 1 Gläschen nicht angebracht.

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Die Reste des reichhaltigen Mahls wurden in die mitgebrachten Behälter verfrachtet. Ich für meinen Teil kann nur anmerken, direkt beim Schließen unserer Wohnungstür stand mein Göttergatte neugierig abwartend da und erfreute sich über den Inhalt meiner Mitbringsel.

Auch wenn hie und da mit dem Kursablauf etwas nicht so ganz im Einklang lief, war es doch sehr lehrreich, lustig und witzig. Jedoch zeigte sich, auch wie beim letzten Kochkurs Nori, Wasabi, Maki, Nigiri & Co., dass man bestimmte Küchenutensilien einfach selbst mitbringen sollte. Entweder sind sie gar nicht vorhanden oder die Qualität lässt so zu wünschen übrig, dass man einfach nicht zügig arbeiten kann. Sparschäler, Waage, Zitronenpresse, scharfes Schneidmesser, Spül- und Abtrocktücher sollten neben Schürze und vielen Kostprobenbehältnissen im Gepäck dabei sein.

Inzwischen habe ich zu Hause das Geschmorte aus grünen Bohnen und Tomaten, die Baklava und die Falafel nachgekocht. Auf unseren Geschmack abgeändert und nun bin ich sehr glücklich, dass ich meine libanesische Rezeptsammlung erweitern konnte. Demnächst folgt noch das Auberginenmus, doch dazu muss sich das Anheizen des großen Backofens für eine Frucht lohnen, sollte also noch ein Kuchen o.ä. mit eingeplant werden.

Dann hoffe ich, dass ich euch etwas neugierig machen konnte, sage Guten Appetit – Sahteen, bis zum nächsten Mal!

Gruß Karin