Weihnachtliche Impressionen

Bevor sich das Jahr zu Ende neigt, wollte ich noch meine gesammelten Schnappschüsse von weihnachtlicher Dekoration zeigen. Immer wieder werde ich außerhalb des Libanons darauf angesprochen, ob Weihnachten hier auch stattfinden würde. Ja, Weihnachten findet natürlich statt! Auch wenn der christliche Teil der Bevölkerung immer mehr abnimmt. Erwähnen sollte ich noch, dass wir hier immer im christlichen Teil des Landes wohnten und wohnen, und es hier generell ein anderes Straßenbild gibt als in anderen Teilen des Landes.

Jedes Jahr auf Neue versuchen die Gemeinde- und Stadtverwaltungen, die vorangegangenen Installationen an Lichterglanz, Kugel-, und Glitzerschmuck zu überbieten. Natürlich darf der Libanon dabei nicht fehlen und somit hab ich mich dieses Jahr aufgemacht, die besonderen Ausschmückungen photographisch festzuhalten.

Ob man dieses Überangebot an Bling-Bling nun gutheißen oder missbilligen soll, scheint dahingestellt zu sein. Fakt ist, dass die meisten privaten Haushalte bereits im November ihren Baum aufstellen und dieser dann auch auf jeden Fall bis Maria Lichtmess am 2. Februar stehen bleibt – der Kunstbaum machts möglich! Auch das inzwischen mannigfaltige Angebot an Adventskalender mit Schokoladenfüllungen ist heutzutage schon im November erhältlich. Das war zu unseren Anfangszeiten undenkbar! Wenn es diese Kostbarkeiten in vereinzelten Supermärkten überhaupt gab, dann erst kurz vor Weihnachten – und da war ein Adventskalender nicht mehr nötig. Für uns eigentlich nie ein Thema, da ich sowieso immer die ideenreichsten Kalenderkreationen selbst bastelte.

Aber in Deutschland hab ich die ersten Weihnachtsplätzchen und Lebkuchen auch schon wieder Ende September in den Auslagen entdecken dürfen – schrecklich!

Doch zurück zum Thema: da ich sonst nirgends hin gehe und somit die gigantischen Dekorationen der Shopping Malls nicht zu Gesicht bekomme, hab ich mich an den Rest gehalten. Sprich, hauptsächlich das Glanz- und Lichtermeer der verschiedenen Gemeinden. Hier nun ein kleiner Überblick für diejenigen, die so gar keine Vorstellung haben, wie es hier aussieht. Viel Spaß dabei.

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So – das war Weihnachten 2018. Moment, einer lief mir da noch über den Weg…

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Abschließend wünsche ich euch allen nun ein friedliches, frohes, glückliches, zufriedenes und vor allem gesundes Neues Jahr, kommt gut in 2019 an und passt auf euch auf!

Gruß Karin & Familie

 

 

Friede, Freude, Truthahnbraten

Einmal im Jahr,

wenn Kerzen brennen, Feuer knistern,
Wärme in Gedanken nistet,
wenn Kinder ihre Wünsche listen,
heute schon vom Morgen flüstern.

Wenn alles plötzlich möglich scheint,
die Welt im Glanz und Duft vereint,
wenn jeder einmal kurz verweilt
und denkt an andrer Freud und Leid.

Dann naht sie bald die Weihnachtszeit –
sei sie gesegnet und verschneit!

(Verfasser unbekannt)

 

Liebe Leser,

mein persönlicher diesjähriger Sinnspruch sieht in etwa so aus: Die Wohnung ist geschmückt, das selbst gebundene Adventsgesteck ist fast aus dem Dienst entlassen, dafür steht das treue taiwanische  Bäumchen in aller Pracht im Wohnzimmer, Quark-Marzipan-Stollen gebacken, der Vogel im Tiefkühler, Kühlschrank gefüllt, der Sohnemann für vier Wochen aus Glasgow in den Libanon eingeflogen worüber wir sehr glücklich sind, es herrscht Familienfrieden und Freude – Weihnachten kann kommen!

Plätzchen wurden aufgrund des mangelhaften Ofens nicht gebacken, Geschenke musste ich keine besorgen da wir beschlossen hatten uns nichts zu schenken – trotzdem frage ich mich, warum ich die letzten Wochen so beschäftigt war?! Lags an der vielen Abwesenheit? Bei den Vorbereitungen zum Basar in der Evangelischen Gemeinde und die Mitarbeit am Basartag selbst? Interne Schreibtischarbeit und örtliche Behördengänge verschlangen die letzten Wochen auch jede Menge Zeit und dann nicht zu vergessen, dass die Haushaltsführung hier einfach aufwändiger ist als in Deutschland. Immer wieder Unwohlsein mit starken Kopfschmerzen, anbahnende Erkältungsanzeichen bremsten mich aus. Dazu verbrachte ich die letzten Wochen Stunden im Auto.

Der Straßenverkehr hier ist, wie immer vier Wochen vor Weihnachten, eine noch grössere Katastrophe als sonst. Obwohl ich mich frage, wohin die vielen Autos nur fahren? Habe mir sagen lassen, die Einkaufszentren wären leer – keine Ahnung, denn ich gehe ja nie zum Bummeln. Muss aber stimmen, denn ich höre es von mehreren Personen. Die Händler werfen bereits vor Weihnachten mit Rabatten und Prozenten nur so um sich. Täglich werde ich per SMS Nachricht animiert, hier und da zu super Vergünstigungen einzukaufen. Alles was sonst nach Weihnachten verbilligt an die Kunden abgegeben wird, passiert jetzt schon! Die allgemeine wirtschaftliche Lage zwingt die Menschen dazu, nichts mehr auszugeben! Jeder klagt, alles wurde wieder teurer, manche Familien kommen kaum über die Runden.

Doch hier und heute ist nun wirklich nicht der geeignete Zeitpunkt um zu klagen. Obwohl ich damit mit meinen Gedanken ja auch kurz verweile und über anderer Leid sinniere – wenn ich an das Anfangsgedicht anknüpfen möchte. Vielleicht kommt man am Ende des Jahres automatisch ins Sinnieren, Innehalten und Nachdenken?

Doch am Ende des Jahres sind wir noch nicht angelangt! Zunächst wünsche ich uns allen erst einmal ein gesegnetes, friedliches und ein, klitzekleines bisschen, verschneites Weihnachten! Gerade so, dass Kerzen brennen, Feuer knistern, Wärme in Gedanken nistet und die Wünsche der Kinder in Erfüllung gehen mögen!

Frohe Weihnachten,  bleibt gesund,                             5

Gruß Karin

Weihnachtliche Zauberwelt in Bikfaya

Im Libanon geht wahrlich eine Welle der Veränderung vor sich! Diesmal eine wirklich positive. Was im Jahr 2002 bei der breiten Bevölkerungsschicht noch gänzlich unbekannt war, ist heute wohl nicht mehr wegzudenken. Eine unglaubliche Anzahl an vorweihnachtlichen Festivitäten wird angeboten. Weihnachtsmärkte, Festivals, Basare, Chorgesänge – man kann sich ob der Flut der angebotenen Vielfalt gar nicht entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Letztendlich entscheidet dann, zumindest bei uns, das Verkehrsaufkommen. So auch letzten Samstag.

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Seit Jahren findet in Bikfaya eine Art Weihnachtsmarkt statt. Da wir von Broummana direkt über die Dörfer ins 10 km entfernte Bikfaya relativ stressfrei gelangen und dieser Ort dazu noch auf ca. 1000 Höhenmetern liegt und es am Abend schön frisch und somit winterlicher ist als auf Meereshöhe, war die Entscheidung recht einfach. Dazu hatten die „Mosaikdame“, bei der ich den Kurs absolvierte und meine Bekannte mit ihren Malereien ebenso einen Stand gemietet. Ehrensache, dass ich mir dies anschauen wollte.

Schon von weitem sahen wir die hell erleuchtete Anlage. Wir staunten Bauklötze! So etwas im Libanon? Hatten wir zuvor noch nicht gesehen!

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Warm vermummt mit Winterjacken, Mütze, Schal und Handschuhen schlenderten wir über den hübsch dekorierten Platz, Feuerquellen spendeten Wärme, der Funkenflug musste am besten ignoriert werden. Nun kann man sich das nicht so wie in Europa vorstellen. Zwar waren die verschiedensten hübsch dekorierten Holzbuden mit diversem Angebot vertreten, jedoch entsprach das Sammelsurium an Krimskrams und kitschigen Dekoartikeln nicht unbedingt meinem Geschmack, sehr arabisch anmutend – aber immerhin ein Anfang! Da gab es Schmuck, Schals und Mützen, Taschen, Kinderspielzeug, bestickte Tischwäsche, reichlich dekorierte Kunstblumengebinde und -Körbe, genähte Nikolausstiefel, eingelegte Oliven, Olivenöle, Kekse und Plätzchen und natürlich nicht zu vergessen, unzählige Essens- und Getränkebuden getreu nach meinem Motto: „Wenn gar nichts mehr geht – gegessen und getrunken wird immer!“

Wir schlenderten zig Mal von einem Ende zum anderen. Lauschten den Klängen des Kinderchores oder der Weihnachtsmusik, die in einer moderaten Lautstärke aus verschiedenen Lautsprechern über den Platz zu hören war. Wir aßen hier etwas, kosteten dort den Glühwein um zum Abschluss doch noch einen Happen Süβes zu probieren – bis uns die Füsse aufgrund fehlender Sitzmöglichkeiten weh taten und wir nach Hause wollten.

Wie bereits erwähnt, schön gemacht, immerhin ein Anfang, jedoch ausbaufähig. Wir kamen etwas in Weihnachtsstimmung, schlenderten in der kühlen Nachtluft umher und hatten auch sonst unseren Spaß.

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Vielleicht wurden wir animiert, noch weitere Märkte zu besuchen?

Ich bin gespannt,

Gruß Karin

 

 

Aes cyprium

– das Erz von der griechischen Insel Zypern – wovon der lateinische Name Cuprum abgeleitet ist. Kupfer war das erste Metall, welches die Menschheit in ihrer Entwicklung kannte. Da es leicht zu verarbeiten war, wurde es bereits vor 10.000 Jahren verwendet. Während der späten Bronzezeit wurde Kupfer vor allem auf Zypern gefördert, wodurch die Insel ihren Namen erhielt. Heutzutage wird das begehrte Metall vorwiegend in Südamerika und den USA abgebaut. 

Dies erfuhr ich jedoch erst durch die Recherche für unseren Kurztrip auf die drittgrößte Mittelmeerinsel. Vom Libanon aus war es ja nun nicht allzu weit, trotzdem hatten wir es in all den vielen Jahren noch nie hierher geschafft (Klammern wir einmal großzügig unsere Evakuierung im Sommer 2006 während dem 33-Tage-Krieg aus. Per Schiff flüchteten wir von Beirut nach Lárnaka, von dort ging es damals per Flugzeug über Hannover nach Stuttgart. Unschöne Erinnerungen – wie gesagt, klammern wir aus).

Nachdem ich letzten Monat noch kurz in Amman bei meinen Partychicks vorbeigeschaut hatte und die tollen Einkaufsmöglichkeiten im Supermarkt genoss, haben Joachim und ich dann Ende November noch fünf Tage lang eine Reise nach Zypern unternommen. Nicht einmal eine Flugstunde von Beirut entfernt, landeten wir in Larnaka und nahmen uns einen Leihwagen um zum auserkorenen Hotel nach Páfos, der grössten Stadt im Westen der Insel, zu gelangen. 

Der Aufenthalt war so schön! Landschaftlich gibt es das Meer und die Berge wie im Libanon, doch die Vegetation ist durchaus verschieden. Wir fuhren ziemlich viel in der Gegend herum, hinauf in die Berge, hinab ans Wasser, rüber nach Limassol und Lárnaka und wieder zurück nach Páfos. Blieben jedoch immer im griechischen Teil, auch Nicosia haben wir leider nicht mehr geschafft – aber Zypern wird immer wieder eine Reise wert sein! Für zu viele Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen war einfach keine Zeit mehr da. Das Wetter noch wesentlich milder als im Libanon obwohl wir auch Regen und kalten Wind zu spüren bekamen,  frei zugängliche Strandabschnitte, super ausgebaute Autobahnen die die großen Städte verbinden. Der Linksverkehr allerdings war so manches Mal für Jogi eine Herausforderung und ich war froh, als Copilotin agieren zu können und sei es auch nur mit Kommentaren wie „linke Seite fahren!“, wenn er nach dem Abbiegen fälschlicherweise wieder einmal die gewohnte Fahrspur einnehmen wollte.  

Angefangen haben wir unsere Besichtigungen mit den Königsgräbern, auch wenn dort gar keine Könige begraben waren. Die gab es zu der Zeit der Ptolemäer in den beiden letzten vorchristlichen Jahrhunderten auf Zypern nicht. Wohl eher Statthalter und ihre Familien. Ein riesen Areal sehr malerisch direkt am Meer gelegen. 

Nach diesen schweißtreibenden Kraxeleien stand uns der Sinn nach Abkühlung. Mich interessierte vor allem die Aphrodite Felsen Brauerei. Brauerei Zwei Schwestern mit englischer Abstammung und deren Familien führen in reinster Harmonie eine Kleinbrauerei mit angehörigem Biergarten und Pub. Ein wahres Kleinod etwas oberhalb von Pafos nahe Tsada.

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Wir wollten uns nur durch einige Biere probieren, die reichhaltige Speisekarte interessierte uns zu dieser Zeit nicht, die positiven Bewertungen im Netz sind jedoch durchaus erwähnenswert. Die Brauerei hat aus Hygienebestimmungen festgelegte Besichtigungszeiten, sie war zu unserer Anwesenheit leider geschlossen, ich durfte jedoch durch die offene Tür ein Foto machen.

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Ansonsten ließen wir uns die zwei verschiedenen Bierchen schmecken. Leider war es dort oben trotz der stechenden Sonne recht frisch und windig und Jogi hatte wie so oft nicht an eine Jacke gedacht und wir mussten schnell wieder aufbrechen. Gerne wäre ich noch etwas verweilt. 

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Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter. Oftmals plan- und ziellos ließen wir uns treiben und entschieden kurzfristig, was wir uns anschauen mochten. So auch das Kloster Chrysorrogiatissa. Hoch über einem Tal in den westlichen Ausläufern des Trodoos Gebirges beim Dorf Pano Panagia. 

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Das im 12. Jahrhundert gegründete Kloster produziert Klosterweine, die auf der Terrasse mit Ausblick ins Tal gekostet werden können oder auch im Weinladen nebst Likören und Ikonen erworben werden können. Das Kloster restauriert auch alte Ikonen und besitzt eine Klosterkellerei. Diese konnte im November allerdings nicht mehr besucht werden. Im Zentrum des engen Klosterhofes steht eine geweihte Kirche mit einer wundertätigen Marienikone, die der Evangelist Lukas gemalt haben soll. 

Ganz andächtig verweilten wir kurz im Inneren, bestaunten das prachtvolle Interieur, entzündeten eine Kerze und verließen ganz ruhig und ins uns gekehrt wieder das Kloster. 

Auf der Weiterfahrt boten sich diese grandiosen Ausblicke.

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Zwischen allerlei kulinarischen Erlebnissen an den verschiedensten Orten besuchten wir natürlich auch den legendären Felsen der Aphrodite.

Den Mythen um die Göttin der Liebe, der Schönheit, der sinnlichen Begierde, der Schutzherrin der Sexualität und der Fortpflanzung wird auf Zypern, speziell in dieser Gegend, ganz besondere Aufmerksamkeit gewährt. Aphrodite Hills – ein berühmter Golfplatz, Aphrodite Tempel, Bad der Aphrodite, Apotheken, Restaurant, Hotels – sie alle bedienen sich des sagenumwobenen Namens. 

Am westlichen Ende mehrerer einsamer Kiesstrände, bildet der Abschluss an der flach gewordenen Küste ein kleiner Strand, vor dem mehrere Felsen aus dem Meer ragen. Eigentlich heißen sie Felsen der Romäer – Pétra tou Romioú, aber die Touristikwerbung nutzt sie als Felsen der Aphrodite, da laut Mythologie Aphrodite hier aus dem Schaum des Meeres entstiegen sein soll. Junge Paare schwimmen hier oder halten sich besonders gerne auf. Wer den Felsen dreimal umrundet, wird mit ewiger Liebe belohnt oder der lang ersehnten Schwangerschaft. 

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Wir nutzen das herrliche Wetter um die Seele ein wenig baumeln zu lassen und ich bewunderte das glasklare Wasser

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und bedauerte es sehr, dass es im Libanon nicht möglich ist, einfach von der Strasse ab zu fahren und ins wohltuende Wasser unterzutauchen. Zum einen ist alles zugebaut, nur per Eintrittsgelder zu erreichen oder die Wasserqualität lässt sehr zu wünschen übrig oder man befindet sich wiederum in Gegenden, wo Frau sich nicht einfach mit dem Badeanzug am Strand aufhalten kann.

Mit Staunen bemerkte ich auch die Mutigen, die sich ins kühle Nass wagen, denn in der Nacht zuvor gab es noch heftige Regenschauer. Was tut Mann oder Frau nicht alles aus dem Glauben heraus!

Auf einer Anhöhe einige hundert Meter weiter befindet sich eine von vielen Parkbuchten entlang der Küste. Wunderbare Möglichkeiten, um die Schönheiten der Umgebung noch besser auf sich wirken zu lassen.

Auch das Hafenareal von Páfos galt es zu erkunden. Am Abend sassen wir schon öfters entlang der Promenade in der einen oder anderen Lokalität um uns ein Essen, das leckere zypriotische KEO Bier oder auch einen süffigen Cocktail munden zu lassen. Doch ich wollte die Anlage auch bei Tageslicht betrachten. 

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Auch heute noch liegen hier Fischer- und Ausflugsboote. Direkt an der Mole befindet sich ein türkisches Fort, das wir jedoch nicht besichtigten. Die beiden antiken Molen sind Zeitzeugen einer anderen Epoche. Den archäologischen Park mussten wir auch auslassen, aber wie bereits erwähnt – ich bin mir sicher ich komme nochmals hierher.

Entlang des Hafenbeckens reiht sich ein Restaurant ans andere. Wir empfanden es sehr aufdringlich, wie wir von „Marktschreiern“ in allen möglichen Sprachen angeworben wurden, in das jeweile Restaurant zu kommen. Sehr unangenehm! Leider machten wir am vorletzten Abend den Fehler, direkt in eines dieser Touristenfallen zu gehen – so ein mieses Essen hatten wir den ganzen Urlaub nicht. Bis dahin immer zur höchsten Zufriedenheit getafelt – und dann so etwas! 

Eine weitere Besichtigung, die durch Zufall beim Umherfahren durchs Land zustande kam, war die mittelalterliche Burg Kolossi. 

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Ich zitiere nun hin und wieder aus dem deutschsprachigen Flyer, den man beim Eintritt bekommt, herausgegeben vom Archäologischen Dienst Zypern. Vielen Dank dafür. 

Westlich der Stadt Limassol liegt im Zentrum des üppigsten Tales im südlichen Zypern die Burg Kolossi. Schon im Mittelalter wird dieses fruchtbare Tal an der Mündung des Kouri-Flusses wegen seiner unendlichen Zuckerrohr- und Baumwoll-Plantagen, seiner Weinberge, Olivenhaine, Johannisbrotbäume und Getreidefelder von den Besuchern gepriesen. 

Zur Zeit der Frankenherrschaft war es eines der reichsten Lehen, das fränkischen Adligen gewährt wurde. 1210 wurde das Lehen durch den über Zypern herrschenden König Hugo I., dem Johanniter-Orden übergeben. Damals entstand die erste Burganlage, Überreste sind bis heute zu sehen.

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1301 verlegten die Johanniter ihren Hauptsitz nach Kolossi. 1306 kam die Burg für kurze Zeit in die kriegerischen Hände der Templer, 1308 waren jedoch die Johanniter wieder die Herren von Kolossi. 1310 wurde die Verwaltung des Johanniterordens auf die Insel Rhodos verlegt, die Burg blieb jedoch als Sitz starker militärischer Macht in Zypern bestehen, bekannt als Commanderie. Ab 1380 diente die Burg als repräsentativer Wohnsitz und Kommandozentrum. Von hier aus erfolgte die gesamte Organisation, Kontrolle und Ausbeutung der großen Plantagen des Tales von Kolossi und der weiteren Umgeben, zu der 60 Dörfer gehörten. Verheerende Angriffe der Genuesen im Jahre 1373 und der Mamelucken 1413, 1425 und 1426 sowie eine Reihe katastrophaler Erdbeben bewirkten, dass die stattliche Burg eine Ruine wurde.

1454 errichtete der Großkomtur des Ordens eine neue, mächtigere Burg, die heute noch erhaltene Burg von Kolossi.

Ein aus Steinen erbauter Festungsturm, 21 hoch, die Wandstärke 1,25 m. Dreigeschossig, durch eine enge Wendeltreppe miteinander verbunden. Das Erdgeschoss war wohl Lagerraum, auch zwei unterirdische Zisternen waren vorhanden. Der Zutritt zur ersten Etage erfolgt über die Zugbrücke. 

Auf beiden Etagen befinden sich großzügige Räume, jeweils mit Kamin ausgestattet. Im Erdgeschoss ist eine Wandmalerei erhalten geblieben, die die Kreuzigung Christi zeigt. Das Flachdach des Turm hat zahlreiche geschweifte Schießscharten und Pechnasen. 

Vom Dach aus bekommt man einen weiten Blick in alle Himmelsrichtungen, über die grüne Oase bis hin zum Meer, vom Tróodos und den Hochhäusern von Limassol. 

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Der östliche Hof wird von einem über 150 Jahre alten Baumriesen beherrscht. 

An der Ostseite der Burg haben sich Reste des Aquädukt erhalten. Das somit erhaltene Wasser trieb die Mühlräder der Zuckermühle an, die in dem großen überdachten Raum nebst Brennerei untergebracht waren.  

Zu später Stunde ging die Fahrt zurück, nicht um noch vorher an diesem schönen Platz, der Fossil Beach, anzuhalten. Ein abendlicher kühner Schwimmer entstieg gerade noch dem kalten Wasser, trocknete sich ab, entledigte sich unter dem großen Badetuch flugs seine Badehose, zog Shorts an, stieg ins Auto und fuhr von dannen. Die Dusche nach dem Arbeitsalltag war erledigt!

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Ansonsten sieht man am Straßenrand zahlreiche Ableger der Kaktusfeige, manches Mal in riesigen Dimensionen. Wie Unkraut breitet es sich anscheinend aus. Ob diese Art wohl essbar ist?

Unsere Abreise stand bevor, doch nicht ohne vorher eine der zahlreich verteilten LIDL Filialen besucht zu haben. Im Vorfeld erkundigte ich mich schon online über das Angebot. Somit wanderten doch einige liebgewordene Artikel, vor allem nun während der Adventszeit, in unseren Einkaufskorb. Wenn uns hier doch auch so ein Warenangebot zu vernünftigen Preisen angeboten würde! 

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Am nächsten Morgen nach dem letzten Frühstück auf der Außenterrasse mit herrlichem Blich auf das Meer, schoss ich noch dieses Foto und begab mich dann noch aufwärts zur Rezeption, um dort nochmals rundum den Blick einfangen zu können. 

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Mit dem Leihwagen ging es dann wieder zurück nach Larnaka zum Flughafen und heimwärts. Zypern – wir sehn uns wieder!  A′dio!

Gruß Karin