Winter Wunderland im Götzental

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Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah! Nach dem erneuten Schneefall rief die Natur geradezu nach uns und somit befolgten wir Goethes Worte und machten uns von zu Hause aus auf den 500 Meter kurzen Weg, bis wir an der einstigen Götzenmühle den ehemaligen Limes kreuzten und den Wald betraten. Hach, was waren die weißgezuckerten Bäume schön anzusehen! Jogi machte obligatorisch an seinem Brünnele eine Trinkpause und weiter ging es Richtung Picknickplatz der Schelmenklinge. Nein, wir legten keine Vesperpause ein, hatten gar keinen Rucksack dabei. Ab und zu kamen uns doch vereinzelte Spaziergänger und Jogger entgegen, aber insgesamt war es eigentlich nicht erwähnenswert.

Nun waren wir bereits einen Kilometer gelaufen, mit dem Rückweg zusammen hätte es mir eigentlich bis dahin schon gereicht, wollte ich doch einfach nur mal kurz die weiße Winterpracht genießen – aber nein, Göttergatte wollte noch ein kleines Stückchen weiter gehen. Na denn….

Somit ging es dem Götzenbach entlang immer geradeaus weiter. Nun wird sich so mancher Leser wundern, dass ja wohl ein Foto dem anderen gleicht – aber nein, jedes Foto hat für mich seine Berechtigung, es war so schön dort, auch wenn ich schon keine Lust mehr hatte zu Laufen, doch nach den Worten meines Gatten hatten wir schon die Hälfte unseres Weges geschafft und somit machte es keinen Sinn umzukehren sondern eine Schleife zu wandern. „Noch 200 Meter geradeaus, dann links den Berg hinauf, ein kleines Stück weiter bis wir am Waldheim sind und dann sind wir auch schon gleich wieder zu Hause“ – das waren seine Worte. Somit stetig geradlinig bis zum Ende der Gemarkung Lorch, dann links ab den Berg hinauf und abermals immer dem Weg nach.

Ich wurde etwas quengelig, die Thermounterwäsche hielt meinen Körper zwar mollig warm, doch leider waren die Oberschenkel eisig kalt, das Knie motzte, der Fersensporn schrie nach seiner gewohnten Schuheinlage, zum zweiten Mal musste ein stilles Örtchen hinter einem schützenden Busch gesucht werden und da wir leider auch unsere Sitzkissen nicht mit hatten war das pausieren auch nicht das Wahre – alles nicht so einfach für Mann, wenn Frau einfach nicht mehr möchte! Aber es blieb mir gar nichts anderes übrig als weiter durchzuhalten und einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Die Landschaft war aber auch zu schön! Die Wege waren inzwischen ebenso zugeschneit, der Schnee knirschte unter den Stiefeln, es herrschte absolute Ruhe, traumhaft!

Glücklicherweise kam endlich die Anlage des Evangelischen Waldheims in Sicht. Auf dem weitläufigen Gelände mit Grillplatz, Spielmöglichkeiten und tief verschneiten Wiesen befanden sich doch einige Familien, die Spiel und Spaß im Schnee suchten. Artig trottete ich meinem Wanderführer hinterher, nun ging es bergab und ich freute mich bereits auf zu Hause.

Kurz darauf konnten wir durch die Büsche schon unser Heim erspähen, die verschiedensten Körperteile frohlockten und freuten sich auf das Sofa. Nun waren wir 2,5 Stunden unterwegs und hatten 5,8 km zurückgelegt – dabei wollte ich nur mal kurz mein Näschen durchlüften!

Nun bin ich also gespannt, wo es uns als nächstes so hinzieht.

Bis dahin, bleibt gesund, eure Karin

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