Schwäbische Sinnsprüche

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2021, weiterhin befindet sich die Welt in der Corona-Krise und somit beherzigen wir artig die Regeln des Lockdowns. Um dem häuslichen Koller entgegenzuwirken oder auszuweichen, folgten wir am Wochenende abermals einem Ausflugstipp unserer Tagespresse.

Die Fahrt ging ins 26 km entfernte Dürnau bei Bad Boll im Kreis Göppingen. Die Gemeinde liegt eingebettet zwischen der Schwäbischen Alb und dem Bodensee und bietet u.a. allerlei Wandermöglichkeiten. Zwischen Obstlehrpfad und historischem Ortspfad befindet sich seit 2004 auch der schwäbische Spruch-Weg. Genau auf diesem Pfad wollten wir wandern, vielleicht erführen wir ja noch die eine oder andere Weisheit fürs tägliche Läba.

Wanderparkplätze gibt es mehr als reichlich, da es sich um einen Rundweg handelt, ist es auch egal an welchem Punkt man anfängt, alles hat ein Ende – nur die Wurst hat zwei. Apropos Wurst! Außer Getränke hatten wir diesmal nichts im Rucksäggle dabei, konnte Jogi nach unserem reichhaltigen Mittagessen gerade noch davon abhalten, darüber hinaus noch ein Wurschdweggle zu schmieren. Ihr seht liebe Leser, heute kommt hier und da doch ein schwäbisch Begriff vor, bin mir jedoch fast sicher, dass diese von „ausländischen“ Lesern ins Hochdeutsche übersetzt werden können.

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Und so gingen wir dann unseren Weg, leider bei nicht so tollem Wetter.

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Es regnete zwar nicht, jedoch war es diesig, wolkig, trostlos, die Bäume streckten ihr Geäst kahl und einsam in die Höhe. Der Wanderweg zwischen dem Obstlehrpfad war matschig und aufgewühlt von den vielen Spaziergängern, die uns immer wieder entgegenkamen. Der reinste Volkswandertag war das und ich denke mir, der Artikel in der Tageszeitung war überregional veröffentlich worden. Auf jeden Fall muss es im Frühjahr zur Obstblüte herrlich sein, den Höhenweg entlang zu gehen.

Und hier kommen nun einige der Tafeln mit den Sprüchen, viel Spaß beim Läsa!

Auch sonst bietet die Gemeinde einiges an Kunstinstallationen entlang der Wegen, ich konnte gar nicht alles ablichten, besonders schön fand ich die weihnachtlichen Dekorationen an den Privathäusern. Mit so viel Liebe und Engagement wurde Tannengrün, Zapfen, Lichter, Kränze und dergleichen drapiert, in vielen Gärten fanden sich diese Sterne in unterschiedlicher Form vor. Könnte mir gut vorstellen, dass dies ein Gemeinschaftsprojekt zur Verschönerung der Gemeinde war.

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Weitere Sprüche wollten von mir abgelichtet werden, auf einem Handlauf fanden sich Weisheiten zum Thema Bewegung.

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Weitere Wege hätten wir gehen können. Doch die große Frage zu den Lockdown-Zeiten ist nach wie vor, hauptsächlich als Frau: wohin in der Not mit der Notdurft? Bei Scharen von Fußgängern und kahlem Gestrüpp ist das ein sehr schwieriges Unterfangen. Dazu die Schichten von Kleidung – da hat ein Mann – sprich mein Mann – es wesentlich einfacher! Und somit haben wir uns auf den Weg Richtung Heimat gemacht, mit dem eigenen heiligs Blechle, obwohl ich diese Tramperstelle doch zu schön fand.

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Wie gesagt, Richtung Heimat haben wir uns aufgemacht…

“Hoimed isch
ned bloß a Word,
Hoimed isch
ned bloß a Ord –
Hoimed isch
dr Schdandord vom Herza“
(Michael Wahl)

Bis demnächst einmal wieder – aus der Heimat, aus der Fremde – Gruß Karin

2 Kommentare zu “Schwäbische Sinnsprüche

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