Ein Leuchtturm im Schwabenland?

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Meine eher zufällige Entdeckung ließ mich doch sehr erstaunen! Und wer mich etwas näher kennt der weiß, daß ich sofort ein inneres Verlangen hatte, diesen Turm zu erklimmen 🙂 und der Frage auf den Grund zu gehen, wieso hier ein Leuchtturm steht.

Gerade einmal 2 km vom Lorcher Stadtteil Rattenharz entfernt, jedoch bereits im Kreis Göppingen, steht direkt an der Kaiserstraße zwischen Rattenharz und Breech im Schweizerhof dieser 1916 erbaute Turm.

Benannt nach dem aus Schorndorf stammenden und ersten Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Reinhold Maier. Vor dem Turm ein Fahrradständer, Holz-Tisch-Bankgruppe, einige Meter vom Turm entfernt ein Parkplatz zum Abstellen des Autos. Eine Hinweistafel mit den wichtigsten Infos befindet sich an der Tür.

Im Innern dann ein Kuriosum, eine Parkuhr! Die Eintritts- und Aussichtsspende kann hier eingeworfen werden. Auf der Website des Turms http://www.boertlingen.de/turm/ ist die gesamte Gebührenordnung einsehbar, denn Kinder, Jugendliche, Familien, Gruppen o.ä. haben gesonderte Preise. Nebenbei bemerkt habe ich natürlich auch viele Infos meines Textes aus dieser Website. Fotos sind alle von mir. Gerne werfe ich meinen Obolus in den Münzeinwurf und drehe den Schalter nach rechts – wann habe ich dies das letze Mal gemacht??? Alles ist hier sehr schön angelegt und gepflegt und soll auch möglichst noch recht lange ein Besuchermagnet bleiben.

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20 Meter ging es nun hinauf. Die 110 Stufen bereiteten mir keinerlei Angstgefühl, da die Auftrittsflächen komplett aus Stahl gearbeitet waren, erst oben die Plattform bestand aus Gitterrost, da sah die Sache für mich wieder ganz anders aus. Doch das „Flair der Nordseeküste“ überwog alles und auch das Ruhebänkchen in luftiger Höhe machten mir die Sache erträglicher.

Auf dem Weg hinauf erfuhr ich dann Wissenswertes über Rainhold Maier.

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An den Stufen sind, wie schon an vielen anderen Türmen auch, die Geldgeber verewigt. Und fast oben angelangt dann Infotafeln über das Landeswasserversorgungsamt Stuttgart. Diese bauten 1916 diesen Pendelturm, um Druckschwankungen in den Hauptleitungen auszugleichen. Ahso! Dann war dies einmal ein Wasserturm. Später wurde er dann zu Zwecken der Trinkwasserversorgung nicht mehr gebraucht und 2010 wurde der Turm dann durch die Gemeinde Börtlingen saniert, zum Aussichtsturm umgebaut und dem 1. Ministerpräsidenten des im Jahr 1952 neu gebildeten Baden-Württemberg gewidmet. Wie wir nun schon aus den Infotafeln wissen, liegt dieser Turm direkt am Lieblingsspazierweg Maiers.

Eine stabile Stahltür führte nach draußen, wo mir sofort eine steife Brise um die Nase wehte – ich sag nur See! Doch im 360 Grad Blick ließ sich nichts dergleichen erblicken. Unsere schöne Schwäbisch Alb, den Rosenstein bei Heubach, die drei Kaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen bis zur Teck bei Kirchheim erwarteten meine Äuglein. Da wäre dann wieder das Wasser 🙂

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Übrigens fand hier auch schon eine Abseilaktion statt, was ich mich natürlich nie trauen würde. Apropos trauen – standesamtlich heiraten kann man hier oben nebenbei bemerkt auch. Ich habe mich getraut, indem ich ganz allein hier oben auf dieser Plattform herumtappe.

Bis zum nächsten Wiedersehen, auf der Alb, auf der See… Ahoi Karin

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2 Kommentare zu “Ein Leuchtturm im Schwabenland?

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