Feiertage zum Al Adha Fest

Zum Opferfest, dem größten islamischen Fest, waren hier letzte Woche von Mittwoch bis Sonntag Feiertage angesagt.

Wir wollten diese Gelegenheit nutzen, um endlich einmal meine Urlaubswünsche von Sonne, Strand und Meer zu verwirklichen. Da dieses Fest auch gleichzeitig mit dem Höhepunkt der Haddsch, der islamischen Pilgerfahrt nach Mekka, gefeiert wird und auch andere Familien die freien Tage für Kurztrips nutzen, ist mit hohem Reiseverkehr zu rechnen.

Schon Wochen vorher hatte Jogi die unterschiedlichsten Domizile gecheckt – entweder die 3fachen Preise, keine Flüge mehr zur Verfügung oder die Hotels voll.

Da wir vor vielen Jahren während der Wirtschaftskrise schon einmal in Dubai waren und die fast leere Stadt zur Besichtigung nutzten, war ich mir eigentlich sicher, dass mich nichts mehr dazu bringen würde, in dieser künstlichen Stadt Urlaub zu machen. Doch ein sehr lukratives Hotelangebot, die Nähe zum Strand und verfügbare Flugtickets hatten mich umdenken lassen.

Frei von jeglichem Zwang einer Stadtbesichtigung, das Hauptmerkmal nur auf Pool, Strand, Sonne und Meer gerichtet, so erlebten wir erholsame Tage.

Grosvenor House

Grosvenor House

2Ganz rechts der Tower mit der Markierung im 30. Stock, da hatten wir unsere Suite. Der kostenlose Hotel-Shuttlebus pendelte zum Strand, alles wunderbar.

Touristen aller Nationalitäten haben ihre Kinder in Scharen mit zu den Kamelen genommen. Fotoshooting mit Anfassen und streicheln – haben wohl noch nichts vom MERS Virus gehört.

Am nächsten Tag setzten wir uns doch ins Taxi und fuhren in die Dubai Mall, eines der größten Einkaufszentren der Welt. Da ich auf meiner inneren Einkaufsliste immer einige Sachen stehen habe, die ich im Land nicht bekomme, wollte ich in Dubai in einen der 13 Tchibo Läden und Jogi nebenan in den Waitrose Supermarkt um etwas einzukaufen. Was waren wir erfolgreich! Alles was wir suchten, fanden wir.

Hier gibt es auch leckeren Kaffee und Kuchen

Hier gibt es auch leckeren Kaffee und Kuchen

Die Mall verfügt unter anderem über 120 Gastronomie- betriebe, dem größten Gold-Souk der Welt, eine Kunsteisbahn mit Olympia- und Eishockeymaßen, einem musikgesteuerten Springbrunnen, einer 24 m hohen Wasserkaskade, 22 Kinosälen, einem Kinder Abenteuerland, einem Aquarium usw.

Das Aquarium erstreckt sich über 3 Etagen, das größte Becken hat eine Größe von 51 x 20 Metern und eine Höhe von 11 Metern. Die Wände in dem größten Becken sind aus 75 cm dickem Acrylglas – diese Dimensionen muss man sich mal vorstellen! 33.000 Seetiere, Fische, Haie, Barsche, Rochen und andere Riffbewohner. Krokodile, Riesenkrabben aber auch Robben und Pinguine befinden sich in weiteren kleineren Becken.

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Direkt neben der Mall befindet sich, wie könnte es sein, das höchste Bauwerk der Welt – der Burj Khalifa. 829 Meter hoch, 163 nutzbare Etagen, 57 Aufzüge. Auch das haben wir nicht besichtigt. Spontan waren keine Tickets mehr zur Verfügung, sollte man besser vorab online buchen mit Datum und Zeitspanne des Besuchs. War uns jedoch auch nicht wichtig.

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Das war es wieder einmal, bis demnächst,

Karin

Schwebezustand…

…im Toten Meer!

Nachdem ich nun schon elf Monate hier bin, wollte ich unbedingt ins ölige Nass. Vor vielen Jahren bereisten wir vom Libanon aus diese Sehenswürdigkeit, für mich ein unvergessliches Erlebnis, welches ich unbedingt wiederholen wollte. Somit nutzten wir das letzte Wochenende für einen Erholungskurztrip – was dieser am Ende dann auch wirklich war.

Wir taten nichts anderes als schweben, uns mit dem Schlamm einschmieren, in der Sonne sitzen und warten bis dieser angetrocknet war, abduschen, im Pool baden, in der Sonne liegen, Leute beobachten, träumen, Mittagsschläfchen halten, Abendessen, schlafen, Zweisamkeit genießen, frühstücken, abermals im Wasser schweben, einschlämmen usw. Erholung pur!

Die kurze Fahrtzeit von gerade mal einer Stunde bis zum auserkorenen Kempinski Hotel machte die Anfahrt sehr erträglich. Allerdings schlug mir die trockene Hitze wie ein Backofen entgegen. Selbst die wenigen Treppen von unserem Villenbereich und dem halb-privaten Pool bis zum Toten Meer hinunter, brachten mich gewaltig außer Puste. Auch hier ist es um diese Jahreszeit noch extrem warm, außerdem war der Sandsturm, der die Region die ganze Woche über schwer zu schaffen machte, noch nicht ganz hinweggezogen. Das westliche Ufer des Sees war nicht zu sehen.

Unser halb-privater Pool. Nur fuer 8 Zimmer zugaenglich.

Unser halb-privater Pool. Nur für 8 Zimmer zugänglich.

Oben rechts der Balkon unseres Zimmers

Oben rechts der Balkon unseres Zimmers

Hier noch ein paar Eckdaten, für diejenigen die bis jetzt vom Toten Meer noch nicht viel gehört haben:

Es liegt 410 m unter dem Meeresspiegel, ist selbst 390 m tief. Je nach Wasserstand dehnt es sich etwa 75-80 km von Nord nach Süd und 17 km von West nach Ost aus. Diese Daten variieren in den verschiedensten Nachschlagewerken sehr stark, da die Größe des Meeres auch kontinuierlich abnimmt. Der abflusslose See wird hauptsächlich vom Jordan gespeist. Diesem wird jedoch seit vielen Jahren zu viel Wasser entnommen, so dass der Wasserpegel stetig sinkt. Sein Salzgehalt liegt um ca. 30 % höher als der des Mittelmeeres. Daher schwimmt man auf dem Wasser und geht nicht unter, außerdem fühlt sich das Wasser sehr ölig an, für mich eine richtige Wohltat. Zu beachten ist auf jeden Fall, dass auch nicht der kleinste Tropfen Wasser ins Gesicht gelangt. In den Augen und Schleimhäuten brennt es heftig, auch droht Lebensgefahr, sollte man das Wasser verschlucken, da es die Wände der Lungenbläschen zum Platzen bringen kann. Außerdem wird empfohlen, täglich nicht länger als 30 Minuten darin zu baden.

Wie von Zauberhand getragen

Wie von Zauberhand getragen

Ich freue mich schon auf das nächste Schwebeerlebnis. Dieses wird bald sein, denn es hat sich Besuch angekündigt.

Bis dahin, Karin

Heißer Deutschlandsommer 2015

Vieles kam wieder einmal anders als geplant. Inzwischen sind wir alle zurück aus Deutschland. Jogi und ich in Amman, Sohnemann weiterhin in Byblos, übermorgen fängt für ihn die Uni wieder an. Eigentlich wollte ich mich auch den Sommer über regelmäßig melden, doch irgendwie kam immer etwas dazwischen. Wir haben in D im und ums Haus sehr viel gearbeitet, zahlreiche Arzttermine absolviert, bekamen Besuch oder waren bei Familie und Freunden auf Besuch eingeladen, das eine oder andere „Fäschdle“ genossen oder waren aufgrund der anhaltenden Rekordhitze einfach außer Gefecht gesetzt. Für die Nichtschwaben unter euch: ein Fäschdle ist ein Fest. Gartenfest, Festival, Musikfest…

Am 11. Juli habe ich für Jogi und mich Zwangsarbeitspause angeordnet, denn ich wollte ihm zumindest einen kleinen Teil der veränderten Stadtansicht von Schwäbisch Gmünd zeigen. Letztes Jahr fand dort die Landesgartenschau statt. Zu diesem Zweck wurde vieles umgestaltet, außerdem wurde verkehrstechnisch sehr vieles verändert. Dies alles gilt es nun nach und nach zu erkunden.

Angefangen haben wir mit einem Trödel- und Antikmarkt der Ledergasse entlang. Weiter ging es am neu angelegten Remsstrand mit den Strandkörben und dem Blick auf das neu erbaute Gold- und Silberforum, welches ein richtiger Blickfang für die Stadt geworden ist. Zwischendurch wurden die heiß gelaufenen Füße und Waden in der Rems gekühlt.

Natuerlicfh in "unserem" Strandkorb

Natürlich in „unserem“ Strandkorb

 

Blick auf Gold- und Silberforum

Links das Gold- und Silberforum

ungarische VolkloretänzeAn dem Tag fand auch der Markt der Partnerstädte statt, so hat zum Beispiel in der brütenden Hitze eine Volkstanzgruppe aus Ungarn ihre Tänze vorgetragen.

 

Auch sind wir durch den Stadtgarten gebummelt und haben am Rokoko-Schlösschen eine versammelte Feiergesellschaft beim Fotoshooting bemitleidet.

Anschließend machten wir uns in Richtung St. Salvator auf. Gleich hinter dem Bahnhof führt ein traditionsreicher Kreuzweg bis hinauf zur Felsenkapelle.

Der Weg hinauf mit den Kapellenhaeuschen

Der Weg hinauf mit den Kapellenhäuschen

Nähere Infos über diesen Weg und die Kapelle könnt ihr auf diesen Fotos nachlesen.

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Doch eigentlich hat uns der Weg nicht aus religiösen oder kulturellen Gründen nach oben geführt. Direkt neben der Felsenkapelle führt ein Förderverein während der Sommermonate samstags die Salvatorklause. Diese hatte geöffnet und die Aussicht auf ein kühles Bierchen und eine Stärkung – wie kann es bei uns auch anders sein – ließen uns den anstrengenden Aufstieg meistern und damit beendeten wir auch für diesen Tag unseren Ausflug.

Salvatorklause

Blick auf die Altstadt

Blick auf die Altstadt

Am 25. Juli besuchte ich in der Klosterkirche Lorch ein Konzert von GREGORIANIKA. Unvergesslich wird dieser Abend für mich bleiben, obwohl diese 7 Männer keine aufwendige Licht- und Lasershow, Kostüme oder sonstiges Equipment brauchen. Allein der Klang ihrer unverwechselbaren Stimmen, dem Kerzenlicht und hier und da ein effektvoll gesetzter Lichtschein reichen für einen Auftritt mit Gänsehautgarantie. Die Kulisse der Klosterkirche tat ihr Übriges, dass man sich unweigerlich ins Mittelalter zurückversetzt fühlte. Bereits nach dem 2. Lied war ich tiefenentspannt, relaxt und total in mich gekehrt.

Gregorianika

Nach 45 Minuten war Pause, ich schlenderte im Kirchgarten umher und knipste.

Rueckseite der Klosterkirche

Rückseite der Klosterkirche

 

Vorderseite der Kirche

Vorderseite der Kirche

Infos ueber diese Statue recherchiere ich noch

Eine Pietà von Professor Karl Ulrich Nuss, Leihgabe des Künstlers für den Klostergarten

Ein faszinierendes Erlebnis, welches ich gerne wiederholen würde!

Kultur pur

Am gestrigen Samstag machte ich mich trotz Rekordhitze auf ins „Städtle“, ins 8 km entfernte Schwäbisch Gmünd. Dort war an diesem Tag allerlei geboten. Gmünder ART, Festumzug, lange Einkaufsnacht, Ausstellungen, Kinobesuch, und am Abend dann eine Gmünder Turmwächterführung – da hatte ich mir einiges vorgenommen. Begonnen hab ich mit einem Flohmarktbesuch auf dem Schießtalgelände. Viel los war an diesem Tag nicht, die meisten Autos fuhren auf diesem Weg direkt weiter ins Bud-Spencer-Bad im Schießtal. Doch den einen oder anderen in der Sonne dahinschwitzenden Marktständler konnte ich um seine feilgebotene Ware erleichtern.

Anschließend fuhr ich in die Innenstadt. Den Festumzug des Altersgenossenvereins Jahrgang 1945 hatte ich knapp verpasst. Somit machte ich einige Erledigungen, hielt mich einige Zeit bei meinem Optiker auf und konnte mich somit im gekühlten Laden erholen. Dann ging es weiter, schaute in verschiedene Läden hinein und informierte mich über dieses und jenes und genoss einfach meinen Urlaubstag. Viele Passanten pausierten in den zahlreichen Straßencafés, suchten Schutz an Tischen unter Sonnenschirmen und labten sich an Erfrischungen und Speisen.

Auf dem Johannisplatz waren zahlreiche Kunstgebilde ausgestellt, Livemusik und Darbietungen. Ich sah mir in der Prediger Galerie in gekühlter, stiller und lichtdurchfluteter Atmosphäre vom japanischen Bildhauer Masayuki Koorida unter dem Motto „Flowers and Seeds“ seine Steinskulpturen aus Granit und Marmor an, die sich auch in einigen Ecken der Fußgängerzone wiederfanden.

Upcycling! Der etwas andere Bauzaun an der Johanniskirche.

Upcycling zur Kunst! Der etwas andere Bauzaun an der Johanniskirche.

 

Der gläserne Aschenbecher

Der etwas andere „Aschenbecher“

 

Puh! Ist mir langweilig!

Puh! Ist mir langweilig!

Diese Art von Kunst war ein beliebtes Motiv!

Diese Art von Kunst war ein beliebtes Motiv!

 

Skulpturenausstellung

Skulpturenausstellung

 

Kunst - Missbrauch zur Nützlichkeit?

Kunst – Missbrauch zur Nützlichkeit?

Ebenso fanden im Prediger die Gmünder Schmucktage statt. Einzigartig in der Region, präsentierten und verkauften Gmünder Schmuckschaffende ihre Unikate außerhalb der Ateliers gemeinsam Stand an Stand im Ausstellungsraum, auch hier arbeitete die Klimaanlage und somit war auch das ein schönes Erlebnis.

Gmünder Schmucktage

Gmünder Schmucktage

Weiter ging es die Bocksgasse entlang. Nachdem ich durch Zufall etwas seit langer Zeit Gesuchtes erstanden hatte, setzte ich mich im Schatten unter einen Baum auf ein Bänkchen, erfrischte mich an meiner Wasserflasche und chattete mit einer Freundin, die gerade auf Reisen ist. Danach marschierte ich zur Volkshochschule, bestaunte dort die Bilderausstellung und setzte mich anschließend beim Griechen in die schattige Gartenwirtschaft und genoss die kalte Vorspeisenplatte nebst kühlem Mineralwasser. Im Anschluss suchte ich den nächsten Supermarkt auf, um meine Trinkwasservorräte aufzufüllen, denn am Nachmittag wollte ich im Turmtheater ins Kino um mir den 2. Teil von Die Kirche bleibt im Dorf anzuschauen. Klimatisiert, versteht sich.

2015-07-04 Kino  Lustig war es mal wieder.

Leider kann ich mir all die

derben schwäbischen Sprüche

nicht merken, nur so viel:

„Au von denne Spätzla

kriagsch an fedda Arsch!“

KÖSTLICH!

 

Hinterher war erst einmal Pause angesagt, ich fuhr nach Hause und schrieb den gestrigen Blogbeitrag. Auf meinem Außenthermometer, welches den ganzen Tag im Schatten liegt, zeigte es um 17.30 Uhr immer noch 35°C an. Doch am Abend ging es erneut in die Stadt, denn von 21.00 bis 23.00 Uhr hieß es. „Hört Ihr Leut’…“ Wenn es dunkel wird in der ältesten Stauferstadt, werden Geschichten aus längst vergessenen Tagen wieder lebendig. Der Gmünder Turmwächter, beeindruckend dargestellt von Frank Messerschmidt, nimmt einen auf seinem Streifzug durch die Gassen und Straßen mit und erzählt von den Bränden, der Pest, der Hexenverfolgung, der Stadtgeschichte, von 23 Türmen der Stadt und so manchem mehr. Ein Jahr lang hat er in den Archiven recherchiert und die Geschichten und Zitate sind alle wahrheitsgetreu. Ein für mich beeindruckendes Erlebnis, kann ich nur weiterempfehlen.

Der Fünfknopfturm. Treffpunkt der Führung

Der Fünfknopfturm.
Treffpunkt der Führung

 

Schon von Beginn an in der Rolle: Der Turmwächter hat jenseits der Stadtmauer Fremde entdeckt!

Schon von Beginn an in der Rolle: Der Turmwächter hat jenseits der Stadtmauer  Fremde entdeckt!

2015-07-04 Türmer3

Ums Gmünder Münster rum mit Blick auf den Glockenturm

Ums Gmünder Münster rum mit Blick auf den Glockenturm

Drumherum eine kuriose Szenerie. Die Stadt war voller Menschen, überall Livebands, Darbietungen und dann wir. Der Turmführer, trotz der anhaltenden Wärme in voller Montur, schritt voraus durch die Gassen. Eine Meute von ca. 40 faszinierten Mitwanderern hinterher. Ich kam mir vor wie beim Rattenfänger von Hameln. Natürlich schauten die Leute und so mancher Jugendliche meinte: „Hey, wie schaut denn der aus?!“ Wir hörten vom Mittelalter, die Geschichten verleiteten zum Schmunzeln und regten zum Nachdenken an und um uns herum pulsierte das Leben im Jetzt.

Mit dem Kirchturmleuten um 23 Uhr und dem Segen des Wächters, dass er uns nun allein, ohne Schutzgeleit nach Hause schickt und somit ohne Strafen (denn das war zu damaliger Zeit undenkbar), war dann auch für mich Zapfenstreich. Ich fuhr nach Hause, obwohl ich mich noch so gerne auf ein kühles Radler irgendwohin gesetzt hätte und das pulsierende Flair, die Musik und die ganze gelöste Urlaubsstimmung genossen hätte, doch so allein? Nichts für mich.

Eigentlich wollte ich heute um 14 Uhr bei uns in Lorch bei einer Stadtführung teilnehmen. Mein Thermometer zeigt jedoch 39 °C an, da streike ich, das muss nicht sein.

Doch ich bin mir sicher, Ihr lieben Leut‘, dass ihr bald wieder von mir hört, bis dahin,

Gruß Karin

Optische Phänomene

Vorgestern habe ich meine Mama zu ihrem monatlichem Rentnertreff begleitet. Die rüstigen Ruheständler unternahmen einen Ausflug zu Lingelbachs Scheune in Abtsgmünd-Leinroden. Ein gemeinnütziger Förderverein, bestehend und unterstützt von Prof. Dr. Bernd Lingelbach, weiteren Wissenschaftlern, Studenten, Helfern, Vereinsmitgliedern und Sponsoren. Dort wurde in den vergangenen 20 Jahren eine unglaubliche Sammlung optischer Phänomene zusammengetragen.

In einer 2,5-stündigen Führung wird dem Besucher verdeutlicht, dass die optische Wahrnehmung nicht immer der physikalischen Realität entspricht. Vieles darf selbst ausprobiert werden, ob nun am Beuchet-Stuhl, der Camera obscura, dem Spiel in 3D, der Thatcher-Illusion oder an den Werken von Patrick Hughes. Dem einen oder anderen wird nun klar, welches Auge sein Seherauge ist und warum Einäugige eigentlich den Durchblick haben und Schielende es unheimlich schwer haben.

Beuchet-Stuhl

Beuchet-Stuhl

Aufmerksame Zuhörer wenn es um die Thatcher-Illusion geht

Aufmerksame Zuhörer, wenn es um die Thatcher-Illusion geht

Rotierende Scheiben verwirren das Auge

Rotierende Scheiben verwirren das Auge

schwebend?

schwebend?

Leider herrschten in der Scheune Temperaturen weit über 30 Grad, was den Spaß etwas trübte. Wir haben nicht einmal ein Drittel der ausgestellten Dinge „erarbeitet“.  Ein riesiges Areal wartet auf einen weiteren Besuch.

Anschließend ging es zum Kehraus nach Heuchlingen in den Gasthof Adler und spät am Abend war ich wieder zu Hause.

Danke Mama, das war mal ein Ausflug der anderen Art, bis bald, Karin

Ramadan Kareem

Am 18.06.15 fing hier der Ramadan an. Habe ganz neue Eindrücke vom Fastenmonat erlebt. Tagelang vorher schon sehr starker Straßenverkehr, die Supermärkte voll, richtige Hamstereinkäufe wurden getätigt. Mühevoll ergatterte ich in meinem Stammsupermarkt noch Parkplatz und Einkaufswagen. In den Zeitungen wurde schon dazu aufgerufen, solche Monstereinkäufe zu unterlassen, die Supermärkte hätten auch zu normalen Öffnungszeiten offen. Nicht so die vielen kleinen Imbissbuden oder Cafés. Daher waren dann die Straßen am frühen Morgen des 1. Fastentags wie leergefegt. Sämtliche Liquor Shops müssen während den vier Wochen geschlossen bleiben. Die restlichen Läden haben geänderte Öffnungszeiten, auch bei Jogi erst von 10 bis 16 Uhr, dann nochmals von 22 bis 24 Uhr. Die Fenster und Balkone werden, wie bei den Christen zu Weihnachten, mit Lichterketten geschmückt. Auf unseren morgendlichen Kaffee auf der Terrasse müssen wir verzichten, auch musste ich mich stark daran erinnern, tagsüber nicht mit einem Wasser oder Tee nach draußen zu gehen. Die Nacht war sehr unruhig. Ständiges Autotürenschlagen und „yalla – bye – see you – Habibi – shukran“ mit anschließendem Hupen raubten mir den Schlaf. Endlich waren Sommerferien und die Schulbusse ließen mich in Ruhe, dann so etwas. Leider konnten wir zum abendlichen Fastenbrechen, dem Iftar, nicht gehen, denn schon am nächsten Tag brach ich zu meinem Sommerurlaub auf.

Ich flog zunächst nach Beirut, um die Einladung meiner Freundin zu ihrem 50. Geburtstag anzunehmen. So viele alt bekannte Gesichter habe ich gesehen und ich hatte natürlich viel zu erzählen. Auch haben wir viel getanzt, tolle Musik aus den 80ern, mitsamt ABBA und Modern Talking! You’re my hart, you’re my soul, jawoll, bis in den Libanon haben es die beiden mitsamt Föhnwelle und Goldkette geschafft. Auch haben wir super gegessen und auch beim Karaoke konnte sich die eine oder andere verausgaben. Alles in allem, ein wirklich schöner Abend, nochmals vielen Dank, liebe A.

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Seit einer Woche bin ich nun hier in Deutschland, nach anfänglichem Regen haben wir nun wirklich tolles Wetter. Jedoch war ich mit Zahnarztbesuch und Wohnungsräumung bei Schwiegermutter beschäftigt, da diese nun im Pflegeheim wohnt. Gestern nahm diese Räumung für mich jedoch ein jähes Ende, da ich auf dem Balkon mit einem Wespennest Bekanntschaft machte und diese Biester mich auch mehrfach küssten, worauf ich dann gezwungen war den Notarzt zu rufen und anschließend drei Stunden im Krankenhaus in der Notaufnahme verbrachte. Heute geht es noch nicht wirklich gut, das Gesicht, der Hals, die Arme glühen, doch das wird schon wieder werden.

Bis dahin, Gruß Karin

 

Um’s Haus rum

Letzten Monat machte ich bereits schon die Fotos und wartete nur darauf, bis mein „ausländischer“ Lieblingsbaum in voller Blüte steht.

Jacaranda, noch mit alten Fruchtkapseln

Jacaranda, noch mit alten Fruchtkapseln

Vom Jacaranda (Palisanderholzbaum) habe ich direkt vor der Terrasse vier Bäume stehen, zwei große und zwei kleine Exemplare. Auch sonst sind diese hier weit verbreitet. Ein herrlicher Anblick!

Die Rosen ringsherum in den Nachbargärten waren im Mai schon voll erblüht. Wir haben im Garten hier nur einen einzigen gelben Rosenstrauch, der von mir gedüngt und am Freitag, wenn der Hausmeister frei hat, auch gegossen wird. Tägliches bewässern muss derzeit bei den Temperaturen sein, sonst ist die Pracht hin – wobei wir wieder bei dem Thema Wasserknappheit wären.

Die Aprikosen sind vereinzelt schon seit Mai reif und leider kennen die Passanten keine Scheu, sich sogar auf die Grundstücksmauer zu stellen um die Zweige herabzuziehen und die meist noch harten Früchte zu ernten.

Aprikosen

Aprikosen

Auch der Pfirsichbaum hängt voll mit Früchten. Leider werden diese bis zu meinem Urlaubsflug nächste Woche wohl nicht reif sein. Inzwischen haben sie schon eine sehr schöne Farbe, sind aber noch hart.

Pfirsichbaum

Pfirsichbaum

Die Mandarinen- und Zitronenbäume hängen auch voller Ansätze.

Ein Rückschnitt täte allen Bäumen gut, muss im Herbst mal mit dem Vermieter sprechen, ob ich mich da laienhaft heranwagen darf.

Und nun noch ein sehr schönes Bild: Immer wieder sehe ich zwei vorbeireiten und nie habe ich das Handy mit mir, um zu fotografieren. Im Mai hat’s geklappt, hab höflich gefragt und die beiden Beamten haben sich sogar in Pose gestellt.

auf Streife

auf Streife

Das war’s bis dahin, bis bald,

Karin

Flohmarkt und Wüstenschlösser

Eigentlich hatte ich letzten Freitagmittag gar keine Lust mehr, auf Erkundungstour zu gehen. Aber diesmal war Jogi die treibende Kraft. Als nächstes Ziel hatte ich mir die Wüstenschlösser auserkoren, doch Jogi hatte zunächst anderes im Sinn.

Immer wieder sahen wir entlang einer Straße, in der Nähe der alten City, eine Art Flohmarkt. Für mich sah das eher nach Schrott- und Altkleidermarkt aus, schon das Vorbeifahren im Auto ließ auch meine ansonsten recht willig angelegten Trödelmarktambitionen im Keim ersticken – jedoch Jogi ließ nicht locker, wollte unbedingt auf diesen Markt.

Kilometerweit erstreckten sich die Waren rechts und links des Weges. Alles Mögliche war zu finden. Sehr schön sortiert und auf dem Boden ausgebreitet. Der deutsche Bundesbürger hätte wohl 75% der Waren vor Jahren schon der Altkleidersammlung, dem Elektromüll, dem Schrotthandel, dem Restmüll, dem Gelben Sack, der blauen Tonne und dergleichen zugeführt. Die Dinge werden wohl eher als Ersatzteile gehandelt. Vielleicht ist man aber auch dem Trend des Upcyclings von Möbeln, Kleidern und Schuhen hier einfach um Lichtjahre voraus?

Jogi war enttäuscht, die Hoffnung auf eine kleine antike Reliquie wurde zumindest auf diesem Flohmarkt ein für alle Mal begraben.

Flohmarkt1

Flohmarkt2

Doch einige Ecken weiter erstanden wir dann noch auf einem Obst- und Gemüsemarkt Zitronen und Aprikosen. Die Einmachzeit beginnt. Auch Maulbeeren, die wir von jemandem geschenkt bekamen, habe ich diese Woche zu Marmelade verarbeitet.

Somit war das Projekt Flohmarktbesuch relativ schnell abgehakt und der Tag war noch lang, um eines der Wüstenschlösser zu besuchen.

Jogis Navi kannte das auserkorene Qasr Al Hallabat und führte uns auf gut ausgebauten Straßen ca. 60 km in nordöstlicher Richtung an Zarqa vorbei bis zu der Sehenswürdigkeit.

Zu den (Qasrn) Wüstenschlössern zählen mehrere Burgen und Festungen die im Osten der Wüste verstreut liegen. Sie wurden größtenteils zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert während der Herrschaft der Kalifen der Omayyaden-Dynastie erbaut. Die Theorien über den Sinn und Zweck dieser verhältnismäßig kleinen „Schlösser“ ist zwiespältig. Zum einen dienten sie als Verteidigungsanlagen, zum anderen als Treffpunkt der Beduinen, als Karawanserei und auch als Lustschloss. Die meisten Bauwerke sind zerstört. Einige werden, auch mit Unterstützung ausländischer Organisationen, restauriert und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Qasr Al Hallabat

Qasr Al Hallabat

Vom großzügig angelegten Parkplatz und dem Besucherzentrum, das allerdings noch nicht eröffnet ist, kann man die Burg etwas erhöht und entfernt betrachten. Die Ursprünge dieser Anlage gehen wahrscheinlich auf die Nabatäer zurück. Von den Römern übernommen wuchs im Laufe der Zeit eine massive Festung heran. Verschiedene Inschriften geben Zeitzeugen der jeweiligen Herrschaft ab. Die Omayyaden verwandelten die Festung im 8. Jahrhundert in ein repräsentatives Schlösschen mit Mosaiken und Fresken auf Stuckwänden. Auch eine Wasserversorgung und eine Moschee wurde gebaut.

Die Moschee

Die Moschee

 

Blick ins Umland. Unten sind noch Fundamente zu erkennen

Blick ins Umland. Unten sind noch Fundamente zu erkennen

Leider waren die Türen geschlossen und wir konnten uns alles nur von außen ansehen.

Trotzdem ein schöner Ausflug. Auf Straßen, bei denen es scheint, sie seien teilweise mitten durch Felsformationen gezogen worden, ging es wieder heimwärts.

Strassen1

Strassen2

Am Samstag machten wir uns auf den Weg, weitere Wüstenschlösser zu besichtigen.

Los ging es in südöstlicher Richtung. Eine der wichtigen Verbindungsstraßen, die Amman mit der Ortschaft Azraq, der saudi-arabischen Grenze, dem östlichsten Teil des Landes und dem Irak verbindet. Letztere Grenze ist derzeit jedoch aufgrund der politischen Lage geschlossen.

Wueste

Wüste

 

Solche Ortschaftsangaben zu lesen ist irgendwie surreal

Solche Ortsangaben zu lesen ist irgendwie surreal

Mitten durch die Wüste führt diese viel befahrene Straße. Unter Wüste stellt man sich im Allgemeinen etwas anderes vor, auch von absoluter Stille kann hier keine Rede sein. LKWs und PKWs, vornehmlich aus Saudi-Arabien und Dubai, begegnen uns.

Und damit auch die Heimatgefühle nicht fehlen:

Lidl lohnt sich

Lidl lohnt sich

Wir kommen zu Qasr Kharanah: Auch hier ein großer Besucherparkplatz, ein unbesetztes Büro, somit freier Eintritt.

Das Bauwerk auf der leicht erhöhten Ebene sieht beeindruckend aus und ist sehr gut erhalten.

Gewaltiger Bau mit 1225qm Grundflaeche

Gewaltiger Bau mit 1225 qm Grundfläche

 

Das Haupttor an der Suedfassade

Das Haupttor an der Südfassade

 

Inneneingang

Inneneingang

 

Infos

Infos

 

Im Obergeschoss

Im Obergeschoss

Danach ging’s 15 km weiter zum Qasr Amra: das rote Schlösschen und damit auch das eindrucksvollste aller Wüstenschlösser, wurde Ende der 90er Jahre von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerben aufgenommen.

Das Büro des Visitor-Centers war besetzt, wir bezahlten Eintritt und schauten uns die bescheidene Ausstellung an und wanderten anschließend zum Bauwerk.

Qasr Amra

Qasr Amra

Es war noch ein anderer Besucher vor Ort, der Büroangestellte schloss uns auf und sprach uns auch in gutem Englisch an und fragte woher wir kommen und dann natürlich nur über Jogis Auto. Welche Marke, welcher Hersteller, Kosten…. und dass letzte Woche Teilnehmer von der Allgäu-Orient-Rally hier gewesen wären und auch in der Nähe übernachtet hätten.

Das eindrucksvolle Innere des Jagd- und Badeschlösschens schauten wir uns somit selbst an und machen uns anhand des Reiseführers schlau und waren tief beeindruckt über die Malereien und die noch erhaltene Fußbodenheizung der Antike samt Brunnen im Außenbereich.

Fresken

Fresken

 

Fresken

Fresken

 

Deckengewoelbe im Badehaus

Deckengewölbe im Badehaus

 

Fussboden eines Nebenraums

Fußbodenmosaik eines Nebenraums

Danach bekamen wir vom Angestellten, übrigens ein Beduine, im typischen Beduinenzelt noch einen Tee serviert, füllten unsere Trinkwasservorräte auf und fuhren weiter in Richtung Qasr Azraq.

Die 8000 Einwohner-Ortschaft Azraq ist eine Oase und es tat dem Auge gut, nach so viel Nichts, Grün zu sehen. Zwar spärlich, staubig, sandig und zerzaust – aber doch grün.

Leider war das Tor zum Qasr Azraq fest verschlossen. Schade, ich hätte die schwarzen Basaltruinen gerne besichtigt.

Qasr Azraq

Qasr Azraq

 

Granataepfel

Granatäpfel

 

Noch unreif

Noch unreif

Somit diente Jogi nur der Paradiesapfelbaum als Fotomotiv.

Sehr schön, habe ich noch nie in Natura gesehen.

Ich las im Reiseführer vom Azraq Wetland Reserve und vom Shaumari Nature Reserve. Nachdem wir Letzteres nicht fanden, fuhren wir zum Wetland Reservat und erhielten dort die Auskunft, dass das Naturreservat momentan geschlossen sei. Dass aufgrund der Nähe zu Syrien, Saudi-Arabien und dem Irak in dieser Gegend überhaupt noch etwas existiert, wundert mich sowieso.

Das Wetland Reservat ist sehr schön angelegt, der gut englischsprechende Angestellte quittierte uns auf einer Besucherberechtigung unseren Eintritt und führte uns dann durch das schön angelegte Informationszentrum und erklärte uns alles ausführlich. Anschließend durften wir raus und die Natur bewundern.

15.2

Herrlich angelegt

 

19.6

Vom Beobachtungsturm aus

Bis Ende der 70er Jahre herrschte hier noch reges „Wildleben“. Wasserbüffel suhlten sich in Tümpeln, verschiedene Fischarten lebten hier. Im Vergleich zu früher befinden sich nur noch 10 % Wasser auf der Anlage, die großen Städte sowie die Bewässerung der Landwirtschaft beanspruchen es jedoch, sodass das große Feuchtgebiet inmitten der Wüste nach und nach schrumpft. Zahlreiche Enten, Lerchen und Kiebitze, aber auch Adler nutzen die Feuchtgebiete auf ihrer Reise nach Afrika. Mithilfe der Regierung versucht man nun, das Rad zurückzudrehen und Wasser wieder zurück zu pumpen. Auch wird Aufklärungsarbeit in Schulen bezüglich Wasserwirtschaft geleistet.

Hier wird noch einmal eindrucksvoll geschildert, wie es früher einmal aussah:

So sah es mal aus

So sah es mal aus

 

Und heute so

Und heute so

Wir kamen wieder zurück zum Eingang, der Angestellte hatte auch Feierabend und nach uns wurde geschlossen.

Es war schon spät und wir beschlossen, nach Hause zu fahren. Auf dem Rückweg in die Stadt nahmen wir einen anderen Weg, um im Kan Zaman Village, wo wir letzte Woche waren, auf der Terrasse zu Abend zu essen.

Und schaut mal, was da auf dem Tisch stand:

Er sorgt fuer Pfeffer und sie fuer das Salz in der Suppe

Er sorgt für Pfeffer und sie für das Salz in der Suppe

In diesem Sinne, habt immer die richtige Prise Salz und Pfeffer bei euch,

bis bald, Karin

Navigieren erleichtert! ?

Seit letzter Woche sind mein Auto und ich, stolze Besitzer eines „Car Multimedia Entertainment System“ mit allen möglichen Finessen, einschließlich GPS. Jawoll, Jordanien – wir kommen!

Mein lieber Göttergatte überraschte mich mit dem Teil. Wahrscheinlich hatte er ein Einsehen, als wir nachts aufgrund seines Knies das Krankenhaus wie die Stecknadel im Heuhaufen suchten. Nun habe ich also ein Navi.

Ausprobieren hieß es! Somit hatte ich mir für letzten Samstag aus dem Reiseführer ein nettes Ausflugsziel ausgesucht. Eine Wegbeschreibung oder ein genauer Ort war nicht wirklich aufgeführt, nur ala auf der Flughafenstraße und 3 km nach der ersten Tankstelle rechts ab, unter der Autobahn Richtung Norden weiter, irgendwann erscheint ein Hinweisschild usw. Nun befinden wir uns ja nicht im geordneten Deutschland, Tankstellen und dergleichen schließen und eröffnen wie die Pilze aus dem Boden, dazu wurde die genannte Straße groß um- und ausgebaut und Tunnelunterführungen wohl auch anders gesetzt. Auch habe ich nicht im Vorfeld das Netz befragt, wollte wirklich testen.

Kan Zaman Village hieß unser Ziel. Eine südlich von Amman gelegene Siedlung, einst von Beduinen gegründet und nun für den Tourismus restauriert. Kunsthandwerk, Schmuck, Glasbläser, Töpfer und dergleichen sollten dort die Besucherinteressen wecken. Vorzügliche Restaurants sollten in den ehemaligen Ställen arabische Gerichte direkt aus dem traditionellen Lehmofen anbieten. Das hörte sich gut an, doch leider nahm das Navi den genannten Namen nicht an. Wir probierten alles Mögliche bis wir uns entschlossen, einfach mal die genannte Straße abzufahren. Leider fuhren wir nicht nach Norden, sondern nach Osten, auch war dort kein Tunnel, irgendwann hielt ich an und Jogi fragte in einem Computerladen nach dem Weg. Ich staunte! Männer befragen im Allgemeinen ja niemanden nach dem Weg. Es wird gekurvt und gewendet, kombiniert und überlegt, doch einfach mal am Straßenrand anhalten und fragen – das erstaunte mich dann doch. Vielleicht lag es daran, dass ich fuhr. Man gab ihm in gutem Englisch die Auskunft wo wir waren und sie kannten auch sofort dieses Dorf und zeigten auf der Karte, in welche Richtung wir mussten. War eine sehr schöne Ausflugsfahrt. Gut ausgebaute breite fast autoleere Straßen, besinnliches Dorfleben ließen wir hinter uns, Moscheen, eine sehr schöne Kirche, sogar an einer Driving Range und an einer Paintballanlage kamen wir mitten im Nichts vorbei bis wir schließlich ein Hinweisschild des Dorfes sahen und – wir staunten Bauklötze – im rechten Winkel zur Flughafenstraße fuhren und rechts vor uns IKEA war! Was lachten wir, das hätten wir auch einfacher und schneller haben können! Aber dann hätten wir wiederrum nie erfahren, was die Gegend sonst so alles zu bieten hat.

Vor uns lag dann auch der Tunnel und etliche Schilder wiesen uns den Weg, bis wir am Ziel waren. Das Village heißt nun auch Mirage. Zwei Reisebusse parkten davor und auch einige Autos, ich war erleichtert, war also geöffnet. Ich hatte mir das viel uriger und traditioneller vorgestellt, war schon sehr touristisch angehaucht. Leider hatte noch alles bis auf ein Restaurant geschlossen, war alles noch im Umbau, macht erst in 4 Wochen auf. Somit sind wir ins Restaurant. Sah super aus innen, eine riesige Außenterrasse, modern und chic angelegt.

Die ganze Mauer entlang wachsen die Geranien direkt aus der mit Erde gefuellten Tuete

Die Callas wachsen direkt im Blumenbeet. Da haette besonders eine Freundin von mir ihre Freude

Die Callas wachsen direkt im Blumenbeet. Da hätte eine Freundin von mir ihre Freude, hatte sie eine einzelne davon doch als Brautstrauß

Wir suchten fern ab der laut schnatternden italienisch sprechenden Reisegesellschaft ein ruhigeres Plätzchen. In dem riesigen Restaurant ein Leichtes. Ich musste erst einmal alles Bestaunen, Jogi sah derweil die Speisekarte durch und ich fing an zu fotografieren.

ganz rechts

Beachtet die Lichter in dem Trenngitter

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An einen ehemaligen Stall erinnert hier nichts mehr

Das Essen und der Service waren vorzüglich! Ich habe in den 12 Jahren Libanon ja wirklich auch sehr gut arabisch gegessen, aber was wir hier in den letzten Monaten immer wieder an den verschiedensten Plätzen für Variationen von alltäglichen Gerichten bekommen, ist ohne Gleichen.

Eigenlich hab ich nur gewartet, bis das Essen fotografiert wird, wollte nicht mit dazu

Eigenlich hab ich nur gewartet, bis das Essen fotografiert wird, wollte nicht unbedingt mit auf das Foto.

Den Espresso danach nahmen wir dann auf der Terrasse ein. Bequem gepolstert unter dem Sonnenschirm, ein laues Lüftchen wehte, Urlaubsfeeling. Auch die schnatternde italienische Front, die sich nach dem Essen ebenso nach draußen bewegte, trug dazu bei.

Die Rückfahrt gestaltete sich völlig unproblematisch.

Den Weg kannte ich – auch mein Navi!

Bis bald, liebe Grüße Karin

25. Mai – Unabhängigkeitstag

Am 25. Mai 1948 erlosch das britische Mandat. Der verstorbene Abdullah I, der Urgroßvater des heutigen Königs Abdullah II, wird König über das nun formal unabhängige Königreich Transjordanien. 1948 besetzten arabische Truppen im israelischen Unabhängigkeitskrieg das Westjordanland und Ostjerusalem. Diese Gebiete werden 1950 mit Transjordanien zum Hashemitischen Königreich Jordanien vereinigt.

Somit ist Feiertag. Ich war leider schon die ganze Woche über kränklich und wollte nicht aus dem Haus. Jogi traf sich mit Mitarbeitern, um an einer der zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen. Man(n) traf sich außerhalb der Stadt auf einem großen Parkplatz um im Konvoi durch die Stadt zu einem Festplatz zu fahren. Vorneweg Polizeiautos, gefolgt von ca. 300 Motorrädern und schicken Autos hinterher. Das Erscheinungsbild muss beeindruckend gewesen sein.

Dort wurden dann Volkstänze aufgeführt, Reden geschwungen. Sponsoren verteilten Getränke und Tücher und nach einigen Stunden kam mein Mann mit vielen Eindrücken und froh gelaunt wieder nach Hause.

Männerfreuden oder Männerfreunde?

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Am Nachmittag sollten noch Fliegerstaffeln zu sehen sein. Ich dachte schon, auch dieses Erlebnis würde ich leider verpassen. Doch das wiederholt sehr laute und dumpfe Brummen draußen, ließ mich aufhorchen. Stundenlang wurden Formationen geflogen.

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Von den Kampfjets, die mit einer rasenden Geschwindigkeit hoch am Himmel über uns hinwegdüsten, konnte ich leider kein Foto machen. Die Bauarbeiter gegenüber schauten mich sowieso schon ganz verwirrt an, da ich bei jedem Brummen auf die Terrasse sprang um ein noch besseres Foto zu bekommen.

Bin gespannt, was im nächsten Jahr auf uns wartet, bis dahin

Gruß Karin

Souk JARA (Jabal Amman Residents Association) und MOUNT NEBO

Letzten Freitag nutzten wir das herrliche Wetter und besuchten einen Kunsthandwerkermarkt.

In der Rainbow Street beim 1. Circle gelegen, findet dieser Event von Mai bis September immer freitags von 10 bis 22 Uhr statt. Wir kamen gerade an, als Prinzessin Rym Ali den Markt für dieses Jahr eröffnet hatte. Authentische und traditionelle sowie kreative Kunst und Kunsthandwerk kann erworben werden. Auch Olivenöle, Honig, Tees, Kräuter, Seifen, Duftöle und dergleichen wechseln ihre Besitzer. Klamotten, Taschen, Schmuck, Teppiche, antike Flohmarktware wie Münzen, Bücher, Uhren, Kameras und dergleichen laden zum Stöbern ein. Dem Töpfer kann man direkt an der Scheibe beim Herstellen zusehen, der Kollege gegenüber bemalt nach alten Mustern und mit sehr bunten Farben die getrockneten Tonwaren und nach dem Trocknen und Glasieren werden diese zu Hauf angeboten.

Souk JARA

Souk JARA

 

Teeschalen im Akkord

Teeschalen im Akkord

Es gab viel Kunst – aber auch Krempel. Die Atmosphäre war sehr friedlich, ruhig, einladend. Kein Lärm, keiner bot schreiend seine Waren feil oder bedrängte einen zum Kauf.
Nachdem auch wir nicht ohne Einkauf diesen Markt verließen, setzten wir uns noch gegenüber in ein schönes arabisches Café und fuhren anschließend wieder nach Hause.

Für Samstag wünschte ich mir, den Berg Nebo zu sehen. 45 Minuten Fahrtzeit Richtung Süden bei Madaba, parallel zum Toten Meer gelegen, jedoch auf 710 Metern Höhe. Unsere Überlandfahrt war ganz anders als unsere letzte Ausflugstour. Die Natur fast ausgedörrt. Gelb braunes Gestrüpp, nur vereinzelt noch grüne Büschel. Wie sieht es dann erst am Ende des Sommers aus? Es war zwar recht warm am Freitag, doch stetig ging ein laues Lüftchen und die trockene Luft lässt alles erheblich besser ertragen, im Vergleich zum Libanon.

Gut ausgeschildert erreichten wir dann auch den Berg. Dem Alten Testament zufolge zeigte Gott Moses von diesem Berg aus „das Gelobte Land“. Hier soll Moses auch gestorben sein, ohne jedoch jemals das Heilige Land selbst betreten zu haben.

Eine Infotafel im Museum

Eine Infotafel im Museum

Das Areal sieht touristisch entwickelt aus. Ich denke, die Papstbesuche in der Vergangenheit und neuerster Zeit haben die Stätte für den Massentourismus noch interessanter gemacht. Mehrere Reisebusse gleichzeitig können parken, gut ausgebaute Wege, auch Infotafeln in englischer Sprache, ich hörte Reiseführer in englischer Sprache. Touristen in allen Sprachen und doch herrscht überall Ruhe.

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Christliche Mönche bauten im 4. Jh n.C. eine Basilika, die im 6. Jh erweitert und mit neuen Mosaikböden versehen wurde. Gleichzeitig entstand ein Kloster.

Das ehemalige Klostergebäude, Zisternen und Einsiedlerzellen sind an den Grundmauern noch zu erkennen. Die oben auf dem Hügel stehende byzantinische Basilika wird rekonstruiert. Leider dauern die umfangreichen Restaurationsarbeiten noch an und das Areal der Kirche kann nicht besichtigt werden.

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Aber fotografieren kann ich

 

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Für meinen Geschmack zu modern

Zwei Mosaike sind in einem Beduinenzelt ausgestellt.

Eines der beiden

Eines der beiden

Der Ausblick vom Mount Nebo ist berauschend. Mit der Sonne im Rücken vom Berg hinunterblickend, sieht man das Tote Meer. Nördlich davon erkennt man unschwer Jericho mit seiner grünen und fruchtbaren Oase, die älteste, heißeste und die tiefst gelegene Stadt der Welt. Dahinter erheben sich im Westen die kargen Berge Judäas.

2015-05-16,3.

 

 

 

 

Laut Reiseführer, denn bei uns war es zu diesig: Bei klarer Sicht markieren drei Türme auf dem Ölberg über Jerusalem den Horizont: das Monument der hebräischen Universität, der Kirchturm der deutsch-evangelischen Himmelfahrtskirche auf dem Areal der Auguste-Viktoria-Stiftung und die russische Himmelfahrtskirche.

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Auf der Heimfahrt machten wir noch Halt in einem der zahlreichen riesigen Verkaufsläden für traditionelle Mosaikkunst.

Die Preise für die schmiedeeisernen Tische mit Mosaikplatten sind schwindelerregend und somit werden meine Blicke zu Keramikarbeiten gelenkt, die nach einer Kratztechnik gearbeitet werden. In der Werkstatt durften wir den Frauen bei der Arbeit zusehen. Erst wird das Muster aufgezeichnet, dann bemalt und die Bemalung wird dann mit einem Messerchen angekratzt.

WP_001377Allerdings lassen mich auch diese Preise sprachlos werden. Doch bis wir am Auto waren, hatte sich der Preis für dieses schöne Stück schon um ein Drittel vermindert. Ich bin mir sicher, da wäre noch mehr „Special Discount“ möglich.

2015-05-16,4.

 

Wir fahren wieder Heim und sind uns sicher,

die Sonne für einen erneuten Tag zum Handeln geht wieder auf,

doch bis dahin,

machts gut, Karin

 

Was machst du mit dem Knie lieber Mann

Letzte Woche, Mittwochmorgen, 0.30 Uhr. Durch meine mit Ohropax-Wachs gedämmten Ohrmuscheln höre ich immer wieder meinen Namen. Gerade mal 1,5 Stunden im Bett, voll im Tiefschlaf, träume ich wohl wilde Szenen. Höre meinen Namen immer lauter, eindringlicher, fast panisch – bis ich merke – das ist Realität! Ich lockere einen Wachspfropf und intuitiv rufe ich „JA?“

Da ruft mich Jogi aus seinem Zimmer, er brauche Hilfe. Wie eine Granate katapultiert es mich aus dem Bett, torkle schlaftrunken in Windeseile zu ihm rüber, da finde ich ihn auf seinem Bett mit schmerzverzerrtem Gesicht.

Nach dem Ende des Fußballspieles wollte er sich ins Bett begeben, rollte sich auf einer Körperhälfte auf die Matratze und verspürte einen stechenden Schmerz im rechten Knie, konnte es nicht mehr durchstrecken, war dauergebeugt. Was tun???

Nach 7 Monaten hatten wir es ja noch nicht geschafft, uns nach einem geeigneten Krankenhaus mit qualifiziertem Personal, dazu der englischen Sprache mächtig, zu informieren.

Durch eine Bekannte hatte ich zwei Namen von Hospitälern erhalten, die man als Europäer aufsuchen könnte. Ich gab Joachim den Zettel und seinen iPad und er recherchierte. Ich zog mich an, runter in Keller die Gehhilfen holen. Raus in mein Auto und erst mal Rückbank zurückklappen damit der Beifahrersitz ganz nach hinten geschoben werden kann. Dann das erste Mal sein Auto aus der Einfahrt bewegen, im Dunkeln das lange breite Gefährt raus auf die total zugeparkte Straße fahren. Musste erst mal schauen, wie das Auto überhaupt angeht und wie die Automatik funkt. Dann meines raus, seines wieder als erstes in die Einfahrt und meines rückwärts rein, damit er leichter einsteigen kann. Was habe ich geflucht und geschwitzt!

Dann wieder rein in die Wohnung, Geld, Versicherungskarte, Ausweis, Handy packen. Joachim notdürftig anziehen und versuchen, ihn ins Auto zu bekommen. Dann mit Straßenkarte und schlechtfunktionierender Handynavigation das von ihm auserkorene Krankenhaus finden. Nachdem wir einem zufällig vorbeifahrenden Notarztwagen folgten, fanden wir es dann.

Aufnahme klappte wunderbar, ein Spezialist wurde gerufen. Leider sprach dieser nur dürftig englisch. Nach schmerzhaften Dehnungsversuchen, um überhaupt röntgen zu können, wurden wir dann irgendwann entlassen und waren gegen 5 Uhr in der Frühe wieder zu Hause. Am Vormittag sollten wir zum MRI ins angegliederte Gesundheitszentrum und dann mit den Bildern und dem Bericht zu ihm in die Praxis kommen. Seine Visitenkarte bekamen wir. Was nun der Grund war, wussten wir immer noch nicht. Doch zum Glück kann mein lieber Gatte seinen Netdoktor befragen. Jogi gehört zu der Spezies Patient, die erstmal das Netz befragen, dann die Aussage des Arztes abwarten und dann kommen die ABER, WARUM, ICH DENKE, IST ES NICHT SO DASS, ICH HABE GELESEN …

An Schlaf wollte mein Geist gar nicht denken, zumal von 6 – 7.15 Uhr an Schultagen die verschiedensten Schulbusse in der Straße vor den einzelnen Häusern so lange hupen, bis die lieben Kinderlein ihren Allerwertesten aus dem Haus bewegen. Da kann pro Schulbus beim Hupen schon mal auf 9 gezählt werden! Zum Glück schlief Jogi. Und ich wollte in dieser restlichen Nacht auf meine Ohrstöpsel verzichten.

Somit saß ich also mal wieder bei Google Maps und recherchierte die Direktfahrt von zu Hause ins Krankenhaus und von dort zum Arzt.

Klappte dann auch wunderbar. Allerdings war der MRI Report erst am späten Nachmittag fertig. Wir also nur mit den Aufnahmen zum Arzt und dann kam für uns die große Verwunderung. Die Praxis menschenleer, nicht mal ein PC, er konnte die Bilder nicht auswerten, wollte unbedingt nur den Report, der ihm dann per E-Mail nach Hause zu gehen sollte. Jegliches Vertrauen in sein Können war natürlich dahin.

Wir wieder nach Hause und Joachim rief dann einen Bekannten an, der hier unglaublich viele „wichtige“ Leute kennt und dieser kannte auch einen sehr angesehenen renommierten Orthopäden, Studium in Irland, bei dem bekamen wir allerdings erst am Samstag einen Termin. Donnerstag und Freitag war hier Feiertag. Wir überlegten, nach Deutschland zu fliegen, waren hin- und hergerissen.

Am Freitagfrüh um 1 Uhr landete jedoch auch unser Sohnemann, der uns für 3 Tage besuchen wollte. Dies war schon vorher geplant und gebucht. War sehr schön, dass er hier war, doch leider war er nur mit uns zu Hause oder im Krankenhaus. Wie beim Besuch im Dezember hat unser Jogi schlapp gemacht und die Pläne bezüglich Unternehmungen ein wenig durcheinandergebracht.

In dieser Nacht also auch kaum Schlaf.

Am Samstagfrüh alle Mann hoch in ein anderes Krankenhaus, auch der Bekannte war mit dabei. Natürlich habe ich wieder Google Maps befragt, die Praxis angegliedert im Krankenhaus, top modern ausgestattet. Da der Arzt aufgrund eines Notfalls in der Notaufnahme aufgehalten wurde, warteten wir ungefähr 2 Stunden und die ca. 30 Sitzplätze waren alle belegt, die Patienten standen im Flur Schlange.

Was soll ich sagen, es hätte nicht besser sein können. Er schaute die Bilder an, Bericht interessierte ihn nicht, erklärte, demonstrierte und zeichnete, und wir wussten ganz genau Bescheid, welche Art von Meniskusschaden vorhanden war. Sofort wurde versucht, für den nächsten Tag eine OP zu verlegen, damit Jogi drankäme. Die Schmerzen waren die Hölle und die Zeit eilte. Der Arzt diktierte auf Englisch in ein Aufnahmegerät und am angeschlossenen PC wurde fehlerfrei der Bericht direkt wie von Zauberhand ins Formular getippt. Sohnemann war fasziniert! Auch ich habe sowas noch nie live gesehen.

Gestern Morgen um 7 hab ich dann Jogi ins Krankenhaus gebracht, um 17 Uhr wieder abgeholt und er lief ohne Krücken, fast schmerzfrei von dannen. Ich kann ihn nur beneiden und freue mich so für ihn!

aus seinem Krankenzimmer

aus seinem Krankenzimmer

aus seinem Krankenzimmer

aus seinem Krankenzimmer

Er bekommt natürlich die verschiedensten Medikamente, macht ständig seine Turnübungen, soll alle 30 Minuten auf ebener Strecke laufen, und täglich einen Kilometer mehr laufen. Noch keine Treppen oder Steigungen. Heute waren wir zur Kontrolle, am Samstag folgt die nächste.

Sohnemann ist heute auch wieder abgeflogen. War so schön, dass er da war, auch wenn wir gar nichts unternehmen konnten.

Zum Schluss muss ich noch erwähnen, dass uns überall nur mit größter Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenübergetreten wurde. Ob man sich nun sprachlich verstand oder nicht, ob es der Parkplatzwächter, der Putzmann, die Schwester oder ein Arzt war – überall so eine Freundlichkeit – selbst gestern am Telefon, als ich verzweifelt versucht habe, im Aufwachraum etwas über Jogi zu erfahren. Oder vor den Krankenhauseingängen einfach mein Auto stehen lassen darf, da der Wächter ein Einsehen hat, wenn Frau daher fährt und die Krücken aus dem Auto holt und ihrem Mann hilft. Oder immer und überall ein Rollstuhl zur Verfügung steht, und man diesen kostenfrei innerhalb des Gebäudes so lange nutzen darf, bis man ihn vertrauenswürdig wieder zurückbringt.

Wir sind zuversichtlich – alles wird gut.

Bis bald, Karin

Hasen, Hennen, Eier und noch mehr…

..leider sind die Supermärkte voll davon. Mit großer Bestürzung kann ich beobachten, dass die ursprüngliche Bedeutung vom Osterfest verloren geht und vom Konsumverhalten verdrängt wird. Selbst die Fußballvereine drucken nun ihr Label auf die Aluminiumumhüllung der Osterhasen. Es gibt inzwischen wohl alle erdenklichen Schokoriegelvariationen und Alkoholfüllungen in Hasen- oder -hennenform. Befinde mich ja seit letztem Freitag bis voraussichtlich Mitte April in Deutschland und noch nie zuvor habe ich eine solche Auswahl erlebt.

Sonst kann ich euch leider nichts Spektakuläres berichten. Außer Arbeit, Kellerentrümpelung bei Schwiegermutter, Erledigungen, Handwerker, wenige kurze Familienbesuche, Friseur, Zahnarzt und leider auch einem Begräbnis innerhalb der Verwandtschaft, ist in dieser Woche noch nichts passiert.

Ab morgen ist auch Jogi da, mal sehen, was wir außer Garten- und Hausarbeiten eventuell noch unternehmen.

Doch bis zum nächsten Bericht wünsche ich euch erst einmal ein frohes Osterfest, die Hennen haben ja wie am Fließband gelegt, hoffen wir, dass die Hasen fleißig hoppeln…

Bis bald, Karin

Hasenparade

Hasenparade

Sonnenfinsternis!

Als ich das in den Nachrichten hörte, googelte ich sofort, ob dieses seltene Naturspektakel am 20.03.15 auch in Jordanien zu sehen ist.

Die Erinnerung vom 11.08.1999 von der totalen Sonnenfinsternis in Deutschland, die ich zusammen mit Sohnemann in Mögglingen bestaunen durfte, ist zu sehr im Gedächtnis verankert und fasziniert mich seitdem. Die Schutzbrille wohl verwahrt und bereit für einen erneuten Einsatz.

Dieser kam dann auch. Um 11.20 Uhr Ortszeit sollte es soweit sein. In Jordanien sollte zumindest eine kleine partielle Finsternis zu sehen sein. Am Tage vorher rückte ich bereits die Stühle in Position, doch o weh, am Morgen regnete es, dunkle Wolken zogen dahin. Ich hoffte darauf, dass es so sein würde wie 15 Jahre zuvor. Im entscheidenden Moment hört der Regen auf und der Wind treibt die Wolken fort und die Sonne kann gesichtet werden. Und tatsächlich, punktgenau ab 11.20 Uhr konnte ich trotz der Kälte warm eingemummt zumindest zeitweilig die „Verdunkelung“ anschauen. Vorbeifahrende Autos und Fußgänger haben mich im wahrsten Sinne angestarrt, die dachten wohl wirklich, ich sei bekloppt. Immer wieder musste ich alles zusammenraffen und aufgrund der Regentropfen ins Haus flüchten, aber genauso schnell wieder raussitzen und einen Blick hinauf wagen. Gegen 12.40 Uhr war alles vorbei, das konnte ich auch wieder sehen. Gemerkt hat man nichts, es wurde nicht dunkler als aufgrund der Wetterlage sowieso, die Vögel haben weiterhin ihr Pfeifkonzert gegeben und kalt war es ja sowieso. Aber ein Erlebnis!

Bis zum nächsten Mal, Gruß Karin

2015-03-20

Samstagsausflug

Vom 09.03.-11.03. war Jogi in Beirut. Am Freitag darauf dann unser freier Tag, haben nur relaxt und am Samstag hatte er dann den Luxus, einen zusätzlichen Wochenendtag zu haben. Somit sind wir am Vormittag ganz spontan Richtung Norden losgefahren, um endlich weiterhin etwas vom Land zu sehen, gerade jetzt, wo vom Regen noch alles schön grün ist. Wir hatten nicht vor, eine große Stadtbesichtigung zu machen oder altes Mauerwerk zu bestaunen, wir wollten einfach mal durch die Gegend fahren und die Landschaft anschauen. Vor allem interessierte ich mich für Irbid, der zweitgrößten Stadt des Landes, mit etwa 450 000 Einwohnern (laut aktuellem Reiseführer).

Wir sind also von Amman aus in Richtung Westen losgefahren. Berge hinauf und hinab, Ausblicke ins Jordantal und auf die Gebirgsketten der West Banks. Wir kamen durch ländliches beschauliches ruhiges Dorfleben, mancherorts schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir fuhren an Salt vorbei bis ins Jordan Valley (Talsenke) und auf der grenznahen Bundesstraße hatten wir vor, bis rauf nach Umm Qays zu fahren. In diesem Valley herrschte ein ganz anderes Leben. Temperaturanstieg von 8 Grad, saftiges Grün, blühende Bäume, Blumen und Büsche. Linker Hand der Straße standen kilometerweit Gewächshäuser, bewässert vom direkt parallel verlaufenden Jordan, in dessen Mitte die Grenze zu Israel verläuft. Jogis Auto ließ immer wieder die Augen und Münder der in der Sonne sitzenden, schwatzenden und teetrinkenden Männerschar vergrößern. Und wenn er dann extra stark das Gaspedal antippte und der Auspuff röhrte, erfreute das vor allen Dingen die Jungs am Straßenrand. Solch ein Modell hatten sie in der Realität wohl noch nie gesehen. Kein Wunder, die Eröffnung von Maserati Jordanien feierten wir erst im November 2014.

An dieser Stelle wollte ich eigentlich zwei Filme einstellen, meine kostenlose Blog-Version erlaubt dies jedoch nicht.

Auch die Grenzbeamten an der Sheik Hussein Bridge waren ganz erfreut über uns. Wir wollten einfach mal einen der Grenzübergänge anschauen, natürlich durften wir über den ersten Checkpoint hinaus nicht weiterfahren.  Aber alle hatten sichtlich Freude an uns, ich meine nun eher an der Autokarosse! Somit fuhren wir weiter Richtung Umm Qays. Aus der Ferne ganz verschwommen im Nebel und Dunst konnte man den See Genezareth erblicken. Und überall am Straßenrand große Bäume von verschieden farbigsten Bougainville. Ich kam mir vor wie im Urlaub. Wir bogen ab Richtung Irbid.

Dort wollten wir in einem Hotelrestaurant zu Mittag essen, doch was für ein Chaos! In der Stadt wimmelte es vor Menschen und Fahrzeugen. Dichtes Einkaufsgedränge, parken in 2. Reihe scheint hier die Regel zu sein, ebenso dann der laut hupende Protest eines eingekesselten Fahrzeuges. Dank dem Navi fanden wir auch das im Reiseführer empfohlene Hotel. Aber der Anblick des Hinweisschildes, des Treppenaufgangs, des herumlungernden Klientels und der nichtvorhandenen Parkplätze ließ uns ganz schnell weiterfahren.

Schilderwald in Irbid

Schilderwald in Irbid

Stadtauswaerts ist es ruhiger

Hier ist es ruhiger

Stadtauswärts fanden wir dann eine etwas bessere Imbissbude mit angegliedertem Minirestaurant, welches auch gut besucht war. Das Essen war schmackhaft, preisgünstig und vor allem bereitete es uns im Nachhinein keinerlei gesundheitliche Probleme. Die Abenteuerlust bezüglich Stadtentdeckung verloren wir gänzlich anhand dieses Tumults, zumal wir diese Szenerie schon zur Genüge kennen. Somit fuhren wir satt und gestärkt weiter nach Ajlun.

Dort wollte ich dann die Burg Qala’at Ar-Rabad besichtigen. Diese wurde 1184 n. Chr. von einem der Generäle Saladins erbaut, um die Eisenerzminen zu überwachen und die Franken daran zu hindern, in Ajlun einzufallen. Die Burg von Ajlun beherrschte die drei zum Jordantal hinabführenden Hauptrouten und schützte die Verkehrs- und Handelswege zwischen Jordanien und Syrien. Sie stellte außerdem ein wichtiges Glied in der Verteidigungskette gegen die Kreuzritter dar, die jahrzehntelang erfolglos versuchten, die Burg und das nahe gelegene Dorf einzunehmen. Wegen der exponierten Lage diente sie auch als Nachrichten-Relaisstation für Rauchsignale und Brieftauben. Erstaunlich war die Übertragungsgeschwindigkeit: Nachrichten aus Nordsyrien erreichten die Zentrale in Kairo innerhalb eines Tages!

Die Burg hoch oben auf dem Berg. Foto von der Rueckfahrt

Die Burg hoch oben auf dem Berg. Foto von der Rückfahrt

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Uebersichtsinfo

Übersichtsinfo

Aufgang in der Burg

Aufgang in der Burg

Windige Aussichten

Windige Aussichten

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Eisig kalt

Was waren wir froh, mit eiskalten Ohren und komplett durchgefroren wieder im Auto zu sitzen und heimwärts zu fahren.

2015-03-15
Was es mit diesem alten Starfighter Relikt mitten im Ort auf sich hat, weiß ich nicht.

Fand ich nur so witzig, sieht aus als ob er neben uns fliegt.

Jogi nahm auf dem Rückweg extra wegen mir die Route mitten durch Jerash, damit ich die große antike Stadt wenigstens von außen sehen kann. Wie riesig und weitläufig! 1,6 km lang fuhren wir der Ausgrabungsstätte entlang. Da Jogi diese Sehenswürdigkeit in der Vergangenheit bereits besichtigte, hebe ich mir diesen Tagesausflug für eine Besuchertour mit Gästen auf! Ab etwa 6000 v. Chr. gibt es Hinweise auf eine Besiedlung, da können diese Steine auch noch warten, bis ich wieder komme.

In diesem Sinne, bis bald, Karin

Der liebe Alltag

Wieder einmal liegt eine anstrengende Zeit hinter uns. Einen Tag nach meinem letzten Beitrag habe ich am Nachmittag erfahren, dass es am darauffolgenden Tag nach Deutschland geht. Schwiegermutter ging es aufgrund ihrer Erkrankung sehr schlecht, der Arzt plädierte dafür, dass wir mit unserem Kommen nicht bis Ostern warten sollten, auch musste abermals einiges geklärt und in die Wege geleitet werden. Doch nun ist erst einmal wieder alles den Umständen entsprechend stabil, hoffen wir, dies hält sich bis Ostern…

Hier noch ein Foto von einer Skulptur, die wir in D in einem Klinikpark entdeckten.

Wer bin ich?

Wer bin ich?

Somit schaffte ich es am vorletzten Montag gerade noch, im Goethe-Institut meine ausgeliehenen Medien zurückzubringen, zum Friseur zu gehen, Wäsche zu waschen, die verderblichen Waren vom Kühlschrank in Speisen zu verkochen und einzufrieren, ebenso die Koffer mit Gegenständen zu befüllen, die den Einsatzort von Jordanien nach D wechseln sollten. Im Haus in D dann das eisige Grauen, die Heizung war ausgefallen und die folgenden zwei Tage, und vor allem Nächte, bei 6 Grad waren alles andere als herzerwärmend, bis der Heizungstechniker dann Abhilfe schaffte. Seit letzter Woche Montag dann wieder hier der Alltag, vieles zu tun, viel Büroarbeit, auch bin ich schon wieder dabei, die Koffer für meinen Flug Ende März zu befüllen. Ebenso möchte ich vor meinem Abflug noch einiges im Online-Auktionshaus einstellen. War ich letzten Sommer mit meinen Verkäufen doch sehr erfolgreich. Durch den Umzug ist besonders von Sohnemann einiges angefallen, woran sich Andere ihr Herz erfreuen können.

In D wurde ich gefragt, wie denn hier der Alltag so wäre. Müll, Strom, Wasser etc. Versuche nun einmal, Antwort zu geben, was euch so interessiert.

Es gibt verschiedene Recyclings Stellen, wo man seinen unsortieren Wertstoff hinbringen kann. Ich habe das Glück, dass sich direkt gegenüber meinem Stamm-Supermarkt so ein Center befindet.

RecyclingbudeRecycling

Alu, Papier, Pappe, Plastik, Kork, Batterien und Altöl kann kostenlos abgegeben werden. Habe neulich erfahren, dass Glas und Tetra Packs noch nicht zur Wiederverwertung angenommen werden. Für den übrigen Hausmüll stehen an allen möglichen Ecken große Container, wo man seine Mülltüten hineinwirft und die zuhauf vorhandenen streunenden Katzen sind dankbare Abnehmer für alles Organische, bis die tägliche Müllabfuhr dann die entstandene Sauerei beseitigt.

Außerdem fahren täglich mehrere Fahrzeuge durch die Gassen. Jeder spielt eine unterschiedliche Melodie mitsamt Singsang durchs Megaphon. Als da wären der Sperrmüllsammler, Alteisensammler und große Kunststoffe aller Art. Altkleider und -schuhe werden ja nie weggeworfen. Entweder findet sich dafür immer eine Kirchengemeinde, Hausangestellte oder man stellt diese Tüten separat an die Müllcontainer, es gibt für alles dankbare Abnehmer. Ob der Hausbesitzer für den Müllabtransport bezahlen muss, weiß ich noch nicht.

Die Rechnung zum Ende jeden Monats für den Staatstrom erhalte ich vom Hausmeister, gebe ihm das Geld dafür und auch seinen monatlichen Lohn, er bezahlt die Rechnung und ich bekomme diese quittiert zurück. Ebenso die quartalsmäßige Wasserrechnung. Notstromgeneratoren braucht man hier nicht, gibt es auch nicht. Die Heizung läuft mit Diesel, wenn der Pegel im Tank gefährlich sinkt, gibt der Hausmeister Bescheid und nach Absprache ruft er dann den Lieferanten an und zum Schluss bekomme ich wieder die Rechnung und bezahle bar.

Gekocht wird mit Gas, was ich ja sehr bevorzuge. Die Gasflasche steht auf dem Küchenbalkon in einem abgeschlossenen Blechschrank. Mehrmals täglich fahren auch dafür Lieferanten durch die Straßen, einmal rufen und es wird bis zum Schrank eine neue Flasche geliefert.

Wenn der Gasmann zweimal klingelt...

Wenn der Gasmann zweimal klingelt…

Gemuesemann

Obst und Gemüse gefällig?

Verschiedene Obst- und Gemüselieferanten fahren auch durch die Gassen. Aus Erfahrung habe ich jedoch dort noch nie eingekauft, sonst halten die jedes Mal und hupen und trällern so lange, bis man doch rauskommt und einkauft. Trinkwasser, welches wir in 23 l Gallonen haben, holt mir gegen Bezahlung und Trinkgeld der Hausmeister vom Kiosk ums Eck.

Für Internet, Landlinie und Mobiltelefon kommen die Rechnungen zu Jogi ins Büro und werden dann von dort bar bezahlt.

Nun muss ich noch etwas berichten. Habe neulich beim Einkaufen im Supermarkt Kamelmilch entdeckt. Das fand ich ja spannend! Trotz des relativ hohen Preises für dieses kleine Fläschchen, musste ich das doch kaufen und wir haben probiert. Schmeckt ähnlich wie ganz frische Milch, direkt aus dem Kuhstall. Probieren war o.k., über den Rest haben sich die Katzen hergemacht.

WP_001098CamelmilchApropos Katzen. Wir haben täglich wechselnden Besuch von verschiedenen Exemplaren. „Unsere“ Hauskatze wird gefüttert, natürlich lauern in der Zeit schon etliche andere ums Hauseck in der Hoffnung, auch etwas abzubekommen.

"Unsere" Nummer 1, aengstlich aber eine treue Seele

„Unsere“ Nummer 1, ängstlich aber eine treue Seele

Nummer 2, besonders neugierig ...

Nummer 2, besonders neugierig …

Nummer 1 &  2 eintraechtig beim Sonnen

Nummer 1 & 2 einträchtig beim Sonnen

Nummer 3, will nur fressen

Nummer 3, will nur fressen

Nummer 4 spickt ums Eck

Nummer 4 spickt ums Eck

Nummer 5 lebt

Nummer 5 lebt

So könnte ich endlos weiterknipsen. Doch nun fahr ich zum Einkaufen, damit mein großer Kater heute Abend auch was im Napf findet.

Bis bald, Karin

Das Wetter macht was es will

Nun dachte ich Anfang des Monats schon, ich kann so langsam aufatmen. Saß ich doch eines nachmittags nur im T-Shirt am Balkontisch und ließ die herrlichen Sonnenstrahlen auf meinen Wärme entwöhnten Körper scheinen. Zugegeben, doppelte Beinbekleidung und gestrickte wärmende Socken samt dick ausgekleidetem Balkonstuhl gegen den kühlen Wind von allen Seiten war schon von Nöten, aber die Kraft der Sonne war sehr deutlich zu spüren.

Der Mandelbaum stand bereits in Blüte, die japanische Zierkirsche hatte schon sehr deutliche Knospen, sodass ich mir davon einen Zweig in die Vase ins Wohnzimmer stellte, woran ich mich auch heute noch, drei Wochen später, täglich an der nun voll aufgeblühten Pracht und dem feinen Duft erfreuen kann.

2015-02-06 Mandelbluete

2015-02-06 Mandelblüte

Kirschblueten

Kirschblüten

Dann kam der große Sandsturm. Tagelang hatte es aufs heftigste geweht. Zu allen Fenster- und Türritzen, und das sind hier viele, kam das braune feingekörnte Wüstenrelikt, so dass ich es zum Schluss mit dem Besen im Wohnzimmer zusammenfegen konnte. Als es dann auch noch leicht zu nieseln anfing, war das Geschmiere draußen perfekt. Zum Glück haben wir einen Hausmeister, der donnerstags alles mit dem Wasserschlauch wieder erstrahlen lässt.

2015-02-12 Autowaesche!!!

2015-02-12 Autowäsche!!!

Letzten Mittwoch dann die Ankündigung, ab Donnerstagmittag um 12 Uhr sei Public Holiday angesagt, schwerer Schneesturm wird erwartet. Da Jogi bereits am Dienstag moniert hatte, dass im Kühlschrank mehr leere Flächen als Inhalt zu sehen seien, machte ich mich am Nachmittag auf, die Vorräte aufzufüllen. Keine gute Idee, so spät aufzubrechen. In meinem Supermarkt war die Hölle los, es regnete in Strömen, keine Parkplätze mehr zur Verfügung, also warten bis jemand wegfuhr. Wieder einmal leere Regale, übervolle Wägen die sich vor den Kassen zur Bezahlung drängelten. Letztendlich war ich in 4 Läden, überall das Toastbrot ausverkauft. Mussten wir unser wachsweich gekochtes Ei eben ohne gebutterten frischen Toast genießen. Ich weiß – es gibt auch wichtigere Probleme auf dieser Welt!!!

Am Donnerstag verließ Jogi aufgrund eines Außentermins schon eher unser Heim, stand jedoch kurz nach 9 schon wieder auf der Matte, die Regierung hätte den ganzen Tag als Urlaub erklärt. Ab dem Nachmittag dann schwere Stürme, Regen, jedoch kein Schnee. Irgendwann war dann auch der TV Empfang gestört, als ich gegen 23 Uhr ins Bett ging, schaute ich nochmals nach draußen, hatte es also doch geschneit. Am Freitagmorgen dann die ganze Pracht, ich konnte es nicht glauben. Hatte eigentlich vom vorherigen Monat schon genug. Bis diese Massen wieder weggeschmolzen wären, geht bestimmt auch der Samstag arbeitsfrei ins Land. Nach dem ausführlichen Frühstück haben wir uns abermals warm eingemummelt und stapften eine Runde ums Viertel. Der Hausmeister von gegenüber schnitzte mit einer Eselsgeduld stundenlang eine Schneeskulptur. Den Ausdruck Schneemann gebrauche ich in der islamischen Welt aufgrund der Debatte vom Januar in einem Nachbarstaat lieber nicht.

2015-02-20 Kuechenbalkon

2015-02-20 Küchenbalkon

2015-02-20 Haupteingang

2015-02-20 Haupteingang

2015-02-20 Terrasse

2015-02-20 Terrasse

2015-02-20 Seiteneingang

2015-02-20 Seiteneingang

2015-02-20 Jogi hilft einem unverbesserlichen Taxifahrer

2015-02-20 Jogi hilft einem unverbesserlichen Taxifahrer

2015-02-20 fast leere Strassen

2015-02-20 Fast leere Straßen

2015-02-20 hoffentlich ueberlebt das die Zierkirsche

2015-02-20 Hoffentlich überlebt das die Zierkirsche

2015-02-20 "Schneepflug"

2015-02-20 „Schneepflug“

2015-02-20 Die Hausmeisterskulptur

2015-02-20 Die Hausmeisterskulptur

Ja, heute ist Samstag und er ist arbeitsfrei verlaufen. Arbeitsfrei meine ich nun außerhalb des Hauses, ich war mit Hausarbeit beschäftigt. Heute schien den ganzen Tag schön die Sonne, die weiße Pracht schmolz soweit dahin, dass man wieder ohne Gefahren mit den Sommerreifen fahren kann. Der Schneepflug räumte bereits den größten Matsch beiseite, von der dahingeschmolzenen Skulptur winken gerade noch die Finger aus dem Gehweg, Jogi hat die Autos frei gemacht, morgen kann die Wirtschaftswelt wieder angekurbelt werden.

Bis bald, Karin

Die Sache mit der Integration

Wie ich mir bereits im letzten Jahr schon vornahm, habe ich endlich Kontakt zu dem einen oder anderen Frauentreff aufgenommen. Meine Online-Recherche brachte zutage, dass sich am ersten Montag im Monat die German Speaking Ladies in einem Café eines Stadtteils treffen, wo ich zuvor noch nie war. Habe somit online das Café und die Wegbeschreibung gesucht und dann Tage vorher schon mal Probegefahren und auch prompt gefunden. Also habe ich mich bei der angegebenen Kontaktadresse angemeldet und ging dann auch um 10 Uhr zu diesem Treffen.

Das Café Mirabell in Smeisani

Das Café Mirabell in Smeisani

Die Damenrunde

Die Damenrunde

Es waren bereits zwei Damen da und ich saß noch nicht mal auf dem Stuhl, da viel mir sofort der breite schwäbische Akzent einer Dame auf. Nach und nach trudelten dann noch mehr Frauen ein, bis das Dutzend voll war. Eigentlich nur ältere Damen, die schon seit Jahrzehnten im Land, mit Einheimischen verheiratet und fest verwurzelt sind. Sie treffen sich schon seit den 70er Jahren und sind nun nicht direkt meine Zielgruppe, aber ein Versuch war es wert und ich werde wohl auch weiterhin mal dort vorbeischaun. Mit einer Dame tauschte ich die Mobilnummer aus, werde mich bestimmt mal mit ihr treffen, sie verreiste nur kurz nach unserem Kennenlernen in die Heimat, sie kommt aus dem Badischen.

Das Café war sehr gut besucht, zum größtenteils Frauen, betucht und unbetucht (was den Kopf betrifft), mit und ohne Babys. Ich wundere mich immer wieder, wie gut die Cafés und Restaurants am Vormittag besucht sind. Arbeiten die alle nicht?

Für den folgenden Tag verabredete ich mich mit einer Österreicherin, die ich bei der Eröffnung des Maserati-Showrooms kennengelernt hatte. Auch wir tauschten damals Ende November die Nummern aus und ich versprach, mich zu melden. Wir verbrachten einige schöne Stunden am Abend, wiederrum in einem anderen Stadtteil, nicht weit von hier entfernt. Dem Internet sei Dank, auch dieses Restaurant und den Weg dorthin fand ich problemlos. Seitdem halte ich Kontakt zu der Halblibanesin/Österreicherin, traf mich bereits ein weiteres Mal mit ihr, leider wird sie das Land zum Sommer verlassen.

Direkt daneben befindet sich ein Café, wo wiederrum am nächsten Tag das Treffen des Deutschsprachigen Clubs stattfinden sollte. Dieser trifft sich laut aktueller Internetinfo immer am ersten Mittwoch des Monats. Ich meldete mich unter der angegeben E-Mail-Adresse an, bekam zwar keine Antwort, ging dann trotzdem hin.

Im Café wanderte ich dann erst einmal durch die Tischreihen und streckte meine Fühler nach „deutschen“ Merkmalen aus. Hin und wieder fragte ich die Grüppchen, ob sie vom Deutschsprachigen Club seien. Viele schauten mich an, dass ich mir schon so verzweifelt wie Robinson auf der Suche nach Freitag vorkam. Ich schilderte einem der Kellner mein Anliegen und er machte mich auf eine blonde Frau in einer Ecke aufmerksam, die alleine am Tisch saß. Diese befragte ich auch direkt, sie verneinte und antwortete dann auf deutsch: „Aber ich spreche deutsch, bin aber Dänin“. Nach entschuldigenden Worten und der Aufklärung meinerseits bekundete sie dann sofort Interesse und bot mir Platz an. Sie wartete auf eine Freundin und somit quasselten wir erst mal los, sie froh, endlich ihre Deutschkenntnisse anwenden zu können und ich froh, nicht so dämlich alleine dazusitzen. Irgendwann kam sie dann, Maria, eine Spanierin und ich verbrachte zwei lustige kurzweilige Stunden, immer wieder aufspringend und hereinkommende Gruppen befragend. Ergebnislos.

Prost

Prost

Auch wir tauschten Namen und Telefonnummern, inzwischen trafen wir uns wieder im selben Café, mittags um 12 auf ein Bier! Da war der restliche Tag auch verplant.

Das Treffen am ersten Donnerstag im Monat der International Women’s Association Amman habe ich zunächst einmal nicht besucht. Jogi kam nach 2,5 Wochen aus dem Libanon zurück. Außerdem liegt mir der Donnerstag überhaupt nicht. Da am Freitag unser Ruhetag ist, fällt immer noch Einkaufen, Wäsche und Putzen an. Warum die sich alle in der ersten Woche des Monats treffen ist mir schleierhaft. Inzwischen hab ich auch per E-Mail Antwort von der Kontaktperson des Deutschsprachigen Clubs erhalten. Dieser sei in letzter Zeit mangels Interesses eingeschlafen. Da ich mit der Österreicherin und der Dänin jedoch Interesse zeige, werden wir ein Treffen Anfang März ins Auge fassen.

Außerdem hab ich den Weg, wieder einmal Dank des Internets, ins Goethe Institut gesucht und gefunden und eine Mitgliedschaft für die Bibliothek gemacht. Habe zwar noch genügend Lesestoff, aber als weitere Info- und Kontaktquelle ist so eine Institution immer gut. Vor allen Dingen ist es schön, ab und an eine deutschsprachige Zeitschrift auszuleihen, diese bekommt man hier nämlich sonst nicht zu kaufen.

Somit habe ich mich im Straßenverkehr wieder einen Schritt weiter gewagt. Auf all meinen Erkundungsirrfahrten bricht nun keine Panik mehr aus, die Puzzleteile fügen sich langsam aneinander und ich lerne mehr und mehr kennen. Auch eine weitere Mall direkt in der Nähe habe ich erkundet, und wundere mich auch hier immer wieder aufs Neue, wie diese riesigen Einkaufszentren überhaupt existieren können, zumal die Hälfte der Läden noch unbesetzt sind.

Was die Integration kulinarischer Art anbelangt, haben wir es hier sehr gut getroffen. Ich meine nun eher die Art: der Deutsche möchte auch im Urlaub sein gewohntes Schnitzel und Sauerkraut erhalten. Sprich, in meinem Stamm-Supermarkt gibt es von Zeit zu Zeit Würste aller Art, auch der Deutsche Bäcker hat ein sehr ansprechendes Angebot und ich muss zum Glück nicht mehr selber backen.

Nur der suesse Senf stammt aus dem Libanon, auch dort importiert aus D

Nur der süße Senf stammt aus dem Libanon, auch dort importiert aus D

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Auch Salami, Schinken und Mortadella vom Schwein bekomme ich in „meinem Cozmo“ direkt an der Frischetheke. Produkte von Hengstenberg, ob KNAX Essiggurken, Senf, Blaukraut oder Essig – all das lässt uns doch besser integrieren!

Und beim MEATMASTER ein paar Straßen weiter, bekommt man Rind-, Lamm-, Hähnchen- und Kalbfleisch in bester Qualität.

In diesem Sinne, ich schwing mich nun in die Küche und sorge für ein Abendessen, heute allerdings asiatisch,

bis bald, Karin

Wenn jemand eine Reise tut, so kann sie was erzählen…

… nun bin ich zwar nicht wie Urian um die Welt, sondern nur nach Kuwait gereist, aber auch auf diesem 4-tägigen Tripp habe ich wieder etwas dazugelernt und einiges gesehen.  Und wenn ich ganz ehrlich bin, am Ende der Reise zur selben Einsicht wie der Titelheld des Gedichts aus 1786 gekommen.

Da Joachim wohl längere Zeit im Libanon bleiben sollte, entschloss ich mich ganz spontan, eine Freundin in Kuwait zu besuchen. Sie ist vor 5 Jahren mit ihrer Familie aus beruflichen Gründen von Beirut nach Kuwait weitergezogen und seit einigen Jahren schon wollte ich mein Versprechen bezüglich einem Besuch einlösen. Auf die Reise oder das Land hatte ich mich eigentlich nicht besonders vorbereitet. Ließ alles auf mich zukommen. Und es kam…

Unser Hausmeister bestellte mir auf 9 Uhr abends ein Taxi, welches mich zum Flughafen bringen sollte. Der Fahrpreis war fest ausgemacht, das war so in Ordnung. Der Fahrer war sogar pünktlich, sprach gut Englisch, vergewisserte sich immer wieder ob wir noch Zeit hätten, ließ die arabische Radiomusik nur diskret leise im Hintergrund plärren, alles klappte wunderbar. Ich war zeitig am Flughafen, wir starteten auch pünktlich, allerdings war der Flieger bis auf den letzten Platz voll. Der 2-stündige Flug war recht angenehm und kurzweilig. Die Landung war für 3 Uhr nachts geplant, jedoch durften die Passagiere, aufgrund eines gesundheitlichen Zwischenfalls eines Fluggastes, nicht so schnell aus der Maschine. Als dies dann endlich gestattet wurde und ich mit dem Bus zur weiteren Abfertigung gefahren wurde, machte ich mir schon Sorgen um meine Freundin, die da nachts so lange in der Ankunftshalle warten musste. Dass jedoch noch viel Zeit vergehen würde, bis wir uns endlich sehen würden, dachte ich zu diesem Moment nicht. Ich hatte die größten Schwierigkeiten und Springereien mit Geldwechsel, Visamarken auslösen und dem Auffinden meines Koffers. Vor sämtlichen Gepäckbändern herrschte buntes Treiben und dichtes Gedränge, der Geräuschpegel war immens. Mein Flug wurde auf der Anzeigetafel gar nicht mehr aufgeführt, in der Zwischenzeit war schon über eine Stunde von der Landung ab vergangen. Die Befragung von Flughafenangestellten nach dem zuständigen Gepäckband brachte nur Kinnheben zustande. In Deutschland würde man mit den Schultern zucken, im arabischen Raum hebt man das Kinn und zieht eventuell noch die Mundwinkel nach unten. Irgendwann half mir dann ein Gehilfe, von Band zu Band und von einer Ecke zur anderen zu trippeln, und Ausschau nach meinem Koffer zu halten. Plötzlich sah ich dann Mitreisende aus meiner Maschine und ein anderer Angestellter versicherte uns, hier sollte das Gepäck aus Amman ankommen. Die Anzeigetafel führte bereits den nachfolgenden Flug auf. Die ganze Zeit wo ich unterwegs nach meinem Visum war, hatten somit die restlichen Passagiere wartend verbracht. Als ich endlich meinen Koffer hatte, zwischendurch mit meiner Freundin telefonierte, versuchten wir mit dem Trolly zum Gepäckscan Richtung Ausgang zu navigieren. Wir bewegten uns aufgrund der Menschenmassen im Schneckentempo. Irgendwann war es soweit, ich gab meinem Gehilfen ein großzügiges Trinkgeld und ich konnte meine Freundin in die Arme schließen und aufatmen. Auch sie wunderte sich über diesen Menschenauflauf, sie stand schon im Stau, um überhaupt ins Parkhaus zu gelangen. Zum Glück waren wir recht schnell bei ihr zu Hause im Stadtteil Jabriya und gegen 6.30 Uhr versuchten wir dann, etwas Schlaf zu bekommen. Ich hatte mein eigenes schönes Schlafzimmer und Bad. Als Reisender in Privathäusern totaler Luxus. Nach einigen Stunden erwachte ich mit Kopfweh, schlief schon damit ein und es wurde auch den ganzen Tag über nicht besser.

Die Wassertuerme, das Wahrzeichen von Kuwait: 3 Stahlbetontuerme, 185 Meter hoch. Wasser- als auch Ausscihtstur. Derzeit leider geschlossen

Die Wassertürme, das Wahrzeichen von Kuwait: 3 Stahlbetontürme, 185 Meter hoch. Wasser- als auch Aussichtsturm. Derzeit leider geschlossen

Das Wetter war im Vergleich zu Amman traumhaft. Kühl aber sonnig, richtig schön um warm eingepackt draußen in der Sonne zu sitzen. Dies taten wir nach einer kurzen Wohnungsbesichtigung dann auch. Wir gingen frühstücken ins Le Pain Quotidien an der Marina Crescent.

Marina crescent

Marina crescent

Anschließend wanderten wir ziemlich lange die Corniche entlang, es war Freitag und somit Wochenende. Da die Häuser, wohl aufgrund der Hitze im Sommer, keine großen Balkone haben wo die Familien sich aufhalten könnten, findet das Wochenendleben draußen in den Parks statt. Groß- und Kleinfamilien kommen bei schönem Wetter mit Kinderwagen, Tischen, Stühlen, Decken, Kissen, Fahrrad, Dreirad, Roller, Inliner, Grill, Essen, Trinken und allem Drum und Dran in die Parks und verbringen dort ihre Zeit. Wohlbemerkt nur diejenigen, die es sich finanziell nicht leisten können, ihre Freizeit in einer der unzähligen riesigen Einkaufszentren mit Kino, Spielparks und Restaurants zu verbringen.

Am Spätnachmittag wird dann alles wieder zusammengepackt. Alles bis auf den Müll. Der wird entweder vorbildlich in Tüten verpackt und selten in die Mülltonne gegeben, oder die Tüte bleibt liegen oder der ganze Müll bleibt einfach liegen und wird dann am späten Abend oder am nächsten Morgen von den Arbeitern zusammengefegt, damit die Stadt wieder ihr sauberes Erscheinungsbild bekommt.

Im Hintergrund Kuwait City

Im Hintergrund Kuwait City

Freitags im Park

Freitags im Park

Andere Laender, andere Sitten! Wir gehen mit Hund Gassi, diese junge Dame mit dem Kaninchen

Andere Länder, andere Sitten! Wir gehen mit dem Hund Gassi, diese junge Dame mit dem Kaninchen

Wir strahlen mit der Sonne um die Wette

Wir strahlen mit der Sonne um die Wette

Am spaeten Nachmittag nur noch Menschen

Am späten Nachmittag nur noch Menschen

Die Skyline von Kuwait City

Die Skyline von Kuwait City

Allgemein waren wir viel unterwegs, viel draußen spazieren, schön essen, viel geredet und gequatscht. Supermärkte besucht und das Warenangebot verglichen. Außer dass es bei uns auch Schweinefleisch und Waren aus Deutschland gibt, ist das Sortiment in etwa gleich. Da am Freitag König Abdullah von Saudi- Arabien verstarb, war in Kuwait auch am Sonntag noch Feiertag und somit hatten wir noch mehr gemeinsame Zeit. Wir besuchten den Wochenendmarkt. Alles kann dort gekauft werden. Gebrauchtes oder Neues. Kleidung, Schuhe, Taschen, Möbel, Stoffe, Deko, Haushaltsartikel, Tiere – was das Herz begehrt.

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Anschließend wollten wir auch die große Moschee besuchen, wir waren zweimal dort, immer geschlossen. Aufgrund der unvorhergesehenen freien Tage konnte man uns keine zuverlässigen Öffnungszeiten mitteilen.

Die Grosse Moschee, die groesste in Kuwait. Das Gesamtareal umfasst 45.000 qm

Die Große Moschee, die größte in Kuwait. Das Gesamtareal umfasst 45.000 qm

Direkt gegenueber der Moschee das Auswaertige Amt. Der Kreisverkehr im Vordergrund sehr im imposant

Direkt gegenüber der Moschee im Hintergrund das Außenministerium. Der Kreisverkehr im Vordergrund sehr imposant anzuschauen.

Dafür waren wir bei Tchibo in Salmiya, hab sogar was gefunden. WP_000993

Auch den Zentralen Fischmarkt haben wir besucht. Ich sah in der Männerwelt nur eine verschleierte Frau. Und dann wir. Meine Freundin groß, schlank, blond, blaue Augen – ich kam mir vor wie beim Spießrutenlauf. Als ich um Erlaubnis fragte um zu fotografieren, rief uns jeder hinterher, ich solle seinen Stand knipsen – also nichts wie raus.

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In der Auktionshalle. Zwischen den Männerbeinen liegen die einzelnen Häufchen Fischsorten

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Alles blitzblank

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Riesige Exemplare

 

Wieder eine Kaffeepause: In der Nähe des Fischmarkts auf dem Balkon eines Cafés bei herrlichem Sonnenschein und tiefgründigen Frauengesprächen

Blick vom Souq Sharq auf den Hafen

Blick vom Souq Sharq auf den Hafen

Weitere Stadtansichten beim Vorbeifahren:

Aus dem Autofenster heraus fotografiert

Aus dem Autofenster heraus fotografiert

Der Liberation Tower - Fernsehturm. 372 Meter hoch

Der Liberation Tower – Fernsehturm. 372 Meter hoch

Und dann war die Zeit auch schon vorbei. Am Montagnachmittag ging es wieder zurück. Kuwait war ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Es gäbe wohl noch vieles zu sehen, Wüste oder Kamele habe ich noch keine gesichtet, auch die Aussicht vom Fernsehturm oder dem Wasserturm würde ich gerne genießen – beim nächsten Mal. Erst einmal ein großes DANKE an meine Gastgeber. Da ich ja die Privatsphäre von jedem so gut es geht schützen möchte, verwende ich möglichst nie Namen. Nur so weit, allen geht es gut und sie sind wohlauf.

Meine Heimreise verlief völlig komplikationslos, kein Stau, alles reibungslos, fast leerer Flieger, problemlos mit dem Taxi bis nach Hause. Auch dort alles o.k., allerdings war es in der Wohnung ganz schön kalt.

Noch ein Hinweis für meine Blogbesucher, die sich nicht so gut auskennen; Mit einem Mausklick auf die Fotos lassen sich diese vergrößern.

Bis bald, Karin

Normalität

So, ihr Lieben, nun muss ich doch kurz Entwarnung geben. Wurde schon öfters angeschrieben, ob wir immer noch zu Hause rum hocken. Nein! Zum Glück nicht. Letzten Montag fing der Arbeitsbetrieb um 11 Uhr an, am Abend gab es dann nochmals überfrierende Nässe und somit ging’s am Dienstag um 10 Uhr los. Seither ist jedoch wieder Normalität eingekehrt. Der verharschte Schnee auf den Gehwegen wurde von den Hausmeistern zwecks schnelleren Abtauens auf die Straße geschleudert, umgeknickte Bäume wurden entfernt, der Satellitenfernsehempfang wieder hergestellt, ich fuhr gestern mal wieder einkaufen und Jogi war inzwischen schon wieder 2 Tage in Dubai. Jetzt im Moment verfolgt er im TV den Wintersport – heute ist ja unser Ruhetag. Am Montag fliegt er für eine Weile in den Libanon – der Alltag hat uns wieder!

Bis bald, Karin

Und alles fängt wieder von vorne an

Zum Glück hatte ich auf Jogis Panik reagiert und Vorräte eingekauft. Wir können immer noch nicht aus dem Haus.

Doch wieder einmal der Reihe nach. Am Donnerstag, wie bereits berichtet, die weiße Pracht. Am Freitag, unserem Sonntag hier, taute dann vieles ab. In Bächen lief das Wasser die Straße entlang, zusätzlich nieselte es leicht. Wir atmeten auf, am Samstag würde somit alles seinen normalen Ablauf nehmen können. Gegen Abend fing es abermals leicht zu schneien an, die Mitteilung einer Mitarbeiterin, da in der Nacht Frost erwartet werden sollte, wäre auch am Samstag Public Holiday. Jogi schon wieder leicht angesäuert, man muss sich aber auch die Verdienstausfälle vorstellen. Tagelang liegt alles brach, die laufenden Kosten fallen trotzdem an.

Am Samstagmorgen wurde ich, wie meistens, als Erste wach. Eisige Kälte draußen, die Straße eine einzige Eisfläche.

Trank meinen Kaffee und ging dann ins Bad. Zum 1. Mal diesen Winter ließen wir die Heizung über Nacht an, trotzdem war in dem schlecht isolierten Gemäuer und in der gefliesten Dusche eine eisige Kälte. Beeilen hieß es! Stand also unter der Brause, ärgerte mich noch über das Rinnsal, das herauskam und dachte mir noch, muss mir doch einen neuen Duschschlauch kaufen, Sohnemann monierte dies bereits. Schäumte meine Haare ein und beim Abspülen versiegte dann das warme Wasser. Eisiges Nass wäre zur Genüge herausgekommen, aber das brachte ich nicht über mich. Mir war schon so kalt und die Füße glichen Eiszapfen. Ich trippelte also, ins Badetuch gehüllt, über den Flur rüber in Jogis Bad, weckte ihn natürlich auf, stand unter dessen Dusche und ebenso kam statt warmem nur eiskaltes Wasser. Das Shampoo brannte mir schon in den Augen, ich fror erbärmlich und fluchte dann auf übelste schwäbische Art los. Jogi stand völlig erschrocken in der Tür, noch total müde und benommen. Ich wieder rüber in mein Bad und da brachte er mir dann im Eimer portionsweise das heiße Wasser aus dem Wasserkocher und ich konnte mich dann wenigstens abspülen. Brach dann zwischendurch noch in schallendes Gelächter aus, angesichts dieser Szenerie.

Als ich dann angezogen und warm verpackt auf dem Sofa saß, konnte er mir endlich zum Geburtstag gratulieren.

Der gefrorene Olivenzweig in der Wasserlache – richtig malerisch

War also die Außenleitung, die zum Wasserboiler führt, eingefroren. Die Wassertanks stehen auf dem Dach, wie in arabischen Ländern üblich. Dass nicht mehr passiert war, ist ein Wunder.

Später kam dann wunderschön die Sonne zum Vorschein, strahlendblauer Himmel. TV funktioniert seit den Stürmen sowieso nur noch sporadisch, allerdings zeigte mein Mobil keinerlei Nachrichten an, bis ich merkte, dass gar kein Empfang war. Internet ging auch nicht richtig – war wohl sämtliche Sendetechnik eingefroren.

Auf jeden Fall funktionierte irgendwann wieder alles, ich konnte simsen, appen, mailen, skypen, telefonieren und war erst mal beschäftigt.

Später tranken wir zusammen Kaffee, und genossen meine selbstgebackene Käsesahne. Gegen Abend kochten wir gemeinsam und ließen uns Ente mit Kartoffelpüree und Salat schmecken.

Den schönen Krimi am Abend konnten wir leider nicht bis zum Schluss ansehen, der Empfang war wieder gestört. Wurde Zeit, dass der Techniker kam und alles wieder normal funktionieren würde.

Jogis Assistentin unterrichtete ihn, dass aufgrund der Wetterlage laut Regierung Arbeitsbeginn am Sonntag erst um 11 Uhr wäre. Welche Wetterlage? Straßen waren frei, unsere recherchierte Wetterprognose zeigte keine weiteren Unannehmlichkeiten.

Später im Bett wunderte ich mich noch über den großen Knall, hörte sich an wie Türenschlagen, aber da war ich dann schon eingeschlafen. Heute Morgen um 6 bei meinem Besuch in der Keramikabteilung wunderte ich mich über die Stille draußen. Totenstille. Ließ die Rollläden hoch und konnte nicht glauben, was ich sah!

Am Abend zuvor war der Tisch noch frei

Am Abend zuvor war der Tisch noch frei

Brennholz

Brennholz

Nachbars Auto steht leider immer noch. Das war also der Krach wie Tuerenschlagen

Nachbars Auto steht leider immer noch. Das war also der Krach wie Türenschlagen

Jogi befreit abermals mein Auto in der Hoffnung, spaeter ins Buero zu koennen

Jogi befreit abermals mein Auto in der Hoffnung, später ins Büro zu können

Inzwischen die Nachricht eines Mitarbeiters. Heute wieder alles zu, in der Nacht wird abermals Frost erwartet. Heute befülle ich mir mal einige Eimer mit Wasser, ich habe da so Vorahnungen. Eben rauschte eine Art Schneepflug durch die Gassen, der Tanklaster befüllt hier eben im Haus für jemanden Diesel. Warten wir mal ab, wie es morgen weitergeht. Bis bald, Karin

Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, die Welt sieht wie verzaubert aus…

…würde Rolf Zuckowski mit seiner Kinderschar singen – das fiel mir, angesichts dieser Pracht heute Morgen, ein! Haben sich also die Wetterprognosen doch bestätigt. Der Reihe nach:

Am Dienstag erklärte die Regierung den gestrigen Tag, Mittwoch, als Public Holiday. Die Bevölkerung soll sich auf schwerste Stürme und Schnee einstellen, Vorräte bunkern, am Mittwoch zu Hause bleiben. Somit alles geschlossen. Jogi verbreitete schon leichte Panik, niemand könne mehr zur Arbeit erscheinen, alles sei zu, ich solle einkaufen gehn. Die Belegschaft bereitete ihn im Vorfeld wohl verbal darauf vor. Für mich ja nichts Besonderes, eine Woche mal nicht einkaufen zu gehn – hatte ich in meinem Einsiedlerleben in Kfour ja oft genug getan. Kurz und gut, ich fuhr also einkaufen. Kein leichtes Unterfangen, wenn es keine Parkplätze mehr gibt, leere Regale, lange Schlangen vor den Kassen. Aber irgendwann war ich gewappnet. Kühlschrank und Gefrierfach voll, gefüllte Wassergallonen und Gasflaschen da, Diesel nochmals auftanken lassen, Strickzeugs und Bücher parat – Schneemassen konnten kommen.

Zuerst stürmte es wie bekloppt. Es wurde immer kälter, Regen, Hagel, dann Schnee. Eigentlich mehr Wasser, aber es sah wenigstens nach Schnee aus. Ich freute mich wie ein Kind. Seit mindestens 5 Jahren der erste Schnee, den ich sah.

Wie gezuckert

Wie gezuckert


Und gepudert

Und gepudert

Wir zogen uns an und marschierten durch die Gegend. Es waren wirklich einige Autofahrer unterwegs, manche lieferten sich Rennen, beschleunigten wie bekloppt und erfreuten sich daran, dass das Auto von links nach rechts schlingerte, sich drehte und unkontrolliert schleuderte. Auf der rutschigen, matschigen Fahrbahn, dazu mit Sommerreifen, kein Wunder. Ich wunderte mich nur, dass die am Straßenrand geparkten Autos heil blieben.

Jogi dirigierte mich zu Starbucks auf einen Kaffee, als wir dann vor der Theke standen und feststellten, dass keiner von uns Geld dabeihatte, wanderten wir wieder nach Hause und tranken dort unseren Kaffee.

Bis jetzt noch ertraeglich

Bis jetzt noch erträglich


So langsam wird's ernst

Am Abend ging’s dann los

Gegen Abend fing es dann wieder zu schneien an, diesmal richtig. Der TV-Satellitenempfang fiel aus, einem Nachbarn fiel ein Stück Baum aufs Auto. Zum Glück blieb uns der Strom erhalten. Die Nachricht von Mitarbeitern: am nächsten Tag auch frei.

Heute Morgen dann die weiße Pracht. Ein Schneepflug fuhr wohl durch die Gassen und entfernte das größte Geäst auf dem Auto. TV geht immer noch nicht. Ansonsten lassen sich nicht viele Menschen blicken. Ein Nachbar gegenüber schob gerade mit dem Abzieher, barfuß in Badelatschen, den gröbsten Schnee vor der Haustür weg. Ein anderer versuchte mit der Schaufel einen schmalen Fußtritt frei zu bekommen. Schneeschaufeln sind hier wohl Mangelware.

Die groessten Wedel schon beseitigt

Die größten Wedel schon beseitigt


So sah es heute Morgen um 8 aus

So sah es heute Morgen um 8 aus

Kinder seh und hör ich keine. Komisch, uns hielt früher beim ersten Schnee nichts im Haus. Somit muss der Rolf Zuckowski wohl alleine weiter trällern und ich geh nun allein aus dem Haus. Bis bald, Karin

P.S. Der Nachbar gegenüber befreit nun sein Auto vom Schnee, er hat die Badelatschen in Crocs getauscht – aber immer noch barfuß.

Wünsche allen ein friedliches und gesundes Neues Jahr!

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Vom alten ins neue Jahr sind wir spielend hinübergepunktet. Im wahrsten Sinne.

Nachdem ich am Silvestermorgen noch mit Einkaufen beschäftigt war und Jogi und Sohnemann erfolglos unterwegs waren um Feuerwerk zu kaufen, verlief der restliche Tag recht still und bedächtig.  Jogi war seit Weihnachten recht krank, deshalb unternahmen wir nicht viel. Eigentlich würde ich ja gerne von fiebrigem grippalem Infekt schreiben. Da Göttergatte sich aber weigerte, trotz exzessivem Husten nicht zum Arzt zu gehen, bezeichne ich die Krankheit mal als Männerschnupfen. Kennerinnen unter uns wissen, dass die Gebärden und Lautäußerungen unserer Kerle sich da sowieso nicht unterscheiden.

Am Nachmittag sahen wir uns somit ganz gemütlich einen Film an. Deutsche Kanäle empfangen wir hier nur ARD, ZDF, arte und Euronews. Dazu haben wir noch jede Menge englischsprachige Kanäle. Ich hatte Appetit auf Sekt, warum also bis Mitternacht warten? Seit wir hier sind, trinken wir sowieso viel weniger Alkohol als früher. Liegt zum einen wohl an den gesalzenen Preisen. Zum anderen bekommt man Prozentiges nur in speziellen Liquor Stores.

Unser Käsefondue am Abend hatte sich zwar unverständlicherweise irgendwann in eine fettige Flüssigkeit und einen dicken ungenießbaren Kloß aufgespalten, aber dies tat unserer Laune keinen Abbruch. Irgendwann fingen wir dann zu spielen an, die ganzen Tage über waren wir mit Scrabble, 6 nimmt, Uno, Pit und Wordfix beschäftigt, lachten uns die Seele aus dem Leib und hatten wirklich Spaß. Gegen Mitternacht sind wir dann raus, warteten, lauschten – nichts! Dort, irgendwo in der Ferne sind dann 2 oder 3 Böller oder Raketen hoch. Das war’s! Da brannten die Zigarillos von den Männern wesentlich länger. Nun war auch klar, warum kein Feuerwerk aufzutreiben war.

Kurz vor eins musste ich dann ins Bett, war für mich ja sowieso schon Rekord, so lange aufzubleiben.

Auch Sohnemann fühlte sich die Woche über wohl bei uns. Doch irgendwann wollte er halt mal raus. Ich ging somit eines Abends mit ihm auf ein Bier in einen Pub, nicht unweit von uns entfernt. Auch waren wir zwei Mal unterwegs zum Klamottenkauf, auf Kultur und Sightseeing hatte er jedoch keine Lust.

Am Neujahrsmorgen hatten meine Männer dann die Möglichkeit, in freier, stiller, fast unberührter Natur Schießübungen auf Plastikwasserflaschen und Holzstümpfen zu vollführen. Ich saß derweil warm gebettet schön in der Sonne und las und bestaunte die Natur. Leider hatte ich nicht an Ohropax gedacht.

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Landschaftlich wie im Libanon

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Die Weite – herrlich

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Eigentlich wäre es total still….

Jogi hat ploetzlich kein Schaedelbrummen mehr?

Jogi hat plötzlich kein Schädelbrummen mehr?

Nachdem dann sämtliche Munition verschossen war und die befreundeten Helfershelfer verabschiedet wurden, fuhren wir weiter Richtung Süden nach Madaba. Dort gibt es ein schönes Restaurant wo wir zu Mittagessen wollten.

Ein Besuch lohnt sich!

Ein Besuch lohnt sich!

Zum Glück hatte ich telefonisch reserviert, die verschiedenen Räume, Winkel    und Ecken die zur Bewirtung dienen, waren voll.

Schoen!

Schoen!

Heute leider nicht in Funktion, koennte man gut gebrauchen

Heute leider nicht in Funktion, könnte man gut gebrauchen.

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Seit gestern ist wieder Alltag eingekehrt. Sohnemann ist abgereist, Jogi ist wieder im Büro. Habe heute mal wieder die Vorräte aufgefüllt, am Donnerstag soll es schneien, schaun wir mal. Bis dann, Karin

Endlich!

Ich grüß euch alle, ihr treuen Leser/innen. Immer wieder wurde nachgefragt, wann denn der nächste Beitrag erscheint. Voila – hier ist er.

Wo fange ich nach so langer Schreibpause an? Am besten bei meiner Ankunft in Amman am 02. Oktober 2014. Am Flughafen ging’s bisschen turbulent zu. Aufgrund der Feiertage und einwöchigen Schulferien zum Opferfest war sehr viel los. Als irgendwann endlich die Koffer kamen, konnte ich trotzdem nicht aus dem Gebäude, es standen keine Trollies mehr zur Verfügung. Und mit 2 Händen aber 3 Gepäckstücken plus Handtasche etwas schwierig. Aber irgendwann wurden dann wohl die leeren und nicht mehr benötigten stummen Rolldiener vom Parkplatz ins Gebäude gebracht und ich konnte am Ausgang in Joachims weit ausgebreitete Arme, die mit einem Blumenstrauß winkten, versinken.

Zuhause erwartete mich das angekündigte Chaos. Da Joachim am Tag zuvor erst von einer Reise zurückkam und das Umzugsgut kurz vor seiner Abreise erst ankam, war natürlich noch nicht viel ausgepackt. Aber die Schlafstätte war gemacht, in der Küche fand man das Nötigste, man konnte duschen und sich hinsetzen – alles andere kam dann in den folgenden Wochen. Erst mal hab‘ ich viel geputzt. Trotz verschiedener Putztrupps die vor meinem Eintreffen durchfeudelten, stellte sich doch bald heraus, dass meine Auffassung von Sauberkeit, wieder einmal, sich von den lokalen Sitten und Gewohnheiten gewaltig unterschied. Zur Verteidigung der Dienstleister muss ich jedoch auch erwähnen, dass es hier besonders schnell wieder sehr staubig und dreckig ist. Die Wüste lebt!

Da ich niemanden an meiner Seite habe, den ich mal fragen kann oder der mal mit mir los geht und mir Tipps fürs tägliche Leben gibt, ist dieser Anfang hier besonders schwer. Fürs kommende Jahr habe ich mir vorgenommen, Kontakt zu den verschiedenen angebotenen Frauentreffs aufzunehmen. Die ersten Wochen hatte ich noch kein Auto, somit immer an Joachims einzigem freien Tag am Freitag los in den Supermarkt, in die Malls oder auch zu IKEA. Dort hab‘ ich mir eine Matratze ausgesucht, die wollte ich haben. Allerdings war dann das Projekt aufgrund Lieferschwierigkeiten erst nach 6 Wochen beendet.

Probeliegen beim Schweden

Probeliegen beim Schweden

Noch voller Enthusiasmus

Noch voller Enthusiasmus

Irgendwann kam dann die Zeit, mit meinem Auto die Gegend unsicher zu machen. Eigentlich hat die Gegend eher mich verunsichert! Ich war so manches Mal am Verzweifeln. Der einzige existierende Stadtplan stimmt nicht so ganz mit dem Stadtbild überein, Google Map nimmt keine Rücksicht auf die sehr beliebten und großzügig verteilten Einbahnstraßen. Für mich mit meinem nicht vorhandenen Orientierungssinn eine Katastrophe! Allerdings ist der Verkehr hier wesentlich gesitteter. Den vielen Polizei-Patrouillien und Geschwindigkeitskontrollen sei Dank. Momentan habe ich sowieso keine Zeit, Sightseeing zu betreiben. Das Projekt Integration verschiebe ich auf 2015.

Blick vom Phoenicia Hotel auf die Zaitunay Bay

Blick vom Phoenicia Hotel auf die Zaitunay Bay

Ende Oktober ergab sich dann die Möglichkeit, für 4 Tage in den Libanon zu reisen. Komisch war’s! Im Hotel, mit Leihwagen, sich fremd als Gast zu fühlen und trotzdem irgendwie alles alt bekannt und daheim. Eigenartiges Gefühl. Natürlich schön, Sohnemann zu treffen und einige Freundinnen. War bei meinem „alten“ Friseur, in einigen Supermärkten und natürlich bei TCHIBO. Allerdings war ich froh, wieder Heim fliegen zu dürfen. Die Hektik, den Lärm, das Umgetriebe hinter mir zu lassen.

Inzwischen ist wohl fast der Alltag eingekehrt, habe schon einiges Liegengebliebenes aufgearbeitet, koche wieder täglich und habe mich in unserem Stadtteil schon etwas orientiert – man staune.

Die 1. vollständige Mahlzeit die ich in Amman gekocht habe: Linsen mit Spätzle und Saitenwürste. Mein absolutes Lieblingsessen

Neulich begannen wir dann auch mal, einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Ich wollte unbedingt zum Flagpole! Die große Nationalflagge hat eine Fläche von 60 x 20 Meter! Der 106 m hohe Mast steht im Grundstück eines der Paläste und flattert über der Stadt als Zeichen der nationalen Identität. WP_000712

Blick von der Zitadelle auf die Flagge

Blick von der Zitadelle auf die Flagge

Gleich im Anschluss wanderten wir durch die Anlage der Zitadelle. Besuch des Archäologischen Museums, vorbei an den Resten des Herkules-Tempels und eine steife Brise mit herrlich klarer Luft und Ruhe rundeten diesen Kurzbesuch ab.

Blick auf das Roemische Theater

Blick auf das Römische Theater

Mit dem Beginn der Adventszeit, werden Gebräuche und Traditionen natürlich auch hier weitergeführt. Ich habe gebacken und dekoriert, auch den Weihnachtsbasar der syrischen orthodoxen Gemeinde, zwei Häuser weiter, haben wir besucht und Leckereien erstanden.

Blick vom Wohnzimmer auf die Strasse

Blick vom Wohnzimmer auf die Straße

Unsere Ausbeute beim Weihnachtsbasar

Unsere Ausbeute beim Weihnachtsbasar

Nun bleibt mir für heute nur noch, euch allen ein schönes, ruhiges, besinnliches, stressfreies Weihnachtsfest zu wünschen. Sohnemann kommt am Mittwoch und dann kann es weihnachten. Bleibt gesund und passt auf euch auf. Bis bald!

Unser Baum 20014

Unser Baum 2014

Lecker?

Lecker?

Es wird Zeit für ein Lebenszeichen!

Zu hektisch war die restliche Zeit in der Wohnung in Naccache. Der Umzug hat ganz gut geklappt, meiner Meinung nach wurde zu Vieles in seine Einzelteile zerlegt, ich bin gespannt wie das alles wieder zusammengebaut werden kann. Aber sonst hätte der Platz im Container nicht gereicht.

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Da hat sich jemand einen Spaß erlaubt und mich gestandene Frau als zerbrechlich deklariert

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Die Packer bei der Arbeit

Bin gespannt, wann ich den Weg nach Beirut wieder finde, bzw. wann ich die Zeit dafür einplanen kann.

Doch nun sag ich euch allen erst mal…

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Zwei Monate bin ich nun schon in Deutschland. Die Zeit rast dahin mit viel Arbeit, Erledigungen und Terminen. Langsam findet sich auch Platz für Innehalten, Ruhe, Stille, sich treiben lassen und Besuchen, obwohl ich einige von meinen Freunden noch gar nicht gesehen habe. Doch ich kann euch versichern, das wird schon….

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Beim Ankommen in Deutschland finde

ich direkt vor dem Esszimmerfenster

diese Idylle.

Keine Straßen, keine Autos, kein Lärm nur

Natur und vier von diesen Prachtexemplaren.

Inzwischen ist letzten Samstag völlig überraschend und überstürzt das Umzugsgut in der Wohnung in Amman angekommen. Die Spedition hat sich eine Stunde vor der Anlieferung bei Joachim gemeldet. Nun ist er dabei, sich neben seiner Berufstätigkeit im Kartonwirrwarr zu orientieren und einen Putztrupp zu bestellen, damit er nach und nach die Dinge für das wichtigste sortieren kann. Verständlicherweise möchte er nach fünf Wochen Hotelleben endlich einziehen.

Vieles wirkt im Vergleich zum vorherigen Gastland auf ihn generell noch unkoordiniert und wirr in der Vorgehensweise. Mal sehen, welchen Eindruck wir gewinnen, wenn wir mal länger dort sind. Ich werde berichten.

Nun meine Lieben seid ihr mal wieder im Bilde, bis bald…

Puh – so langsam wird’s anstrengend!

Unsere Zeit hier im Libanon geht zu Ende.

Seit Wochen häufen sich verschiedene Termine, letzte Besorgungen und Erledigungen und natürlich auch Abschiedsveranstaltungen.

Gestern wurden die verkauften Möbel abgeholt. Bis auf einige wenige Stücke die wir mit nach Amman nehmen, ist nun alles weg. Der Inhalt der Schränke liegt notdürftig in Kartons gestapelt und wartet darauf, dass die Spedition am 16. des Monats alles professionell verpackt. Geschlafen wird auf 1 x 2 Meter Matratzen, ein Relikt aus Deutschland. Immer aufbewahrt für den Notfall.  Sitze nun am alten wackeligen Balkontisch auf dem Gartenstuhl und verordne mir eine Pflichtpause. Es tut gut, die Gedanken mal in eine andere Richtung zu lenken, die nicht unmittelbar mit noch zu erledigenden Dingen zu tun haben. Muss mir jedoch noch eine Lösung zum Fernsehen schauen einfallen lassen. Joachim kommt heute Abend von einer Reise pünktlich zum Anpfiff für das Viertelfinalspiel Deutschland-Frankreich zurück. Das Sofa ist weg, bleibt noch die harte Gartenbank mit Sitzkissen übrig. Oder wir tragen die Matratzen ins Wohnzimmer und betten uns darauf. Mal seh’n.

Auf jeden Fall raff ich mich nun mal auf und geh zum Einkaufen, sonst bleibt die Küche heute kalt.

Bis demnächst, liebe Grüße, Karin

Prost! Bei einer sehr lieben private Einladung mir zu Ehren, hat mich geruehrt, DANKE!

Prost! Bei einer sehr lieben privaten Einladung mir zu Ehren, hat mich gerührt, DANKE!

Beim Abschiesbowlen mit "meinen" Kloenschnackfrauen

Beim Abschiedsbowlen mit „meinen“ Klönschnackfrauen

Das Chaos im Wohnzimmer, bevor die verkauften Moebel abgeholt wurden

Zum Glueck funktioniert unser Aufzug auch bei Generator-Strom. Meistens jedenfalls.

Zum Glück funktioniert unser Aufzug auch bei Generator-Strom. Meistens jedenfalls.

So, nun bin auch ich eine Bloggerin!

2014-06-19

Juchhu! Es hat geklappt!
Nun bin ich angemeldet und kann jederzeit loslegen, euch die aktuellen Geschehnisse direkt mitzuteilen.
Nicht mehr monatelang Aufzeichnungen sammeln um dann zwei Mal jährlich ellenlange Rundbriefe zu schreiben, wozu ich die letzten Jahre schon gar keine Lust mehr hatte, zumal sich sowieso nichts Nennenswertes mehr ereignete.
Auf die Idee brachte mich erst eine junge Dame, die zu unserem Frauenkloenschnack im Libanon stieß.
Liebe L., für diese Inspiration und deine Hilfe sei dir hiermit herzlich gedankt.
Diese schreibt hier auch einen Blog und dies fand ich doch sehr interessant und vor allem auch so praktisch, und die Lieben in der Ferne können dazu gleich noch Fotos anschaun, die ich hier auch von Zeit zu Zeit einstellen werde.
Da wir kurz vor unserem Umzug nach Amman stehen, fehlt mir momentan allerdings etwas Zeit dafür.
Bitte habt Geduld, das wird schon….
Bis bald, Karin