Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, die Welt sieht wie verzaubert aus…

…würde Rolf Zuckowski mit seiner Kinderschar singen – das fiel mir, angesichts dieser Pracht heute Morgen, ein! Haben sich also die Wetterprognosen doch bestätigt. Der Reihe nach:

Am Dienstag erklärte die Regierung den gestrigen Tag, Mittwoch, als Public Holiday. Die Bevölkerung soll sich auf schwerste Stürme und Schnee einstellen, Vorräte bunkern, am Mittwoch zu Hause bleiben. Somit alles geschlossen. Jogi verbreitete schon leichte Panik, niemand könne mehr zur Arbeit erscheinen, alles sei zu, ich solle einkaufen gehn. Die Belegschaft bereitete ihn im Vorfeld wohl verbal darauf vor. Für mich ja nichts Besonderes, eine Woche mal nicht einkaufen zu gehn – hatte ich in meinem Einsiedlerleben in Kfour ja oft genug getan. Kurz und gut, ich fuhr also einkaufen. Kein leichtes Unterfangen, wenn es keine Parkplätze mehr gibt, leere Regale, lange Schlangen vor den Kassen. Aber irgendwann war ich gewappnet. Kühlschrank und Gefrierfach voll, gefüllte Wassergallonen und Gasflaschen da, Diesel nochmals auftanken lassen, Strickzeugs und Bücher parat – Schneemassen konnten kommen.

Zuerst stürmte es wie bekloppt. Es wurde immer kälter, Regen, Hagel, dann Schnee. Eigentlich mehr Wasser, aber es sah wenigstens nach Schnee aus. Ich freute mich wie ein Kind. Seit mindestens 5 Jahren der erste Schnee, den ich sah.

Wie gezuckert

Wie gezuckert


Und gepudert

Und gepudert

Wir zogen uns an und marschierten durch die Gegend. Es waren wirklich einige Autofahrer unterwegs, manche lieferten sich Rennen, beschleunigten wie bekloppt und erfreuten sich daran, dass das Auto von links nach rechts schlingerte, sich drehte und unkontrolliert schleuderte. Auf der rutschigen, matschigen Fahrbahn, dazu mit Sommerreifen, kein Wunder. Ich wunderte mich nur, dass die am Straßenrand geparkten Autos heil blieben.

Jogi dirigierte mich zu Starbucks auf einen Kaffee, als wir dann vor der Theke standen und feststellten, dass keiner von uns Geld dabeihatte, wanderten wir wieder nach Hause und tranken dort unseren Kaffee.

Bis jetzt noch ertraeglich

Bis jetzt noch erträglich


So langsam wird's ernst

Am Abend ging’s dann los

Gegen Abend fing es dann wieder zu schneien an, diesmal richtig. Der TV-Satellitenempfang fiel aus, einem Nachbarn fiel ein Stück Baum aufs Auto. Zum Glück blieb uns der Strom erhalten. Die Nachricht von Mitarbeitern: am nächsten Tag auch frei.

Heute Morgen dann die weiße Pracht. Ein Schneepflug fuhr wohl durch die Gassen und entfernte das größte Geäst auf dem Auto. TV geht immer noch nicht. Ansonsten lassen sich nicht viele Menschen blicken. Ein Nachbar gegenüber schob gerade mit dem Abzieher, barfuß in Badelatschen, den gröbsten Schnee vor der Haustür weg. Ein anderer versuchte mit der Schaufel einen schmalen Fußtritt frei zu bekommen. Schneeschaufeln sind hier wohl Mangelware.

Die groessten Wedel schon beseitigt

Die größten Wedel schon beseitigt


So sah es heute Morgen um 8 aus

So sah es heute Morgen um 8 aus

Kinder seh und hör ich keine. Komisch, uns hielt früher beim ersten Schnee nichts im Haus. Somit muss der Rolf Zuckowski wohl alleine weiter trällern und ich geh nun allein aus dem Haus. Bis bald, Karin

P.S. Der Nachbar gegenüber befreit nun sein Auto vom Schnee, er hat die Badelatschen in Crocs getauscht – aber immer noch barfuß.

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