Die Sache mit der Integration

Wie ich mir bereits im letzten Jahr schon vornahm, habe ich endlich Kontakt zu dem einen oder anderen Frauentreff aufgenommen. Meine Online-Recherche brachte zutage, dass sich am ersten Montag im Monat die German Speaking Ladies in einem Café eines Stadtteils treffen, wo ich zuvor noch nie war. Habe somit online das Café und die Wegbeschreibung gesucht und dann Tage vorher schon mal Probegefahren und auch prompt gefunden. Also habe ich mich bei der angegebenen Kontaktadresse angemeldet und ging dann auch um 10 Uhr zu diesem Treffen.

Das Café Mirabell in Smeisani

Das Café Mirabell in Smeisani

Die Damenrunde

Die Damenrunde

Es waren bereits zwei Damen da und ich saß noch nicht mal auf dem Stuhl, da viel mir sofort der breite schwäbische Akzent einer Dame auf. Nach und nach trudelten dann noch mehr Frauen ein, bis das Dutzend voll war. Eigentlich nur ältere Damen, die schon seit Jahrzehnten im Land, mit Einheimischen verheiratet und fest verwurzelt sind. Sie treffen sich schon seit den 70er Jahren und sind nun nicht direkt meine Zielgruppe, aber ein Versuch war es wert und ich werde wohl auch weiterhin mal dort vorbeischaun. Mit einer Dame tauschte ich die Mobilnummer aus, werde mich bestimmt mal mit ihr treffen, sie verreiste nur kurz nach unserem Kennenlernen in die Heimat, sie kommt aus dem Badischen.

Das Café war sehr gut besucht, zum größtenteils Frauen, betucht und unbetucht (was den Kopf betrifft), mit und ohne Babys. Ich wundere mich immer wieder, wie gut die Cafés und Restaurants am Vormittag besucht sind. Arbeiten die alle nicht?

Für den folgenden Tag verabredete ich mich mit einer Österreicherin, die ich bei der Eröffnung des Maserati-Showrooms kennengelernt hatte. Auch wir tauschten damals Ende November die Nummern aus und ich versprach, mich zu melden. Wir verbrachten einige schöne Stunden am Abend, wiederrum in einem anderen Stadtteil, nicht weit von hier entfernt. Dem Internet sei Dank, auch dieses Restaurant und den Weg dorthin fand ich problemlos. Seitdem halte ich Kontakt zu der Halblibanesin/Österreicherin, traf mich bereits ein weiteres Mal mit ihr, leider wird sie das Land zum Sommer verlassen.

Direkt daneben befindet sich ein Café, wo wiederrum am nächsten Tag das Treffen des Deutschsprachigen Clubs stattfinden sollte. Dieser trifft sich laut aktueller Internetinfo immer am ersten Mittwoch des Monats. Ich meldete mich unter der angegeben E-Mail-Adresse an, bekam zwar keine Antwort, ging dann trotzdem hin.

Im Café wanderte ich dann erst einmal durch die Tischreihen und streckte meine Fühler nach „deutschen“ Merkmalen aus. Hin und wieder fragte ich die Grüppchen, ob sie vom Deutschsprachigen Club seien. Viele schauten mich an, dass ich mir schon so verzweifelt wie Robinson auf der Suche nach Freitag vorkam. Ich schilderte einem der Kellner mein Anliegen und er machte mich auf eine blonde Frau in einer Ecke aufmerksam, die alleine am Tisch saß. Diese befragte ich auch direkt, sie verneinte und antwortete dann auf deutsch: „Aber ich spreche deutsch, bin aber Dänin“. Nach entschuldigenden Worten und der Aufklärung meinerseits bekundete sie dann sofort Interesse und bot mir Platz an. Sie wartete auf eine Freundin und somit quasselten wir erst mal los, sie froh, endlich ihre Deutschkenntnisse anwenden zu können und ich froh, nicht so dämlich alleine dazusitzen. Irgendwann kam sie dann, Maria, eine Spanierin und ich verbrachte zwei lustige kurzweilige Stunden, immer wieder aufspringend und hereinkommende Gruppen befragend. Ergebnislos.

Prost

Prost

Auch wir tauschten Namen und Telefonnummern, inzwischen trafen wir uns wieder im selben Café, mittags um 12 auf ein Bier! Da war der restliche Tag auch verplant.

Das Treffen am ersten Donnerstag im Monat der International Women’s Association Amman habe ich zunächst einmal nicht besucht. Jogi kam nach 2,5 Wochen aus dem Libanon zurück. Außerdem liegt mir der Donnerstag überhaupt nicht. Da am Freitag unser Ruhetag ist, fällt immer noch Einkaufen, Wäsche und Putzen an. Warum die sich alle in der ersten Woche des Monats treffen ist mir schleierhaft. Inzwischen hab ich auch per E-Mail Antwort von der Kontaktperson des Deutschsprachigen Clubs erhalten. Dieser sei in letzter Zeit mangels Interesses eingeschlafen. Da ich mit der Österreicherin und der Dänin jedoch Interesse zeige, werden wir ein Treffen Anfang März ins Auge fassen.

Außerdem hab ich den Weg, wieder einmal Dank des Internets, ins Goethe Institut gesucht und gefunden und eine Mitgliedschaft für die Bibliothek gemacht. Habe zwar noch genügend Lesestoff, aber als weitere Info- und Kontaktquelle ist so eine Institution immer gut. Vor allen Dingen ist es schön, ab und an eine deutschsprachige Zeitschrift auszuleihen, diese bekommt man hier nämlich sonst nicht zu kaufen.

Somit habe ich mich im Straßenverkehr wieder einen Schritt weiter gewagt. Auf all meinen Erkundungsirrfahrten bricht nun keine Panik mehr aus, die Puzzleteile fügen sich langsam aneinander und ich lerne mehr und mehr kennen. Auch eine weitere Mall direkt in der Nähe habe ich erkundet, und wundere mich auch hier immer wieder aufs Neue, wie diese riesigen Einkaufszentren überhaupt existieren können, zumal die Hälfte der Läden noch unbesetzt sind.

Was die Integration kulinarischer Art anbelangt, haben wir es hier sehr gut getroffen. Ich meine nun eher die Art: der Deutsche möchte auch im Urlaub sein gewohntes Schnitzel und Sauerkraut erhalten. Sprich, in meinem Stamm-Supermarkt gibt es von Zeit zu Zeit Würste aller Art, auch der Deutsche Bäcker hat ein sehr ansprechendes Angebot und ich muss zum Glück nicht mehr selber backen.

Nur der suesse Senf stammt aus dem Libanon, auch dort importiert aus D

Nur der süße Senf stammt aus dem Libanon, auch dort importiert aus D

bakery

Auch Salami, Schinken und Mortadella vom Schwein bekomme ich in „meinem Cozmo“ direkt an der Frischetheke. Produkte von Hengstenberg, ob KNAX Essiggurken, Senf, Blaukraut oder Essig – all das lässt uns doch besser integrieren!

Und beim MEATMASTER ein paar Straßen weiter, bekommt man Rind-, Lamm-, Hähnchen- und Kalbfleisch in bester Qualität.

In diesem Sinne, ich schwing mich nun in die Küche und sorge für ein Abendessen, heute allerdings asiatisch,

bis bald, Karin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s