04.12.2025 Frohes Fest mit dem Kinotreff 50Plus

Vorgestern war es für dieses Jahr das letzte Mal, dass dem dreifachen K der Nachmittag gewidmet wurde. Kaffee, Kuchen, Kino wurde am Anfang der Kampagne mit 2 Dutzend Besuchern begonnen, nun, am Ende des Jahres wird der Film in 2 Kinosälen gleichzeitig abgespielt.

Ich war dieses Mal auch dabei und beim Kaffestart um 14 Uhr schlichtweg sprachlos! So ein Andrang, so ein Tassen- und Tellergeklapper und Getuschel! Wahnsinn! Zugegeben, das männliche Geschlecht ist selten vertreten, aber durchaus vorhanden. Zu schön, wie sich die älteren Damen für diesen Nachmittag herausgeputzt haben. Mit roten Wangen freudig an den zusätzlich bereitgestellten Sitzgelegenheiten saßen und die Kaffeestunde sichtlich genossen.

Was ist das Rezept für diesen Erfolg? Dass der Film bereits um 15 Uhr startet und die Besucher somit wieder zeitig zu Hause sind? Dass es vorab zu moderaten Preisen Kaffee und Kuchen gibt? Dass man sich somit für 10 Euro einmal im Monat barrierefrei mit jemandem treffen kann, ausgiebig tratschen und sich umschauen und Kontakte knüpfen kann, dem Alleinsein entfliehen kann und dann noch nahtlos einen schönen Film anschauen darf?

Das Programm für Januar-Juni 2026 wurde bereits ausgelegt. Gleichzeitig wurde von den Machern der Kampagne bei einer kleinen Ansprache bereits angekündigt, dass der Kaffeetreff ab Januar schon um 13.30 Uhr startet und im Foyer des Kinos zusätzlich Sitzgelegenheiten in Form eines kleines Kinocafés zur Verfügung gestellt werden wird. Auch wurde das Publikum aufgefordert, Wünsche auszusprechen und einzureichen und ebenso wurde erfragt, ob das Genre an Filmen auch mal etwas ernster, spannender oder ältere Klassiker sein dürften, der Besucher kann somit auf das Folgeprogramm gespannt sein.

Doch zunächst macht euch im Januar auf den Weg zum dreifachen K  zu der Komödie „Wer’s glaubt wird selig“.

Gruß Karin

10.10.2025 Tübingen – Universitätsstadt

An einem wunderschönen klaren und sonnigen Tag, der sich zwischen ungemütlichen Regentagen einreihte, unternahm ich zusammen mit Freundin Christiane und meinem Schwesterlein einen Ausflug in das 90km entfernte Tübingen.

Zum ersten Mal stellte die legendäre Fotografin Anne Geddes, Teile ihrer Werke mit dem Titel „Until Now“, in einem Museum aus, und zwar im Neuen Kunstmuseum Tübingen.

Anne Geddes dürfte vielen aus den 1990er Jahren bekannt sein. Die niedlichen und putzigen Fotos, auf denen Babys in Blumentöpfen und allerlei Kopfschmuck abgelichtet wurden. Gegliedert in 10 Themenbereichen fanden sich mehr als 150 Bilder in Farbe und Schwarzweiß. Dazu wurde ein Film gezeigt, der extra für diese Ausstellung produziert wurde und persönliche Einblicke in ihr Leben und Schaffen gibt. Beeindruckend, dass Anne Geddes auch weltweit für Gesundheitsaufklärungen gebucht wird. Doch schaut selbst, hier einige Eindrücke:

Im Anschluss fuhren wir weiter in die Innenstadt und parkten mein heiliges Blechle sicher im Parkhaus mit beeindruckendem Ausblick.

Fußläufig war die Touristeninformation zu erreichen, bei der wir Tickets für eine Stocherkahnfahrt und eine Altstadtführung erwarben.

Ein herrlicher Blick, der uns am Anlegeplatz am Casino empfing. Ein Gewässer mitten in der Stadt, welches auch noch so ausgiebig genutzt werden kann, hat einfach ein Plus an Lebensqualität. Dies erinnert wieder daran, dass man die Rems in den Heimatstädtchen Lorch und Schwäbisch Gmünd einfach mit anderen Augen sehen sollte.

Unsere Kahnstocherin manövrierte uns sicher über den Neckar und erzählte beiläufig einiges über das Leben in Tübingen und seinen Besuchern und die geschichtsträchtigen Bauten entlang des Wassers.


Direkt im Anschluss folgte die Altstadtführung. In großer Gruppe und flottem Tempo marschierten wir treppauf und -ab und entlang des Neckars durch die Altstadt und bekamen vieles erzählt. Leider musste man bei der Geschwindigkeit doch sehr auf den Weg achten, sodass für Blicke nach links und rechts und all den Sehenswürdigkeiten nicht viel Aufmerksamkeit übrig war. Unser Gästeführer schien zwar ein wandelndes Geschichtslexika zu sein, allerdings war er für mich aufgrund seiner Phonetik etliche Male unverständlich und somit konnte sein Wissen zu oft nicht bei mir landen. Man musste in direkter Nähe zu ihm stehen, dann bekam man auch mit, welche Daten und Fakten er mitteilte.

Die rund 90.000 Einwohner zählende Stadt liegt im Zentrum Baden-Württembergs und am Fluss Neckar. Vom malerischen alten Stadtkern war ich besonders angetan. Historisches reiht sich ein in modernes, quirliges Leben. Und überall sah man Fahrräder. Das günstige und durchaus praktische Fortbewegungsmittel in den engen Altstadtgassen wird mit großer Beliebtheit auch von den zahlreichen Studenten der Stadt benützt. Ein Drittel der Einwohner, so erfuhren wir bei der Altstadtführung, seien Studenten. So wundert es auch nicht, dass an unzähligen Plätzen, Ecken und Gassen hippe Szenelokale und -läden ihren Platz innehaben.

Vom 17.-21.09.25 fand zudem noch ein Umbrisch-Provenzalischer Markt statt. Von Stand zu Stand hätte man einkaufen, erleben und genießen können – doch dazu war gar keine Zeit bei einem Tagesausflug. Kulinarische Verführungen an allen Ecken und da wir am späten Nachmittag auch Hunger verspürten auf richtig deftiges Essen, kehrten wir noch beim Neckarmüller ein und ließen uns draußen auf der Terrasse, direkt am Neckar, unser Mahl schmecken.

Es gäbe noch vieles zu entdecken, das Schloss, einen Blick ins Innere des prächtigen Rathauses, dem Hölderlinturm oder in die Burse, die Kirchen, der Botanische Garten, Neue Aula und und und.

Bis zum nächsten Mal im schönen Tübingen, Grüße

28.09.2025 Harburg – Schloss und Stadt

Bereits vor Wochen unternahm ich mit dem Schwesterlein samstags einen Ausflug. Unser Ziel war Schloss Harburg in Schwaben.

Für mich bis dato unbekannt, obwohl diese zu einer der ältesten, größten und am besten erhaltenden Burganlagen in Süddeutschland zählt. Was waren wir beeindruckt!

Bitte die offizielle Website nach Öffnungszeiten und Führungen befragen. Letztere ist unbedingt zu empfehlen, denn somit erhält man Zugang zu den verschiedensten Gebäuden aus unterschiedlichen Stil- und Bauepochen und erhält nebenbei noch allerlei Wissenswertes über die Geschichte der Burg, die belegbare Zeugnisse bis ins Jahr 1150 bietet! Hochherrschaftlich auf dem Berg, thront die Burg über der gleichnamigen Stadt, die im Tal der Wörnitz und ebenso an der Romantischen Straße liegt.

Mit der „Gemeinnützigen Fürst zu Oettingen-Wallerstein-Kulturstiftung“ wird der Erhalt und ein Fortbestehen für zukünftige Generationen ermöglicht. Doch auch dazu erhält man anhand eines Videos, direkt am Eingang der Burg, ausreichend Informationen.

Die Burg kann für Festivitäten und Anlässe gebucht werden, es finden Konzerte statt, standesamtliche Trauungen können vollzogen werden, Hotel und Gastronomie sind ebenso untergebracht. Auch wir ließen uns in der Burgschänke unser Mittagessen schmecken. Dies war die richtige Wahl, denn leider hätten wir unten in der Stadt trotz Sommerferien und reichlich Touristen fußläufig kein richtiges Mittagessen mehr bekommen. Restaurants und auch ein Café hatten Urlaubspause oder am Samstagnachmittag schon geschossen – sehr schade.

Doch hier nun endlich ein paar wenige Eindrücke:

Von Mitte Mai bis Ende Oktober kann man den Harburger Märchenweg gehen. Immer wieder findet man die Figuren, die in liebevoller Handarbeit von meist ehrenamtlichen Bürgern geplant, aufgebaut und gepflegt werden. Der Weg ist kostenfrei, leider nicht kinderwagentauglich. 

  

Auf der Aussichtsplattform wunderbare Blicke hinab in die knapp 6000 Einwohner zählende Stadt.

   

In der barocken Schlosskirche St. Michael darf nicht fotografiert werden, doch auch hier wissensreiche Informationen, die das Innere der Kirche mit anderen Augen sehen lassen.

Entlang des Wehrganges, der nur durch eine Führung zugänglich ist. Somit lernen wir auch, woher der Ausdruck „Holzauge bleib wachsam“ stammt.

Auch Gefängnisräume und Verlies wurden nachempfunden:

 

Ausblick in den Biergarten der Burgschänke und Innenleben:

Nachdem die Regenfront abzog und wir nun mit Sonnenschein verwöhnt wurden, fuhren wir auch runter ins Städtchen um dieses ein wenig zu besichtigen. Geparkt wurde direkt am Stadtstrand mit Blick auf die Burg und die Steinerne Brücke.

Durchs Städtchen ziehen sich wunderschöne Dekorationselemente. Die historischen Häuser tragen Infotafeln über deren Alter und früherer Bestimmung. Allgemein sind im Stadtkern die alten Gebäude fein herausgeputzt. Nur so schade, dass einiges geschlossen ist.

Im Café Käferlein (bitte beachtet die Tassen) bekommen wir noch das ersehnte Koffeingetränk und ergattern uns eines der letzten Kuchenstücke, bevor wir die Heimreise antreten.

Gruß Karin & das Schwesterlein

17.08.2025 Insel Mainau – Blumeninsel im Bodensee

Im Zuge von Teambildungsmaßnahmen und zur Schulung und Förderung feinfühliger und exakter Wahrnehmungen, unternahm das gesamte Kollegenteam Ende Juli eine Fahrt an den Bodensee, genauer gesagt auf die Insel Mainau. Es war ein herrlicher Ausflug. Mitten in der Woche einen freien Tag, in einer sonst regenreichen Zeit wunderbare sonnige Stunden genießen, die Seele etwas baumeln lassen, ausreichend Bewegung bekommen, den Wissensstand vergrößern und natürlich auch hinreichend Praxisinterna besprechen, solche Auszeiten sollte man sich öfter gönnen.

Unser Chef persönlich chauffierte das gesamte Team mit dem Auto vom Heimatort bis zum Festlandparkplatz vor der Insel. Obwohl wir um 7 Uhr in der Frühe abfuhren und somit schon zeitig ankamen, war bereits allerhand Trubel auf dem Stellplatz. Natürlich, in einigen Bundesländern hatten schon die Sommerferien begonnen, dazu ganze Busse mit Rentnern und Kindern. Erfreulicherweise hörte man auch viele ausländische Sprachen. Das Parksystem ist schrankenlos und digital, vor der Rückfahrt muss am Automaten das Fahrzeugkennzeichen eingegeben werden, somit sollte man sich ans Kennzeichen seines Fahrzeugs erinnern. Das Tagesparkticket kostet derzeit 6 €. Übrigens kann auch per Rad, Motorrad, Bahn, Bus oder Schiff angereist werden, Infos auch über die Website.

Ansonsten lohnt es sich, den Besuch auf der Insel im Voraus zu planen. Dazu bitte die Website der Mainau besuchen. Online-Tickets sind wesentlich günstiger als Vor-Ort-Tickets, auch variieren die Öffnungszeiten der verschiedensten Sehenswürdigkeiten, ebenso empfiehlt sich eine Inselführung, auch diese kann vorab über die Website gebucht werden. Die Insel hat ganzjährig geöffnet und hat wohl zu jeder Jahreszeit und Vegetationsperiode ihren Reiz. Online-Tagesticket Mo – Mi derzeit 25,50€.

Nach dem Passieren des Ein- und Ausganges, Kassenbereich, WC-Anlagen, Souvenir Shop und der Ticketkontrolle, erfolgte direkt am Uferbereich, zwischen dem Festland und der Insel Mainau, am Schwedenkreuz unser Teamfoto. Das Kreuz begrüßt die Gäste und erinnert an die schwedische Herrschaft während des Dreißigjährigen Krieges von 1618-1648. Wieso sich ausgerechnet dort die bronzene Kreuzigungsgruppe befindet, lässt sich nicht genau herausfinden. Eine Legende besagt, dass die Schweden nach dem Ende ihrer Regentschaft die Insel geplündert hatten und dieses Kreuz mitnehmen wollten. Da es jedoch für deren Boote zu schwer war, ließen sie es dort zurück. Hier erhält man auch die ersten Fotoperspektiven, die direkt Lust auf Urlaub machen. Tipp! Im Eingangsbereich kann man kostenlos einen Inselplan mitnehmen. Somit hat man die wichtigsten Informationen im Überblick stets schnell parat und muss nicht immer im Handy suchen.

Nun galt es, 45 Hektar der Blumeninsel zu erkunden. Folgt man dem Hauptwanderweg, gelangt man direkt zum „Blumi Treffpunkt“. Von dort verzweigen sich die Wege, die Übersicht auf dem Inselplan hilft bei der Entscheidung wie man gehen möchte.

Hat man sich für eine Inselführung entschieden, dann macht es Sinn, sich direkt zum Treffpunkt zu begeben, dieser ist entweder auf dem Vorplatz des Schmetterlingshauses oder auf dem Schlosshof. Falls laut Plan während der Führung etwas nicht besichtigt werden sollte, kann man dies dann im Anschluss selbst erkunden.

Auf den weiteren Wegen folgen Blumentiere. Aus tausenden Pflanzen werden diese Kunstwerke geschaffen.

 

Entlang der Promenade der Wild- und Strauchrosen, des Weinerlebnispfades und des Insektengartens, kann hoch oben auf der Anhöhe der Schwedenturm gesichtet werden. Als Teil der spätmittelalterlichen Befestigungsanlage mit der Jahreszahl 1588 über dem Eingang und dem Wappen des Deutschen Ordens, wird der Wachturm in Richtung Festland in diese Zeit eingestuft. Die heutige Form mit Helmdach und Holzverschalung stammt aus dem 19. Jhd. Besichtigt werden kann dieser Turm leider nicht.

Die Rosen in der Promenade waren zu unserem Besuch fast alle verblüht. Welch herrliche Duftnoten müssen diese über 400 Rosensorten verströmen! Ab Anfang Mai soll hier der Blüten- und Duftzauber beginnen. Aber jede Jahreszeit hat ihren Reiz und wir werden noch viele Blumen zu Gesicht bekommen.

Der Weinanbau prägt seit über 600 Jahren die Geschichte der Insel. Auf diesem Pfad kann alles Wissenswerte rund um den nachhaltigen Weinanbau entdeckt werden.

Das Rondell vor dem Café Vergissmeinnicht, in dem körperlich benachteiligte Menschen einen Arbeitsplatz finden, wird wie viele Anlagen, jahreszeitlich neu bepflanzt.

 

Direkt im Anschluss gelangt man zum Küchengarten, indem viele bekannte Kräuter und auch Gemüse entdeckt wurde. Wer kennt was? Und dazwischen immer wieder Stauden und Blumen.

   

Und dann kam das Schmetterlingshaus!

Ich habe mir ja viel darunter vorgestellt, dass dies jedoch eine so schweißtreibende Angelegenheit für mich werden dürfte, das dachte ich mir nicht. Im zweitgrößten Schmetterlingshaus Deutschlands erwarten den Besucher tropische Temperaturen. Beim Rundgang durch die einzigartige Vegetation bei einer Luftfeuchtigkeit von 90% und Temperaturen um die 28°C können freifliegende Schmetterlingsarten aus Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien gesucht und beobachtet werden. Manche der 120 Arten sind so getarnt, dass sie nur schwer entdeckt werden können, manche sind so farbenfroh und fliegen wild flatternd umher, dass sie sofort erkannt werden. Bei farbenfroher Kleidung kann es durchaus sein, dass sich der eine oder andere Falten auf einem niederlässt. Manche warnen mit ihrer auffälligen Musterung oder Farbe, da sie giftig sind. Künstliche Wasserläufe mit Wasserschildkröten und Fischen, Kaskaden und Berieselungsanlagen tun das ihrige, damit sich im Haus eine konstante Feuchtigkeit hält. Hier nun einige Aufnahmen, die wirklich Lust auf einen Besuch machen.

                 

Obwohl dieser Morgen schon recht warm war, konnte man nach diesem Besuch direkt Abkühlung in der Luft verspüren, an mir klebte alles. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, in tropischen Temperaturen zu leben. Aber dieser Besuch war sehr lohnenswert!

Und dann immer wieder Stauden, Kübelpflanzen, Blumen. Bedingt durch das günstige Bodenseeklima, ihrer subtropischen und teilweise auch tropischen Vegetation wachsen hier Palmen und mediterrane Pflanzen, die man sonst nur südlich dem Mittelmeerraum kennt.

Die Italienische Blumen-Wassertreppe ist ein weiteres Augenmerk des Parks.  Die Beschreibung habe ich aus der Website http://www.mainau.de herauskopiert.

Die 1982 angelegte Italienische Blumen-Wassertreppe auf der Insel Mainau verbindet auf elegante Weise die Mediterran-Terrassen mit dem tiefer gelegenen Uferbereich. Ein Wasserlauf aus Calanca-Gneis aus dem Tessin formt diese kunstvolle Treppe, deren Stufenfolge sich am Stil italienischer Renaissance-Gärten orientiert. Die schlanke Silhouette der Säulen-Eiben (Taxus baccata ‚Fastiagata Robusta‘) begleitet die Treppe, und während der Frühlings- und Sommermonate verleiht eine abwechslungsreiche Wechselflorpflanzung der Treppe ein südländisches Flair. Im Herbst setzt die prächtige Baumfärbung zusätzliche, reizvolle Akzente.

Oben angelangt, kurz vor der Viktoria-Linde noch diese Plastik „Zwei Sitzende auf Bank“ von Karl Ulrich Nuss. Seit ich die Witzige Gestalten bewandert habe, fallen mir die Arbeiten der Familie Nuss sofort ins Auge.

Und hier die große stattliche Viktoria-Linde. Immer wieder der Bezug zu Schweden. Was für ein herrlicher Schattenspender.

Links abgebogen kommen wir zu den Mediterran-Terrassen mit diesem unglaublichen Blumenschmuck und dem Blick auf den See. Jahreszeitlich wechselnder Blumenschmuck auf runden Terrassen, die sich um einen Schwanenbrunnen reihen. Wie kann es anders sein, die zueinander geneigten Schwanenhälse ergeben je nach Ansicht, ein Herz. Von hier oben kann wieder hinunter auf die Wassertreppe geschaut werden oder die reichhaltigen Dahlienbeete – diese waren jedoch bei unserem Besuch noch nicht aufgeblüht. 

 

Natürlich legten wir auch irgendwann eine Mittagspause ein. Es gibt etliche Möglichkeiten, Speis und Trank zu sich zu nehmen, wir waren im Restaurant Schwedenschenke und ließen uns alle unser Mittagessen munden. Ich entschied mich für Matjesfilet mit Kartöffelchen und Rote-Beete-Apfel-Salat. Lecker!

Immer wieder kreuzen sich die Wege mit der Metasequoia-Alle, besser bekannt als Chinesisches Rotholz, ein lebendes Fossil, welches bereits zu Dinosaurierzeiten existierte. In den 1940er Jahren wurde in China ein lebendes Exemplar entdeckt und nur 10 Jahre später erhielt die Insel Mainau ihr erstes Rotholz vom Königlichen Botanischen Garten aus Großbritannien. Dieser Baum war 30 cm hoch und aus späteren Stecklingen wurden 52 weitere Exemplare herangezogen, die heute die Allee säumen. Die Bäume sind bis zu 27 Meter hoch und messen einen Stammumfang bis zu 6 Meter.

Weitere große Baumansammlungen und als grünes Herz der Insel Mainau benannt, ist das Arboretum – Ort mit Bäumen. Diese Baumansammlung umfasst ca. 250 verschiedene Arten, seltene und imposante Exponate. Meine Panoramafotos gaben die Pracht nicht wirklich wieder, ich habe so viele Zedern und Pinien gesehen, kam mir vor wie im Libanon Der Baum Gottes, Teil 1.

 

Endlich kamen wir auch zum Schloss nebst Schlosskirche St. Marien. Die zwischen 1732 und 1739 erbaute barocke Kirche ist ein Gesamtkunstwerk religiöser Zeitgeschichte. Die 150kg schwere und mit 54cm Durchmesser große Kirchenglocke wurde 1505, noch vor dem Dreißigjährigen Krieg, in Lindau gegossen.

   

Das Schloss Mainau – ein Barockjuwel im Herzen der Insel – so wird es genannt, obwohl ich die Lage eher am östlichen Rand der Insel betitle, mit Blick auf den See versteht sich.

Das Deutschorden-Schloss wurde von 1739-1746 erbaut. Es gäbe es so viel zu schreiben, ich denke das kann jeder selbst nachlesen. Um Untergeschoss befindet sich das Hut-Atelier von Diana Gräfin Bernadotte – leider an diesem Tag geschlossen. Des weiteren ein Café, eine Boutique und Ausstellungsräume mit wechselnden Themen. Die Ausblicke waren fantastisch, die Decken, Türen und Wände ebenso. Die oberen Stockwerke sind nur zu bestimmten Tagen für Führungen geöffnet, Termine bitte über die Website erfahren.

   

Und schaut mal, was über dem Schloss irgendwann zu sehen war! Hab ich mich gefreut und erinnert 🙂 Silbernes Jubiläum im Luftschiff

Gegenüber dem Schloss eine großzügige Wiese mit Blumenrabatt und Blick auf den Gärtnerturm. Dieses Bauwerk steht auf den Grundmauern der ehemaligen mittelalterlichen Festungsanlage. Sein achteckiger Aufbau und das Helmdach wurden im 19. Jhd. hinzugefügt.

Ein Denkmal wurde auch Sonja und Lennart Bernadotte gesetzt, ein wunderschön gestalteter Platz, welcher der Lieblingsplatz von Graf Bernadotte war. Hier, zwischen Gärtnerturm und Torgebäude nahm ihn das Schloss mit seinen beiden Seitenflügeln in Empfang. Leider habe ich nicht das ganze Rondell abgelichtet.

Das Torbogengebäude aus dem Jahr 1764 markiert den Zugang zum Schlossbereich, hier verlief früher der Burggraben. Der Anbau stammt aus dem 19. Jhd. Heute befindet sich hier z. T. die Mainau-Verwaltung und das Servicezentrum. Derzeit wird wieder angebaut.

Wir wandern weiter, um die Kapelle herum Richtung Palmenhaus. Auf der Terrasse ein wunderbarer Blick hinab auf den Italienischen Rosengarten, doch auch hier haben wir die Blüte fast verpasst. Immer wieder sind zauberhaft Plätzchen zu entdecken.

  

Das Palmenhaus, direkt neben Schlosskirche und Schloss gelegen, bildet für riesige Palmen und Zitrusbäumen ein exotisches Zuhause. Ja, es waren über 15 Meter hohe Palmen zu sehen und viel freier Raum. Dort werden wohl die Zitrusbäume überwintern, außerdem findet hier im Frühjahr die große Orchideenschau und im Herbst eine stimmungsvolle Herbstausstellung statt. Somit versuchen wir, diese Giganten abzulichten.

Wir schlenderten den Uferweg zurück und bestaunten das Bodenseerelief…

…bis wir zu einem kleinen Teich kamen, in dem riesige Fische schwammen. Wenn die mal nicht als Weihnachtsbraten herhalten müssen, habe ich mir so gedacht. Und wer lauert da oben auf dem Ast?

Wir näherten uns dem Mainau-Bauernhof und beobachteten die Szenerie. Im großzügig angelegten Gehege gibt es Alpakas, Hasen, Hühner, Ziegen, Katzen, Ponys, Esel, Schafe. Wir amüsierten uns über das Alpaka, welches von der Gartenschlauchdusche nicht genug bekam, neugierige Zicklein, die hin und her tippelten und vor mutigen oder verängstigen Kindern Reißaus nahmen und trotzdem wieder neugierig schnupperten.

   

Der Streichelzoo ist während der Wintermonate geschlossen, da die behördlich auferlegte Handwaschgelegenheit einfrieren würde. Dies bitte beachten.

Zum Schluss kam ein Highlight, welches wohl alle Kinder- und somit auch Elternherzen höherschlagen lässt, das Mainau-Kinderland! Mit Spielplatz, Baggerspielplatz, Kullerland, Zwergendorf und Wasserwelt, welche ich einfach gigantisch fand. Ausgestattet mit Bollerwagen in dem sich genügend Sonnenschutz, Ersatzkleidung, Essen und Trinken befindet, können sich die Sprösslinge vor allem an einem heißen Tag ausgiebig austoben. Eine Umkleidekabine und Eisbude befinden sich ebenso dort, befragt die Website, welche Aktivität ab welchem Alter geeignet ist.

  

Wir hielten noch einen Moment am Ufer inne und genossen die Bilder…

 

 … bevor wir zum Auto gingen und per Fähre von Konstanz nach Meersburg fuhren, die angenehm frische Brise und den Blick über den See genossen und uns auf den Heimweg machten.

Vielen Dank für den schöne Auszeit! Karin

 

 

 

27.06.2025 Maibäume der Region

Maibaum? Was ist ein Maibaum? Hier zunächst Bilder „unseres“ Lorcher Maibaums 2025:

Ein Maibaum ist ein hoher Baum mit geradem Stamm, vornehmlich eine Birke oder Fichte, die so weit entastet wird, dass nur noch oben zur Baumkrone hin die Äste belassen werden und somit ein Bäumchen übrigbleibt. Dieses wird vornehmlich mit Bändern oder Krepppapierstreifen geschmückt. Der Stamm wird entweder gänzlich entrindet oder Muster, Girlanden oder Wappen werden eingeschnitzt. Oftmals hängen noch unterhalb des geschmückten Baumes Kränze, Girlanden oder Tafeln der ortsansässigen Vereine oder Zünfte. Zudem wird meist der Platz um den Baum herum nach einem Motto der Veranstalter gestaltet. Ganz kuriose Szenerien werden oftmals abgebildet oder einfach nur schön mit Blumenschmuck gestaltet.

Die Macher und Veranstalter dieser Bäume sind örtliche Vereine, speziell für den Maibaum, von der Feuerwehr, Jugendgruppen, Albvereine… die alle ehrenamtlich dabei sind, um das Brauchtum fortzuführen. Der Maibaum symbolisiert den Frühling, Fruchtbarkeit und neues Leben. In vielen Teilen Deutschlands ist dieses Brauchtum Sitte, auch in Teilen Europas kennt man diese Feiern, in Skandinavien dann eher zur Mittsommernacht oder zu Johannis am 24. Juni.

Am Abend zum 1. Mai wird somit der geschmückte Baum mancherorts in einer feierlichen Prozession zum angestammten Platz, meist ist der Ortsmitte, hingeleitet und unter vielen Haurucks und Hurras das Aufstellen des Baumes beobachtet. Aus Sicherheitsgründen geschieht dies heutzutage oft mit einem Kran, jedoch auch pure Muskelkraft unter Zuhilfenahme von Seilen und Stützstangen ist vertreten.

Im Anschluss erfolgt dann häufig der Tanz in den Mai, Musikvereine spielen, es gibt eine „Hocketse“, also ein Zusammensitzen bei Getränken und Bratwurst ö. ä., eventuell führen Kinder Tänze auf.

Hier in Lorch steht der Maibaum schon viele Jahre in der Ofengasse, somit nicht zentral in der Ortsmitte. Wieso dies so ist, kann ich nicht beantworten. Eigentlich hätten wir einen wunderbaren Standort dafür am Oriaplatz… vielleicht besinnt sich die Stadt einmal darauf zu wechseln.

So habe ich im Mai in einigen Ortschaften den Maibaum gesucht und abgelichtet. Oftmals vergas ich es und somit ist die Auswahl nicht allzu groß. Aber toll zu sehen, dass auch kleine Ortsteile sich mächtig ins Zeug legten und wunderschöne Ergebnisse dabei herauskamen.

Bartholomä

 

Batholomä

Brainkofen

Böbingen

 

Essingen-Forst

 

GD-Rehnenhof

 

Heubach

GD-Großdeinbach

 

GD-Großdeinbach

GD-Kleindeinbach

 

GD-Kleindeinbach

Heubach-Lautern

Heubach-Lautern

Iggingen

 

Essingen-Lauterburg

 

Lorch-Bruck

Mögglingen

 

Mögglingen

 

Mutlangen-Pfersbach

 

 

 

Mutlangen-Pfersbach

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05.05.2025 Milchnudeln wie bei Oma…

so lautete der Rezeptbeitrag des Wochenblatts meiner abonnierten Tageszeitung. Der Begriff Milchnudeln war mir bis dato völlig unbekannt und somit las ich mir das Vorwort samt Rezept durch. Warm, süß und milchig soll der Klassiker aus der Kindheit sein, vergleichbar mit Grießbrei oder Milchreis – selbst gekocht versteht sich. Und da ich beides auch sehr mag und als Seelenfutter bezeichne, wärmend und wohltuend für Körper und Geist, ging ich in Gedanken schon meinen Nudelvorrat durch, um das Rezept nachzukochen. Doch zuvor rief ich sofort meine Mama an und löcherte sie mit Fragen, ob sie die Nudeln kennt, ob es diese in meiner frühesten Kindheit gab, nein – auch Papa kennt diese nicht. Somit einige Freundinnen befragt, niemand kannte diese.

Am 1. Mai war es dann soweit. Statt den klassischen Spirelli, Fusilli, Spaghetti oder auch Vermicelli, wollte ich nur die kleinen Hörnchennudeln haben. Zucker-Zimt-Mischung ist stets vorrätig, auch selbstgemachtes Apfelmus war im Vorratsschrank. Auch passt Kirschgrütze oder jegliches Kompott sowie frische Früchte als Beilage.

Die Zubereitung: Ein Topf mit Öl oder Butter ausreiben, damit ich Milch nicht überläuft.

1 Liter Vollmilch mit 1 El Zucker, 1 Prise Salz aufkochen (eventuell auch Zitronenabrieb, echte Vanille…). Nun 300g Nudeln deiner Wahl zugeben, Hitze herunterschalten und kochen oder quellen lassen, bis die Nudeln sehr weich sind. Da sind alle Köche am Herd dankbar, wenn sie nicht schauen müssen, dass die Nudeln al dente bleiben. Die Kochzeit ist somit auch länger, als auf der Packung angegeben.

Wer das Nudelgericht etwas suppiger möchte, der gibt noch einen extra Schuss Milch oder auch Sahne hinzu.

Die ganze Portion nach dem Kochen auf jeden Fall aus dem Topf in eine Schüssel geben, da sich nach dem Erkalten die restliche eingedickte Milchpampe sonst so schlecht rausputzen lässt.

Nun werden die Nudeln auf Teller verteilt, Zucker-Zimt dazu gereicht und das Obst. Wer mag kann auch geraspelte Schokolade, weiß oder dunkel, drüberstreuen oder Schokolade gleich in der Milch schmelzen lassen. Auch Rosinen oder gehackte Datteln können mitgekocht werden – der Phantasie und dem Gaumen sind da keine Grenzen gesetzt.

Bei der weiteren Online-Recherche las ich auch von deftigen Nudeln, ohne Zucker, dafür mit Rosmarin und Parmesan…. die Phantasie kann freien Lauf nehmen.

Mir haben „meine“ Nudeln jedenfalls sehr gut geschmeckt. Desweiteren werde ich andere Nudelsorten ausprobieren, auch die Schokolade reizt mich….

Probiert es aus, ihr könnt ja zunächst mal mit einer halben Portion starten. Guten Appetit

21.04.2025 Das schwäbische Taj Mahal

Der Rotenberg
Im Tal der Fluss. Auf steilen Hügeln.
An seinen Ufern wächst der Wein,
und auf des Abendwindes Flügeln
zieh'n Wolken hell im Sonnenschein.
Des Wandrers Blick emporgehoben,
vom grünen Tal ins Himmelblau,
sieht auf dem Bergesgipfel droben
der runden Kirche lichter Bau.

Hier kam zur Ruh der Strom des Lebens,
hier ist der Toten ernste Gruft,
hier ist das Ziel des Erdenstrebens,
und leicht und rein ist hier die Luft.
Still scheint hier die Natur zu lauschen
auf ihres eignen Herzens Schlag,
und Wind und Fluss und Bäume rauschen
ein Lied vom ewigen Feiertag.

Fjodor Iwanowitsch Tjutschew, ~1835 übersetzt von Ludolf Müller

Den Geburtstag meines Schwesterleins nahmen wir zum Anlass, mitten in der Woche einen kleinen Ausflug in den Stuttgarter Stadtteil Rotenberg zu machen. Unser ersehntes Ziel war das Denkmal der ewigen Liebe – die Grabkapelle auf dem Württemberg oder Rotenberg, wie der Hügel früher genannt wurde. Phantastisches Wetter begleitete uns, herrlichstes Frühlingsklima!

König Wilhelm I. (1781-1864) ließ für seine allzu jung verstorbene Gemahlin Königin Katharina (1788-1819), russische Großfürstin und Tochter des Zaren Paul, ein monumentales Mausoleum in klassizistischer Bauweise erstellen. Dafür musste die alte baufällige Stammburg der Württemberger auf dem „Wirtemberg“ aus dem 11. Jahrhundert weichen und der König ließ den Entwurf für die Grabkapelle von seinem, aus Florenz stammenden, Hofbaumeisters Giovanni Salucci errichten. Der Württemberg war der Lieblingsplatz von Königin Katharina. Kein Wunder – die wunderbare erhabene Aussicht auf die Weinberge und das Neckartal bis hinüber auf den hohen Bopser wo heute der Fernsehturm Schwäbisches Weltwunder…, der Fernmeldeturm und ein weiterer Funkturm stehen, lässt alles ganz klein und friedlich erscheinen.

Vom Besucherzentrum aus, dem vorherigen Verwalterhaus und einstigem Wohnhaus des orthodoxen Priesters und seiner Familie, beginnt unsere Besichtigungstour. Königin Katharina behielt ihren orthodoxen Glauben auch nach der Heirat mit dem protestantischen König Wilhelm. Für ein Mitglied des russischen Kaiserhauses war es sonst unmöglich, in ein westliches Herrscherhaus einzuheiraten. So wurde die Grabkapelle als russisch-orthodoxes Gotteshaus geweiht und trägt bis heute den Namen St. Ekatherinenkirche. Der Priester war der Beichtvater der Königin und hatte nach ihrem Tod zusammen mit zwei Sängern die im kleineren Haus dahinter, dem Psalmistenhaus untergebracht waren, durch unentwegte Andachten mit Fürbitten und Gesänge für ihre unsterbliche Seele zu beten. Dies hätte bis zum Tag des Jüngsten Gerichts fortgesetzt werden sollen, denn erst an diesem Tag hätte sich entschieden, ob die verstorbene Seele in den Himmel oder in die ewige Verdammnis kommt. Von 1824 bis 1895 wohnte der Geistliche im Priesterhaus, dann wurde es das Verwalterhaus. Heute befindet sich im Psalmistenhaus das Bistro 1819, benannt nach dem Todesjahr der Königin.

rechts Priesterhaus,
links heutiges Bistro mit Biergarten

Ein Tastmodell aus Bronze steht für Sehbeeinträchtigte neben dem Priesterhaus mit einem Eindruck der gesamten Anlage.

Der Rundweg um die Grabkapelle ist gesäumt mit prächtigen alten Bäumen, darunter auch Mammutbäume Baumriesen, Teil 1. Schön zu wissen, dass ich deren Herkunft schon kenne. An allen Himmelsrichtungen befinden sich Eingänge zur Kapelle, geöffnet ist jedoch nur der Haupteingang.

Beim Hinaufschreiten der Freitreppe, vorbei an imposanten Feuer- und Opferschalen und den Blick auf die Säulen und das massive Kuppeldach mit dem goldenen Kreuz wird über dem Haupteingang der Psalm aus dem Korintherbrief „Die Liebe höret nimmer auf“ sichtbar, eine Liebeserklärung des Königs an seine verstorbene Frau, welche selbst noch seine dritte Ehe überdauerte, doch dazu später mehr. Die erste Ehe mit Prinzessin Charlotte von Bayern wurde aufgrund Kinderlosigkeit annulliert. Seine zweite Ehe mit Katharina, Catharina Pawlowna, bestand gerade einmal drei Jahre. Sie starb vermutlich an einer Blutvergiftung durch eine Gürtelrose im Gesicht, außerdem war sie mit dem 3. Kind schwanger, die Frage des Geschlechts ließ sich nicht klären. Doch weitere Mutmaßungen über die Todesursache kursieren von Hirnschlag und Lungenentzündung.

Kurz ein paar Worte zu Katharina: Ihre Mutter stammte aus dem Hause Württemberg und wollte das russische Kaiserreich durch Heiratspolitik in die europäischen Dynastien einbinden. Nach dem Tod von Katharinas erstem Ehemann wurde sie 1816 mit ihrem Cousin Kronprinz Wilhelm von Württemberg vermählt. Katharina war eine bemerkenswerte Frau, sehr gebildet, sprachgewandt, politisch interessiert, sehr sozial engagiert und sehr vermögend! Neun Monate nach der Hochzeit kam Tochter Marie zur Welt, am gleichen Tag starb König Friedrich, der Vater von Wilhelm. Somit übernahmen Katharina und Wilhelm die Regentschaft. Katharina brachte wichtige Institutionen auf den Weg: Das Katharinenhospital, Katharinenstift, die höhere Mädchenschule, die Spar-Casse, die erste gemeinnützige Bank Württembergs, die heutige LBBW. Außerdem half sie mit Getreidelieferungen aus Russland und Finanzspritzen ihrem angeheirateten Land durch Hungersnot und bitterster Armut, vor allem 1816 im „Jahr ohne Sonne“

Wer schon einmal das antike Pantheon in Rom besichtigt hat, kann Parallelen zum Grabmal erkennen. Ein überkuppelter und ganz in weiß gehaltener Innenraum mit Säulen und Statuen der vier Evangelisten und einem kunstvoll geschmiedeten Eisengitter im Boden. Gegenüber dem Haupteingang die mit Gold verzierte hölzerne Ikonostase, sie trennt den Kapellenraum vom Altarraum, dem allerheiligsten Bereich, der nur den Geistlichen vorbehalten ist. Ansonsten ist alles sehr schlicht gehalten, keine Orgel, keine Bänke – sowie es orthodoxe Kirchen vorschreiben. Bis heute wird die Kapelle von der russisch-orthodoxen Gemeinde in Stuttgart genutzt.

 

25 Holztreppen geht es nun hinab in die Gruft. Ursprünglich durften nur Mitglieder der Königsfamilie und Priester diese betreten. Die Treppe lag hinter der Altarwand verborgen. Erst seit 1907 ist auch der Öffentlichkeit der Besuch erlaubt und nachträglich wurde dazu die Wendeltreppe eingebaut.

Wenn man nun in die Mitte der Gruft steht und hinauf auf das durchbrochene Eisengitter leise Worte spricht, hallt es mit einem mehrfachen Echo zurück. Eine unvorstellbare Akustik muss bei Gesängen und gesprochenen Gebeten herrschen.

Gegenüber des Treppenabgangs steht in einer Nische der Doppelsarkophag von Königin Katharina und König Wilhelm. Ihre sterblichen Überreste liegen in schlichten Holzsärgen im Inneren des Sarkophags. Am 5. Juni 1824 wurde der Sarg Katharinas von der Stuttgarter Stiftskirche in die Gruft gebracht und nach orthodoxen Regeln beigesetzt. Wilhelm hatte testamentarisch verfügt, dass er neben Katharina bestattet werden sollte. Im Alter von 83 Jahren verstarb er 1864. Seine Cousine und dritte Ehefrau Pauline, mit der er 44 Jahre verheiratet war, erfuhr von seinem Wunsch erst durch dessen Testament.

In einer weiteren Nische befindet sich der Sarkophag der älteren Tochter Marie (1816-1887). Die jüngere Tochter Sophie (1818-1877) heiratete den König der Niederlande und wurde in Delft bestattet.

In den beiden anderen Nischen stehen Büsten des Königspaares und drei Büsten von drei sehr unterschiedlichen Herrschern Württembergs.

Links Friedrich I. von Württemberg (1754-1816) – der Vater von Wilhelm I..

Mitte Wilhelm II. von Württemberg (1848-1921) – Urenkel von Friedrich I. und der letzte König Württembergs. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Monarchie abgeschafft.

Rechts Karl I. (1823-1891) – Sohn von Wilhelm I. und dessen 3. Ehefrau Pauline.

Wieder treppauf im Sonnenlicht und in der Wärme genossen wir abermals den phantastischen Rundumblick, kleines Selfie auf dem Kuss-Bänkchen, bevor wir dann zum kleinen Mittagsimbiss runter ins Bistro marschierten.

 

Am Monument der ewigen Liebe können sich Paare übrigens auch das Jawort geben. Eine beeindruckende Kulisse für so ein großes Wort! Einzelheiten dazu, den saisonalen Öffnungszeiten, besonderen Veranstaltungen, Barrierefreiheit, Parken und dergleichen bitte der Website http://www.schloesser-und-gaerten.de entnehmen. Dort finden sich auch Infos über die kostenlose APP „Monument BW“ wodurch man ebenso alle Informationen auf einen Blick, Multimediatouren oder Zeitreisen durch die Monumente bekommt. Kopfhörer nicht vergessen!

Tipp: Wenn das Besucherzentrum mit Kasse bei der Ankunft geöffnet hat, dann gleich die Chance ergreifen und dort alles anschauen und eventuell im Shop einkaufen oder Prospekte mitnehmen, denn es kann auch sein, dass das Zentrum bei Beendigung der Tour geschlossen ist und man Pech hat wenn man sich noch etwas umschauen wollte. Eintritt kann dann auch direkt in der Kapelle bezahlt werden.

Das war es dann, ein wunderschöner Ausflug an einem wunderschönen Tag. Happy Birthday!

15.03.2025 Der Altenbergturm bei Sulzbach-Laufen

Auf einem Berge stehen, wohl muss das köstlich sein, wo sich die Wolken färben im Abendsonnenschein – tief unten der Weltgetümmel Forst, Flur und Stromeslauf und droben tut der Himmel die goldnen Pforten auf.

Ferdinand Freiligrath 1810-1876

Am vergangenen Sonntag wurde uns ein herrlich lauer Frühlingstag geschenkt, verbunden mit blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein – wie gemacht für einen kleinen Ausflug mit etwas körperlicher Betätigung und natürlich auch kulinarischen Genüssen! Mit den selbigen begannen wir, damit diese erst gar nicht die Chance bekommen sollten, mit unseren Körpern eine Symbiose eingehen zu wollen. Somit traf ich mich mit meinem Schwesterlein in Untergröningen im Brauereigasthof Lamm zum Mittagessen. Bei Schnitzel mit Pommes und Schweinebäckchen, Blaukraut und Spätzle, verbrachten wir eine gesellige Zeit und glücklicherweise waren die Schweinbäckchen nebst Beilegen hervorragend geschmort und gekocht (Nur so als kleiner Hinweis zum vorherigen Ausflug).

Zusammen fuhren wir dann weiter zum Altenbergturm. In der Nähe des Turms gibt es 2 Wanderparkplätze. P1 liegt gerade einmal 400 m vom Turm entfernt, der Fußmarsch führt jedoch sehr steil den Berg hinauf. P2 soll 700 m vom Turm entfernt liegen, der Fußmarsch geht moderat in einem Bogen den Berg hinauf. Dieser ist auch für Kinderwagen geeignet, zudem passierten viele Fahrradfahrer mit Motorunterstützung unseren Weg. Zudem finden sich weitere Zugangswege und -pfade, z. B. von der Jausenstation Altenberg (Öffnungszeiten beachten!). Doch egal welchem Weg man folgt, oben angelangt wird man mit dem Blick auf den beeindruckenden Turm belohnt.

     

Auf der höchsten Erhebung (564 m ü. NN) des Landkreises Schwäbisch Hall, B.-W., wurde der 42,50 m hohe Turm im Jahr 2007 eingeweiht. Der Zugang ist ganzjährig geöffnet. Für den Erhalt wird am Fuß des Treppenaufgangs in einem Kässchen eine Eintrittsgebühr entrichtet. Pro Person 1,50 €, Familien 3,00 €. Auch per QR-Code und Banking App kann bezahlt werden und somit sollte eigentlich gesichert sein, dass diese benötigten Gelder auch bezahlt werden.

Ganz bequem geht es dann 200 Stufen empor, beidseitige Handläufe geben unsicheren Menschen etwas Halt, auch Ruhepodeste sorgen zusätzlich für ein sicheres Gefühl, sollten sich zu viele Menschen im offenen Treppenhaus befinden. Die gelochten Stahlstufen lassen gerade so viel Licht durch, dass Regenwasser abfließen kann, somit bieten diese für nicht ganz schwindelfreie Turmbesucher etwas mehr Sicherheit. Außerdem wird treppauf der Blick immer wieder auf Namensplaketten von Spendern gelenkt.

Oben auf der Plattform angekommen, warten ein Ruhebänkchen und gigantische Ausblicke in alle Himmelsrichtungen.

Im Norden auf den Fränkischen Wald mit den Waldenburger Bergen, der Hohenloher Ebene und der Frankenhöhe mit dem Crailsheimer Hardt, den Ellwanger Bergen und dem Virngrund. Im Osten den Blick auf die Ostalb mit Ries und dem Härtsfeld, im Süden die Schwäbische Alb mit dem Albuch und dem bekannten Rosenstein. Des weiteren im Westen dann auf den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald mit der Frickenhofer Höhe, dem Welzheimer Wald und den Löwensteiner Bergen.

Ganz ruhig wird man hier oben und schaut bedächtig auf Gottes Natur. Wer noch einen Euro im Säckel übrig hat, kann diesen in das Aussichtsfernrohr werfen und die Umgebung somit exakter ins Visier nehmen. Wieder unten angekommen, stehen einige Ruhemöglichkeiten zur Verfügung, Infotafeln über den Turm und Ausflugsmöglichkeiten für die Umgebung und für die Kinder ein kleiner Spielplatz.

Doch für heute verabschieden wir uns zunächst von euch. Gruß, Karin & Schwesterlein

25.02.2025 Ups! Schweinisches Museum!

Es tut mir leid, aber ich kann mich abermals nur wiederholen! Erneut durch Zufall auf dem Routenplaner vor ungefähr zwei Jahren entdeckt und letztendlich vor drei Wochen zusammen mit dem Schwesterlein den Ausflug in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs gewagt. Wir wollten das kurioseste Museum Süddeutschlands besichtigen – das Schweinemuseum Stuttgart im Stadtteil Gaisburg.

Passenderweise im alten Verwaltungsgebäude des Stuttgarter Schlachthofs untergebracht, erstrecken sich die Ansammlungen schweinischer Exponate auf über knapp 800qm, in über 25 Zimmern und auf zwei Stockwerken im wunderschönen Jugendstilgebäude. Im Erdgeschoss nebst Kassen- und Shopbereich befindet sich ebenso in unterschiedlichen Räumen ein Café-Restaurant mit Köstlichkeiten schwäbischer Küche.

Nebst Schweinshaxen, Schnitzel, Linsen mit Spätzle & Co. bekommt man auch Kaffee- und Kuchenspezialitäten. Vor dem Haus und dahinter laden urige Bierlauben, der Biergarten und die Sonnenterrasse bei wärmeren Temperaturen die Besucher zum Verweilen ein.

Auch vor dem Haus kann der angereiste Besucher sofort sicher sein, am richtigen Ort zu sein. Das Glücksymbol zeigt sich in den verschiedensten Ausführungen.

Wir ließen uns bei unserer Ankunft am Sonntagmittag zunächst einmal im Restaurant nieder. Das Ambiente spiegelt Schweine in jeder Himmelsrichtung wieder. Das Gasthaus war sehr gut besucht, zum Glück bekamen wir noch ein Plätzchen, für eine größere Besucherschar empfiehlt sich auf jeden Fall eine Reservierung.

Unsere geschmorten Schweinebäckchen mit Gemüse sahen sehr lecker aus. Leider jedoch war der Inhalt der Pfännchen auch nach der Beanstandung immer noch nicht heiß und das Fleisch sowie das Gemüse hätten es sehr gut verkraftet, weitere 30 Minuten dem Garprozess ausgeliefert worden zu sein. So ein Schmorgericht glänzt doch durch ein butterzartes Fleisch, welches fast von alleine auseinanderfällt. Und Gemüse, welches nicht zu Mus gekocht ist schätze ich auch sehr, doch wenn die Karotten, Blumenkohl und Brokkoli nur durch kraftvolle Sägebewegungen des Messers zu zerteilen sind, dann ist dies leider nicht so optimal beim Kauen. Sehr schade und somit kein wirklicher Essgenuss. Aber vielleicht hatten wir nur Pech.

Selbst im Untergeschoss bei den Damentoiletten findet sich noch Interieur aus vergangenen Tagen.

Nachdem wir unseren Eintritt bezahlt hatten, starteten wir unsere Besichtigungstour ganz oben unter dem Dach. Somit viele Stufen treppauf und ebenso treppab. Das Schweinemuseum ist nicht barrierefrei, das sollte man wissen!

Die Ausstellung ist in Räumen mit unterschiedlichen Themen gegliedert: Die Metzgerei, Wildschweinwald, Wildschweinjagd, Ahnengalerie, Labor, Schweine Global, Bibliothek, Rund ums Schwein, Hausschwein, Schwein in Wort und Schrift, Geile Sau, Schweinekalender, Göttliches Schwein, Leinwand-Star, Casino, Tresor, Kunst & Antiquitäten, Ferkelzimmer, Setzkastenzimmer, Bunte Sau, Küche, Badezimmer, Kuschelschweine, Begehbares Depot und Sauna.

Und hier nun einige Eindrücke der Ausstellung. Bekannte Stücke aus der Kindheit, Kurioses, Seltenes, Kitschiges, Kunst, Verstaubtes, Altes, Neues, Brauchbares, Schönes, Wertvolles, Wissenswertes, Unnützes, Lustiges und noch so manches Andere erwartet den Besucher. Macht euch auf nach Stuttgart!

Zum Schluss noch Weisheiten zwischenmenschlicher Beziehungen!

Und da wir nun zum Schluß beim Schlachtschwein angekommen sind, möchte ich euch noch Hintergrundinformationen des alten Schlachthof Stuttgart ans Herz legen. Vor dem Besuch befragt man wohl eher die Website des Schweinemuseums oder des Restaurants. Leider stößt man bei der Recherche nicht direkt darauf, erst nach längerem Hin- und Herblättern kam ich dann auf die Geschichte des alten Schlachthofs und ich finde, dies sollte jeder lesen, der einen Besuch plant und somit möchte ich die Zeilen aus der Website des Schlachthof Stuttgart hier wiedergeben. Ich verwende diese Daten aus rein privaten Zwecken. Mein Blog ist nicht kommerziell. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich den Text mit ausdrücklicher Genehmigung der Verwaltung Wilhelmer Gastronomie GmbH nutzen darf.

Quelle: https://www.schlachthof-stuttgart.de/wir

Der heutige Stuttgarter Stadtteil Gaisburg, auf dem das Schlachthof Areal liegt, wurde am 1. April 1901 nach Stuttgart eingemeindet und war durch seine Mühlen schon früh ein wichtiger Industriestandort.  Am 30. August 1902 wurde der Schlachthof Stuttgart gegründet, dieser war bis Mitte des 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten Versorgungseinrichtungen im Großraum Stuttgart.

Das gesamte Schlachthof Areal hatte seinerzeit 60 Gebäude, darunter das Verwaltungsgebäude mit seinem Säuleneingang, die Polizeiwache, das Pförtnerhäuschen, Nebengebäuden sowie Hallen auf einer Fläche von 12 Hektar.

1992 wurde der Betrieb eingestellt und der größte Teil der Gebäude abgerissen. Der Zahn der Zeit nagte an den übrig gebliebenen historischen Jugendstilgebäuden. Das unter Denkmalschutz stehende Verwaltungsgebäude, das Pförtnerhäuschen und die Polizeiwache sind die einzigen baulichen Zeugen eines ganzen Jahrhunderts mit einer bewegten Geschichte die vom Stuttgarter Schlachthof übriggeblieben sind.

Finde ich äußerst interessant und sehr schön, dass diese Gebäude noch erhalten sind. Wir haben uns schon beim Blick aus den Fenstern gewundert, was dort nebenan noch für Überbleibsel stehen und wieso ich Polizei las, aber nun wissen wir Bescheid. Wäre schon, wann man dies schon vorher gewusst hätte. Vielleicht steht es auch irgendwo am Museumseingang, ich hab nichts gelesen, vielleicht hatte ich schon Schweineäugleins…

Liebe Grüße, Karin

27.01.2025 Staunen, stöbern und wühlen im Wühli

Nicht zum ersten Mal erwähne ich hier, dass der Gedanken- und Informationsaustausch zwischen Frauen durchaus Früchte tragen kann. So geschah es auch zwischen mir und einer Bekannten, der ich mein Leid klagte, dass es heutzutage doch echt schwer ist, für gute Flohmarktware oder Trödel mit etwas Gewinnspanne einen neuen Abnehmer zu finden. Man bezahlt auf den Flohmärkten inzwischen eine happige Standgebühr dafür, dass man sich selbst den lieben langen Tag die Beine in den Bauch steht. Der Verkauf übers Internet ist auch nicht immer das Wahre. Doch inzwischen hab ich einen Trödler gefunden und werden diesen demnächst einmal aufsuchen.

Durch das Hin- und Herüberlegen und der Mitteilung, wo ich sonst hier im Umkreis meine Ware kostenlos zum Verschenken abgebe, kam so lapidar über ihre Lippen: Ich kenne nur das Wühli! Wühli? Habe ich richtig gehört? Ja, das Wühli in Schorndorf. Welch kurioser Name, der direkt so viel aussagt. Nach dem Gespräch habe ich im Nullkommanix das Internet befragt, kam direkt auf einen Filmbeitrag der SWR Landesschau Baden-Württemberg und sah mir mit wachsender Begeisterung den knapp 20-minütigen Beitrag an und war Feuer und Flamme und sah mich schon im Geiste mit meinem vollbeladenen Chili-Flitzer gen Schorndorf im Rems-Murr-Kreis brausen. Der Filmbeitrag entkräftete jedoch meine Vorurteile vom Namen Wühli. Ich finde dieser steht in Verbindung mit Wühlkiste, Durcheinander, schmuddelig, „kruschdelig“ wie der Schwabe sagt. Doch im Beitrag kam alles sehr schön ordentlich, sortiert und herausgeputzt rüber.

Am nächsten Tag rief ich dort sofort an und vergewisserte mich, ob ich auch dies und jenes, Hörbücher, CDs, DVDs, Musikkassetten und vor allem die alten Schallplatten mit Volksmusik und Schlager bringen dürfte und mir wurde versichert, auf Spendenbasis nehmen sie all meine Waren gerne an. Ich war hochmotiviert und wie elektrisiert und lud in rasender Geschwindigkeit mein Auto voll und los ging es am frühen Samstagmorgen nach Schorndorf in die Robert-Bosch-Straße 1. In einer ruhigen Seitenstraße mit genügend Parkplätzen klingelte ich im Erdgeschoss laut Hinweisschild für Spendenabgabe und der Juniorchef half mit starker Manneskraft beim Ausladen. Fast alle Schätzchen wurden übernommen, fast, bis auf die Plastikkleiderbügel. Die Waren sollten natürlich sauber, funktionell und vor allem die Kleidung ohne Makel sein.

Eine Etage höher kam ich dann in den Verkaufsraum und musste an der Türe erst einmal stehen bleiben und einen Rundumblick einfangen.

Zum Glück waren noch ganz wenige Kunden da. Somit schlenderte ich zunächst einmal durch das riesige Angebot und fragte dann an der Kasse höflich nach, ob ich fotografieren dürfte und dies wurde mir dann erlaubt. Im Laufe der zwei Stunden!!! nahm die Kundschaft merklich zu, ich achtete jedoch stets darauf, niemanden mit abzulichten, also wundert euch nicht und denkt nur nicht, da wäre tote Hose! Ganz im Gegenteil. Im Gebraucht-Kaufhaus ist so allerhand los. Die Suche nach Schnäppchen und Schätzchen aus vergangenen Tagen und der Neuzeit infiziert alle Schichten der Gesellschaft. Ob für den Alltag, zu festlichen Anlässen, zum Sport, zur Entspannung, fürs Hobby, fürs Kind, die Augen, die Ohren, die Seele – Second-Hand, Vintage, Ressourceneinsparung, Wiederverwertung und Wertschätzung fand schon immer seine Anhänger und nicht nur derzeit, da es voll im Trend ist. Auf fast 2000 Quadratmetern findet eigentlich jeder etwas und geht normalerweise nicht mit leeren Händen zur Tür hinaus. Außer ich, ich war gaaaanz stark! Schließlich hatte ich eine Wagenladung abgegeben und wollte mich nicht direkt wieder mit Ballast beladen. Aber schwer viel es mir schon.

Die Bekleidung hängt ordentlich auf Bügeln, ausgezeichnet mit Preis oder liegt in Wühltischen, da wird dann zum Kilopreis abgerechnet. Außerdem findet man Unterwäsche, Mützen, Schals, Tücher, Handschuhe, Krawatten, Hüte und vieles mehr.

Zusätzlich sind einige Schätzchen noch nach verschiedenen Dekaden sortiert, Modetrends ganzer Generationen – gerne fürs tägliche Leben, die Bühne oder zum Fasching.

Anprobiert werden darf natürlich ebenso und die Umkleidekabinen suchen Ihresgleichen!

Zwischendurch sind immer wieder so nette Deko-Elemente zu finden, die einen schmunzeln lassen und an denen man merkt, dass hier mit Liebe und Herzblut das Familienunternehmen geführt wird – und dies seit über 40 Jahren! Als Kunde fühlt man sich richtig wohl. Für mich war es direkt Erholung, Freude, Lust am Stöbern und Dankbarkeit an alle, die den Konsumwahnsinn auf unserer Erde ein kleines Stückchen einbremsen. Natürlich schont es auch gewaltig das Geldsäckel und wir wissen alle, dass es bei vielen Menschen finanziell nicht rosig aussieht und angewiesen sind auf solche Läden.

Glas, Porzellan, Haushaltswaren, Tisch- und Bettwäsche, Deko, Schuhe…. so vieles lässt sich finden und trotzdem merke ich, dass in manchen Wühltischen und Regalen direkt Ebbe oder ein Überangebot herrscht. Wird zuwenig abgegeben, ist die Nachfrage zu groß, zu klein oder ist es doch zu teuer?

Die Bücher werden nach Themen und dann per Farben sortiert…

…und schaut einmal, was in der Krimi-Ecke dekoriert ist

Nach einer Stunde brauchte ich eine Pause, im Wühli „Isch nix umsonscht – außer onser Kaffee! und somit ließ ich mich in den gemütlichen Sesseln nieder, allerdings nur ganz kurz, da das Auge schon wieder etwas Nettes und Kurioses in der Abteilung Musik und Gesellschaftsspiele erblickte. Nun weiß ich auch, wo die LPs meiner Eltern mit Caroline Reiber, den schönsten Chören des Nordens, Nicole, den Flippers und nicht zu vergessen Dieter Thomas Heck ein neues Zuhause finden werden.

Im Anschluss wollte ich noch einen Abstecher beim Bruderherz machen und musste dann beim Anblick dieses Schildchens ob des Schwabens Sinn für Humor wirklich schmunzeln.

Erst jetzt fällt mir auf, dass mein Bruderherz auf meine telefonischen Versuche der Ankündigung nicht reagierte….. erst Stunden später wo er sicher sein konnte, dass ich längst zu Hause war. :)) Nix für ungut, Roland, Späßle gmacht, das Schildchen hat nun einfach gepasst.

Es heißt, jeder der mal dort war, kommt wieder. Dies kann ich voll und ganz bestätigen. Ich werde wieder kommen, dann jedoch nicht mit leeren Händen gehen, soviel sei versprochen!

Bis dahin, ich sortiere schon mal wieder fleißig aus und schaffe Platz, nun habe ich ja weitere dankbare Abnehmer für bestimmte Artikel. Denn nicht jede Institution nimmt so viel verschiedene Ware an wie das Wühli.

Adele, bis bald

24.12.2024 Glühwein und Punsch bei den Alpakas

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Zusammen mit Sohn und Schwiegertochter besuchte ich den Weihnachtsmarkt auf dem Alpakahof Kaut in dem 400 Einwohner zählenden Teilort Horn, der zu Göggingen, Ostalbkreis, B.-W. gehörig ist. Bereits die Suche nach einem Parkplatz durch den Ort war eine Herausforderung an die Manövrierkunst des Chauffeurs. Parkende Autos am linken Straßenrand, rechts unzählige Familien mit Kinderwagen oder Kleinkindern an der Hand nebst Regenschirmen und Hunden und mittendurch eine ellenlange Wagenkolonne die ihrerseits ebenso ein Abstellplätzchen für ihr „heiligs Bleche“ suchte. Zum Glück wurden die Autoschlangen im Einbahnverkehr durch das Dorf geleitet und außerhalb des Ortes fanden wir glücklicherweise doch noch eine Lücke für unser Fahrzeug. Leider mussten wir dann einen langen Fußmarsch zum Kaut’schen Hof bewältigen. Menschenmassen, die bereits schon wieder auf dem Heimweg waren, kamen uns dabei entgegen. Ich musste so schmunzeln, da uns oft eine Familie oder ein Paar entgegenkam, wobei der erwachsene männliche Part den familiären zukünftigen Weihnachtsbaum mit nackten Händen und schmerzverzerrtem Gesicht mit schlurfenden Schritten den langen Weg zur Familienkutsche tragen, ziehen, schleifen…. durfte, wobei die Dame ihren Liebsten stets frohen Schrittes und fröhlichem Gesicht begleitete, dem man die Freude über den Erwerb des allerschönsten Baumes ansah. Da ließen sich die harten Kerle wirklich nicht lumpen – wohl alles für den weihnachtlichen Frieden im heimischen Wohnzimmer oder nach der Devise meines Sohnes: happy wife, happy live!

Bis wir dann endlich auf dem Gelände ankamen, dunkelte es bereits und da wir schon gut zwei Stunden unterwegs waren, wurde natürlich erst einmal Frau und Herr Dixi aufgesucht und dann konnte das Vergnügen endlich losgehen – war für ein Chaos bis dahin!

Der ganze Alpakahof war wunderschön in eine Weihnachtslandschaft verzaubert und stimmungsvolle Lichtinstallationen stimmten auf die besinnliche Zeit ein.

Leider fehlte ein wenig leise unterlegte Weihnachtsmusik gänzlich. Neben dem Genuss von Glühwein und Punsch konnten die Tiere beobachtet oder eingekauft werden. Die große Hof-Boutique mit Erzeugnissen aus Alpakawolle war natürlich ebenso geöffnet. Auf dem ganzen Gelände waren etliche Marktaussteller anwesend. Kunstfertigkeiten und Dekoratives aus allen möglichen Materialien. Süßigkeiten, Tees, Honig und Marmeladen von regionalen Erzeugern, Kerzen, Kosmetik, Glaskunst, Textilien und Babyausstattungen nebst Glühwein, Punsch und diversen Destillaten. Doch auch wir erwarben das eine oder andere Stück, tranken den einen oder anderen Glühwein und Punsch, die Verlockung war einfach zu groß.

Die Kulinarik kam meiner Meinung nach etwas zu kurz. Von drei Essenständen schlossen zwei bereits schon sehr früh aufgrund ausverkaufter Ware. Tags zuvor musste wegen Sturm schon zeitig geschlossen werden, für mich kein Grund, am Folgetag mit kleineren Mengen auf so einen Markt zu gehen. Fand ich sehr enttäuschend, zumal dann auch noch während der Öffnungszeit etliche andere Buden einfach schon schlossen und wir uns dann auch wieder auf den Heimweg machten und zu Hause, die für absolute Notfälle, gebunkerte Dosenwurst mit Brot vesperten. Das war eindeutig ein Notfall!

Das war für 2024 mein einziges Weihnachtsmarkterlebnis, mal schauen, wie es nächstes Jahr aussieht.

Herzliche Grüße, Karin

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23.12.2024 Besuch bei Vogel Strauß

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Mehr als überfällig ist dieser Beitrag! Begonnen habe ich bereits im September damit, doch die letzten Monate hatte ich fürs Schreiben weder die nötige Ruhe, Zeit oder Kraft. Und da hier meine Leser früher oder später sowieso davon erfahren werden, mache ich es hier nun amtlich: Ich habe nach 30 Jahren Ehe meinen Mann verloren. Mehr möchte ich darüber nun gar nicht schreiben. Doch auch Erfreuliches gilt es zu berichten: unser Sohn hat geheiratet und gründet nun seine eigene Familie. So, und nun widme ich meine Gedanken und mein kleines bisschen Energie endlich einmal wieder meinem Hobby und versuche mich am Schreiben, indem ich von Mamas Ehrentag im September erzähle.

Schon seit Jahren unternehmen meine Schwester und ich zusammen mit unserer Mutter zu deren Geburtstag einen kleinen Ausflug mit anschließender Einkehr zu Mittagessen oder Kaffee und Kuchen. Dieses Jahr hatte sie sich nur fürs Kaffeetrinken entschieden und meine Schwester und ich befragten das Internet nach einer passenden Lokalität in der Nähe des Wohnortes unserer Mama. Ein sehr schwieriges Unterfangen. Die gemütlichen und heimelig traditionell eingerichteten schönen Cafés, in denen sich die älteren Herrschaften genüsslich zum Plausch mit Schwarzwälder Kirsch und Sahne-Baiser à la Udo Jürgens trafen, sind leider nach und nach verschwunden. Obendrein mussten auch die Öffnungszeiten mit dem Geburtstag übereinstimmen. Dazu sollte die Ausflugsattraktion Rentnerporsche- oder zumindest Gehhilfen- geeignet sein. Die Fahrtstrecke sollte dazu nicht zu kurvig sein, sonst schlägt sich dies auf Mamas Kopf und Magen nieder – aber finde mal so etwas auf der Schwäbischen Alb! Der reinste Albtraum!

Wir haben uns dann für das Hofcafé Straußenfarm Lindenhof in Böhmenkirch entschieden. Auch 20 km vom Wohnort entfernt, aber sonst fanden wir für diesen Tag nichts Besseres.

Bevor ein Besuch geplant ist, bitte die tagesaktuellen Öffnungszeiten über die Website oder per Telefon in Erfahrung bringen. Kostenlose Parkplätze stehen in ausreichender Menge zur Verfügung, wenn nicht gerade ein Event stattfindet. Dann kann es etwas eng werden, die Kuchenauswahl ist dann auch nicht mehr allzu üppig und von vorab erfragten warmen Speisen ist dann nur noch des Schwabens „LKW“ für die hungrigen Mägen vorhanden. Der LKW ist ein Leberkäsweckle, also ein Brötchen belegt mit einer Scheibe Leberkäse, dieser warm oder kalt. Soweit zum Dolmetschen.

Mama hatte beim lieben Gott Kaiserwetter bestellt. Ende September, strahlend blauer Himmel, schön warm, herrlich! Wir entschieden uns aufgrund des riesigen Besucherandrangs direkt fürs leibliche Wohl zu sorgen und erst danach zu den größten Vögeln der Welt zu gehen, obwohl sie sich immer in Blickweite befinden und auch durch die großen Glasscheiben vom Café aus zu beobachten sind.

Beim Betreten des Hofladens, der dann übergangslos zum Café führt, bleibt einem erst einmal die Sprache weg. Hier wurde beim Renovieren gleich ganz groß gedacht! Wahnsinn, was es hier alles zu entdecken gibt, aber seht selbst.

An den Bedientheken können Produkte vom Strauß erworben werden: Filet, Steak, Braten, Rote Würste, Frankfurter – die der Schwabe Saiten nennt – Cabanossi, Dosenwurst und noch so manches mehr. Denkt je nach Wetterlage und Entfernung an eine Kühlmöglichkeit fürs Auto. Ich nahm auf jeden Fall eine Packung Saiten mit und war total begeistert, zwar nicht ob des Preises, so zumindest doch von der Qualität und Geschmack.

Wir bezahlten an der Theke unsere Getränke und die Kuchenauswahl und entschieden uns für ein Plätzchen im Freien.

Leider waren unsere Häupter nicht durch einen Sonnenschirm geschützt. Aufgrund der großen Wärme wurden wir immer stiller, müder und träger und somit machten wir uns beizeiten zu den lustigen Tierchen auf.

Die Straußenvögel entstanden vor ca. 55 Mio. Jahren in Zentralasien. Von hier aus breiteten sie sich, wie fossile Funde belegen, nach Westeuropa aus. Nach Afrika sind die Vorfahren des heutigen Straußes vor etwa einer Million Jahre „eingewandert“.

Wann der Strauß in Europa ausgerottet wurde, bzw. keinen Lebensraum mehr hatte, ist nicht bekannt. Noch vor rund 10.000 Jahren und ähnlichen Klimabedingungen wie heute, waren jedenfalls im Raum Wien große Bestände heimisch. Die erste Kunstbrut beim Strauß gelang im Jahre 1850 in Florenz. In Südafrika werden die Tiere seit dem 19. Jahrhundert auf Farmen gehalten. Anfang des 20. Jahrhunderts breitete sich die Straußenzucht nahezu weltweit aus. In den letzten 15 Jahren, seit vor allem das Fleisch des Straußes in den Vordergrund getreten ist, hat sich die Straußenzucht weltweit etabliert.

website bosch-lindenhof.de

Leider konnte ich nirgends eine Tafel mit Erklärungen entdecken. Als eine Gruppe Kinder durch eine Führung einige Details erzählt bekamen über Eierlegen, Kopfbewegungen, tänzelnder Gang, Anzahl der Tiere, Fressverhalten usw., war ich leider zu weit weg um etwas genau zu verstehen. Eigentlich schade, somit blieben uns nur die Fotos und mir eine schwerzhafte Erfahrung durch das Picken der Tiere durch den Zaun, da Schwesterchen meinte, ich solle fürs Foto doch näher ran gehen. Zum Schluss sah ich aus wie eine gerupfte Henne – aber sei’s drum. :=)

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Wir setzten uns alle wieder zu unserer Chauffeurin ins Auto und zurück ging es nach Hause. Mal schauen was uns fürs nächste Jahr einfällt, da wäre das Geburtstagskind ein Sonntagskind und möchte dann hoffentlich mit auf ein Foto.

Bis dahin, Gruß Karin

11.09.2024 Ausflugstipp Zachersmühle Adelberg

Eigentlich führte uns am vergangenen Sonntag unser Weg nach Börtlingen um am alljährlichen Kuttelessen teilzunehmen. Allerdings war dort auch nach mehrmaligem Rundgang kein Sitzplatz zu finden und somit wurde das Internet nach dem nächstgelegenen Restaurant befragt und in gerade einmal 1,7 km Entfernung, in Richtung Adelberg, wurde die Zachersmühle angegeben. Für uns ein gänzlich unbekannter Name, schauten wir nur kurz die veröffentlichten Fotos an, checkten die Öffnungszeiten und los ging die Fahrt.

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Bevor wir im dichten Grün mitten im Wald überhaupt ein Gebäude erkennen konnten, reihten sich schon entlang des Straßenrandes Autos und Busse, der Parkplatz ebenso gut besucht, des weiteren Fahrräder, Motorräder und jede Menge Menschen. Mein Auge konnte diesen Trubel gar nicht so schnell wahrnehmen.

Kinder rannten hin und her, Sonnenschirme, Tische, Stühle, verschiedenste Gebäude und allerlei Deko konnte ich dann nach und nach realisieren – wir fanden den letzten nicht reservierten freien Tisch und somit hatte mein Göttergatte neben seinem Kumpel ein herrliches Plätzchen :)) Pardon, Jogi!

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Nachdem wir Speis und Trank bestellt hatten und die Info erhielten, dass in der Küche noch 50 Essensausgaben vor uns dran wären, unternahm ich eine kleine Entdeckungstour über das Gelände, da mir dieses ganze Areal auf den ersten Blick nicht als konventioneller Landgasthof erschien, sondern sich wohl mehr dahinter verbergen müsste.

Es gibt einen Biergarten- und Restaurantbereich. Der Biergarten ist vom 1. Mai bis Ende Sommerferien Ba-Wü geöffnet. Überall die gleiche Menüauswahl, ebenso die Preise. Am Biergarten schließt sich eine Tanzfläche an, Musik war zu hören und Tanzpaare wiegten sich zu Tangoklängen! Der Homepage konnte ich entnehmen, dass den Sommer über hier Workshops open air für Rumba, Salsa, Tango, Swing und Charleston stattfanden.

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Daneben ein schön gestaltetes Areal für Familien mit Kindern, nebst Eselgehege und Infotafeln über Esel, auch wird hier Esel-Trekking angeboten.

Die verschiedensten Innenräume des Gasthauses waren ebenso gut belegt. Ausflügler, Geburtstags- und Taufgesellschaft reihten sich um die Kleinkunstbühne und dem Hofladen und um das Klavier. Regelmäßig finden hier Veranstaltungen vom Mord(s)dinner über Konzertabende bis zur SommerMühlenDisco. Im Hoflädle, hier Marktplatz genannt, fand die Tauffeier statt und ich nahm Abstand vom Fotografieren. Hier gibt es Selbstgebranntes, Selbstgemachtes, Essig, Eierlikör, Schmalz, Gelee, Kräutersalz, Kunsthandwerk, Keramik und so manches mehr. Dachte ich mir doch, dass hier nicht nur gegessen und getrunken wird, so eine Örtlichkeit schreit doch förmlich nach einem anderen Programm. Am Ausgang kann man aus einem kleinen Schränkchen auf Vertrauensbasis Eier erwerben.

Zurück an meinem Platz kam dann auch schon unser Essen. Jogi war mit seiner Wahl nicht so zufrieden, ich dafür umso mehr. Der Camembert im Bierteig mit Salatplatte und Preiselbeeren war ein Gedicht. Zuhause nun beim Recherchieren lese ich u.a. auf der Homepage der Zachersmühle: Most Wanted auf der Speisekarte ist der Camembert im Bierteig. Grob geschätzt vertilgen die Gäste 5795 gebackene Camemberts pro Jahr. In 25 Jahren macht das rund 168.000 Stück Weichkäse. Dazu werden schätzungsweise mehr als 4 Millionen Preiselbeeren gereicht……

So was, hatte ich mir bei dieser reichhaltigen Auswahl ausgerechnet den Bestseller ausgesucht! Leider vergaß ich ein Foto zu schießen, dafür bekommt ihr noch einige Impressionen des Geländes.

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Die Homepage der Zachersmühle ist das Lesen wert. Hier erfährt man allerlei Kurioses und Wissenswertes. Und ein Besuch lohnt sich hier allemal, kommt vorbei, zu Fuß, per Fahrrad, Motorrad, Auto, Bus oder Esel…

Es grüßt die Karin

P.S. Bitte lasst für dieses viele schöne Drumherum die Handfläche nicht leer bleiben.

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25.08.2024 Aussichtsturm Luftikus in Rechberghausen

Wieder einmal gilt dem Routenplaner mein Dank! Beim Zoomen in der App entdeckte ich in Richtung Göppingen durch puren Zufall den Hinweis „Aussichtsturm Luftikus“. Sofort war mein Interesse geweckt. Luftikus? Meinem Wissen nach ist dies ein leichtsinniger, unzuverlässiger Mensch, ein Hallodri der mehr Luft als Verstand im Kopf hat. Handelt es sich somit um einen luftigen Turm??? Unverzüglich auf den Hinweis gedrückt, die schönen Fotos gesehen und der nächste Kurzausflug war gesichert.

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Vorletzten Sonntag führte mich daher mein Weg bei heißen Temperaturen über 30°C ins 13km entfernte Rechberghausen. Die attraktive Gemeinde im östlichen Schurwald wird stets auf dem Weg nach Göppingen durchfahren und immer wieder denke ich mir, wie nett es hier aussieht, die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und schön gestalteten Plätze, auch rund um den Marbach, sollte man sich mal genauer anschauen. An diesem Sonntag jedoch herrschte im Ortskern so ein reger Trubel und emsiges Hin- und Herfahren. Ganze Heerscharen versuchten unbeschadet über die Zebrastreifen, bis zur nächsten Eisdiele oder einem schattigen Plätzchen, zu kommen. Parkplätze waren fast gar nicht zu bekommen, jedoch war ein löblicher Shuttleservice zu Stellflächen fernab im Industriegebiet eingerichtet. Der Grund für das geschäftige Treiben: der jährlich stattfindende Gartenmarkt wurde veranstaltet. Ausgerechnet an diesem Sonntag an dem ich mich zu einem kleinen Ausflug entschied. Bei dieser Hitze hatte ich keine Lust auf großes Umherschlendern, kaufen wollte ich sowieso nichts, sparte mir den Eintritt zum Markt und machte mich auf den Fußmarsch Richtung Aussichtsturm.

Vom großen Kreisverkehr in der Ortsmitte ging es „Im Töbele“ am Spielplatz vorbei. Das Haus der Musik und das Lilyum Café und ebenso das Kinderhaus im Töbele ließ ich hinter mir, weiter den Berg hinauf am Lehrbienenstand des Bezirksimkervereins Göppingen e.V. vorbei bis zur Abzweigung. Dort links sah ich dann dieses Hinweisschild mit der Info, dass ich mich auf dem Wanderweg Hungerboller Runde befinde.

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Dort kam mir dann auch endlich einmal jemand entgegen, auch sah ich dann schon in der Ferne den Turm stehen. Tapfer lief ich unter sengender Sonne schwitzend weiter, bis ich dann oben auf dem Berg im Schatten vor dem Turm im lauen Lüftchen erst einmal durchschnaufen konnte, wie der Schwabe sich so schön auszudrücken pflegt.

Seit der Gartenschau 2009 bietet der Landschaftspark Grüne Mitte viele schöne Plätze für die Erholung und Entspannung. Überragt wird dies vom damals errichteten 12 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Hungerboll, der einen überwältigenden 360°-Rundblick ermöglicht.

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Bitte beachtet oder informiert euch über die aktuellen Öffnungszeiten, nicht dass ihr enttäuscht vor verschlossener Türe steht. Der Eintritt ist frei, jedoch denkt bitte an das Spendenkässchen für den Erhalt und die Pflege des Turmes. Ehrenamtliche kümmern sich darum, dass alles so schön in Schuss bleibt.

Ganz allein konnte ich die Metallstufen der Spindeltreppe hinaufgehen, diese an den Seiten schön abgesichert durch die Gitterstäbe, ich hatte somit zu keinem Zeitpunkt Höhenängste zu bewältigen. Dank der durchlässigen Holzverkleidung war es auch angenehm luftig, wobei wir somit wohl bei der Begriffserklärung für die Namensnennung des Turms wären. Oben angekommen, erwartete mich wirklich ein unglaubliches Rundum-Panorama bei wolkenlosem Himmel.

Der Blick ging verständlicherweise über Rechberghausen, dann weiter Wangen, Börtlingen, Birenbach, Oberhausen, Hohenstaufen, Stuifen, Hörnle, Stötten, Hohenstein, Tegelberg, Spitzenberg, Tennenberg, Burren, Fränkel, Wasserberg, Sielenwang, Klinik am Eichert, Kornberg, Boßler, Aichelberg, Limburg, Breitenstein, Teck, Hohenneuffen, Schloss Filseck und weitere Orte.

Nach dem Abstieg überlegte ich noch kurz ob ich weiter den Rundwanderweg gehen sollte, aufgrund des Gartenmarktes wusste ich jedoch nicht, wie weit der Umweg sein müsste und wegen der Hitze entschloss ich mich zum direkten Rückweg zum Auto.

Ein wahrhaft luftiger Ausflug mit sonniger Begleitung, Gruß Karin

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13.08.2024 Historische Arbeitersiedlung Kuchen

Eher durch Zufall sah ich auf der B10 Richtung Geislingen auf Höhe der Ortschaft Kuchen das Hinweisschild „Historische Arbeitersiedlung“. Diese rätselhafte Aussage ließ mir keine Ruhe, daher recherchierte ich und war sofort vom Thema gefangen. Mit Freundin Christiane unternahm ich somit einen kleinen Ausflug in die über 5.700 Einwohner zählende Gemeinde am Rande der Schwäbischen Alb.

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Aus den zahlreichen aufgestellten Informationstafeln im öffentlichen Park der SBI (Süddeutsche Baumwoll-Industrie AG Kuchen) kann ich folgende Informationen entnehmen. Es folgt nun ziemlich viel Text, jedoch äußerst interessant: 1852 nutzte der Schweizer Johann Heinrich Staub die Wasserkraft der Fils und errichtete in Geislingen-Altenstadt eine Baumwollspinnerei. Sein Sohn Arnold Staub (*1821) baute 1857 die „Mechanische Baumwoll-Weberei Staub & Cie.“ in Kuchen, für deren Energieversorgung Wasser der Fils über einen Kanal zugeführt wurde. Mit Schweizer Finanzhilfe entstand hier mit 460 Webstühlen der größte Websaal Europas, drei Jahre später eine Baumwollspinnerei mit 25.340 Spindeln. Für die ländliche Gemeinde Kuchen brach damit das Industriezeitalter quasi über Nacht an.

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Arnold Staub heiratete 1854 Henriette Bühler, die Tochter eines Winterthurers Spinnereifabrikanten. 1856 erblickte Sohn Heinrich das Licht der Welt. 1857 wurde Tochter Henriette geboren, seine Frau starb im Kindbettfieber. 1859 heiratete er seine zweite Ehefrau, Emma Bourry, Tochter eines Baumwollhändlers aus St. Gallen.

Als das Potenzial an Wasserkraft am Fabrikstandort selbst nicht mehr ausreichte, errichtete Arnold Staub am Gingener Filswehr eine weitere Turbine, deren Energie er mit einer Drahtseilübertragung über eine Strecke von 467m bis zu den Webstühlen der Weberei brachte.

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Da sich Fachkräfte in der ländlichen Umgebung kaum mehr finden ließen, erbaute Staub zwischen 1857 und 1869 eine Arbeitersiedlung, um zuverlässige Arbeiter anzuziehen und zu halten. Sie lag in unmittelbarer Nähe zur Textilfabrik und bot durch seine 45 Wohneinheiten Platz für bis zu 250 Personen. Sie grenzte im Norden an das Fabrikgebäude mit anliegendem Bad-/Waschhaus, im Westen an die ehemalige Fabrikstraße (heute Weberallee). Im Zentrum der Siedlung befand sich der sogenannte „Square“, ein Dorf- und Festplatz, der als Park ausgestattet wurde.

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Das gegenüberliegende Bad-/Waschhaus stand der Allgemeinheit zur Verfügung und besaß neben dem großen Warmwasser-Schwimmbecken ein Dampfbad, mehrere Fußbäder, geschlechtergetrennte Waschplätze sowie Waschanlagen für Schmutzwäsche. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Kindergarten.

Staub legte besonderen Wert auf die körperliche Hygiene der Arbeiter. Durch das Bad-/Waschhaus verfolgte er vorrangig den Zweck, die Hygienestandards zu heben, Krankheiten vorzubeugen und so die Gesundheit der Arbeiter zu erhalten. Auch die offene und besonnte Bauweise der freistehenden Häuser leistete einen Beitrag zum gesunden Wohlbefinden der Bewohner. Für damalige Verhältnisse stattete er die Siedlung mit vorbildlichen und fortschrifftlichen Einrichtungen aus. Beispielsweise Speise- und Festsäle, wasserdampfbetriebene Aufwärmapparate die zur Erwärmung des mitgebrachten Essens dienten, eine Schule, Bibliothek, Lesezimmer, Versammlungszimmer, Kaufladen, Apotheke und auch ein Spital. Auf der Weltausstellung 1867 in Paris, erhielt Arnold Staub für seine Siedlung den Großen Preis mit Goldmedaille. Von Kaiser Napoleon III. wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Als Präsident der Stuttgarter Industrie- und Handelsbörse genoss er hohes Ansehen.

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Staub investierte unaufhörlich in den Betrieb und verschuldete sich hoch. Durch einen Brand in der Spinnerei im Jahr 1876 kam er in finanzielle Bedrängnis und wurde schließlich 1881 von seinen Geldgebern aus dem Unternehmen gedrängt, das in jener Zeit der bedeutendste Betrieb dieser Art in Württemberg war. Nachdem ihm auch die Weiterführung der Spinnerei seines Bruders Emil in Geislingen-Altenstadt misslang und 1882 auch seine zweite Ehefrau stirbt, beging Arnold Staub im selben Jahr aus Verzweiflung schließlich Selbstmord.

1882 entstand aus dem Zusammenschluss der Staubschen Spinnerei und Weberei mit der Firma Emil Waibel & Co. die „Süddeutsche Baumwoll-Industrie AG Kuchen (SBI). Ihrer Blütezeit betrieb die SBI, unter ihrem von Emil Waibel geführten Vorstand, Spinnereien in Kuchen, Geislingen-Altenstadt und Waltenhofen sowie Webereien in Kuchen und Günzburg. Nach schwierigen Kriegsjahren profitierte das zwischenzeitlich in „esbi“ umbenannte Unternehmen vom Wirtschaftswunder der 1950er-Jahre. Die esbi beschäftigte mittlerweile über 2000 Arbeiter.

Mit der Krise der deutschen Textilindustrie wurde die Adam Matheis OHG aus Eislingen 1972 Hauptanteilseigner. Die esbi beschäftigte noch etwa 1250 Mitarbeiter. 1979 stellte die esbi die Produktion des Betriebs in Kuchen ein und verkaufte die heute denkmalgeschützte Arbeitersiedlung an die Gemeinde. Die Siedlung wurde umgebaut und besteht heute aus 27 Wohneinheiten. Von den einstigen Fabrikgebäuden sind nur noch Teile erhalten. Die ehemalige, noch vorhandene Direktorenvilla Staubs befindet sich in Privatbesitz.

Der heute öffentlich zugängliche Park war früher den Direktoren des Betriebs vorbehalten. Die halbrunde Anlage um das letzte verbliebene Parkgebäude war ursprünglich der Blumen- und Gemüsegarten der Frau von Arnold Staub. Der Park und das Gebäude wurden 2014/2015 von der Gemeinde Kuchen in Anlehnung an das historische Vorbild neu gestaltet und saniert.

Das Gebäude diente lange Zeit als Gerätehaus für die Parkpflege. Die ursprüngliche Nutzung des in den 1880er-Jahren erbauten Gebäudes ist nicht zweifelsfrei geklärt, wobei Bauweise und Formensprache eine höherwertigere Nutzung nahelegen.

Im Gebäude der alten Spinnerei von Arnold Staub befindet sich heute das Pflegeheim Seniorenresidenz am SBI Park.

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Das angegliederte öffentliche Café und auch das Restaurant Heimatliebe direkt in der ehemaligen Arbeitersiedlung hatten zu unserem Besuch leider geschlossen. Das Café liegt sehr schön gelegen mit Blick auf die Fils und den beginnenden Park. Auch vom Park liest man direkt in der Arbeitersiedlung nichts, einfach neugierig um das große Gebäude der Senioren Residenz schlendern oder mit wachsamem Auge an den kostenlosen Parkplätzen den Wegweisern folgen.

Übrigens kann über das Rathaus Kuchen auch eine geführte Tour für die Arbeitersiedlung angemeldet werden. Dies würde sich bestimmt lohnen um die einen oder anderen kleinen oder großen Geschichten der guten alten Zeit zu hören. Ebenso kann im Bürgerbüro das Buch „Der glorreiche Lebenslauf unserer Fabrik“ erworben werden. Doch auch ein einfacher Besichtigungsbesuch, unter Berücksichtigung der Privatsphäre der momentanen Bewohner, ist auf jeden Fall lohnenswert.

Grüße, Karin

07.08.2024 Der Hagbergturm bei Gschwend

Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.

Mark Twain 1835-1910

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Auch wenn wir in diesem Sommer immer wieder mit heißen Tagen verwöhnt werden, allerdings jedoch auch genügend Regentage abbekommen, muss die sonntägliche Gelegenheit beim Schopf gepackt werden und somit kamen wir zu diesem kleinen Ausflug. Außerdem ist der Turm nicht ganzjährig geöffnet, sondern nur etwa vom 3. Aprilsonntag bis Ende Oktober jeweils von 10-18 Uhr was wiederrum witterungsabhängig ist. Somit muss der Interessierte einfach los, egal bei welchen Temperaturen. Weitere Infos und Kontaktadressen auf der Website der Gemeinde Gschwend und des Schwäbischen Albvereins.

Doch nun erst einmal der Reihe nach. Um Informationen über diesen schönen Aussichtsturm zu geben, werde ich Passagen aus dem veröffentlichten Text der Gemeinde Gschwend wiedergeben. Im Netz finden sich viele Infos darüber, alle sinngemäß gleich, manches Wort für Wort, da ich nun nicht weiß, wer der Urheber dieser Zeilen ist, erwähne ich hier ausdrücklich, dass ich Teile des Textes der Gemeinde Gschwend darlege.

Das Jugendstilbauwerk wurde 1901 vom Verschönerungsverein als Holzgerüst für Aussichtszwecke auf dem Hagberg im Welzheimer Wald auf 585 m über NN erbaut. Wenig später wurde ein 23 m hoher Turm errichtet, der 1936 in das Eigentum des Schwäbischen Albvereins überging.

Während des 2. Weltkriegs diente er sogar der Luftbeobachtung, danach wurde er wieder für Besucher zugänglich gemacht. Allerdings wurde der Turm die folgenden Jahrzehnte sehr baufällig, wurde für Besucher geschlossen, verfiel immer mehr und man entschloss sich für einen Neubau. Der Turm in seiner heutigen Form steht seit dem Jahr 1980 und kommt dem ursprünglichen Aussehen von 1901 sehr nahe.

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Der Aufstieg hinauf in den Turm wird für Besucher ab 16 Jahren mit 1 € für die Erhaltung des Turmes bezahlt. Auf Holzdielen (dies erwähne ich extra, da ich die Angst verstehen kann, auf Gitterstufen empor zu gehen, durch die man in die Tiefe blicken kann) geht es dann hinauf in die Turmkuppe, wo man mit herrlicher Rundumsicht belohnt wird. Kleine Fenster lassen sich für das bessere Fotografieren öffnen.

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Zu sehen bekommt man die Waldenburger Berge, die Hohenloher Ebene mit der Kochertalbrücke, die Kohlwaldhöhe, die Sendemasten von Langenburg, der Burgberg bei Crailsheim, der Hohenberg, Ellenberg, Hinterbüchelberger Grat, Schloss Baldern mit dem Ipf bei Bopfingen und die Kapfenburg. Weiter wandert der Blick entlang der Schwäbisch Alb mit Rosenstein, Kaltes Feld, Rechberg und Hohenstaufen über Neuffen, Teck und bei ganz klarer Sicht sogar bis zum Hohenzollern. Weiter vom Juxkopf, Stocksberg zu den Löwensteiner Bergen wieder hin zum Waldenburger Sendemast.

Nach dem Abstieg kann man sich mit Erfrischungen, Eis, Kaffee und Kuchen auf den zahlreichen Sitzmöglichkeiten, im Schatten und in der Sonne, rund um den Turm niederlassen. Der Schwäbische Albverein bewirtet die Gäste, außerdem steht kostenlose Toilettennutzung zur Verfügung. Daher finde ich den Euro für die Turmbesteigung mehr als gerecht, über einen weiteren Obolus freut sich wohl jeder Verein, ein Spendenkässchen steht bereit.

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Zum Turm gelangt man durch vielerlei Möglichkeiten. Entweder mit dem Auto bis zum Wanderparkplatz Hagbergturm am Sturmhof, dann sind es nur noch 500 Meter zu Fuß. Oder per Bus und Fußmarsch oder auf den Rad- und Wanderwegen. Dazu die Empfehlungen des Schwäbischen Albvereins lesen.

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So ihr lieben Wandersleut‘, Ausflügler, Urlauber und Sommerfrischler, macht euch auf zum Hagbergturm und schaut euch unsere wunderschöne Heimat ringsherum von oben an. Denn Sommer ist die Zeit um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt ist 🙂

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Grüße von uns Beiden

Übrigens hier noch ein Geheimtipp für alle Schottlandurlauber, die dort keine Highland-Rinder zu Gesicht bekamen: Zwischen dem Wanderparkplatz und dem Turm kommt man direkt an der Weide vorbei, auf denen diese wunderschönen robusten Tiere zu sehen sind. Muuuh!

03.07.2024 Heilsame Ausstellung gegen die Zeitkrankheit

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Schon im März kündigte die Presse für den Kunstverein KISS im Schloss Untergröningen die Ausstellung „Chronomania“ an. Da wir das Anwesen aus unserem Besuch im Jahr 2018 bereits kannten Ostern im Schloss… und ich mir anhand des ausführlichen Zeitungsartikels schon allerhand versprach, machten wir uns ZWEI am vergangenen Sonntag ganz spontan auf den Weg zum Renaissence-Schloss.

Weithin sichtbar liegt das Schloss auf einem Bergsporn der Frickenhofer Höhe.

Stufe um Stufe geht es aufwärts zu den Ausstellungsräumen. Bequeme Stufen, da sie recht niedrig sind und auch der weniger Trainierte nicht aus der Puste kommt. Zumal man Stufe für Stufe mit Musik geleitet wird, der „Komposition für ein Treppenhaus“, und damit mein ich nun nicht das Knarzen und Ächzen der schönen ausgetretenen Holztreppe, sondern „Musik von der Kindheit bis ins Alter“ vom Aalener Komponisten Edgar Mann.

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Im 1. OG wurden wir magisch durch mannigfaltiges Uhrenticken in einen abgedunkelten Raum gezogen. „Alle Sekunden deines Lebens“ – so nennt sich diese Installation. Wenn mich im Alltag sonst auch nur das Ticken einer Wanduhr immens stört, in diesem schlauchartigen Raum mit einer Vielzahl von Uhren hätte ich mich ewig aufhalten wollen. Fasziniert, gefangengenommen und für mich überaus beruhigend empfand ich diesen Augen- und Ohrenschmaus. Ich fühlte mich komischerweise gar nicht gehetzt oder getrieben.

Zuckende Sekundenzeiger, marschierende Minutenzeiger, bedrängende Armbanduhren. Der Weg geht vorbei an Tick und Tack und durch die tickende Zeit mittendurch, vom Anfang zum Ende. Das Ticken ist überall, gleichzeitig, hunderttausendfach, in verschiedenen Geschwindigkeiten, verschiedenen Höhen und Intensitäten. Es kommt von oben, von unten, von hier, von dort. Nach zehn Minuten in der Installation sind genauso viele Ticks und Tacks an das Ohr des Besuchers gedrungen, wie statistisch in einem ganzen Leben. Die Wahrnehmung von 80 Jahren komprimiert auf zehn Minuten – So der Begleittext der Künstlerin Heidi Hahn aus Aalen.

Zeit, immer wieder Zeit. In Bildern, in Objekten. Die Zeit, eine Konstruktion des Menschen, ein kulturelles Gut. Zeitabläufe auf Bildern, Abzulesen an Uhren, an älteren Modellen…

und an modernen Exemplaren. So wie auch auf vielen ausgestellten Modellen der QLOCKTWO von Biegert & Funk. In Handarbeit in Schwäbisch Gmünd gefertigt, haben diese Kunst- und Gebrauchsgegenstände inzwischen die Welt erobert. Mit verschiedenen Oberflächen, Materialien, Farben und Größen sind die Zeitmesser auch in verschiedenen Sprachen erhältlich. Neuerdings auch als „Moon“, sie zeigt das Vergehen der Zeit nicht durch Stunden oder Minuten, sondern ausschließlich durch die Phasen des Mondes.

Zwischendurch auch einmal Blicke aus den Fenstern auf das sonntägliche ruhige Leben,…

bis diese Video-Kunst meine Aufmerksamkeit für sich beanspruchte. Die Personen verändern ihre Position, so wie die Zeiger einer Uhr sich stetig in Bewegung setzen. Völlig verrückt – ich konnte das gar nicht begreifen, dafür reicht mein technisches Verständnis einfach nicht aus. Bewegende Personen die sich in Szene setzen, um eine Minute in dieser Position zu verharren um sich danach neu zu gruppieren – und dies in Echtzeit! Wie macht MARCK aus Filzbach, Schweiz dies?

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Nostalgische Anmutungen bekam man durch die verschiedensten Exponate zur Darstellung von Zeit und Zeitmaschinen. Mir kam natürlich sofort der Filmklassiker „Zurück in die Zukunft“ in den Sinn und die Frage, was hat es denn mit dem Wunsch der Menschheit auf sich, in eine andere Zeit reisen zu wollen? Abenteuer zu erleben, Risiken zu bewältigen, Phantasien über ferne Welten? Oder entsteht diese Installation als Form von Kunst lediglich aus der eigenen Kreativität, der Fähigkeit des Denkens, der Umsetzung von Gedanken und der Kombination von technischen Vorgängen? Somit eine Form von KI? Ein Ausstellungsstück schöner als das andere. Entweder „nur“ als Fotografie oder Gemälde, oder wahrhaftig als großes knatterndes, blinkendes Räderwerk, an dem sich Dinge bewegen und man gar nicht weiß, wo man als erstes hinschauen soll.

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Ein weiterer Raum dürfte vor allem die Kinder oder Freunde von Dagobert Duck erfreuen. Die Auszeit im „Geldbad oder Time is Money – Money is Time“! Wenn dem Sprichwort folgend – Zeit Geld ist, hat im Umkehrschluss jener also mehr Zeit zur Verfügung, der mehr Geld besitzt? Dies fragt Heidi Hahn aus Aalen.

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Gary Krüger aus Rielasingen rückt Dinge und Ort in den Mittelpunkt, an denen die Zeit stillsteht, seien es verlassene, leerstehende Gebäude im australischen Outback oder verrostete Hafenanlagen am Atlantik – so der Text zu diesen Bildern.

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Erneut wurde unsere Aufmerksamkeit in diesem ehrwürdigen alten Gemäuer auf Scheppern und Quietschen und sonstigen Geräuschen gelenkt. Zum Glück sind immer wieder mal Sitzgelegenheiten vorhanden, damit man solche monströsen Anlagen in Ruhe begutachten kann. „Blowin in the Wind“, heißt diese „Zeitzeugen-Kunstmaschine“ von Willi Reihe aus Wachtberg. Ein hölzernes Rollgerüst bildet den bühnenartigen Rahmen für ein umfangreiches Themenspektrum. Von bodenständig bis in luftige Höhe werden Dinge einander gegenübergestellt, die stellvertretend für unterschiedliche Lebensweisen und Zeiten im Leben stehen. Und die polarisieren. Ganz nebenbei ziehen Hosenklemmbügel scheinbar ziellos ihre Bahnen, Polierscheiben wienern sinnfrei die Luft und Herrenhüte taumeln im Windzug der Gebläseschaufeln einer Windfelge…. – so der Text.

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Direkt nebenan saß mein Gatte gemütlich auf dem alten Sofa und schaute sich auf Bildschirmen verschiedenster Jahrzehnte eine Video-Kunst an. Es war phantastisch! Ganz unten auf dem ältesten Apparat war ein Gesprächsausschnitt eines Mannes zu einem bestimmten Thema zu sehen, aus den anderen Geräten kamen, dem jeweiligen Jahrzehnt entsprechend von Gerät und Person mitsamt ihrem äußeren Erscheinen, die Zwischenkommentare oder Antworten auf die Äußerungen der anderen Menschen. Es entstand somit eine lebendige Diskussion passend zu einem einzigen. Blickrichtungen stimmten, die Szenen waren perfekt geschnitten. Super!

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Zum Thema des Mannes aus dem ältesten Fernsehgerät, passen diese Möbel exakt. Frei interpretiert würde ich das Thema als folgendes benennen: „Die Rolle der Frau in ihrem Leben:“ 😦

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Als „Ruheinseln im Weltengetriebe“ werden diese realistischen Gemälde des Malers Rolf Ohst von Meer und Wellen betitelt. So gewaltig die Wassermassen auch aussehen, so wild die Gischt auch zischt – empfinde ich doch etwas Ruhiges und Reinigendes. So schön gemalt, so detailliert die einzelnen Wassertropfen, dass man beim Betrachten der vielen kleinen Punkte trotz der Gewaltigkeit ganz ruhig wird. Ich zumindest.

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Nun ein Projekt, bei dem man sich zunächst fragt, was dieses mit dem Thema zu tun hat. Eine Mauer aus Schlafsäcken. Wird hier ein Deich geschützt, verläuft hier ein Schützengraben? Schlafsäcke einer Reisegruppe oder von Flüchtlingen? Die Schlafsäcke sind mit Zeitungen gefüllt, vollgestopft mit all jenem, was tagtäglich die Schlagzeilen, das politische und wirtschaftliche Geschehen beherrscht. Tag für Tag, Jahr um Jahr. Was täglich für uns das Wichtigste ist, wird im komprimierten Zustand nur Ballast, Materie, nach dem Motto: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Titel „1001 Nacht“ von Thomas Judisch, Dresden.

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Tja, der Zahn der Zeit. Wenn man als kleiner Knirps schon wüsste, wie man im Alter aussieht. Leider habe ich über Titel und Künstler keine Notiz.

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Und das war es dann auch für uns. Die Uhr zeigt fünf vor 12! Höchste Eisenbahn! Für was? Müssen wir wohin? Haben wir etwas vergessen? Die Zeit rann uns nur so aus den Händen. Dürfen wir noch bleiben, genießen, ruhen? Oder leiden wir gar schon unter Chronomanie, bei der die Betroffenen meinen, nie Zeit zu haben, nie etwas zu Ende zu bringen….

Noch viele weitere Exponate sind zu bestaunen. Macht euch auf nach Untergröningen ins Schloss, ich war wirklich begeistert. Meistens zumindest. Klar sind immer mal Dinge dabei, die nicht mit einem „sprechen“, aber das ist ja klar, Geschmäcker sind verschieden, der Zeitgeschmack sowieso. Und bringt Zeit mit….

Danke an KISS für die Auszeit, Grüßle Karin & Gatte

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21.06.2024 Mein 10. Jubiläum

Heute darf ich mich selbst feiern! Genau heute vor 10 Jahren veröffentlichte ich meinen 1. Beitrag So, nun bin auch ich eine Bloggerin!

Inzwischen habe ich 259 Beiträge veröffentlicht, dies wird somit mein 260. Dabei habe ich über 150.000 Wörter geschrieben. Meine Beitragsüberschriften habe ich anfangs so gewählt, dass ich nicht unbedingt über die Suchmaschinen gefunden werde, ich war noch sehr vorsichtig mit meinen privaten Details. Inzwischen ist die Hemmschwelle etwas gesunken, obwohl ich gewisse Dinge noch privat halte und noch viele Bekannte nicht wissen, dass ich aus meinem Tun und Leben online erzähle. Entdeckt wird man im Netz auch von vielen Fremden, inzwischen habe ich aus der ganzen Welt meine Leserschaft. Manche schauen wohl öfter bei mir vorbei, bei einigen sind es wohl Zufallstreffer. Aber das Spannendste an der ganzen Sache ist wirklich, aus welchen Ländern meine Leser stammen bzw. stammten.

In den 10 Jahren hatte ich Besucher aus 67 Ländern, die da wären: Deutschland, Libanon, Vereinigte Staaten, Jordanien, Österreich, China, Schweiz, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Griechenland, Polen, Italien, Kanada, Niederlande, Kuwait, Spanien, Sonderverwaltungszone Hongkong, Russland, Finnland, Portugal, Tschechien, Belgien, Türkei, Tunesien, Seychellen, Serbien, Indonesien, Ungarn, Luxemburg, Rumänien, Dänemark, Südkorea, Thailand, Slowakei, Vereinigte Arabische Emirate, Europäische Union, Irak, Südafrika, Irland, Indien, Norwegen, Saudi-Arabien, Kroatien, Bulgarien, Australien, Singapur, Estland, Slowenien, Costa Rica, Malediven, Bangladesch, Kenia, Ägypten, Zypern, Japan, Malaysia, Neuseeland, Vietnam, Albanien, Peru, Lettland, Brasilien, Nordmazedonien, Schweden, Ukraine, Kambodscha und Litauen. Das finde ich äußerst spannend und beeindruckend, obwohl noch viele Länder dieser Erde übrigbleiben, der Deutschsprachige ist ja doch sehr reiselustig und vielleicht verirrt sich noch jemand auf meinen Blog aus einem bisher nicht erwähnten Staat.

Es wäre schön, wenn ich meine Lust und Freude am Schreiben weiterhin nicht verliere und es darüber hinaus auch von interessierten Besuchern gelesen wird. Vielleicht bekomme ich einmal, abgesehen von meinen mir bekannten Adressaten, auch von mir völlig fremden Besuchern aus fernen Landen einen Kommentar geschickt, das würde mich auch wirklich freuen. Abgesehen von Spam natürlich….

Dann danke ich allen recht herzlich für ihr Interesse, es wird Zeit für eine Unternehmung, damit ich über dies und jenes berichten kann.

Bis bald und herzlichen Glückwunsch an mich selbst 🙂

31.05.2024 Schottland die II.

Wir sind Wiederholungstäter! Nach unserem Besuch 2019 reisten wir erneut ins Land der Dudelsäcke, Burgen und Kilts Schottland…, abermals zusammen mit Sohnemann und diesmal auch mit dessen Freundin P.

Eine Woche lang ging es von Glasgow aus mit dem Leihauto zu verschiedenen Stationen. Manches war bekannt für uns, manches wurde neu entdeckt oder wiederentdeckt. Unsere beiden männlichen Chauffeure manövrierten stets sicher und geschickt durch den Linksverkehr. Im Gegensatz zur letzten Rundreise, hatten wir diesmal nur die 1. Nacht im Voraus gebucht. Im Westhighland Way Hotel & Campsite erholten wir uns von der Anreise, der Ort liegt idyllisch inmitten der Natur.

Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen waren unter dem Strich der Preis-Leistung gesehen viel zu teuer. Zum Abend Fish und Chips war zwar lecker, aber über 20 Pfund für diese Portion ist schon happig. Hier ist man eben auch sozial unterwegs. Diejenigen, die zum Übernachten im eigenen Zelt nicht so viel zahlen können, dürfen dies auch umsonst, die Gemeinschaft gleicht das wieder aus, sprich der Zahlende.

139 gut aber zu teuer

Es empfiehlt sich, sehr weit im Voraus zu buchen, damit man die besten Zimmer oder Stellplätze und bessere Preise bekommt. Außerdem ist man gut beraten, sehr früh aufzustehen um vom angebotenen Frühstück auch noch etwas abzubekommen. Denn es war schon gegen 9 Uhr kein Personal mehr da, die Saft, Wasser, Obst oder Toast aufgefüllt hätten und somit zog der Ausgeschlafene leider hungrig von Dannen. Wie es mit den Zelt- oder Caravan Standmieten aussieht, kann recherchiert werden. Allgemein ist Schottland teuer, doch selbst in Glasgow und Edinburgh haben wir leckerer und günstiger gegessen.

Bezüglich des Alkohols: In Schottland liegt seit Neuestem die Promillegrenze bei 0. Zumindest wurde uns dies so mitgeteilt, recherchiert habe ich etwas anderes, doch wir hielten uns strikt daran. Viele Lokale und Pubs schlossen bereits die Pforten, manche Lokalitäten oder Ausflugslokale schenken aufgrund gesetzlicher Auflagen keinen Alkohol mehr aus. So auch unser Domizil. Doch hatte man zu mitgebrachtem Alkohol oder zu erworbenem im nahen Kiosk keine Einwände. Trinkwasser wird überall kostenlos mit an den Tisch gebracht. Es handelt sich um gefiltertes und gechlortes Wasser, welches bedenkenlos getrunken werden kann, wenn auch der Chlorgeschmack sehr an mein Verschlucken bei der Aqua-Aerobic erinnerte. Am kostenlosen Kaffee und Tee durfte man sich die ganze Zeit bedienen.

Weiter ging die Fahrt zum bereits bekannten Loch Lomond für Fotomotive,

bis zu unserem eigentlichen Reisegrund, den Highland Titles. Damit Grundstücksbesitzer ihre riesigen Ländereien weiterhin erhalten und verwalten können, verkaufen die Besitzer winzige Stückländereien als Souvenir-Grundstücke. Mit dem Erlös werden Naturschutzgebiete angelegt und Wälder aufgeforstet und somit wird dem Land durch die jahrhundertelange Miss-Forstwirtschaft etwas zurückgegeben. Die geringe Größe und der fehlende praktische Nutzen werden durch die gute Sache und dem sentimentalen Wert ausgeglichen. Schottland war für unseren Sohnemann während seiner Studienzeit sein Zuhause und daher schenkte er uns allen vor einigen Jahren diese Grundstücke. Seit dieser Zeit dürfen wir uns Lord und Lady nennen und jederzeit zu den Öffnungszeiten kostenlos ins Naturreservat.

7. Highlandtitles ff.

Recht aufregend war dies für uns alle. Ausgestattet mit einem Lageplan machten wir uns auf die Suche nach unserem Grund und Boden. Geführte Touren sind das ganze Jahr über schon ausgebucht. Vorbei an Wasserläufen, unzähligen Sitzgelegenheiten und dem größten Insektenhotel der Welt entdeckten wir schließlich unser Fleckchen Erde.

Wie bereits viele andere Grundstücksbesitzer kennzeichneten wir für diesen Moment die Stelle und hielten dies in einem Erinnerungsfoto fest. Danke Junior, dies war für mich echt ein Erlebnis, zumal es am Muttertag geschah.

Für die Nacht fanden wir zum Glück noch in Arisaig geeignete Zimmer mit Selbstversorgung in der gut ausgestatteten Küche. Bewaffnet mit einem Gläschen Wein setzte ich mich vor das Haus und wartete, bis der Einkauf und das Kochen vollzogen waren und wir dann gemeinsam in der Küche leckere Spaghetti Bolognese mit Salat verspeisten.

13 In Arisaig

Am frühen nächsten Morgen dann schöne Aussichten auf der Fahrt nach Mallaig, wo wir darauf hofften, einen Platz auf der Fähre für die Überfahrt zur Insel Skye zu ergattern.

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Es empfiehlt sich auf jeden Fall, vorab einen Platz zu buchen. Zuerst werden natürlich die gebuchten Wohnwägen, Transporter und Autos geladen, dann diejenigen, die zuerst da waren ohne Anmeldung. Zum Glück waren wir an erster Stelle der Wartenden ohne Anmeldung, denn Platz war nur noch für 3 Autos. Stunden später zu fahren hätte keinen Sinn gemacht. Unser Programm auf Skye hätte dann eine Übernachtung nötig gehabt und bezahlbare Unterkünfte waren keine zu finden. So ändern sich dann oft Reiserouten oder -pläne wenn man vorab nicht reserviert hat, jedoch ist das Fahren und Besichtigen dann auch auf jeden Fall stressfreier, dies muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die Fairy Pools waren eine Unternehmung, die unsere P. auf jeden Fall sehen wollte. Am gut besuchten großen Besucherparkplatz hatte man eine gute Übersicht auf die gegenüberliegende Attraktion. Es schien ziemlich weit, erst bergab, dann bergauf, somit entschied sich Joachim mit mir zusammen am Auto zu bleiben, im Gras sitzend die schöne Aussicht zu genießen und in aller Ruhe auf die Rückkehr unserer Beiden zu warten. Bis ich mich dann bergauf zu den Sanitäranlagen aufmachte und die Stufen wieder hinabkraxelte, reihum fotografierte und vor mich hinträumte, waren J. und P. schon wieder zurück.

Wikipedia schreibt: Die Fairy Pools (Feenbecken) sind eine Reihe von unterschiedlich großen, natürlichen Wasserbecken, welche durch einen kleinen Bach und kleine Wasserfälle verbunden sind. Klares kaltes Wasser fließt aus der Gebirgslandschaft herab.

Weitere Punkte auf Skye waren The Oyster Shed, wo wir so schlecht wie nirgends aßen. Laut Jogi waren die Austern sehr gut, jedoch wurde der halbe Hummer mit Holzgabel und keinem weiteren Werkzeug zum Öffnen der Scheren serviert. Der Nussknacker, den man auf Nachfragen erhielt, war auch nicht wirklich nützlich. Jakobsmuscheln und die gegrillten Shrimps rissen mich überhaupt nicht vom Hocker, die mach ich in meiner heimischen Küche zig mal besser. Dabei wurde diese Imbissbude groß beworben und empfohlen, aber wie gesagt, die Austern wären super gewesen.

Schöne bereits bekannte Aussichtspunkte entschädigten uns. Mit großem Erstaunen nahmen wir zur Kenntnis, dass am Kilt Rock ein großer Parkplatz schön angelegt und geteert wurde und nun dort Parkgebühren fällig waren. Außerdem schmunzelten wir, dass der Schwabe nicht nur schwäbelt, sondern wohl auch reiselustig ist.

Desweiteren fuhren wir bei „unserem“ Dun Flodigarry Hostel vorbei, indem wir 2019 positive Erfahrungen sammelten. Eigentlich hatte sich nichts verändert, alle immer noch so freundlich, die Einrichtung noch so bunt und gleich wie damals. Ausgebucht bis unters Dach, auch hier weit im Voraus buchen! Wir kauften uns am Kiosk etwas zu trinken, genossen draußen auf demselben Bänkchen wie damals die Aussicht und verabschiedeten uns wieder.

Natürlich wollte unsere P. wie auch wir damals, in Portree die schönen bunten Häuser bestaunen. Es schüttete wie aus Kübeln, es war schon spät, somit nur schnell dieses eine bekannte Motiv abgelichtet, fettige Fish & Chips unter der Regenmarkise einverleibt, im Supermarkt eingekauft und weiter ging es.

30 Portree

Weitere Etappen auf unserem Weg gen Edinburgh war das Eilean Donan Castle. Auch dieses diente für P. nur als Fotomotiv, es hatte bei unserem späten Eintreffen schon geschlossen. Trotzdem ein beeindruckendes Postkartenmotiv!

31 Eilean Donan Castle

Einen längeren Stopp legten wir bei Culloden Moor ein. Heute eine ebene Wiese mit Wegen und farbigen Fahnen, damals vor über 270 Jahren eine windige Moorlandschaft. Am 16. April 1746 fand die kurze Schlacht zwischen britischen Regierungstruppen und Jakobiten statt. Hier nahm der Traum der Highlander ein jähes Ende, die Stuarts wieder auf den schottischen und englischen Thron zu bringen. In etwa einer Stunde hatten die 9000 Mann der Regierung den Kampf über die 5400 aufständischen Jakobiten gewonnen.

Auf der Wiese zeigen die verschiedenen Fahnen den Verlauf der Fronten. Tafeln erklären, wo welcher Clan stand. Gedenksteine markieren die Gräber der Clans und ihrer Helden. Ein Besucherzentrum mit angrenzendem Verkaufsraum am großen Parkplatz runden das ganze Arial ab.

Essen und Trinken hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Ich muss hier auf jeden Fall auch erwähnen, dass wir sehr oft sehr gut aßen. Vor allem Haggis in allen erdenklichen Zusammenstellungen, Irish Stew oder Pies. Und etwas zum Runterspülen wurde natürlich auch gebraucht 🙂

In Edinburgh – oder wie die schottische Zunge rollt „Edinbarra“, der Hauptstadt Schottlands und wo die Seele Schottlands zu Hause ist, hatten wir eine schöne bezahlbare Gästewohnung für 2 Nächte mit 3 Schlafzimmern und 2 Bädern, Küche, Ess- und Wohnbereich, Waschmaschine, Trockner – eine kleine Wohnung nur für uns, in der wir uns pudelwohl fühlten. Ruhig gelegen in einer gutsituierten Wohnanlage, Bushaltestelle direkt vor dem Gebäude – passender ging es nicht.

Über Edinburgh, weithin sichtbar thront Schottlands berühmtestes Bauwerk, Edinburgh Castle. Über 1000 Jahre alt und einst die Residenz von Maria Stuart. Eine Schlossbesichtigung wünschten sich P. und ich. Sohnemann schloss sich an, Tickets wurden online für eine bestimmte Eintrittszeitspanne erworben, dies empfiehlt sich während der Saison unbedingt, und los ging es. Allerdings ohne Audioguide, wir wollten uns einfach nur umschauen und genießen. Und hier sind z. T. unsere Eindrücke und Aussichten hinab auf die Stadt.

Der Göttergatte wartete derweil im nahen Pub bis auch wir uns dazugesellten. Eine äußerst lustige Zeit verbrachten wir hier im „The Ensign Ewart“.

Ansonsten schlenderten wir durch die Stadt, schauten uns dies an, verweilten dort, auf Museumsbesuche hatten wir gar keine Lust. Anzumerken wäre noch, dass man in Schottland in allen Museen freien Eintritt hat, es kann jedoch sein, dass für Sonderausstellungen Eintritt erhoben wird.

Auf ging es zur letzten Station und Ausgangspunkt unserer Reise, der größten Stadt Schottlands – Glasgow. Ebenfalls blieben wir hier für 2 Nächte, im Social Hub Glasgow. Eine ganz neue Art von Hotel für mich, durchaus empfehlenswert.

84 The Social Hub Glasgow

In Glasgow waren wir mit dem Fahrdienst Uber unterwegs. Den kannte ich ja schon von Jordanien, auch 2019 ließen wir uns mit dem Dienstleistungsunternehmen günstiger als mit dem normalen Taxi durch die Stadt kutschieren. 5 Jahre nach seiner Studentenzeit konnten wir unseren Junior, entgegen 2019, davon überzeugen, uns „seine“ Uni zu zeigen. Das war nun im Nachhinein wirklich schön zu sehen, wo er studierte und sich aufhielt.

Auch haben wir hier wieder in schöner heimeliger Atmosphäre klasse gegessen. Das „Molly Malone’s“ möchte ich somit besonders erwähnen.

Am Abend ging es wieder in J. frühere Stammkneipe „The Holin Wolf“. Früh am Abend noch etwas dünn besucht, jedoch bei guter Musik fühlten wir uns auch hier sehr wohl.

Am nächsten Morgen fuhren wir bei bestem Wetter kostengünstig mit dem bewährten Hop-On Hopp-Off Bus kreuz und quer durch Glasgow. Unser aller Wege trennten sich, jeder stieg dort aus wo er wollte, am Abend traf man sich im Hotel wieder.

86 Glasgow Hop on Hop off

Und was soll ich sagen…. was ich 2019 zeitlich nicht mehr schaffte, diesmal konnte ich ihn besichtigen. Wer mich kennt, wird es schon ahnen, es ist der viktorianische Hügelfriedhof Necropolis. Auf dieser 15 Hektar großen Anlage verbrachte ich lange Zeit. 50 000 Bestattungen sollen hier bereits stattgefunden haben. Auf schlängelnden Wegen auf- und abwärts und über Treppen „arbeitete“ ich mich durch tausende Grabstätten, Gruften und Denkmäler. Natürlich bin ich nicht an allen vorbei, manche Felder habe ich nur von Weitem wahrgenommen. Erfolgreiche Händler und Architekten Glasgows haben sich hier noch im Tod ihre Bedeutung durch imposante Grabmäler dokumentieren lassen. Dieser Friedhof wurde immer nichtkonfessionell betrachtet. Das erste Begräbnis fand 1832 statt. Grabeinfassungen und Bänke ließ man entfernen, damit die Rasenpflege leichter bewerkstelligt werden kann.

Und hier nun eine kleine Auswahl der imposanten Grabmäler:

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Blicke hinab auf die Stadt und die Aussicht direkt auf die Cathedral of St. Mungo. Ausgerechnet an diesem Freitag hatte die altehrwürdige Glasgower Kathedrale ab 13 Uhr geschlossen, sehr schade.

Glasgow verfolgt seit vielen Jahren das Projekt der Wandmalereien. Leerstehende oder müde aussehende Gebäude oder verwaiste Straßenzüge sollen somit mehr Aufmerksamkeit bekommen. Überall verteilt sieht der aufmerksame Besucher die unterschiedlichsten Malereien. Oft war es vom Bus aus nicht möglich zu fotografieren, daher hier nur einige wenige Aufnahmen. Künstler werden ermutigt, sich dieser Aktion des Stadtrates anzuschließen, damit Teile der Stadt wiederbelebt werden.

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Mit diesen finalen bunten Bildern schließe ich nun meinen Bericht über unsere kleine Reise. Besonders berührt hat mich die Tatsache, dass dies wirklich nochmals eine Familienreise war, dann natürlich der Besuch unserer Souvenir-Grundstücke, der Schlossbesuch in Edinburgh, die Universität unseres Sohnes und natürlich die letzten Ruhestätten in Glasgow. Auch wenn es mit uns Vieren nicht immer einfach war, ich danke euch allen dass ihr dabei wart.

Grüßle Karin

22.05.2024 Konzertkarten gewonnen

Abermals habe ich aufmerksam die Tageszeitung gelesen, E-Mail verschickt und erneut etwas gewonnen! Doch im Gegensatz zur Bootsfahrt 2022 Tretbootfahrt gewonnen, habe ich diesmal mein Schwesterlein mitgenommen.

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Auch wenn wir beide keine Anhänger der Swing- und Jazzmusik sind, so sind wir doch Schwaben und freuen uns mächtig, wenn wir etwas geschenkt bekommen. Dazu waren dies Karten der 1. Kategorie in der 6. Sitzreihe mittig.

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So nah kam ich im Schwäbisch Gmünder Stadtgarten den Akteuren auf der Bühne noch nie. Jede Veränderung der Mimik konnte man beobachten, jedes Lächeln und jede Geste wurde zur Kenntnis genommen. Allerdings war es sehr schade, dass der Saal nur zu einem Drittel besetzt war. Vielleicht lag es an der fehlenden Werbung? Außer diesem einen Artikel für die Kartenverlosung kam sonst keine weitere Ankündigung in der Presse.

Philipp Lang, der bravourös als Entertainer fungierte, dazu die 11 Musiker und die beiden Tänzerinnen, beherrschten zwei Stunden lang mit hervorragendem Gesang und Musik den Saal. Abwechselnd fungierten zusätzlich eine Tänzerin und ein Blechbläser als Sänger/in, was das Ganze für uns etwas auflockerte.

Abgerundet durch Robbie Williams größte Pop-Hits wurden die Swing-Klänge für uns auch nicht unangenehm. Die Erklärungen von Philipp Lang wie die musikalische Entwicklung des Idols so voranschritt und warum sich wann welcher Song durchsetzte, machte es zusätzlich interessant.

Ein sehr schöner lockerer und kurzweiliger Abend, den uns die Rems-Zeitung beschert hat. Vielen Dank!

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Gruß Karin

01.05.2024 Tulpentaufe am Rokokoschlösschen

Anfang April fiel mir die opulente Tulpenpracht in Schwäbisch Gmünd auf. Meine Lieblingsblumen in allen möglichen Farben und Schattierungen ließen mein Herz und meine Seele erfreuen. Kreisverkehre, Grünstreifen, Blumenkübel und Pflanztröge allesamt mit Tulpen gestaltet, ich hätte zig Fotos machen können.

Dann erst las ich in der Tagespresse vom „Rendezvous in Schwäbisch Gmünd“. Dieses Jahr jährt sich die Landesgartenschau zum 10. Mal und die Remstal-Gartenschau zum 5. Mal. Die Stadt erwachte 2019 und insbesondere 2014 aus dem Dornröschenschlaf. Große Umbau- und Umgestaltungsmaßnahmen in der ganzen Stadt ließen die historische Innenstadt, Parks und Grünanlagen, Uferbereiche und Gebäude in neuem Glanz erstrahlen. Dazu der reichhaltige Blumenschmuck, Skulpturen und Kunstwerke ließen meine Geburtsstadt bis weit über den Ostalbkreis zum Gesprächsthema werden. Und an dieses „Gartenschaugefühl“ von damals möchte man dieses Jahr anknüpfen. Eröffnet wurde das spannende, bunte, abwechslungsreiche und farbenfrohe Jahresprogramm am 13. April um 11 Uhr durch Oberbürgermeister Richard Arnold und Herzogin Diane von Württemberg mit einer Tulpentaufe am Rokokoschlösschen bei bestem Kaiserwetter.

Die Sonne strahlte mit all den Gästen, prominent und bürgerlich, und ehrenamtlichen Helfern um die Wette. Herr Arnold meinte in seiner Eröffnungsrede, was woanders ein Ferngespräch wäre, sei in Schwäbisch Gmünd ein Ortsgespräch zu Petrus. Dieser hätte ein offenes Ohr gehabt und so ein Traumwetter beschert.

Das ganze Stadtgartengelände explodierte förmlich anhand der reichhaltigen Blütenpracht. Das Team des Bauhofs und der Stadtgärtnerei hatten hervorragende Leistung abgeliefert.

Tulpen in allen erdenklichen Farben,

wobei ein sattes rot und weiß-rote Blüten dominierten. Ein eindeutiges Indiz für die Hauptattraktionen an diesem Tag. Eine Blumenmischung, die auf den Namen von Herzogin Diane von Württemberg getauft wurde und eine Tulpe, die von nun an den Namen der Stadt tragen wird.

Umrahmt wurde alles durch eine Liveband, die bekannte Klassiker umgeschrieben hatten und u. a. „Für dich soll’s 1000 Tulpen regnen“ und „Tulpen aus Schwäbisch Gmünd“ zum Besten gaben. Sekt, Häppchen, ein Tulpengeschenk der Tulpenfeen und Gespräche mit Bekannten, die ich bei diesem Event ebenfalls antraf, rundeten für mich diese Stunden ab.

Im Anschluss waren alle zu einem „Blühenden Stadtrundgang“ eingeladen bis man am Schmuckgarten am Königsturm letztendlich angekommen wäre und von Stadträtin Frau Dr. Birgit Stahl mit Sekt und Häppchen erwartet werden würde. Ich verzichtete jedoch auf den langen Fußmarsch, schaute noch hinab auf die Rems und machte mich auf zum Schwesterlein, um ihr erneut im Umzugschaos unter die Arme zu greifen.

Natürlich mit (m)einem kleinen Tulpengeschenk.

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Vielleicht trifft man sich bei einer der kommenden Veranstaltungen. Infos hierüber gibt es auf der Website von Schwäbisch Gmünd. Am 12. Mai wäre es bereits soweit mit einem Muttertagskonzert im Congress-Centrum Stadtgarten, der Eröffnung des Fünfknopfturmes und einer Unimog Ausstellung im Himmelsgarten.

Es wird Zeit für ein Rendezvouz in Schwäbisch Gmünd! Bis dahin, Gruß Karin

16.04.2024 Rotkohl, Spitzkohl, Rote Beete & Co.

Kurz nach der letzten Kochveranstaltung 28.01.2024 Wanton Suppe, Chop Suey & Co. studierte ich abermals das Programm der VHS Schwäbisch Gmünd und ein Fermentations-Workshop stach mir ins Auge:

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Freundin Gaby, die sich ihrerseits als Selbstversorgerin vorstellt und ich bei meinen spartanischen Besuchen eigentlich immer darauf warte, dass ihr Garten neuerdings komplett eingezäunt ist und eine Hühnerschar zwischen Gewächshaus, Beeten und Kübeln scharrt und sich am mannigfaltigen Angebot erfreut, war von dieser Idee natürlich sofort begeistert. Ganzjährig ist Gabi mit der Planung, Vorbereitung, Ausübung, Ernte und Verarbeitung ihrer Erzeugnisse beschäftigt – ganz nach dem Motto – nach der Ernte ist vor der Ernte. Und somit bekommt der Besucher beim Abschied immer wieder ein reines Naturprodukt oder Gläschen ihrer eingeweckten Gartenfreuden in die Hand gedrückt. Wie gesagt, dieser Kurs klang auch für sie höchst interessant und somit meldete ich uns an.

Da wir noch nie in der Mozartschule im Schwäbisch Gmünder Stadtteil Hussenhofen waren und kein Hinweisschild nach der Küche oder dergleichen aufzufinden war, liefen wir natürlich zusammen mit einer weiteren suchenden Kursteilnehmerin in die Irre. Erst als wir eine Person mit Einkaufskorb erblickten und dies mit Kochkurs in Verbindung brachten, hechteten wir hinterher und dann trafen wir auch schon auf eine hilfreiche Küchenlotsin, die uns den Weg zur Wirkungsstätte zeigte. Sofort fielen mir die Küchenschränke auf, die alle durchweg mit Fotos oder Beschriftungen der Schrankinhalte gekennzeichnet waren. Sehr lobenswert! Somit genügte ein Blick auf die Außenfronten und man fand was man suchte. Da könnte sich die Barmer Lehrküche in Schwäbisch Gmünd etwas abschauen.

7 auf einen Streich waren wir. 7 Lernwillige, die von unserer Dozentin Isabell Sanwald einen Einstieg in die Fermentation erfahren wollten. Ausgestattet wurden wir mit Infomaterial über den Vorgang an sich und Rezepten, die wir in Gruppen verteilt, „nachschnibbelten“. Im Nachhinein fiel mir auf, dass Isabell sich uns gar nicht vorstellte, eigentlich frage ich auch immer nach dem Hintergrund der Person, in diesem Falle wäre es der berufliche gewesen. Somit erfuhr ich erst durch einen bereitgelegten Flyer, dass sie staatlich anerkannte Diätassistentin ist und eine Reihe von Fortbildungen zur Ernährungsberaterin und Ernährungspsychologie absolviert hat und somit Seminare, Vorträge und Workshops rund um die Ernährung anbietet. Da ich die gängigsten sozialen Plattformen nicht benutze und die aufgeführte Website www.issachtsam.de derzeit nicht erreichbar ist, bekam ich nicht mehr Informationen. Doch ich hoffe, dass Isabell in ihrer netten und freundlichen Natur nichts dagegen hat, wenn ich den kurzen Einführungstext unseres Kursmaterials hier wiedergebe:

Fermentation: Um ein Lebensmittel zu fermentieren, braucht es eine Starterkultur. Das sind natürliche Mikroorganismen wie Hefe, gute Bakterien oder Schimmelpilze, die aus den Zutaten selbst oder aus der Umgebung stammen. Dann wird das Lebensmittel luftdicht gelagert. Während der Lagerung vermehren sich die Starterkulturen. Kohlenhydrate werden zu Milchsäure mit konservierenden Eigenschaften umgewandelt. Der pH-Wert sinkt und es entsteht ein saures Milieu. Hier haben ungesunde Keime keine Möglichkeit zu gedeihen. Das Ergebnis ist ein haltbares und in Textur, Geschmack und Nährwert verändertes Lebensmittel.

issachtsam.de

Schnell hatte sich herauskristallisiert, wer in der Gruppe bereits Grundwissen oder z. T. Erfahrungen hat oder wer völlig blauäugig in den Abend gestartet war. Alles egal. Ausgiebig hat uns Isabell alles erklärt, ging geduldig und ruhig auf unsere Fragen ein, hat zwischendurch bei den einzelnen Gruppen vorbeigeschaut, Tipps gegeben und die Salate probiert. Gezaubert wurde eine „Bunte-Schüssel“, ein Salat aus Karotten, Rotkohl, Weißkohl und ein „Zitronen-Dill-Kraut“, ein „Rote Beete-Goji-Beeren Salat“ und ein „Karotten-Radieschen-Salat“, jeweils mit allerlei Gewürzen versehen.

Nacheinander wurde von uns alles gekostet und auch mit einem fertig fermentierten Salat, den Isabell mitbrachte, verglichen.

Wir konnten Unterschiede schmecken und uns über die einzelnen Vorlieben austauschen und verloren uns dabei etwas in der Zeit. Denn plötzlich kamen uns die mitgebrachten Einmachgläser in den Sinn. Diese mussten noch sterilisiert werden, die Salzlösung musste noch angemischt werden und die Zeit lief, denn der Hausmeister wollte pünktlich um 21h abschließen. Bis dann die Salate in den Gläser verteilt waren und der richtige Abschluss mit einem Kohlblatt erlernt wurde, die Gläser mit Salzlösung versehen waren und alles abgespült und gesäubert war, kam etwas Hektik auf.

Unserer Hausaufgabe kamen Gabi und ich bereits am nächsten Tag nach. Zum Beschweren des aufsteigenden Gemüses, sollten wir Steine sammeln und diese dann vor der Benützung auskochen. Wir waren auf dem Weg zum Bärlauch sammeln und kamen an EINEM wunderschönen Stein vorbei. Dieser viel Gabi sofort ins Auge und sie nahm ihn auf. Auf meinen lapidaren Kommentar hin, dass ich diesen zu Hauf im eigenen Garten hätte, antwortete Gabi: „Ich auch!“ Vereintes herzhaftes Lachen, trotzdem durfte der Stein mit ins Körbchen, obwohl seine Geschwister im Dutzend schon vorhanden waren. Aber dieser sollte es eben sein! 🙂

Ich für meinen Teil kann sagen, ich war an dem Abend schon skeptisch ob meine beiden Gläser denn überhaupt eine Regung von sich geben. Bereits am nächsten Tag sollte es blubbern und schäumen, allerdings brauchen die Gläser Wärme. Das bestätigte auch die E-Mail, die zwischenzeitlich von Isabell eintrudelte um sich nach unserem neuen Hausbewohner zu erkundigen und erneut Tipps fürs Gelingen mitschickte.

Noch sind meine beiden Mitbewohner ganz ruhig und still, geben keinerlei Geräusche oder Reaktionen von sich. Lediglich die Salzlake verändert ihre Farbe. Bezüglich Wärme muss ich mir etwas einfallen lassen… Hier sind die beiden beim Ankommen zu Hause.

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In diesem Sinne, ich werde berichten wie mein Superfood geworden ist. Ob es sich wild gebar, geblubbert und geschäumt hat oder immer noch still vor sich hin sinniert…. Schade wär’s für die Darmgesundheit!

Tamagotchi-Grüße, Karin

04.04.2024 Die 12 Tenöre in Schwäbisch Gmünd

Die Werbeplakate am Straßenrand erfüllten ihren Zweck, gelesen und sofort gebucht und somit besuchte ich nach langer Zeit mit meinem Gatten zusammen ein Konzert, diesmal „The 12 Tenors – Music Of The World Tour“.

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Pünktlich ab 20 Uhr lauschten wir im vollbesetzten Schwäbisch Gmünder Congress-Centrum Stadtgarten den einzigartigen Stimmen der international bekannten Truppe. Ebenso international sind auch die Wurzeln der Sänger. Aus Deutschland, Österreich, Niederlande, England, Irland, Wales, Italien, Ungarn, Polen, Kolumbien und Australien findet sich das Ensemble zusammen, um mit großer Stimmgewalt, eindrucksvollen Choreographien inklusive kleiner Showeinlagen des „Blankziehens“ der gutgebauten Oberkörper, Komik und charmant witzigen Moderationen das Publikum zu begeistern.

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Es wird aufgefordert mitzusingen wann immer man es möchte, ob man es kann oder nicht, ob es sich gut anhört oder nicht, aufzustehen und zu tanzen wann immer man möchte, im Takt zu klatschen oder schunkeln – ein richtiges Mitmachkonzert. Ob man es nun gutfindet, wenn man sitzen möchte und die Vorderfrau wiegt sich stehend im Takt oder man bekommt von der Sitznachbarin die Hand vors Gesicht geschwungen, da sie in ihrer Euphorie nicht bemerkt, wie weit sie ihre im Takt wiegenden Arme von sich schwingt – sei dahingestellt. Es ist jeweils nur von kurzer Dauer, denn altbekannte Klassiker aus Operette und Oper wechseln sich ab mit Rock & Pop, Songs von Queen, ein Beatles-Medley oder bekannte Hits von Simon & Garfunkel bis zum deutschen altbekannten Schlager hören wir. Doch zum Glück bleiben bei den großen italienischen alten Klassikern alle sitzen und lauschen still den gewaltigen Stimmen. Begleitet durch eine Live-Band und unterstützt mit in Szene gesetzter Lichtshow wird die 2,5-stündige Show sehr kurzweilig, nur unterbrochen durch eine Pause.

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Ausdrücklich wurde darauf hingewiesen, auf Ton- und Filmaufnahmen zu verzichten, fotografiert habe ich nur diese wenigen Bilder, immer dann, wenn sowieso ordentlich Trubel im Zuschauerraum war und es somit nicht stören konnte.

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Wer nun diesen Abend am Ostersonntag verpasst hat, kann sich auf das Ende des Jahres oder nächstes Jahr freuen. Voraussichtlich gastieren die 12 Tenöre am 29.12.24 in Aalen und am 24.01.25 erneut in Schwäbisch Gmünd, bis dahin

Time so „Say Goodbye“

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27.03.2024 Das marokkanische Mitbringsel

Eindringlich habe ich meinem Göttergatten Anfang März ins Gewissen geredet, dass ich wohl jedes 2. Jahr auf ein Mitbringsel von seinen jährlichen Motorradreisen hoffen dürfte, als er sich auf seine Maschine setzte und gen Marokko reiste.

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Nachdem ich 2020 Das finnische Mitbringsel und 2022 Das baltische Mitbringsel erhielt, war es ja wohl wirklich an der Zeit, dass ich erneut ein Souvenir aus fernem Land überreicht bekommen würde. Mir ist schon klar, dass das Platzangebot sehr beschränkt ist, aber eine Kleinigkeit würde ja wohl noch in den engsten Raum passen.

Terminlich war die Reise etwas ungünstig. Es war noch kalt, große Regenschauer erwarteten ihn in Frankreich und zum Teil auch Spanien, dazu der islamische Fastenmonat und zu Hause schon wieder anstehende Termine… jedoch setzt sich mein Mann ja eh nur auf seine Maschine, fährt den ganzen Tag hindurch bis auf kleine Pausen. Sehenswürdigkeiten oder dergleichen bleiben unberührt auf der Strecke liegen, das jeweilige Endziel ist sein Ziel, der Weg dorthin nur gewollter Fahrspaß – solange die Witterung mitmacht.

Irgendwann in Marokko hat er dann mein Reiseandenken erstanden – ein Gläschen Safran! Das teuerste Gewürz der Welt, das rote Gold – so sagt man, ein richtiger Schatz! Ja gut – auch mein Mann, nicht nur der Safran 🙂 .

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Seit über 4000 Jahren wird dieses Gewürz für verschiedene Zwecke eingesetzt. Der Safran Krokus kommt nicht in freier Natur vor, wird jedoch in vielen Ländern zum Erhalt des Safrans angebaut. Aus einer kugeligen Knolle die sich auch durch diese vermehrt, sprießt eine mehrjährige Blumenzwiebel, aus der dann der Crokus sativus wächst. Im Herbst blüht dieser dann violett und aus den 3 roten Stempelfäden, Narben genannt, wird dann das, ebenfalls Safran genannte, Gewürz gewonnen.

Die Produktion ist kosten- und zeitintensiv, es muss vor allem viel Handarbeit geleistet werden. Für 1 Gramm Safrangewürz werden 150-170 Blüten des Crokus sativus benötigt.

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Ich kann diese mühselige Handarbeit genau nachempfinden. Hatte ich im letzten Frühjahr einen Löwenzahnblütenaufstrich hergestellt. Dazu werden die einzelnen gelben Zungenblütenblättchen des aufgeblühten Löwenzahns gesammelt. Wohl bemerkt ohne den Blütenstand und den kleinen grünen Blättchen drum rum. Bis 250g zusammengesammelt werden, vergeht einem die Lust. Aber es hatte sich gelohnt. Vom Geschmack sehr ungewohnt, jedoch durchaus wohlschmeckend. Allerdings wird es aufgrund des Aufwands wohl bei der einmaligen Herstellung bleiben.

Doch zurück zum roten Gold. Für was wird es verwendet? Am bekanntesten ist natürlich seine Verwendung in der Küche. Als Färbemittel von Gebäck und Kuchen (wir kennen alle das Kinderlied „Backe backe Kuchen“), Risotto, Pasta, Reis, Paella, Getränke, zur Parfümierung von Nachspeisen, geschmackliche Verfeinerung von Suppen, Fisch, Huhn, Lamm. In der Antike fanden die Fäden Verwendung als Aphrodisiakum und als Duftstoff, heute soll der Safran in Kosmetika, Arzneimitteln, in der Traditionellen Chinesischen Medizin und als Teezugabe Wunder bewirken.

Doch aufgepasst! Wenn etwas so hochpreisig ist, dann sind auch Scharlatane unterwegs. Niemals gemahlenen Safran verwenden und sich vor billigen Angeboten fernhalten.

Doch zurück zu „meinem“ Safran. Ich habe mich am vergangenen Sonntag dazu entschieden mit dem Standard zu beginnen, dem Safranreis. Dazu gab es gebratenen Pak Choi und Kabeljau.

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Viele Rezepte über die richtige Zubereitung des Safranreis sind zu finden. Die Menge der Fäden im Verhältnis zum Reis, vorher anrösten oder nicht, einweichen in kaltem oder warmem Wasser oder Milch, mitkochen oder nicht… ich denke ich habe einfach meine Kocherfahrung walten lassen und ein gutes Mittelmaß gefunden. Mir schmeckte es ganz wunderbar, mein Gönner war sich über den Geschmack und Duft des Reises nicht so ganz einig. Besser für mich 🙂

Demnächst experimentiere ich weiter, mal sehen was mir mit dem kostbaren Gut noch so alles einfällt, Ideen hätte ich noch mehrere.

Gruß Karin

25.03.2024 Vielseitiges und vielsaitiges Konzert

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Bereits vor über 3 Wochen lauschten mein Schwesterlein und ich der „Troubadeuse vom Bodensee“ – wie die Sängerin, Liedermacherin, Musikantin und Malerin Claudia Pohel in der Presse betitelt wurde. Bereits seit 1990 steht die Künstlerin als Sängerin und Songwriterin auf der Bühne und war auch schon mehrmals in Lorch als Künstler zu Gast.

Im Refektorium der Klosterkirche Lorch ergatterten wir uns noch in der 1. Reihe Plätze, um das vielseitige und vielsaitige Talent der Künstlerin zu erleben.

Der angesagte Titel wurde umgesetzt. Vielsaitig, mit Gitarre und Harfe, begleitete sich die Sängerin selbst durch ihre deutschen, englischen, französischen und auch schwäbischen Lieder. Mal verträumt, mal rockig, mal mit Jazz- oder Bluestönen. Die vielseitigen mit Humor und manches Mal auch Ironie und Tiefgang besungenen Themen handelten von der Paarbeziehung mit kalten Füßen, der Liebe im Allgemeinen, der Kulinarik, Frauenbewegung, Vertreibung, Flucht und Krieg und vielen weiteren. Eigenkompositionen wechselten sich ab mit altbekannten Klassikern und Ohrwürmern – kurz und gut – für jeden war etwas dabei.

Das kurzweilige, über 2-stündige Programm wurde durch eine kurze Pause unterbrochen, der Freundeskreis Kloster Lorch e.V. verwöhnte die Gäste derweil mit Getränkeausschank und kleinen Häppchen. Außerdem waren Bilder von Frau Pohel ausgestellt, die einen Einblick in ihr kreatives Künstlerschaffen geben und die unglaublich gut in die Räume des Refektoriums passten.

Zum Schluss wurde der Lorcher Musiker Klaus-Dieter Meyer, augenscheinlich ein Freund und Förderer, mit auf die Bühne gebeten und zusammen wurde im Gitarrenduett mit stimmlicher Unterstützung des Publikums der Song „Those were the days my friend“ aus den 1960er Jahren dargeboten bis tosender Beifall erklang.

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Wieder einmal ein schöner Abend mit Musik und guter Laune, bis zum nächsten Event

Gruß Karin

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28.01.2024 Wanton Suppe, Chop Suey & Co.

Nach Sushi Nori, Wasabi, Maki, Nigiri & Co und libanesischem Essen Falafel, Mtabal, Baklava & Co war das VHS-Programm Schwäbisch Gmünd erneut eine Inspirationsquelle für einen weiteren Kochkurs, den ich abermals mit Freundin Birgit zusammen absolvierte. Diesmal erkundeten wir die Philippinische Küche.

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Unsere Dozentin Dolores, eine waschechte Philippina aus Manila, begrüßte 13 Kochwillige mit einer alkoholfreien Pina Colada in der uns bereits bekannten Lehrküche und erzählte uns vorab kurze Eckdaten ihres Geburtslandes. Die Philippinen sind ein südostasiatisches Land welche im Westpazifik liegen und bestehen aus etwas 7000 Inseln, viele davon nicht bewohnt. Vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt der Inselgruppe kann die Entfernung etwa mit Berlin-Sizilien verglichen werden. Im Anschluss bekamen wir das sehr gut ausgearbeitete Rezeptheft überreicht und teilten uns in mehrere Gruppen auf, so dass jede ein anderes Rezept kochte. Birgit und ich und eine weitere Teilnehmerin entschieden uns für Fischfilet im Backteig mit Gemüse.

Nachdem gegenseitig die Schürzen bewundert, Haare gesichert und Hände gewaschen wurden, ging es auch schon los. Teilnehmer, die die Ausstattung der Lehrküche schon kannten, brachten noch eigene liebgewonnene Utensilien aus der heimischen Küche mit und somit ging das Arbeiten noch schneller von der Hand. Auch wurden von uns diesmal die mitzubringenden Dinge wie Spüllappen und Geschirrtuch beachtet und somit ging das leidige Spülen und Putzen nochmal so gut von statten.

Es wurde also Gemüse gewaschen, geputzt, geschält, geschnitten und angebraten. Obst püriert und gequirlt, Fleisch eingewickelt und geformt, Teige gerührt, Fisch getaucht und frittiert und letztendlich standen 9 verschiedene leckere Gerichte zum Buffet bereit, eines leckerer als das andere. Hin und wieder war natürlich etwas verbesserungsfähig – aber für das erste Mal konnten wir uns alle nur loben.

Am gedeckten Tisch nahmen wir dann alle Platz und liefen immer wieder zum überaus köstlichen Buffet, um uns abermals ein Tellerchen der Köstlichkeiten zu genehmigen.

Der Abwasch war, auch Dank der Spülmaschine für Gläser, Teller und Besteck, schnell bewältigt und somit konnten wir uns pünktlich gegen 21 Uhr von Dolores dankend verabschieden.

Den nächsten Kurs habe ich bereits gebucht, diesmal mit einer anderen Freundin zu einem ganz anderen Thema, es bleibt spannend.

Bis dahin, Gruß Karin

14.01.2024 Eisenbahner in der Kirche

Bevor nun nachher meine Familie und engsten Freundinnen zum nachträglichen Geburtstagskaffee erscheinen, die Kaffeetafel gedeckt und alles vorbereitet ist, habe ich nun endlich mal etwas Zeit, um den fälligen Beitrag zu schreiben.

Noch im alten Jahr lud eine Kirche in Plüderhausen zur Ausstellung ein. Da eine Freundin in dieser Religionsgemeinschaft aktiv dabei ist und ich sie mit meinem Besuch somit etwas unterstützen wollte und ich sowieso gerade im Lorcher OT Waldhausen unterwegs war, fuhr ich kurzerhand die wenigen Kilometer nach Plüderhausen, um mir diesen, für eine Kirchengemeinde ungewöhnlichen Event, anzuschauen.

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Schon beim Betreten des Gebäudes hörte und sah man im Eingangsbereich die große Kinderschar, die am Boden kauerte und eifrig mit einer überdimensionalen Lego Duplo Eisenbahn spielte. Zum Schutz der Kinder verzichtete ich auf ein Foto und betrat den Kirchenraum. Ein schöner heller, moderner Raum. Vor der außergewöhnlichen Orgel, dem mächtigen Christbaum und dem fast verschwindenden Altar fällt natürlich sofort die Modelleisenbahnanlage ins Auge.

Treppab ins Untergeschoss wurde auch dort im Vorraum der kleinste Platz genutzt, um ebenfalls auszustellen. Ich bin ja nun nicht unbedingt Eisenbahn-affin. Jedoch blieb ich da unten stehen und beobachtete eher „Oma und Opa“ wie sie die wissbegierigen Fragen der Enkel beantworteten und diese völlig von der Technik und den Geräuschen beeindruckt waren und sich gar nicht mehr loseisen wollten.

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In einem weiteren großen Saal kam dann erneut eine große Anlage, diesmal mit etwas mehr „Drumherum“ um die Gleisanlagen. Dass der Auf- und Abbau solcher Anlagen mit sehr viel Zeitaufwand verbunden ist, ist mir ja klar. Und dass große Aufbauten für so eine kurze Zeitspanne eher nicht machbar sind, ebenso. So richtige Eisenbahner die sich mehr mit den Fahrzeugen und den Schienen befassten waren zu meinem Zeitpunkt eher in der Minderzahl. Die Mehrheit der Besucher wünscht sich doch eher mehr Sehenswertes um die Schienenanlagen herum. Und das wurde hier auf jeden Fall so gut es ging, bewerkstelligt.

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Am Ausgang hinterließ ich noch meinen Obolus für die Gemeindearbeit, machte mir Gedanken, wie man in der heutigen Zeit doch Kirchen öffnen und wiederbeleben kann und nun beim Schreiben fällt mir auf, dass dies der dritte Bericht in Folge sein wird, der aus einem Gotteshaus berichtet.

Bezüglich der außergewöhnlichen Orgel möchte ich noch auf deren Einweihung hinweisen. Vielleicht hat jemand meiner Leserschaft daran Interesse?

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So, der Zug setzt sich in Bewegung, ich mach mich für meine Gäste bereit, bis bald

Gruß Karin

Weihnachtskonzert zum Jahresende

In wenigen Stunden verabschieden wir das Jahr 2023. Es ist Zeit innezuhalten, Stille und Ruhe zu genießen. Es ist Zeit für die wichtigen Menschen, die uns begleiten. Es ist Zeit für Worte und Gesten der Dankbarkeit. Es ist Zeit, zurück zu blicken und auf Erreichtes stolz zu sein. Es ist Zeit, Kraft zu tanken für die Aufgaben, welche vor uns stehen. Es ist die Zeit des Jahreswechsels…

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Die Evangelische Kirchengemeinde Lorch-Waldhausen lud zum Konzert ein und viele kamen. Die Martin-Luther-Kirche war sehr gut gefüllt und alle warteten gespannt auf die Daniel Schwenger Band, die aus einer Nachbargemeinde stammt und trotzdem noch vielen unbekannt sein dürfte – so auch mir, da sie noch nicht allzulange existiert. Unterwegs als Profi Schlagzeuger auch auf ausländischen großen Bühnen, in Clubs und Konzerten, betreibt Daniel Schwenger auch seit 20 Jahren seine eigene Schlagzeug- und Percussions Schule. Zusammen mit seiner Ehefrau, die in Tanz und Gesang ausgebildet wurde, hat er ein Konzertprogramm erarbeitet, welches gefüllt war mit Gospels, Poparrangements und traditionellen Weihnachtsliedern, zwischendurch gespickt mit gefühlvollem Live Poetry Vorträgen. Somit erlebte Jung und Alt, Groß und Klein ein ca. 90-minütiges abwechslungsreiches Programm, in dem gelauscht, mitgesungen, im Takt gewiegt und leicht die Beine am Platz bewegt, im Rhythmus geklatscht und begeistert Beifall bekundet wurde.

Mit weiteren Bandmitgliedern wurden Lieder in deutscher, englischer und französischer Sprache dargebracht. Gefühlvoll und äußerst ausdrucksstark von den beiden Damen gesungen, musikalisch begleitet mit sanften Klängen und durchaus sehr lautstarken Pop- und Rockklängen, so dass die Kirchenwände wohl erzitterten.

Von meinem Kirchenbänklein aus hatte ich nun keine wechselnden Foto-Perspektiven, bei der Fülle der Menschen wollte ich nun auch nicht umherlaufen, das Motiv wäre sowieso immer dasselbe gewesen. Ich wollte nun einfach von dieser Veranstaltung berichten und allen Mut machen, bei einer der kommenden Programme dieser Band dabei zu sein. Es lohnt sich auf jeden Fall.

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Nachdem ich nun mit diesem Konzert die Weihnachtszeit für mich abschloss – ich weiß, dass diese noch bis zum 6. Januar und nach altem Brauch bis Mariä Lichtmess am 2. Februar geht, denke ich an den Jahreswechsel und wünsche euch dazu alles Gute, viel Glück in 2024 und vor allen Dingen Gesundheit.

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Prosit, eure Karin

Glühwein, Süppchen und Lichtshow

Vor über einem Monat war ich aufgrund längerer Krankheit gezwungen, eine Eintrittskarte für ein Konzert in Stuttgart zurückzugeben, dafür bekam ich einen Guthabengutschein des Veranstalters mit 4-wöchiger Geltungsdauer für einen Event meiner Wahl. In der Kürze der Zeit hatte ich direkt noch Glück, 2 Karten für einen geeigneten Termin einer anderen Veranstaltung zu ergattern. Das ursprüngliche Konzert hätte eine Dauer von 1 Stunde gehabt, für die Eintrittskosten bekam ich nun 2 Karten, der Event dauerte dafür nur 30 Minuten, Beginn 22 Uhr! Somit konnte ich die für mich aufwändige Fahrt bis nach Stuttgart nicht unbedingt mit einem Einkaufsbummel verbinden. Doch ich konnte den Göttergatten für die Veranstaltung mit gewinnen und da in Stuttgart bereits auch der Weihnachtsmarkt geöffnet hatte, fanden wir doch einen hervorragenden Verbindungsgrund.

Mit der Deutschen Bahn ging die Fahrt bequem nach Zeitplan bis nach Bad Cannstatt, dort Umstieg in die S-Bahn und Weiterfahrt bis Stadt-Mitte. Von dort war es zu Fuß nicht weit bis zum Marktplatz vor dem Rathaus, wo sich einer der ältesten Weihnachtsmärkte ganz Europas befindet. Bereits im Jahr 1692 fand er erstmals urkundliche Erwähnung, seine eigentliche Entstehung liegt jedoch weiter zurück – dies nur am Rande bemerkt. Schon durch die Häuserreihen erblickten wir eine heitere große Menschenansammlung, gelöste Stimmung, Glühwein-, Punsch-, Bratwurst- und Mandelduft waberte uns entgegen. Mit Mühe schoben wir uns durch die Massen zu einem Glühweinstand und ergatterten dann auch an einem Stehtisch tatsächlich noch ein Plätzchen für uns.

Im Anschluss schlenderten wir noch an einigen Verkaufsständen vorbei und entschloss uns dann jedoch, in der Schulstraße im QQ Ramen und Kitchen ein Süppchen zu uns zu nehmen, bevor es dann zum eigentlichen Event an diesem Abend gehen würde. Die Bezeichnung Süppchen ist wohl stark untertrieben, große Schüsseln mit hausgemachter Fleischbrühe bekamen wir serviert. Leider waren wir zu spät dran, um die Herstellung der Nudeln live mit zu erleben. Befremdlich war, dass wir nach dem Studium der Menükarte, unsere Bestellung anhand Zahlencode selbst auf einen Zettel schreiben sollten. Aufgrund der Angestellten, die sich noch am Beginn des Deutschsprachkurses befinden, eigentlich eine sichere Angelegenheit, damit mit der Bestellung auch wirklich nichts schief geht.

Herrlich wärmend, wohlschmeckend und vor allem sättigend waren die verschiedenen Suppen, Gewürze und Schärfe konnte selbst bestimmt werden. Mit wohlig warmen Mägen, satt und zufrieden ging es wieder zurück zur S-Bahn und die Fahrt nach Feuersee war schnell bewältigt.

Der Feuersee im Stuttgarter Westen wurde bereits im 18. Jahrhundert als Wasserreservoir künstlich angelegt. Das neu gestaltete Ufer mit altem Baumbestand und vielen Sitzmöglichkeiten und Treppenabgang bis an Wasser, bietet einen herrlichen Blick auf eine Halbinsel, auf der ein architektonisches Highlight steht – die Johanneskirche. Diese neugotische Kirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts nach den Vorbildern der damaligen großen Kathedralen erbaut und wird somit zu Recht „Notre-Dame von Stuttgart“ genannt, wie ich meine. Auffällig ist jedoch, dass dieser Kirche die Turmspitze fehlt. Da das Bauwerk derzeit eingerüstet ist, möchte der Unwissende meinen, große Sanierungsarbeiten stehen an. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass die Kirche und der ursprünglich 66 Meter hohe Turm im zweiten Weltkrieg stark zerstört wurden. Ein Wiederaufbau wurde zunächst aus Kostengründen verschoben, heute wird diese Kirche ohne Turm als Besonderheit gesehen und steht als Mahnmal gegen den Krieg.

Wir reihten uns in die Warteschlange vor dem Eingang ein, die Online-Tickets wurden gescannt und wir warteten, bis zum Einlass für: EONARIUM – Genesis – ein immersives Lichtspektakel in der Johanneskirche Stuttgart.

Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz belegt, allgemein waren die ganzen Vorstellungen ausverkauft. Die 30 Minuten waren kurzweilig, mit vielen inneren Ahhs! und Ohhs! – obwohl ich mir für meinen Teil mehr Gesang erwünscht hätte. Lohnen tut sich diese Veranstaltung auf jeden Fall, wenn man sowieso in der Nähe ist oder im Anschluss in Stuttgart noch das Nachtleben auskosten möchte. Extra Anfahrtskosten von Bahn, Auto oder Parkgebühren lohnen sich sonst nicht.

Die Lichtinstallation GENESIS inszeniert die Geburt des Lebens – immersiv und herzzerreissend. Die abstrakte Hommage an den blauen Planeten entführt Sie zum ersten Tag des Daseins und katapultiert Sie auf wundersame Weise durch die Zeit. Die Wände und Decken werden darin nicht mit Pinsel und Farbe, sondern mit der Hilfe von modernster Technik mit zauberhaften Videoanimationen ausgemalt. So verschmelzen Kunst und Technologie zu einer Erfahrung, die neue Weite und Kreativität freisetzt.

https://www.eonariumstuttgart.de/

Und hier nun einige Eindrücke von meinem Sitzplatz aus:

Danach führte unser Weg heimwärts. Leider viel komplizierter und viel länger als ursprünglich gedacht. Verspätungen und Zugausfälle aufgrund der Arbeiten an Stuttgart 21 ließen uns dann erst nach Mitternacht zu Hause eintrudeln. Und wieder einmal waren wir um eine Erfahrung reicher….

Mal schauen was mir als nächstes so einfällt, bis dahin,

Ade, Gruß Karin

Adventsausstellung Kunst und Blumen

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Immer wieder liest man von Veranstaltungen in der Villa Seiz, noch nie waren wir dort gewesen und nachdem es gefühlt seit Wochen nur regnete und wir letzten Sonntag mit klarem blauem Himmel und Regenpause verwöhnt wurden, machten wir spontan den kleinen Ausflug nach Schwäbisch Gmünd, um uns die Ausstellung anzuschauen.

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Anhand verschiedenster Recherche versuche ich nun hier, die wichtigsten Eckpunkte um Max Seitz zusammenzufassen:

Die Villa Seiz liegt am Nepperberg in Schwäbisch Gmünd, hoch über der Stadt, eingebettet in die reizvolle Landschaft mit fantastischem Ausblick hinunter auf die Stauferstadt. In der idyllischen Jugendstilvilla aus dem Jahr 1911, die zwar auf ihre Art und Weise ihren Charme und Liebreiz besitzt, an der jedoch in der Zwischenzeit auch an vielen Ecken der Zahn der Zeit nagt – fand der Künstler Max Seiz vor über 40 Jahren das ideale Rückzugsgebiet für seine künstlerische und schöpferische Arbeit. Geboren wurde er am 12.10.1927 in Schwäbisch Gmünd, dort absolvierte er eine Ausbildung zum Stahlgraveur. Nach den Wirren des 2. Weltkrieges, besuchte er von 1946-1950 in Schwäbisch Gmünd die Höhere Fachschule für Edelmetalle. Im Anschluss arbeitete er bei WMF in Geislingen als Stahlgraveur, 1953-55 folgte ein Studienaufenthalt in London. Nach seiner Rückkehr lebte er als freischaffender Künstler, zudem war er 1981 als Gastdozent an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd tätig. Ab 1983 veranstaltete er regelmäßig Ausstellungen in der Villa Seiz. Zahlreiche Auftragsarbeiten und Ausstellungen weltweit vervollständigen sein Schaffen, somit sind nicht nur im Stadtgebiet von Schwäbisch Gmünd seine Skulpturen zu entdecken. Auch mit Zeichnungen, Aquarellen, Schmuck und Malereien beschäftigte er sich. Am 06.04.2020 verstarb Max Eugen Seiz mit 92 Jahren in seiner Villa auf dem Nepperberg, sein Grab befindet sich auf dem Leonhardsfriedhof in Schwäbisch Gmünd. Seine Kinder Andrea und Alexander Seiz verwalten das Erbe.

Der Spaziergang hoch zur Villa wäre für uns nicht so bequem gewesen, hätte es an diesem Wochenende nicht einen praktischen Shuttleservice gegeben. Somit kamen wir ganz entspannt vor der Villa an und wurden sofort mit Kunst und Floristik in Empfang genommen. Dazu der atemberaubende Blick hinab in die Stadt und Schönes und Kostbares in Haus und Garten wohin der Blick auch fiel. Mein Herz konnte sich gar nicht so schnell an all den edlen und schönen Dingen erfreuen, wie meine Augen sie erblickten.

Sitzgelegenheiten in verwinkelten Ecken oder in einzelnen Grüppchen, die Statuen eingefügt in den Garten, sodass alles nur nach und nach wahrgenommen werden kann. Ich denke, wenn der Garten in vollem Grün und Blüte steht, werden die Kunstgegenstände noch verspäteter wahrgenommen, da das Auge gar nicht alles so schnell aufnehmen kann und somit verzögert die Schätze zum Vorschein kommen. Dazu gepaart mit Kerzen und all der Blumenkunst – langweilig wird es hier wahrlich nicht. Zum Eventwochenende warteten Kalt- und Warmgetränke und einige Kleinigkeiten an Essbarem auf die Besucher, durch sanfte Weihnachtsmusik wurde man beim Glühweintrinken schon etwas auf die kommende Adventszeit eingestimmt.

Beim Betreten der Villa merkte man dann schon anhand des Bodenbelages, Wänden und Decken, dass man sich hier in einem anderen Jahrhundert befindet – traumhaft wundervoll! Ich kann es gar nicht in Worte fassen.

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Dazu der Blick aus den Fenstern, diese geschmackvollen, außergewöhnlichen Blumenarrangements, dazwischen die Kunst, so ging es weiter Raum um Raum – ich hätte hier ewig verweilen können und fotografieren.

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Doch irgendwann war es dann auch gut, wir genehmigten uns noch ein Glas Rosé und einen Glühwein, saßen mitten im Garten warm eingehüllt auf Sitzkissen und fuhren im Anschluss wieder ganz bequem per Shuttle zurück zum Auto.

Nun kann der Advent mit seinen mannigfaltigen Veranstaltungen kommen.

Auf euer Wohl!

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Rügen…

Zwischen verschiedenen Terminen und etwaigen Reiseplänen beschlossen wir dennoch völlig spontan und somit unvorbereitet, für 7 Tage auf die größte Insel Deutschlands zu fahren, womit ich bemerken sollte, dass allein schon 2 Tage nur mit der Hin- und Rückfahrt verstrichen. Ganz unvorbereitet jedoch auch nicht, zumindest luden wir uns, nach meiner positiven Erfahrung mit Zwickau, die kostenlose RügenAPP aufs Mobiltelefon und erhielten somit schon einige wertvolle Tipps. Mit einer Fläche von etwas mehr als 900 Quadratkilometern ist Rügen nicht nur die größte, sondern auch die bevölkerungsreichste Insel. An der Ostseeküste Vorpommerns gelegen, im Landkreis Vorpommern-Rügen, im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

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Der Weg ging letztendlich von Stralsund aus über die imposante Rügenbrücke mit Blick auf die wunderschöne Skyline der Hansestadt Stralsund. Unser genaues Ziel war das Ostseebad Göhren, ganz im Südosten auf der Halbinsel Mönchsgut gelegen.

In der Villa Weiße Düne in der Wilhelmstraße 1, fühlten wir uns von der ersten Minute an wohl. Unsere Ferienwohnung lag im hinteren Teil des Hauses, somit kein direkter Straßenlärm vor den Fenstern. Nur wenige Meter hinab bis zum Nordstrand wo wir unsere Badetage verbrachten und ebenso direkt an der geschäftigen Strandstraße, wo sich die meisten Restaurants und Einzelhändler befinden. Wobei ich noch bemerken möchte, dass ich an dieser Strandstraße nicht direkt wohnen möchte. An die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h halten sich nur wenige und düsen vor allem am frühen Morgen eiligst zum Bäcker, wobei das Kopfsteinpflaster zur Schallübertragung das ihrige beiträgt. Bezüglich Kurkarte empfiehlt es sich, diese gleich bei der Anreise zu kaufen. Man muss sie stets bei sich haben, auch wir wurden am Strand 2-mal kontrolliert. Z. T. variieren die Tagessätze zwischen den verschiedenen Seebädern, es gibt mit der Karte kostenfreie oder ermäßigte Leistungen, im Vorfeld einfach online informieren.

Für uns war es die erste Reise an die deutsche Ostseeküste und wie ich schon erwähnte, war im Vorfeld keine Zeit für eine große Reiserecherche vorhanden. Ich als Nordseeliebhaberin nahm brav meine Gummistiefel und Regenzeugs für eine Wattwanderung mit, um dann – mit Entsetzen – festzustellen, dass die Ostsee (fast) keine Gezeiten hat, somit kein Watt und es somit keine Wattwanderung geben wird. Natürlich fehlt dann auch dieser typische Schlick-Tang-Fisch-Geruch, außerdem ist die Ostsee nicht so salzig wie die nordische Schwester. Bezüglich Wassertemperatur und Strandverhältnisse konnte ich keine Unterschiede feststellen, wie überall mal Kies-, Steine- oder Sandstrand, doch alles in allem war uns Rügen als Insel-Urlaubs-Domizil zu groß und zu bergig. Wahrscheinlich bin ich es gewohnt, eine flache Insel mit dem Rad problemlos zu umrunden, immer der typische Fischgeruch in der Nase und das Wasser in absehbarer Nähe. Doch wir hatten Traumwetter, an Badetagen Sonne satt und blauer Himmel, an Ausflugstagen etwas bedeckt doch trotzdem trocken – einfach perfekt! Hier nun die ersten Eindrücke vom Anreisetag, denn natürlich hielt uns nichts davon ab, nach dem Bezug unseres Domizils Richtung Strand hinab zu traben.

Beim Bummeln durch Straßen und Gässchen fällt sofort die Bäderarchitektur ins Auge. Egal in welchen Städten oder Dörfern, mal mehr mal weniger, die wunderschönen Häuser sind es einfach wert, abgelichtet zu werden.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Das taten wir auch regelmäßig und stets richtig lecker! Bin mir sicher, nun bekommt ihr richtig Appetit…

Mein absolutes Lieblingslokal wurde De Köök in der Strandstraße 14 in Göhren. Ohne Reservierung läuft man hier Gefahr, in dem kleinen einfachen Restaurant hungrig wieder von Dannen zu ziehen.

Gleich am Samstag, dem ersten Urlaubstag lockte die See! Am Nordstrand bei Matti’s Strandkorbvermietung gefiel uns die Lage des Strandabschnittes 3 und der XXL Korb Nr. 50 besonders gut, gleich 3-mal buchten wir diesen. Stolze 17 Euro Tagespreis! Wer jedoch an Italiens‘ schönen Stränden schon einmal 2 Liegestühle mitsamt Sonnenschutz gemietet hat, der weiß, dass sich das noch im Rahmen hält. Unser Plätzchen in schöner ruhiger Lage direkt an der Grasdüne, Weg zum Papierkorb und öffentlichem Toilettenhäuschen in unmittelbarer Nähe, Hundestrand weit genug entfernt, benachbarter FKK-Strand zwar sichtbar, störte uns jedoch nicht im Entferntesten. Obwohl – wenn ich so überlege – Göttergatte monierte ja, dass es ihn etwas stören würde, dass er nur ältere Menschen zu Gesicht bekommt. Na ja, Ferien waren zu diesem Zeitpunkt nur noch in Bayern und B.-W. Und obwohl eigentlich ja zumindest am Samstag noch viele Familien mit kleinen Kindern am Strand waren, wusste ich nicht so recht wie er dies meinte. Vielleicht stellte er diese Überlegung auf den benachbarten Strandabschnitt der Nackedeis an??? Wer weiß!

Mit Freude durften wir am folgenden Montag und Mittwoch aufgrund des nahenden Saisonendes für den Korb eine Preisreduzierung um 7 Euro feststellen. Am späten Nachmittag kam dann auch schon der Trecker und fuhr direkt eine Ladung Körbe ins Depot.

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Auch sonst wurde es merklich ruhiger. Die Einzelhändler hatten Ausverkauf. Ich weiß nicht, ob ich mich zur kalten Jahreszeit ohne Sonnenbad und Plantschen im Wasser hier wohl fühlen würde. Nur für Strandspaziergänge wäre mir die Anfahrt auch zu weit. Nebenbei bemerkt, haben hier z. T. die Supermärkte und Discounter aufgrund der Bäderregelung während der Saison auch am Sonntag geöffnet.

Übrigens lag dort vor unserer Nase Norddeutschlands größter Findlingsblock im Wasser. Der Buskam, auch Gottesstein genannt. 300 Meter vor der Küste liegt dieser etwa 550 Tonnen schwere Koloss. Während der letzten Vereisung vor 20 000 Jahren, wurde dieser von der dänischen Insel Bornholm hierher transportiert. Bei normalem Pegelstand ragt dieser gut sichtbar aus dem Wasser und es wird davor gewarnt, hinaufzuklettern und den Stein zu betreten. Unzählige Vögel lassen sich darauf nieder und durch Vogelkot ist die Oberfläche sehr rutschig.

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Ein absolutes Muss war für uns die Besichtigung der Kreideküste mit dem Königsstuhl. Wir entschlossen uns für ein Kombiticket Wasser & Dampf ab Seebrücke Göhren für 67 Euro für uns beide. Das heißt, wir fuhren mit dem Schiff die Küste entlang, vorbei am Ostseebad Baabe,

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vor dem bekannten Panorama der Seebrücke Sellin wurde angehalten und es erfolgte Passagierwechsel,

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vorbei am Seebad Binz, dort endetet auf der Rückfahrt unsere Seereise. Dann kam die legendäre Anlage von Prora, dazu später mehr.

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Kleidungstechnisch war ich sehr gut ausgestattet, somit verblieb ich noch einige Zeit ganz oben an Deck. Meinem Schipperjung‘ hingegen wurde kalt, er ging ins Restaurant und genehmigte sich einen wärmenden Grog. Da saß er dann bei meinem Eintreffen mit tiefversunkendem Blick.

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An der Spitze auf der weit in die See hineinragenden Mole von Sassnitz kam der kleine Leuchtturm in Sicht…

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und somit schipperten wir bereits an der Halbinsel Jasmund vorbei und die berühmten Kreidefelsen wurden sichtbar. Das Wetter war diesig und das Schiff konnte aufgrund der Untiefen nicht näher an die Küste manövrieren. Dadurch, dass am 24. Februar 2005 durch Frost und Wasser rund 50.000 Kubikmeter Kreide auf den Strand hinab- und in die Ostsee hineinstürzten, war die Attraktion der Wissower Klinken verloren. Für uns Beide war deshalb der Anblick der Felsen nun nicht allzu aufregend, nichts von weißen strahlenden Wänden, alles eher gelb und braun. Eben genauso, wie wenn irgendwann mal ein Erdrutsch stattfand. Auch durch die große Entfernung erscheinen die Felsen nicht so hoch.

Interessanter wäre wohl ein Strandspaziergang mit eindrucksvollem Blick hinauf auf mehr als 100 Meter Kreide. Oder eine Wanderung auf dem 11 km langen Hochuferweg von Sassnitz bis nach Lohme, alternativ besucht bitte die Website vom Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Dort werden die verschiedensten Anreisemöglichkeiten erläutert und alle weiteren Fragen geklärt. Auch eine Anreise per Auto bis zum Parkplatz und Weiterfahrt mit dem Bus in den Park und Wanderung zum Königsstuhl ist möglich. Wären wir noch länger auf der Insel geblieben, dann hätte sich dies für uns sicher auch gelohnt.

Nebenbei lockte noch eine weitere Attraktion die Aufmerksam der Besucher auf sich. Immer wieder ein schöner Anblick in Zeiten der hochmodernen Technik.

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Unser Schiff machte eine Kehre und zurück ging die Fahrt zum mondänen Ostseebad Binz, wo unsere Schifffahrt endete.

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Bereits als wir auf dem Seesteg Richtung Küste liefen, hörten wir Jazzmusik. Die Strandpromenade und die Hauptstraße voller Menschen. Rund um die zahlreichen Geschäfte, Imbissbuden und Restaurants nur Menschen. Ich war wie benommen. Zuerst diese Ruhe auf dem Schiff und nicht viel mehr als Küste und Meer und dann dieses Getümmel. Wir aßen eine Kleinigkeit und dann führte der Fußmarsch zum Kleinbahnhof Binz, wo wir mit dem Rasenden Roland zurück nach Göhren schnauften.

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Die historische Schmalspurbahn dampft seit über 125 Jahren mit 30 km/h über Deutschlands größte Insel und hat sich zunehmend als Touristenattraktion etabliert.

Somit ratterten wir durch die Insellandschaft mit kleinen und größeren Ortschaften, durch Wälder, vorbei an Feldern und Wiesen, grasenden Schafen und Pferden und an den für diese Insel typischen Baumalleen.

Der unverkennbare Heul-Pfeifton verfolgt uns zwischen Putbus und Göhren, irgendwo und irgendwann ist immer eine der Bahnen unterwegs und pfeift demnächst in einen Bahnhof ein – Ausschau halten!

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Ein weiterer Ausflug, auf den ich unbedingt bestand und im Nachhinein fast, aber nur fast, bereute, war die Fahrt ganz in den Norden auf die Halbinsel Wittow zum Kap Arkona mit seinen Leuchttürmen.

Auf unserem Weg von Göhren gen Norden kamen wir an Prora vorbei. Die 4,7 km!!! lange Anlage des „KdF-Seebades“ wurde im Auftrag der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ zwischen 1936 und 1939 gebaut und in großen Teilen vollendet. Wen diese gigantische Anlage interessiert, der schaut sich bitte die Website von Prora an, dort findet sich auch eine Luftbildaufnahme. Die Einzelheiten wiederzugeben würde den Rahmen hier sprengen. Wir haben bei der Durchfahrt immer wieder mal angehalten um zu fotografieren, aber schaut bitte selbst. Die Ausmaße dieser gigantischen Anlage sind so unbeschreiblich und fast unglaubwürdig und könnten am besten sowieso nur von oben betrachtet werden.

Irgendwann kamen wir dann am Kap an, der Weg führe direkt auf den einzigen und riesigen Parkplatz Putgarten. Dass man hier auf Wittow jedoch sein Geldsäckel stets bereit und weit offenhalten sollte, dies war mir vorher nicht bewusst. Der gebührenpflichtige Parkplatz bot ausschließlich ein Tagesticket zu 7 Euro an. Von stundenweiser Parkmöglichkeit keine Rede.

Der Tag war super sonnig und heiß. Auf langen Fußmarsch hatte nicht nur ich keine Lust, auch viele weitere Gäste folgten dem Hinweisschild zur Kap-Arkona-Bahn. Wir entschlossen uns für das Kombiticket hin- und zurück. Also Parkplatz, Arkona, Fischerdorf Vitt und wieder zurück zum Parkplatz. Machte auch nochmal 20 Euro für uns beide.

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Vorbei am ehemaligen Gutshof, dem heutigen Rügenhof Arkona. Touristische Attraktionen wie Korbflechterei, Kerzenwerkstatt, Cafés, Galerien, Bildhauerei, Ateliers und weiterer Möglichkeit, das Geldsäckel nicht mehr allzu schwer wiegen zu lassen. Hier am Hof konnte man aussteigen und in eine spätere Bahn wieder zusteigen.

Angekommen am Kap liest man aus der Gästebroschüre:

Ganz im Norden der Insel Rügen heißt Sie die Gemeinde Putgarten in ihrem Tourismusgebiet, dem Kap der drei Türme, herzlich willkommen! Sie befinden sich hier an einem Ort mit einer vielgestaltigen Landschaft und herausragenden Sehenswürdigkeiten der Insel Rügen. Das Kreidekliff, es ragt 42 m aus dem Meer, der slawische Burgwall, die Leuchttürme und der Peilturm, Rügens nördlichster Punkt, das historische Fischerdorf Vitt sowie der Rügenhof in der Ortsmitte werden Ihnen zu einem besonderen Ferientag verhelfen…..

Putgarten: In der nördlichsten Gemeinde Rügens leben knapp 300 Einwohner. Der Ortsname kommt vom slawischen „Podgarde“ und heißt übersetzt „Ort unter der Burg“. Die Slawen errichteten die Tempelburg Arkona am Kap zum Schutz ihres Götzenbildes, des Gottes Svantevit. Von Putgarden aus gelangt man zum Kap Arkona, das mit seiner schönen Aussicht und den 3 markanten Seezeichen zu den beliebtesten Ausflugszielen Rügens gehört, weshalb Putgarten für den öffentlichen PKW-Verkehr gesperrt ist.

kostenlose RügenAPP

Während der Fahrt mit dem Bähnchen waren die Türme weithin sichtbar und ich freute mich schon darauf, diese zu besichtigen.

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Ich marschierte entgegen der Besuchermeute Richtung Peilturm und stellte mit Verärgerung fest, 3 Euro Eintritt pro Person.

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Den Ratschlag meines Gatten beherzigte ich und verzichtete auf diese Besichtigung und wir sparten uns das Geld für den eigentlichen Leuchtturm, der in unmittelbarer Nähe stand und dieselbe Aussicht bot. Der Burgwall war gesperrt, gerne hätte ich die Überreste der legendären Tempelburg Arkona besichtigt. Somit lichtete ich einige wenige Kunstobjekte auf dem Gelände ab und erfreute mich an der herrlichen Aussicht auf das Meer.

Während den Jahren 1826/27 wurde hier einer der heute ältesten Leuchttürme an der Ostseeküste erbaut und 1828 dann in Betrieb genommen. Da er nach Entwürfen des großen preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde, wird er heute nur Schinkelturm genannt. 19,3 m hoch, quadratische Form und klassizistische Bauweise mit rotem Backstein, so stellt er für mich einen noch größeren Anziehungspunkt dar, als sein größerer, jüngerer Bruder direkt nebenan. Seit April 1905 außer Dienst gestellt, doch nach aufwendigen Restaurationsarbeiten wurde er im Juni 1993 wieder der Öffentlichkeit freigegeben und dient heute als Außenstelle des Standesamtes Nord-Rügen und wird nur noch für Hochzeiten geöffnet. Eingelassene Fliesen mit Inschriften am Fuße des Turms zeugen von den vielen Eheschließungen.

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Der Neue Leuchtturm wurde 1902 in Betrieb genommen. Der 35 m hohe Ziegelbau ruht auf einem achteckigen Granitsockel. Die technische Einrichtung des Leuchtfeuers wurde 1996 erneuert und somit wird der Turm heute noch aktiv eingesetzt. Nachts kehren drei aufeinander folgende Blitze alle 17 Sekunden wieder und geben den Seeleuten bis in einer Entfernung von 22 Seemeilen (rund 40 km) eine sichere Orientierung. Den Eintritt von 3 Euro pro Person bezahlten wir nun gerne, 164 Stufen führten uns hinauf in luftige Höhe und gaben atemberaubende Blicke über die gesamte Halbinsel, Rügen und das Meer.

In unmittelbarer Nähe erinnert ein schwarz, rot, gelber Grenzstein an das einstige militärische Sperr- und Grenzgebiet. Bunkeranlagen der damaligen Zeit können gegen Eintritt besichtigt werden, Infotafeln und Fotos zeigen das Innere der Bunker. Für uns uninteressante technische Ausrüstungen, somit besichtigten wir diese nicht.

Wir wanderten langsam zur Haltestelle der Bahn zurück und fuhren mit dieser ins alte winzige Fischerdörfchen Vitt. Eine „Vitte“ war ursprünglich eine von Fischern errichtete Siedlung, die zunächst nur während der Herinssaison bewohnt war. Hier wurde der Fisch an Land gebracht, gesalzen und zum Transport verladen. Nach und nach entwickelte sich die Siedlung zum ständig bewohnten Ort. Auf dieses hatte ich eigentlich gar keine große Lust und im Nachhinein war es dort eigentlich am schönsten.

Von der Haltestelle ging es zunächst bergab an der kleinen achteckigen Kapelle vorbei. Einladend standen Fensterläden und Türe offen und wir traten ein.

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Nachdem der damalige Pastor Kosegarten immer wieder die Heringsfischer aus dem Dörfchen Vitt in seinen Gottesdiensten vermisste, verlegte er seine Predigten an das Steilufer bei Kap Arkona. Als dies wenig fruchtete, ließ er 1806 eine mit Feldsteinen verputzte achteckige Kapelle oberhalb des Dorfes errichten. 1882 entstanden der Kanzelaltar und das gusseiserne Kruzifix. Eine Kopie des Gemäldes „Christus retten den im Meer versinkenden Petrus“ und das 1990 vom Italiener Mucchi geschaffene überlebensgroße Wandgemälde „Menschen im Sturm“ schmücken das sonst eher schlicht gehalten Innere. Wie bereits bei ihrer Fertigstellung 1816 werden auch noch heute hier die Uferpredigten abgehalten.

kostenlose RügenAPP

Ein schönes Beispiel für die Redensart vom Berg und dem Propheten, wie ich meine. :))

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Weiter ging es bergab, tief eingebettet in einer Uferschlucht liegen 13 reetgedeckte Häuser des alten Fischerdorfes.

Heute leben dort noch 19 Einwohner. Das gesamt Dorf steht unter Denkmalschutz. Bereits im 10. Jahrhundert soll es schon als Fischer- und Handelshafen zur slawischen Burg am Kap Arkona gehört haben. Sehr urig, unwegsames Gelände und Wege, somit autofrei, aber beim Ankommen an der kleinen Steinmole am Hafen und Steg passierte es: Ich roch Fisch, Tang und Salz, eine Gänsehaut lief über meinen Rücken und Arme und ich war verzaubert von diesem kleinen Ort.

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Im schattigen Plätzchen genehmigten wir uns ein Hopfenkaltgetränk und wanderten anschließend gemächlich zwischen den liebevoll und bezaubernd gestalteten Häuschen umher.

Nach einem Sanddorn-Softeis, welches so köstlich mundete, machten wir uns wieder in Richtung Bahnhaltestelle auf und fuhren zurück zum Parkplatz und im Anschluss „nach Hause“ in unsere Unterkunft.

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Nachdem ich nun ja bekanntermaßen meine Gummistiefel umsonst mitnahm, wollte mein Göttergatte verhindern, dass dies mit seiner kompletten Angelausrüstung, die sich ebenfalls im Kofferraum befand, gleichfalls geschah. Nach ausgiebiger Recherche und Erwerb der Angellizenz marschierte er somit eines Abends zum Seesteg Göhren, um uns mit reichhaltigem Spätimbiss zu verwöhnen. Um 22 Uhr kam er in Dunkelheit völlig erledigt, jedoch beseelt ob seines Fanges, wieder nach Hause. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon so müde war, vergaß ich bei seinem plötzlichen Eintreffen ein Foto des Fangs zu machen. Ich briet ihm die eine Flunder noch kurz an und legte mich dann schlafen. Leider gibt es vom Angeln selbst keine Fotos, aber den romantischen Sonnenuntergang hat er abgelichtet.

Das war es dann auch mit unserem Urlaub auf Rügen. Ein Foto hätte ich da aber noch! Konnte meinen Augen kaum trauen, als ich davon verteilt auf der Insel gleich mehrere Exemplare habe stehen sehen. Ziemlich dreckig und verwahrlost, aber funktional. Bei uns in der Gegend habe ich die Häuschen schon lange nicht mehr entdeckt. Spontan wollte ich schon…

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nach Hause telefonieren! Entweder mit Münzen oder mit Telefonkarte – alles war möglich – aber ich nahm Abstand davon, obwohl es auf jeden Fall witzig gewesen wäre.

Auf der Heimfahrt kehrten wir kurz nach Bayreuth, Nahe der A9 gelegen, inmitten der Fränkischen Schweiz, im Wirtshaus Weiglathal für eine Brotzeit ein. Unter altem Baumbestand inmitten des Hofes und der Wiese waren die Biergartentische und -bänke schon reichlich besetzt. Doch wir fanden noch ein Plätzchen für unser Abendessen, bevor der schöne Urlaub dann zu Ende war und der Alltag uns begrüßte.

Tschüss, Karin

Stahlhartes Festival in Seifertshofen

Das Werbeplakat in unserem Städtchen kündigte den Event schon Wochen vorher an. Und selbst mir war das Gesicht und der Name des prominenten Ehrengastes ein Begriff. Wenn im heimischen Wohnzimmer der motorbegeisterte Gatte auf dem Sofa sitzt und dieser dann im Fernsehen den DMAX-Kanal entdeckt hat, dann kommt auch Frau nicht umhin, Michael Manousakis nicht zu kennen. Dazu die verschiedensten Presseartikel vorab in der Tageszeitung – mir war fast schon klar, dass uns der Weg am letzten Wochenende nach Jahrzehnten mal wieder ins Schwäbische Bauern- und Technikmuseum von Eugen und Hans Kiemele führen würde.

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Eugen Kiemele gründete dieses vor 40 Jahren und seit Jahrzehnten war ich nicht mehr dort, welches im Eschacher Teilort Seifertshofen, Ostalbkreis in Baden-Württemberg liegt. Eschach liegt idyllisch auf der Frickenhofer Höhe, einem Ausläufer des Welzheimer Waldes. Zusammen mit all seinen Ortsteilen zählt die Gemeinde gerade einmal knapp 2000 Einwohner. Seifertshofen hat aktuell 150 Einwohner, wie ich in Erfahrung bringen konnte.

Und in diesem kleinen Ort finden, außerhalb Coronazeiten, regelmäßig Festivals dieser Art statt. Außerhalb der Museumshallen auf einem Feld, wie ich dies schon aus früherer Jugend kannte. Das Museumsgelände an sich ist ein buntes Sammelsurium an Exponaten aus Landwirtschaft, Technik und Militaria, mit z. T. antiken Stücken.

Diese Anlage werden wir in absehbarer Zeit einmal besuchen, für den Sonntag kamen wir explizit nur für die Heavy Steel Aktion. Die Sonne brannte erbarmungslos vom blauen Himmel, dazu eine Schwüle und Feuchtigkeit – nicht gerade angenehm. Wir waren am frühen Morgen zeitig vor Beginn dort, ich sicherte mir sogleich auf der Tribüne am höchsten Punkt einen Platz, am Geländer lehnend als Rückenlehne und genügend Beinfreiheit, damit man sich zwischendurch auch mal setzen kann. Mit großer Verwunderung musste ich feststellen, dass entlang der Absperrung schon zig Menschen auf Klappstühlen und mit allen möglichen Varianten von Sonnenschutz und Kühltaschen Platz eingenommen hatten. Wahrscheinlich alles Besucher, die mitsamt geräumigem Caravan anreisten und nun auf dem eigens angelegten Parkplatz ihre überdimensionalen Fahrzeuge parkten. An eine Kopfbedeckung, Tuch, Schal o.ä. dachte leider keiner von uns. Als Tipp für kommende Besucher bei extremen Wetterbedingungen: ausreichender Sonnenschirm oder zumindest Hut mit breiter Krempe, im schlechtesten Fall Gummistiefel und Regenjacke und eine gut gefüllte Kühltasche wären trotz zahlreichen Getränke- und Imbissbuden für die Portemonnaie-Schonung nicht schlecht. Der Eintritt pro Person schlug bereits mit 20 Euro zu Buche. Ich hingegen war lediglich mit einem Wasserfläschchen, Fächer, Sonnenbrille und Sonnencreme ausgestattet und wartete gespannt auf den Beginn. Rückseitig noch ein Blick hinter die Kulissen und den weiten Blick auf die Frickenhofer Höhe.

Der Geräuschpegel röhrender Motoren wurde lauter, die Stimme durchs Mikrofon kündigte den Beginn an und los ging die Darbietung mit verschiedensten Motorrädern. Einzeln wurden die Maschinen und ihre Fahrer vorgestellt. Im Anschluss folgten Traktoren unterschiedlichster Epochen.

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Zwischendurch war die Aufmerksamkeit mit Blicken in den Himmel beeinträchtigt. Die angekündigte Antonov AN-2 drehte ihre Runden über das Festivalgelände und machte Werbung für die zu buchenden Rundflüge ab dem Flugplatz Heubach. Wie wir danach erfuhren, waren alle Flüge ausverkauft.

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Dann wurde die Menge plötzlich unruhig, der Lärm nahm zu, die Erde bebte und ein Brückenpanzer befuhr das Areal und ließ eine ordentliche Abgaswolke übers Gelände ziehen. Aber diese Show gehört bei solchen Events einfach mit dazu.

Letztendlich baute der Panzer mit lautem Getöse eine Brücke auf, auf diese einige folgende Fahrzeuge auffuhren.

Während dem Brückenabbau musste auch ich mich einmal kurz setzen, den Rücken und die Füße entlasten. Alle möglichen Schuh- und Kleiderstile trifft man auf solchen Events. Vom Sommerkleidchen mit Flip-Flops und Regenschirm mit Rüschchenrand zu Camouflage-Outfits und Rockerkleidung mit entsprechendem Schuhwerk samt normalem Gartensonnenschirm war alles vertreten. Aber die zünftigen Treter meines Vordermanns hätten mir wohl nie ein Grinsen ins Gesicht gezaubert, hätte ich mir nicht kurz eine Auszeit gegönnt.

Wenn ich dachte, bis dato hätte harter Stahlt, Motorenlärm und Beben die Höchstgrenze erreicht, dann unterlag ich wirklich einer Täuschung. Nun ging es los! Hintereinander fuhren die verschiedenen Panzer von Marder, Gepard und Leopard 1 in die Manege ein. Das waren Auftritte die auch mich total begeisterten!

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Danach war zunächst einmal Pause angesagt, was im Anschluss gefolgt hätte konnte ich aufgrund des Lärms nicht verstehen. Wir mussten jedoch aus persönlichen Gründen aufbrechen, auch die zahlreichen Flohmarktstände, vorwiegend mit Military-Zubehör und Fahrzeug Ersatzteilen, schauten wir uns nicht mehr an. Am Ausgang trafen wir dann noch auf die große Menschenmenge rund um Michael Manousakis, für uns reichten diese Schnappschüsse.

Bis demnächst mal wieder „beim Kiemele“ in Seifertshofen, dann jedoch im Museumstrakt.

Gruß Karin

Abkühlung im Eisenbachsee

Sosehr ich letzten Sommer meine Auszeiten im Waldhäuser Badesee genossen habe, so wenig konnte ich mich dieses Jahr dazu aufraffen, den heißen Sommertagen im kühlen Nass zu trotzen. Mein Schwesterlein hat mich letzten Samstag fast dazu genötigt, mit ihr zusammen zum Baden zu gehen. Dazu noch in einem See, von dem ich bis dato noch nie gehört hatte, gerade einmal knapp 10 km von Zuhause entfernt – dem Hochwasserrückhaltebecken Eisenbach bei Alfdorf Pfahlbronn, Rems-Murr-Kreis.

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Idyllisch inmitten des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald gelegen, umgeben von Wanderwegen, sonnigen und schattigen Liegewiesen, ausreichenden Parkplätzen, Kiosk mit Toilettenanlagen, Notrufsäule – was will der Mensch mehr?

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Obwohl der See von vielen Sonnenanbetern, vorbeikommenden Radlern, Schwimmern, Luftmatratzenliebhabern, Paddlern, Stand-up-Paddlern und am Ufer spielenden Kindern gut besucht war, wurde es nicht zu voll oder zu laut, es verteilte sich gut, man fühlte sich nicht gestört. Gut fand ich vor allem, dass die Verhaltensregeln bezüglich Musik, Lautstärke und Tieren eingehalten wurden.

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Die Seerosen hatten es mir besonders angetan. An einer ruhigeren Ecke wo sich auch spürbar wärmeres Wasser befand, war diese kleine Ansammlung anzutreffen.

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Auch der einige Gehminuten entfernte Kiosk ist sehr praktisch, das Tässchen Kaffee am Nachmittag ist schon was wert – wenn es auch keinen Kuchen dazu gab. Das Besondere an diesem Kiosk ist obendrein, dass während des Sommers hier am Samstagabend abwechselnde Livebands spielen. Tolle Werbemaßnahme!

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Vielleicht trifft man sich dann einmal, wer weiß!

Mit abgekühlten Grüßen, Karin

Glück auf in Zwickau

Stadtwappen

Aus persönlichen Gründen fuhr ich letzten Sonntag mit dem Auto nach Zwickau. Das erste Mal in den östlichen Teil Deutschlands und seit 30 Jahren das erste Mal, dass ich die einfache Strecke von 360 km alleine fuhr. Dazu auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit, die ich wohl noch nie fuhr – alles in allem für mich eine echte Herausforderung, die ich jedoch mitsamt der Rückfahrt meisterlich bewältigte :).

Im Vorfeld lud ich mir die „Zwickau-App“ aufs Handy. Eine super Applikation, die hervorragend gestaltet ist. Ein Stadtführer, der die wichtigsten Informationen preisgibt, denn für den Montag plante ich eine kleine Stadtbegehung. In Zukunft werde ich vor Städtereisen immer checken, ob es für das auserkorene Reiseziel eine vergleichbare App gibt.

Bekanntermaßen sind Museen fast weltweit montags geschlossen. Im Nachhinein kann ich das für meinen Kurzbesuch nur begrüßen, sonst wäre ich nicht kreuz und quer durch die Stadt gelaufen um mir all die schönen Gebäude und Sehenswürdigkeiten von außen anzuschauen.

Nun möchte ich euch unbedingt die Stadtgeschichte ans Herz legen www.zwickau.de. Unter dem Suchbegriff „Zwickau – Silber, schwarzes Gold und Autos von Horch bis VW“ (bitte genau diese Schreibweise) erfahrt ihr die wichtigsten Eckdaten. Aus rechtlichen Gründen ist mir das Kopieren leider nicht gestattet, also bitte folgt dem Link und lest euch die interessanten Daten durch.

Ich starte nun eine Bilderreise durch Zwickau, der viertgrößten Stadt Sachsens. Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 103 Quadratkilometer, sie liegt an der 166 km langen Zwickauer Mulde am Fuße des Erzgebirges. Mit Stand vom 31.12.2021 haben 87.277 Personen ihren Hauptwohnsitz in Zwickau.

Wenn ihr mit der Maus über die Fotos geht, wird der Name des jeweiligen Objektes sichtbar.

Für mich als Kurzausflügler hat sich Zwickau wunderschön präsentiert. Bequem auf ebener Strecke zu gehen, sauber, herausgeputzt. Auch bin ich nur äußerst freundlichen Menschen begegnet, das Autofahren und Parken ist selbst in der Innenstadt möglich, die Parkgebühren dazu noch sehr viel günstiger als bei uns in Schwäbisch Gmünd.

Dem Komponisten und Kind dieser Stadt, Robert Schumann, wurde natürlich ein Denkmal gesetzt.

Wandmalereien, WallArt, Graffiti – wie immer wir es nennen mögen. Seit Street-Art in Mannheim bin ich damit infiziert und habe innerhalb des Stadtgebietes diese Kunst immer wieder entdecken dürfen.

Den sächsischen Dialekt konnte ich auch verstehen, wenn ich auch manches Mal kurz innehalten und überlegen musste, was nun wohl gemeint war. Auch den Bergmannsgruß „Glück auf“ konnte ich des Öfteren beim Vorbeigehen an kleineren Einzelhandelsgeschäften hören. Wunderbar, wenn sich solche Traditionen erhalten. Schön gestaltete Naherholungsecken verteilen sich in der Stadt, so wie z. B. der Rad- und Wanderweg Muldendamm oder das Muldeparadies. Dort stieß ich auch auf die wunderschöne Paradiesbrücke aus dem Jahr 1900 und das Kunstwerk „Erinnerung – es ist Feierabend – Schicht im Schacht“.

Ebenfalls eingebettet im Muldeparadies, direkt an den Plattenbauten, sind Reste der Stadtmauer und dem Pulverturm aus dem 15. Jhrd zu sehen. Eine gut gelungene Verbindung von alt und neu – wie ich finde.

Etwas stiefmütterlich vernachlässigt wirkt hingegen das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Ich musste vor dem Ablichten erst einmal das hohe verdorrte Gras zur Seite nehmen. Sagt dies etwas aus?

Auch bin ich an einer Reihe von Brunnen vorbeigekommen, an denen man sich wunderbar im Schatten niederlassen und etwas Erfrischung suchen kann. Letzten Sonntag und Montag war auch das Wetter in Zwickau äußerst heiß, so wie wir es schon die letzten Wochen über kannten.

Das Highlight der Stadt dürfte wohl der Schwanenteichpark sein, die älteste gartengestalterische Anlage Zwickaus. Leider existiert das Schwanenschloss nicht mehr. Jedoch verteilen sich im Park rings um den Teich Sitzgelegenheiten, Denk- und Mahnmäler, Tiergehege, Freilichtbühne und so manches mehr.

Schwanenteichpark10

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Die berühmte Wasserfontäne im Schwanenteich kann laut Internetrecherche im Frühjahr und Sommer nur zwischen 13 und 19 Uhr bestaunt werden. Leider wanderte ich schon am Vormittag durch die Anlagen. Aber so müsste dies dann aussehen.

Schwanenteichpark9

Wieso nun Zwickau in seinem Stadtwappen u. a. den Schwan verewigt hat, wie ihr auf dem Foto des Kanaldeckel eingangs sehen könnt, dies erschließt sich nach der Lektüre auf der Website der Stadt unter dem Suchbegriff: „Zwickau und der Schwan“. Eine etwas längere Geschichte.

Nun nochmal eine ganze Reihe von bemerkenswerten Häuserfassaden, die mir bei meinem stundenlangen Flanieren durch die Stadt auffielen. Nach wie vor wird einiges saniert.

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Zum Essen ließ ich mich neben dem Dom bei Wenzel nieder. Leider fand ich nun nichts typisch sächsisches, auf schweren Braten mit Soße war mir an diesem heißen Tag nicht, doch die auserwählten Käsespatzen brachten den Spruch auf der Serviette genau auf den Punkt.

Das Trabant-Denkmal suchte ich vergeblich. Leider traf ich in der Straße nur ausländische Touristen oder Menschen, die hinter meiner auf hochdeutsch artikulierten Frage eventuell meinen Heimatdialekt hörten und mich aufgrund unseres Baden-Württemberg Slogan „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ gar nicht verstehen konnten? Ich weiß es nicht.

Den gesuchten Trabant entdeckte ich dann als Ausstellungsstück in meinem Hotel.

im Hotel

Mit diesem symbolträchtigen Foto des in Zwickau gebauten Kleinwagens verabschiede ich mich nun heute von euch. Bin gespannt, welcher App ich bei der nächsten Stadtbesichtigung folge.

Bis dahin, Gruß Karin

Panorama-Museum

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Ein Besuch im Panorama-Museum https://www.schwaebisch-gmuend.de/panorama-museum.html im 1. Obergeschoss des historischen Gebäudes „Grät“ am Marktplatz 7 in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis, Baden-Württemberg) stand schon lange Zeit auf meiner Liste, letzten Samstag war es dann endlich soweit. Die Grät, eines der ältesten Gmünder Häuser, diente ehemals als Rathaus, Schultheißensitz und Kaufhaus. Der steinerne Unterbau und das erste Fachwerkgeschoss stammen aus dem Jahr 1536. Der Name ist von den treppenförmigen Gerüsten oder Schrannen abgeleitet, wo die Waren angeboten wurden.

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In diesem alten imposant hohen Gebäude fällt sofort die schöne Holztreppe ins Auge, die mich zum Glück nur ein paar Stufen ins 1. Geschoss bringt. Wenn ich an der Fassade die vielen Stockwerke betrachte, möchte ich nicht wissen, mit wie vielen Stufen man nach ganz oben kommt – ich habe es leider nicht probiert. Das Museum besteht aus dem „Schwäbisch Gmünder Epos“ – einer Stadtgeschichte dargestellt in Bildern und dem „Staufer-Saga-Panorama“, beides gemalt vom Stadtmaler Hans Kloss (1938-2018) https://hans-kloss.de/.

Bei meiner Ankunft hatte das Museum noch geschlossen. Ein Hinweisschild informierte die Besucher, eine Telefonnummer anzurufen, es käme dann innerhalb kürzester Zeit jemand. Ich konnte die Zeit bis zum Eintreffen des Museumsmitarbeiters damit nutzen, die mannigfaltig ausgestellten Exponate im Vorraum zu begutachten. Herr Kloss war ein sehr variantenreicher und breitangelegter Künstler. Die Liebe zum detailgetreuen und exakten Malen kommt wohl von seinem erlernten Beruf des Keramikmalers. Rund 80 Bilder, Drucke und Grafiken zieren die Wände.

Des Weiteren fällt dem Besucher im Vorraum eine Nische mit Figuren auf, folgende Beschilderung klärt auf:

Und dann war es auch soweit, das Museum öffnete und Herr Bächtold gab 2,5 Stunden lang äußerst begeistert sein Wissen über Geschichte, Fakten, Anekdoten und Vermutungen zum Besten. Ich kann jedem interessierten Besucher eine Führung wärmstens empfehlen. Zu schnell würde der Laie die vielen Details auf den farbenprächtigen Gemälden von Herrn Kloss übersehen oder nicht richtig deuten können. Zu beachten gilt auch, dass die künstlerische Freiheit und Interpretation zu beachten sind.

Von Mai 2009 bis Ende 2012 entstand zu Ehren der 850-Jahrfeier der Stadt, das „Schwäbisch Gmünder Epos“. Auf 15 großformatigen Ölbildern werden Episoden der Stadtgeschichte dargestellt. Für nähere Erklärungen empfiehlt sich das Begleitbüchlein, welches im Museum zu erwerben ist.

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Nach dem Stauferrundbild vom Kloster Lorch, wovon ich irgendwann noch berichten werde, und dem Gmünder Epos, entstand von August 2012 bis Oktober 2015 das „Staufer-Saga-Panorama“ in Öl mit den Maßen 15 x 3 Meter.

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Anlässlich der Uraufführung der Staufersaga 2012 hat Herr Kloss in Öl das Gruppenbild von damals festgehalten – in Neuzeit. Das heißt, auch die Planer, Macher und Zeichner mit Handy in den Händen sind zu sehen. Auch hat sich Herr Kloss mit seiner Lebensgefährtin verewigt – als weiße Flecken. Über 1300 Schauspieler und Statisten wurden detailgetreu in ihren Originalgewändern verewigt. Vorab wurde jede Person aus verschiedenen Blickrichtungen fotografiert und später so genau als möglich zunächst vorgezeichnet und anschließend mit Öl ausgemalt. Eine Wahnsinnsarbeit!

Voller Eindrücke über das Schaffen eines Künstlers und der Geschichte meiner Geburtsstadt fuhr ich nach Hause und nahm mir vor, über dieses kleine beeindruckende Museum zu berichten damit ich möglichst viele dazu ermuntern kann, sich diese Werke anzuschauen.

Wer nicht über sich und durch seine Arbeit spricht, hat nichts zu sagen!

Hans Kloss

Gruß Karin

Libanon-Fest im Klostergarten

2007 gründete die Klostergemeinschaft der Franziskanerinnen aus Schwäbisch Gmünd die Agnes Philippine Walter Stiftung und somit konnte nun letzte Woche das 15-jährige Bestehen nachgefeiert werden. Aus Corona-Schutzgründen musste dieser Geburtstag letztes Jahr leider ausfallen. Unter dem Aspekt, vor allem gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Zwecken zu dienen, fördert die Stiftung lokale, sowie regionale, nationale und globale Projekte und ist somit weltweit aktiv. Die Schwerpunkte der Unterstützungen liegen vor allem bei Frauen und Kindern, der Gesundheit, der Bildung und der Katastrophenhilfe.

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Wir waren das 1. Mal auf dem Klostergelände und somit auch in dem wunderschönen friedlich anmutenden Park, der sich an das Kloster-Hospiz anschließt. Ein sehr angenehmes Lüftchen wehte dort droben auf dem Berg mit Blick hinab auf Teile der Stadt. Nach Tagen voller Wärme und Hitze, die uns der Juni 2023 bescherte, eine willkommene Abkühlung. Alles war festlich dekoriert, von Weitem schon wurden wir mit arabischer Musik willkommen geheißen.

Drei Informationsstände unter schützenden Pavillons klärten die Besucher über die aktuell im Brennpunkt stehenden Projekte im Libanon auf:

  • Zeltschule München e.V., baut und betreut Schulen in Flüchtlingsunterkünften
  • Malteser Jugend – Sprache des Herzens, organisieren Sommercamps für körperlich und/oder geistig benachteiligte Kinder
  • Stadt Schwäbisch Gmünd und Schorndorf, Schulbus- und Unterrichtsmaterialbeschaffungs-Projekt für Kinder aus dem Nordlibanon.

Nach den Eröffnungsreden und offiziellem Vorstellen der einzelnen Projekte durfte man sich auch ein kleines Bild der kulinarischen Vorzüge des Landes machen. Zum einen erwarben wir eine Flasche libanesischen Wein, welcher übrigens genau meine Wellenlänge hatte. Zum anderen bedienten wir uns auch an den kostenlosen Speisen, die ausgeteilt wurden.

Die Darbietungen orientalischer Tänze unter der Leitung von Denis Fürstenau aus Schwäbisch Gmünd, kamen beim Publikum doch sehr gut an, obwohl die freizügig gekleideten Bauchtanzdamen zwischen den Klosterschwestern in ihren Habits für mich doch etwas befremdlich wirkten.

Noch ein letzter Blick auf das beschützende Auge der Fatima und die Musikanten…

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… bevor wir unsere schönen Sitzplätze räumten und für weitere Gäste Platz machten, die sich die Leckerbissen ebenso schmecken lassen wollten.

Selbstredend, dass in den einzelnen Projektpavillons auch Spendenkässchen bereitstanden, dazu wurde dieses Jubiläum schließlich so groß gefeiert. Es ist jedoch auch ganz einfach, über die Website der Stiftung https://www.apw-stiftung.de/ einzelne Projekte mit einem Wunschbetrag finanziell zu unterstützen.

In diesem Sinne, salam, ya’tik el’afiye (falsche Schreibweisen mögen man mir verzeihen)

Karin

Vom Blog zum Buch

Weihnachten 2019 bekam ich vom Göttergatten einen Gutschein für eine Bindearbeit geschenkt. Direkt ratlos war ich, was ich damit wohl anfangen sollte. Auch der beigefügte wunderschön gestaltete Flyer der Buchbinderin brachte mich auf keinerlei Idee, was ich nun restaurieren oder binden lassen sollte. Vorschläge von seitens meines Mannes wies ich rigoros ab, dies machte für mich keinen Sinn. Im Laufe der Monate und Jahre! machte mich dieser Gutschein zusehends ärgerlich. Ich wusste einfach nicht, was ich damit anfangen sollte.

Doch dann hatte ich irgendwann die zündende Idee! Ich gestalte meinen Blog zum Buch. Rücksprachen mit Frau Schanz motivierten mich dann zusätzlich. Doch dann stand viel Arbeit bevor. Korrekturlesen, ins richtige Format setzen, Fotos anpassen, bei Frau Schanz vor Ort Besprechungen und vieles mehr.

Letztendlich habe ich alles im Copycenter ausdrucken lassen, was nochmals jede Menge Bares verschlang. Dann konnte ich letzte Woche endlich den Stapel loser Papiere auf dem Hohenstaufen abgeben und vorgestern durfte ich stolz mein Buch abholen.

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Heute vor 9 Jahren, am 21.06.2014, veröffentlichte ich den 1. Beitrag. Bis heute sind es bereits 240 Geschichten, die ich erzählte. Und nun fasst mein (1.?) Buch die Jahre 2014 – 2017. Somit hätte ich theoretisch weitere Arbeit in petto, mal schauen ob ich die nächsten Jahre nicht nur dem Äther, sondern auch dem Papier widme… mein Leben bleibt wohl weiterhin schreibhaft…

Selbst wenn mein Blog eines Tages nicht mehr existent sein sollte, so besteht dann wenigstens ein Nachschlagewerk zur Erinnerung – Dank Jogi!

Bleibt gespannt wie es weitergeht, Gruß Karin

Halt Stehenbleiben!

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Dieses Jahr feiert das Polizeimuseum Heubach e.V., Ostalbkreis in Baden-Württemberg, seinen 20. Geburtstag. Dazu lud es am 20. Mai 2023 zu einem Tag der offenen Tür ein. Die Tageszeitung brachte darüber einen großen Bericht und dies machte neugierig.

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Bereits auf dem Schlossplatz herrschte reger Betrieb und Festtagsstimmung. Polizeifahrzeuge von früher und heute waren ausgestellt, die Polizeikapelle Ostalb unterhielt mit flotter Musik die zahlreichen Menschen, die sich bei Kaffee, Kuchen und Würstchen rund um den Platz auf den angebotenen Sitzgelegenheiten niederließen.

Normalerweise kann das Museum nur nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden. Es befindet sich in der Schlossstraße 7, im selben Haus wie der Polizeiposten. Zusätzlich zu dem kleinen Raum, der als Museum und gleichzeitig Aufenthaltsraum für die Beamten diente, wurde nun auch der Gewölbekeller des ehemaligen Wohnhauses ausgebaut und dient nun ebenso musealen Zwecken.

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Direkt neben dem Polizeiposten befindet sich das Heubacher Schloss in dem sich u. a. das Miedermuseum befindet, wovon ich bereits schon im August 2021 Was Frauen drunter anhaben berichtete.

Das Polizeimuseum entstand aus der privaten Sammlung eines ehemaligen Polizeibeamten und seinem Interesse an der Geschichte des Heubacher Polizeipostens.

Da über die Vorgänger dieses Postens nichts bekannt war und ebenso keine Unterlagen mehr vorhanden waren, begann sich Anfang der 80er Jahre besagter Polizeibeamte für die Geschichte seiner Dienststelle zu interessieren. Durch Recherchearbeit in alten Karteikarten, Familienregistern, Stadtarchiv und Kirchenbüchern in Heubach, Bartholomä und Böbingen versuchte der Beamte zunächst an die Namen der ehemaligen Landgänger, Gendarmen und Polizeibeamte zu gelangen. Anschließend versuchte er über Kirchenbücher, Notare, Einwohnermelde- und Friedhofsämter auf noch lebhafte Nachkommen zu stoßen. Mit diesen und noch allen lebenden Kollegen nahm er dann Kontakt auf und kam somit an Urkunden, Dienstausweise, Bücher, Waffen, Helme und persönliche Gegenstände, die ihm übrigens alle überlassen wurden. Vervollständigt wurde die Sammlung durch Unterlagen aus den Archiven des Landratsamtes Schwäbisch Gmünd und dem Staatsarchiv in Ludwigsburg. Quelle: Flyer Polizeimuseum

Der große Anziehungsmagnet dürfte wohl der Polizistenmord aus dem Jahr 1968 sein. Akribisch bis ins letzte Detail wird alles dargestellt und ausgestellt.

Auch sonst umfasst die Sammlung sehr schöne Dinge, wissenswert, faktenreich und auch kurios. Doch nun macht euch selbst ein Bild, viele weitere Eindrücke gibt es direkt im Museum.

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Der Eintritt ist übrigens frei. Das Geräusch aus dem Spendenkässchen direkt am Treppenaufgang klang beim Einwurf meines Obolus leider noch sehr hohl. So viele Menschen besuchten die Räume treppauf- und treppab, bleibt zu hoffen, dass der Verein auf anderem Weg finanzielle Unterstützung findet.

Nun bleibt rechtschaffen und ehrlich, nicht dass der Schutzmann eines Tages ruft: „Halt Stehenbleiben!“

Gruß Karin

Istrien…

Sehr kurzentschlossen reisten wir für eine Woche an den kroatischen Teil der Halbinsel Istriens. In Spanien herrschte bereits im April und Anfang Mai eine Rekord-Hitze, in Teilen Italiens und auch in Deutschland herrschte aufgrund der tagelangen Regengüssen landunter. Trotzdem wünschte die Dame des Hauses das bereits gewohnte Urlaubs-Dreigestirn. Sonne – aber bitte nicht zu heiß, Meer – zumindest Außenpool und bitte wohl temperiert und natürlich das Schwimmen im Selbigen. Die Obrigkeit über den fahrbaren Untersatz wünschte zudem die Anreise per Auto und somit nicht allzu weit – wenigstens freute sich die Gattin über den verfügbaren Stauraum im Fahrzeug und zum Glück war der Göttergatte nach dem Genua Urlaub im vorigen Jahr schon einiges gewohnt.

Joachim übernahm wieder einmal die Planung, nach stundenlanger Recherche lautete das auserkorene Ziel Plava Laguna Resort, explizit Villas Park Plava Laguna in Poreč, im Westen der Insel.

Über die A7 Richtung München ging es los, erste Station war Salzburg. Hier waren wir vor zig Jahren schon einmal, unser Sohnemann wurde damals noch im Buggy durch die wunderschöne Mozartstadt und durch die Festung Hohensalzburg kutschiert. Trotzdem zieht mich dieses imposante Wahrzeichen aus dem 11. Jahrhundert in ihren Bann. Auch die zahlreichen Fiaker sind aus der Stadt nicht wegzudenken. Doch besichtigt wurde nichts, wir suchten uns ein Plätzchen im Parkhaus und wanderten direkt um den Dom herum zum nächsten Straßencafé für ein Tässchen Koffeinschub um danach die Weiterreise gen Slowenien anzutreten.

Hier nun einige Eindrücke aus Salzburg:

Am späten Abend in Slowenien angelangt, bezogen wir dann in Lesce in der Pension Török für eine Nacht unser Reich. Unser Abendessen nahmen wir im Restaurant Tulipan ein, von den Gaumenfreuden einmal abgesehen, war die Präsentation schon ein Augenschmaus. Findet ihr nicht?

Zum großen Erstaunen waren in Slowenien so viele Menschen der deutschen Sprache mächtig. Erst später in Istrien bemerkten wir, dass fast nur Urlauber aus Österreich oder Deutschland anzutreffen waren. Die Nähe zu Österreich kann ich ja verstehen, aber dass wir auch so viele Landsleute bemerkten war mehr als verwunderlich. Dazu die Speisekarten zusätzlich mindestens auf Deutsch und englisch.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen setzten wir die Fahrt zum endgültigen Ziel fort. In der Hotelanlage angekommen, checkten wir ein und wurden in die Modalitäten bezüglich Parken und Wohnen eingewiesen.

Das 2018 entstandene 4-Sterne Resort mit Hotelzimmern, Ferienwohnungen und Villen schien sich erst so halb auf die Saison vorzubereiten. Hier muss im Hochsommer ganz schön Trubel herrschen. Der als Familienurlaubsort ausgelegte Komplex bietet für alle Altersklassen und Bedürfnisse Aktivitäten an. Zum Glück kamen wir vor Saison, wir wollten Ruhe und Entspannung und fanden dies auch.

Ich versuche nun den Übersichtsplan zu beschreiben: Das Hotel mit normalen Zimmern und großzügigem Speisesaal für Frühstück- und Abendessen Buffett soweit gewünscht, beheizter Außenpool der von allen Gästen genutzt werden darf (hier pink dargestellt). Angegliedert Tennisplätze wo regelmäßig österreichische Trainingscamps stattfinden. Dann gab es eine Appartementanlage mit großer unbeheizter Poollandschaft die ebenso alle benützen dürfen (rosa dargestellt). Im Anschluss gliedern sich einfache Villenhäuser an (hellblau) und schließlich die Komfortvillen mit eigenem Pool, ebenso unbeheizt (lila). Wir hatten die Villa 812 (siehe Pfeil), eine super Lage. Eingang vorne am Weg, Terrassen, Liegen, Hängematte alles seitlich, nach hinten nur Garten vom Nebengrundstück – und überall GRÜN. Die ganzen Häuser fügen sich stimmig in die Landschaft ein, großer alter Baumbestand um den offensichtlich drumherum gebaut wurde. In der ganzen Wohnanlage herrscht nur Fußverkehr, Fahrzeuge werden auf den Parkplätzen abgestellt, die Komfortvillen haben alle ihren eigenen abschließbaren Parkplatz, Gepäck wird mit Elektrowägelchen kutschiert. Auch erfolgt der Zutritt anhand Gatter in den Villenbereich und den eigenen Pool nur per Chipkarte, den restlichen Komplexbewohnern ist der Zutritt nicht gestattet.

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Die Villa war ein Traum! Außerhalb des Eingangs ein Abstellraum, beim Betreten links ein Gäste-WC, rechts ein Schlafzimmer mit zwei einzelnen Betten, TV, großzügigem Schrankstauraum, Bad mit Regendusche, Waschbecken, WC, ein weiteres Schlafzimmer mit Doppelbett, TV, Safe, Einbauschrank und Bad, Wohnzimmer mit Couch, TV, Essbereich, Küche mit Spülmaschine, Herd, Wasserkocher, Kaffeemaschine, Nespressomaschine, Kühlschrank, Gefrierschrank, Mikrowelle, ausreichend Geschirr. Auf der Terrasse großer Tisch, Gasgrill, 4 Sonnenliegen, äußerst bequeme Hängematte, Sonnenschirm – es war traumhaft. Obwohl ausgebucht, herrschte Ruhe. Alle benahmen sich ruhig, selbst die Kinder. Keiner grölte oder schrie herum.

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Leider war das Wetter die ersten 2 Tage auch recht regnerisch und kühl, doch am 3. Tag hielt mich nichts davon ab, mich in den unbeheizten 18 Grad kalten Pool zu trauen! Bitteschön – ich kann auch untemperiert. War das schön! Alles für mich allein!

Täglich kam noch eine andere Gästin mit ins Wasser und zog ihre Bahnen. Auch mein Mann versuchte mit sichtlichem Unbehagen meine Badefreuden zu teilen, was ihm jedoch nicht gelang. Ansonsten hatten nur die Möwen, Tauben und natürlich ich Badespaß!

Natürlich spazierten wir auch hinab zur Uferpromenade. Das glasklare Wasser würde eigentlich zum Baden einladen, jedoch war es immer noch Frühjahr, die Saison hatte noch nicht begonnen, niemand badetet außerhalb beheizter Pools, viel lieber ließ man sich mit warmem Jäckchen für eventuell aufkommendem kühlen Wind in einem der zahlreichen Cafés nieder und genoss die Drinks und den Blick aufs Wasser bis zum Sonnenuntergang.

Eigentlich befindet man sich vor den Toren von Poreč, in Špadići. Hier gibt es für das tägliche Leben eines Urlaubers auch alles zu kaufen. Wie bereits in Slowenien, auch hier die Speisekarten zusätzlich mindestens in Englisch und deutscher Sprache. Gegessen haben wir immer gut, mehrmals im Restaurant Willy, da fußläufig zu unserer Unterkunft. Die Sprache der Gäste – wie kann es anders sein – deutsch, dem Dialekt nach meist Österreicher.

Mit einem Elektrozügelchen konnte man die knapp 3km für kleines Geld von Špadići nach Poreč fahren. Auch dort wollten wir nur umherschlendern, trinken, essen, beobachten. Obwohl hier die Euphrasiusbasilika aus dem Jahr 539-553 steht und als UNESCO-Weltkulturerbe zählt, wollte ich diese nicht besichtigen. Das hätte eindeutig unseren Zeitrahmen gesprengt und ich hatte auf Kultur so gar keine Lust. Das Wetter war so schön, ich wollte die Zeit mit Joachim draußen genießen und nicht allein in der dusteren Kirche mit Geschichte verbringen.

Somit einige Impressionen aus Poreč:

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Auf der geschützten Landzunge von Poreč gab es schon eine prähistorische Siedlung, als die Römer im 2. Jh. v. Chr. hier ein mit Türmen und Wällen befestigtes Castrum errichteten, das unter Kaiser Augustus im 1. Jh. n. Chr. den Rang einer Kolonie erhielt. Bereits im 3. Jh. n. Chr. bestand hier eine christliche Gemeinde. Für kurze Zeit regierten die Ostgoten die Stadt, ab 539 die Byzantiner und Bischof Euprasius ließ zwischen 543 und 554 die berühmte Basilika errichten.  Ab 788 stand Poreč unter der Herrschaft der Franken. im 12. Jh. erlangte der Ort Autonomie, ab 1232 gelangte er aber in den Besitz des Patriarchats von Aquileia. Obwohl sich Poreč 1267 als erste istrische Stadt unter den Schutz Venedigs stellte, erlitt es 1354 starke Zerstörungen durch die Genuesen. Es folgten harte Zeiten des Niedergangs: Pest, Piraten und Kriege setzten der Stadt zu. Unter den Habsburgern (1797 bis 1918) war Poreč Sitz des istrischen Parlaments und Standort einer Werft. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel die Stadt an Italien, nach 1945 an die jugoslawische Teilrepublik Kroatien.

Quelle: Reiseführer Trescher Verlag Istrien 1. Auflage 2015

Gegessen wurde natürlich auch wieder. Ein veganes Lokal wurde auserkoren, Artha, nur zu empfehlen. Wir saßen draußen auf der Terrasse, alles so schön gerichtet, es wurde mal wieder deutsch gesprochen und es war abermals ein Fest für Augen und Gaumen.

Übrigens haben wir bis auf einmal immer zu Hause gefrühstückt, auch haben wir einmal den Grill ausprobiert und uns selbst verköstigt. Supermärkte wie hier in Deutschland, aber natürlich bestand ich darauf auch einmal zu LIDL zu fahren :))

Wie bereits erwähnt, diente der Urlaub der reinen Erholung. Viel geschlafen, entspannt, Deutsches Fernsehen angeschaut, am Pool gelegen und etwas gesonnt und gebadet und abends gingen wir essen, wie das so im Urlaub eben ist. Wir waren in verschiedenen Konoben. Dies sind überwiegend kleine urige Restaurants wo einfache landestypische Gerichte angeboten werden. Meist ein Mischmasch zum modernen Agrotourismus. Wir haben wunderbare Lokalitäten kennengelernt wo das auf den Tisch kommt, was gerade geerntet, geschlachtet, gewurstet, gefischt oder gebacken wurde. Köstliche Dinge. Momentan ist vor allem der grüne wilde Spargel in aller Munde, im Rührei ein Hochgenuss. Ganz populär Kartoffeln mit Mangold. Mal Kartoffelstampf, mal ganz weiche gewürfelte Kartoffeln. Und dann natürlich das Gold Istriens! Trüffel!

Hier eine ganz moderne Konoba. Der Gartenbereich wunderschön, allerdings fehlte einfach das Urige, die Zubereitung des Essens hatte ziemlich lange gedauert da eine größere Gesellschaft zur Familienfeier anwesend war und viele weitere Gäste, auch war es viel teurer. Trotzdem dieses schöne Foto.

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Sechs Nächte sind schnell vorbei, der Aufenthalt war zu Ende. Auf der Rückfahrt haben wir abermals in Slowenien haltgemacht und dort in Jesenice, in der Heimat des Bergbau- und Eisenindustrie, zu Mittag gegessen. Ein ebenfalls uriges Lokal wo es viel zu Staunen gibt, das Ejga Guest House & Restaurant. Schaut euch die schöne Präsentation unseres Wildgulaschs mit selbstgemachten Tortellini an.

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Das war es endgültig, ab nun musste wieder selbst in der Küche gezaubert werden. Wir kamen sicher und heil nach Hause und sind gespannt, wohin die nächste Reise führt.

Dovidenja, Gruß Karin

Weiße Stationen Nr. 12,13,15

Weiße Stationen Nr. 6,7,8

Weiße Stationen Nr. 9,10,11

Den Eingangstext könnte ich nahezu aus dem Beitrag über die Stationen 9,10 und 11 kopieren. Unsere Erkundung war ebenso am letzten Sonntag und bei herrlich sonnigem Frühlingswetter. Die Fahrt ging zunächst nach Korb, dann wollten wir eigentlich weiter nach Kernen im Remstal, fanden dort jedoch nicht die Station und landeten plötzlich in Fellbach. Auf dem Rückweg wurden wir dann in Kernen fündig und somit besichtigten wir drei weitere Weiße Stationen des Architekturprojektes welche im Rahmen der Remstal Gartenschau 2019 erbaut wurden. Leider konnten wir an allen drei Projekten keinerlei Hinweis- oder Erklärungstafeln finden und von „Weiß“ kann nach all den Jahren auch keine Rede mehr sein. Ich finde es sehr bedauerlich, dass diesem Projekt offenkundig nicht mehr allzu große Bedeutung beigemessen wird. Hin und wieder fragte ich passierende Wanderer nach dem Weg. Keiner wusste mit den Schlagwörtern oder Bezeichnungen der Bauwerke etwas anzufangen.

Doch zunächst nach Korb, Station Nr. 12 trägt den Titel Fernsehen in Korb:

Inmitten der Kleinheppacher Weinberge ist ein Aussichtspunkt mit sagenhaften Panoramablicken auf Korb bis hin nach Fellbach, Stuttgart und das schöne Remstal entstanden. Schon von weitem erkennt man ihn, den Turm, der über dem Trinkwasserspeicher am sogenannten „Pfefferle“ in die Höhe ragt und vom Architekturbüro Studio Rauch aus München entworfen wurde. Im Inneren ranken sich zwei Treppen in luftige Höhe und erschließen den Aussichtsraum. Der Besucher erklimmt sich so die schönsten Perspektiven und wird immer wieder überrascht. Dort, wo die Treppen an die Innenfassade stoßen, sind Podeste und Öffnungen. Der Aufstieg wird zum Erlebnis der Umgebung und bietet einen Vorgeschmack auf die einmalige Aussicht vom Dachgeschoss aus.

https://remstal.de/themen/kultur/architektur/architekturprojekt-16-stationen#/article/269ed771-5785-4acb-a810-df13dda39827

Schon ein imposantes Bauwerk mitten in den Weinbergen! Mit Freude erblickten meine Augen beim Erreichen des Turms die in Mode gekommenen drehbaren, anatomisch geformten, überdimensional großen Holzliegen. Da wusste ich doch, wo wir nach der Besichtigung unser mitgebrachtes Vesper und Getränke genießen konnten! An diesem Tag feierten wir auch unseren 29. Hochzeitstag und nachdem mein Göttergatte mich am frühen Morgen mit Frühstück inklusive Backwaren frisch vom Bäcker überraschte, schmierte er noch fleißig Wegzehrung und transportierte ebenso gekühlte spritzige Getränke im Rucksack. Sehr liebevoll!

Doch nun eine Innenansicht der Treppengestaltung. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung konnte ich auf dem Bildschirm fast nichts erkennen, doch ich denke, ihr könnt erahnen, wie die Treppenverläufe gestaltet sind.

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Und hier nun die Ausblicke aus einigen Fensteröffnungen, Fernsehen aus verschiedenen Perspektiven!

Von dem großen Berg, dem Kleinheppacher Kopf, starteten einige Gleitschirmflieger. Von unseren Liegen aus hatten wir die beste Aussicht.

Zur Erinnerung an Korb durfte das obligatorische Foto nicht fehlen.

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Zurück zum Auto und weiter nach Fellbach, Station Nr. 15 trägt den Titel Belvedere:

Die filigrane Stahlkonstruktion am sogenannten „Wegedreieck“ markiert einen Ort zum Ausruhen, zum Innehalten und zur Begegnung. Die Pergola, vom Berliner Architekturbüro Barkow Leibinger für Fellbach entworfen, liegt in Mitten der Weinberge. Auf einem kleinen Plateau können die Besucher des Beldvederes das Werden des Weins von der Blüte bis zur Lese verfolgen, die traumhafte Laubfärbung genießen und den Blick dabei schweifen lassen. An der Pergola – übersetzte „Rankhilfe“ eines Vor- oder Anbaus – wird Wein emporwachsen und die luftige Konstruktion nach und nach zum Teil der Landschaft werden lassen.

https://remstal.de/themen/kultur/architektur/architekturprojekt-16-stationen#/article/cb9f1d3a-cc15-45d6-8dab-b0224a79936c

Weiß war diese Konstruktion, das muss man erwähnen, jedoch konnte ich sonst nichts mit dem Gebilde anfangen, die Ausblicke in die umliegenden Weinberge und Täler waren ähnlich, somit sind wir wieder zurück zum Auto marschiert und weiter ging die Fahrt nach

Kernen im Remstal, Station Nr. 13 trägt den Namen Wengerter Häuschen.

Weinberghäuschen (schwäbisch: Wengerter Häuschen) prägen das Landschaftsbild des Remstals genauso wie die dazugehörigen Weinberge. Sie dienen als Schutzhütte und als Lagerraum für Weinfässer, zur Aufbewahrung von Handwerkszeug und zur Bewirtschaftung des Weinberges. Die Architekten Kuehn Malvezzi aus Berlin haben für die Gemeinde Kernen im Remstal ein Wengerter Häuschen entworfen, das auf seine wesentlichen strukturellen Elemente reduziert ist. Offen in alle Richtungen hat der Besucher hier einen einzigartigen Blick über die Weinberge, das Tal und weit darüber hinaus. Das Häuschen bildet außerdem den Auftakt eines Parcours. Von hier aus führt ein kleiner Pfad über den Hügel, vorbei an terrassierten Pflückgärten. Durch variierende Kombinationen aus Bäumen und Sträucher erhält jeder Garten seinen eigenen Charakter und „verschenkt“ verschiedene Früchte.

https://remstal.de/themen/kultur/architektur/architekturprojekt-16-stationen#/article/a70a4457-5647-49e5-94bc-625cd25e107d

Die Wanderung vom Parkplatz bis zum Häuschen war etwas länger. Die Ruhepause mit beeindruckender Aussicht, auch auf die Ruine der Yburg, und nicht zu vergessen die restliche Verpflegung, versöhnten dafür.

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Wir wanderten zurück zum Auto, fuhren nach Hause und beendeten einen schönen Tag. Bleibt abzuwarten, wann die nächsten Stationen besichtigt werden.

Bis dahin, Gruß Karin

GARTENLust im Kloster Lorch

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Nachdem ich 2019 bereits den Staufermarkt im Kloster Lorch und Kürbis, Kunst & Kreativität im Kloster Lorch besucht hatte, war ich mir sicher, die diesjährige Messe mit dem klangvollen Namen Gartenlust nicht zu besuchen. Irgendwann gleicht ein Event dem anderen, abgesehen von kleinen saisonalen Veränderungen. Ob nun Kürbisse oder Osterdekorationen nebst Blumen, Pflanzen, Kräutern und Setzlingen – die restlichen Verkaufsstände ähneln sich doch auf allen Märkten immer wieder. Außerdem ist der stolze Eintrittspreis nicht zu unterschätzen!

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Hätte ich nun nicht zufälligerweise Freikarten geschenkt bekommen (wofür ich mich nochmals herzlich bedanke), dann wäre mir dieser schöne Freitagnachmittag „durch die Lappen gegangen“. Nach tristen Wintertagen genoss ich zusammen mit der Freundin unseres Filius die entspannten Stunden auf dem Klostergelände. Über 100 tolle Verkaufsaussteller zeigten voller Stolz und Freude nach langen Coronaentbehrungen ihre Schätze. Erfreulicherweise entdeckte ich dann doch auch die einen oder anderen unbekannten Verkaufsstände.

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Die Messe war für den 1. Tag schon gut besucht, auch wurde reichlich eingekauft. Bewundernswert, wie manche Besucher kleine Tischchen, Regale, mannshohe Dekostecker und Steigen voller Pflanzware zum weit entfernten Parkplatz trugen. Wir hingegen steckten unser Näschen in Dosen voller Raumdüfte bis wir uns für eine Geruchsnote entschieden und somit auch etwas nach Hause brachten.

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Ansonsten bekommt ihr hier einen kleinen Überblick über das riesige Angebot, es war einfach wunderschön anzuschauen.

Die Darbietung in der Klosterkirche des gregorianischen Chores Schola Cantores Lorchensis verpassten wir leider, doch ich konnte meiner Begleiterin die Kirche und den Kreuzgang zeigen und vor allen Dingen den Blick vom Kirchturm hinab in den Garten.

Auch die zuckersüßen Tierchen vom Alpakahof Kaut aus Horn durften bestaunt werden…

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…und ganz zum Schluss am Ausgang wurde uns aus dem Gestrüpp noch neugierig hinterher geschnattert.

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Bis zum nächsten Event, Gruß Karin

Schlanganger beim Aqua-Aerobic

„Was kosch denn heid?“ oder auch „Was soll i denn heid scho wieder kocha?“ Diesen ratlosen und oft total unmotivierten Fragen an die Teilnehmerinnen des wöchentlichen Wassersports hört man die unterdrückte Freude an der nahenden Mittagessenzubereitung schon an. Gepaart mit dieser gelangweilten und überaus lustlosen Mimik beim Gedanken das Wasser und die Leichtigkeit mit Küche und Herd zu tauschen, werden dann Vorschläge abgegeben und so hörte ich zum ersten Mal den Begriff Schlanganger.

Große Erklärungen folgten und die Frage, wieso ich dieses urschwäbische Gericht von der Ostalb denn nicht kennen würde? Vielleicht weil ich selbst zwar im Schwäbischen geboren wurde, meine Eltern jedoch zu Zeiten des 2. Weltkrieges als Flüchtlingskinder hierherkamen und nicht sofort auf der Ostalb beheimatet waren? Vielleicht weil man zwar Spielkameraden und Freundinnen hatte, gegessen wurde jedoch stets vom heimischen Herd und somit man gar nicht die Chance auf fremde Kochtöpfe hatte? Keine Ahnung. Zu Hause befragte ich dann irgendwann einmal die Suchmaschine und in der örtlichen Bücherei stieß ich dann zufällig auf ein Kochbuch des Ostalbkreises und da fand ich dann auch das Rezept und ebenso nähere Informationen dazu.

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Aha, es handelt sich um einen Schupfnudelteig der in einer langen Schlange in eine Auflaufform gelegt wird, mit Milch begossen wird und im Ofen ausbacken muss. Das klang doch machbar. In 25 Jahren Auslandsleben produzierte ich schon Tonnen von Schupfnudeln, da würde ich diese Schlange auch noch bewältigt bekommen. Dazu mussten die Schlanganger nicht gekocht oder anschließend noch angebraten werden. Fand ich sehr arbeitserleichternd.

Ausprobiert, für gut empfunden und seither wird dies immer wieder zubereitet. Ich habe mir die Seite aus dem Kochbuch abfotografiert und werde diese hier einstellen. Ich hoffe für die Autoren und den Verlag ist das in Ordnung, wenn ich Lust und Appetit auf weitere leckere Rezepte aus dem Buch mache.

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Und so sieht alles zusammen in der Rührschüssel aus, bevor es rasch vermengt wird.

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Anschließend wird auf der Arbeitsplatte gerollt und die Schlange in die Form gelegt:

Zum Schluss mit der heißen Milch übergossen und ab in den Ofen. Bei uns dient es als Beilage zum Fleisch oder nur mit Sauerkraut oder mit Salat oder süß mit Zucker/Zimt und Kompott. Die Möglichkeiten sind reichhaltig.

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Die Variante des Sperrknechts, also eine 2. Lage quer darüber, schmeckt uns nicht so sehr. Die untere Lage ist dann sehr durchfeuchtet, da ja dann auch mehr Milch verwendet wird. Darum gibt es bei uns nur den Schlanganger.

Aber bitteschön, probiert es aus, super einfach, schmackhaft und kostengünstig dazu.

Mahlzeit! Gruß Karin

Kunst im Alten Schulhaus

Abermals zeigt sich, dass auch Tratsch und Klatsch und ein Plausch mit einer Freundin durchaus Früchte tragen können. Von ihr erfuhr ich von dieser Veranstaltung und somit besuchte ich auch mit ihr zusammen vergangenes Wochenende diese Kunstausstellung im Dorf- und Kulturhaus Altes Schulhaus in Mögglingen.

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Kurz vor Weihnachten kam vorab schon dieser Zeitungsartikel in der Tagespresse, dieser machte erst recht neugierig und ich kann schon so viel verraten – der Besuch hat sich gelohnt!

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Die verschiedenen Räume des denkmalgeschützten Hauses aus dem Jahr 1818 waren geradezu prädestiniert für diese umfassende Sammlung. Vor allem das Obergeschoss mit seinen offenen Deckenbalken, der Wandverkleidung und dem Bodenbelag gänzlich aus Holz, boten zusammen mit der Lichtkonstruktion einen hervorragenden Rahmen für die Werke der Künstlerin.

Gleich beim Eintritt ins Alte Klassenzimmer, der Raum rechts nach dem Haupteingang, war ich schon geplättet von den ersten vier Gemälden. Ich habe schon mehrmals erwähnt, dass ich nur mit meinem alten Handy fotografiere und dieses keinesfalls die Klarheit der Pinselstriche wiedergeben kann, trotzdem möchte ich die Werke hier ablichten.

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Über den knarrenden alten Treppenaufgang gelangt man ins Obergeschoss. Bereits auf den letzten Stufen entwich mir ein OH!, denn durch die gläserne Zimmertür erspähte ich diese Werke, sie waren wahrlich ein Blickfang!

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Doch auch von den restlichen Malereien war ich mehr als beeindruckt. Auffällig ist, dass Frau Fischer sowohl Tiere als auch Landschaften und Menschen malen kann. Oftmals spezialisiert sich ein Künstler ja auf ein Gebiet. Aber frei nach ihrem Motto:

„Die Welt ist zu vielfältig um sich auf ein Areal zu beschränken“

werden die geliebten Kühe, das Antlitz der Tochter, die Freundin beim Geigenspiel und so manches mehr verewigt.

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Einige der Exponate waren bereits verkauft, die Ausstellung war sehr gut besucht und so wie ich es aus meiner Beobachtung sagen kann, waren die Besucher sehr beeindruckt und begeistert.

So wie wir! Also liebe Leutchen, redet miteinander, tauscht euch aus, erzählt von dieser talentierten Malerin, Stillschweigen könnt ihr ein anderes Mal! Gruß Karin

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Mit Pauken und Trompeten…

wurde in der Evangelischen Stadtkirche Lorch das Jahr 2023 begrüßt.

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Bereits zum 3. Mal bot unser Gotteshaus für das Trompetenensemble und den Domorganisten eine Wirkungsstätte für ein kurzweiliges Konzert der besonderen Art. Während der 75-minütigen Darbietungen konnten wir aufgrund unserer Plätze oben auf der Empore alles genau verfolgen. Wir hörten zu, staunten, beobachteten interessiert, genossen, träumten, versanken in unseren Gedanken und ließen uns warm verhüllt in der mitgebrachten Wolldecke mit geschlossenen Augen in der wunderbaren Musik fallen.

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Bekannte und unbekannte Stücke durfte man hören. Es wäre interessant gewesen, mal einen Blick nach unten zu werfen um zu sehen, wie viele Besucher sich im Kirchenschiff befanden.

Hier noch einige Daten zur Stadtkirche Lorch:

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Auch wenn das Jahr bereits schon wieder zwei Wochen alt ist, wünsche ich euch allen ein gesundes, zufriedenes und frohes neues Jahr. Sind wir gespannt, was es uns bringen mag!

Bleibt behütet, Gruß Karin

Bilder der Weihnacht –

das besondere Konzert im Advent.

Der Musiker und evangelische Pfarrer Clemens Bittlinger https://bittlinger-mkv.de war am 15.12.2022 zu Gast in der katholischen Barockkirche Mariä Himmelfahrt in Heubach-Lautern.

Ich war schon zeitig vor Ort und konnte mir die denkmalgeschützte und frisch renovierte Kirche aus dem Jahr 1783 ein wenig betrachten.

Mein Schwesterlein kannte den singenden Geistlichen bereits, konnte sich jedoch nicht mehr genau ans Programm vor vielen Jahren erinnern, nur so viel, es wäre ganz toll gewesen!

Aus der Zeitungsankündigung wurde ich nicht ganz schlau. Es konnte alles sein: Rhythmisch, melancholisch, verträumt, andächtig, Pop, irische Folkmusic – das konnte ich mir alles zusammen so gar nicht vorstellen. Und doch wurde alles erfüllt – und noch mehr! Es war unbeschreiblich schön, nachdenklich, eindrucksvoll, einfühlsam, hintergründig, provokant, humorvoll und vor allem Balsam für die Seele!

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Als singender Botschafter für die CBM, die Christoffel Blindenmission https://www.cbm.de, ist er unterwegs und klärt gleich zu Beginn der Veranstaltung über Beamer und Leinwand darüber auf, dass bereits mit einer 30 Euro Geldspende ein Augenlicht gerettet werden kann. Und was gibt es Wertvolleres als dieses Geschenk? Schaut bitte auf die Website, vielleicht wäre spenden statt schenken etwas für euch?

Musikalisch wurde der Abend mit Bittlingers Gästen aus Frankreich, der Schweiz, aus Würzburg und Offenbach gekonnt gestaltet, auch die Licht- und Tontechnik leistete hervorragende Arbeit. Zusammen mit den unzähligen Lichtquellen die im Altarraum verteilt waren, herrschte immer wieder eine sehr schöne Stimmung. Und natürlich nicht zu vergessen das Publikum! Denn dieses wurde anhand angezeigten Liedtexten immer wieder mit ins Geschehen integriert. Und wie meinte Bittlinger? Wenn man nun der Meinung wäre, der Abend wäre so lala gewesen, dann lag das ganz bestimmt nicht nur am Ensemble :).

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Bilder der Weihnacht. Dazu gehören Herodes, Maria und Josef, das Christuskind, Engel und Hirten, Stall und Tiere, die drei Weisen aus dem Morgenland, Himmel und Sterne. Abwechslungsreich werden biblische Gleichnisse, Bilder und Erzählungen musikalisch durch die verschiedensten Instrumente unterlegt und stimmgewaltig umrahmt. Knapp zwei Stunden lang schwebte in der fast vollständig belegten Kirche eine ganz besondere Aura.

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Vielleicht wäre dies auch einmal etwas für euch? Clemens Bittlinger ist mit wechselndem Programm und verschiedenen Gästen unterwegs, vielleicht sieht man sich mal, bis dahin

Gruß Karin

Benefizkonzert für Kinder

Kinder, Benefiz und Gospel – eine gelungene Mischung, die erfolgsversprechend klingt. Und auch war! Das kann ich begeistert bestätigen.

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Zusammen mit dem Schwesterlein fuhr ich gestern, am 3. Advent, nach Aalen in die evangelische Stadtkirche St. Nikolaus. Bei grimmig kalten Temperaturen waren wir froh, dass ich an eine Wolldecke zum Schutz der Beine und Hüften dachte. Durch unsere derzeitige Energiekrise werden ja auch die Kirchen fast nicht mehr geheizt und somit ist es ratsam, sich bei längeren Veranstaltungen besonders warm zu kleiden und auch eine Decke mitzubringen. Erfreulicherweise lagen jedoch auch einige wärmende Plüschdecken für die Besucher aus. Erwartungsvoll saßen die Gäste in der vollbesetzten wunderschönen Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert. Es handelt sich hier um eine sogenannte Querkirche, was ich bis dato noch nicht kannte. Der Altar mitsamt der Kanzel steht quer mitten im Kirchenschiff. Dazu die herrlichen Deckenfresken, die Emporen und die Orgel, einfach ein wunderschöner Anblick. Diese Kirche ist bereits das dritte Gotteshaus an diesem Platz. Vorgängerbauten aus dem 14. und 17. Jahrhundert vielen dem großen Stadtbrand und späterem Turmeinsturz zum Opfer.

Doch nun zum eigentlichen Thema. Der Förderverein Freunde der Kinderklinik Aalen konnte wiederholt den Gospelchor Joy of Gospel für ein Benefizkonzert gewinnen. Getreu der Philosphie des Chores, wird bedürftigen Menschen geholfen und somit wird für humanitäre Projekte gesungen. Rund 30 stimmgewaltige Damen und Herren waren dafür verantwortlich, dass mir in regelmäßigen Abständen eine Gänsehaut den Rücken entlang wanderte, der Oberkörper sich im Takt von links nach rechts bewegte und die Füße einfach nicht still am Boden standen. In verschiedenen Tonlagen gaben auch immer wieder Solisten, mit der Unterstützung des Chores im Hintergrund, ihr Bestes. Auswendig wurden rund 40 Lieder vorgetragen, dazu in englischer und deutscher Sprache. Auch der Pianist leistete hervorragende Arbeit, begleitet er doch bereits seit 30 Jahren diesen Singkreis. Selbst als Laie fiel mir auf, wie die Dirigentin ihre Truppe hervorragend im Griff hatte. Wir saßen jedoch auch so, dass wir ihr Antlitz und somit Mimik und Gestik genau im Blickfeld hatten, zu unserem Leidwesen bekamen wir dann vom Chor nur die charmante Rückseite zu Gesicht. Jedoch wanderte ich während den jeweiligen Applaussalven in der Kirche von einer Ecke zur anderen, um den Chor auch aus einer anderen Perspektive zu sehen, zu hören und abzulichten. Im nächsten Jahr müssen wir unbedingt auf bessere Plätze achten und somit noch zeitiger vor Veranstaltungsbeginn Vorort sein.

Am Ende des 2-stündigen Events und nach den Dankesworten, stimmte der Chor zusammen mit den Besuchern das Lied Stille Nacht, heilige Nacht an und selbst jetzt beim Schreiben dieses Satzes, zieht sich in Erinnerung daran, meine Kopfhaut zusammen. Welch bewegender wunderschöner Moment dies war! Das wohl bekannteste Weihnachtslied in dieser Stimmgewalt, in dieser schönen Kirche mit dem Blick hinauf zu den Fresken – da kann Weihnachten kommen!

Doch zunächst einmal hoffe ich, dass der Geldsegen für die Kinder reichlich kam. Beim Verlassen der Kirche stand an jedem Ausgang ein Körbchen bereit, in dem man seinen Obolus legen konnte.

Hoffentlich ist es mir nächsten Jahr möglich, dieses Konzert abermals zu besuchen, ich kann es nur wärmstens empfehlen.

Mit beschwingten Grüßen, Karin

Falafel, Mtabal, Baklava & Co.

Diese Begriffe sind in der heutigen multikulturellen Küchengesellschaft nicht nur den Mitmenschen aus dem Orient bekannt. Da ich selbst viele Jahre im Libanon und Jordanien lebte und die dortige Küche kennen und lieben lernte, war ich sofort über das Angebot der hiesigen Volkshochschule in der Rubrik Küchen aus aller Welt begeistert!

Libanesische Winterküche – das sprach mich an, ich stellte mir Hausmannskost, einfache Gerichte und Eintöpfe vor.

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Zusammen mit Freundin Birgit, die der arabischen Küche auch nicht abgeneigt ist, meldete ich uns an und wir warteten gespannt, was uns Linda, eine waschechte Libanesin aus dem Süden des Libanons, so alles lehren wollte. 8 Frauen aller Altersschichten, mit und ohne Berührungspunkte mit der arabischen kulinarischen Welt, teilten sich in der Barmer Lehrküche in Schwäbisch Gmünd in 2 Gruppen auf und los ging es mit schnippeln, hacken, auspressen, kochen, formen, frittieren und – dem leidigen abspülen.

Zuvor erhielt eine Jede von uns ein Rezeptheft und daraus ging hervor, dass wir einen Salat, geschmorte grüne Bohnen mit Tomaten, Auberginenmus, Falafel und Baklava zubereiten würden. Hm, meine Enttäuschung ließ ich mir nicht anmerken, denn auch auf die Zubereitung all dieser Gerichte war ich sehr neugierig, trotzdem hatten diese nichts mit Winterküche und wärmenden Gewürzen und Kräutern zu tun – diese isst und bekommt man im Libanon das ganze Jahr.

Auf alle Fälle hatten wir gar nicht die Zeit dazu, darüber nachzudenken, 4 Stunden lang waren wir eingespannt und mussten uns sputen um überhaupt fertig zu werden.

Mit dem Einstechen und Backen der Auberginen für das Mtabal ging es los, denn rund 45 Minuten dauert es bereits, bis die subtropische Eierpflanze im Backofen durchgegart ist und die Haut abgepellt werden kann um das Innere weiter verarbeiten zu können.

Außerdem lernten wir die Herstellung von frittierten Baklava, gefüllt mit gekochter Sahnecreme und überzogen mit Zuckersirup und gemahlenen Pistazien. Ebenso eine aufwändige, aber auch leckere Angelegenheit.

Des weiteren bekamen wir die Tipps und Tricks zur Zubereitung von leckeren Falafeln gezeigt. Selbst hatte ich mich schon durch die verschiedensten Rezepte zu Hause selbst ans Werk getraut, doch an diesem Abend lernte ich auch das Aufhäufen der durch den Fleischwolf getriebenen Kichererbsenmasse auf dem „Falafelstempellöffel“ – wie ich dieses Teil nenne.

Zum Schluss nahmen wir alle am gedeckten Tisch Platz, Linda wies uns in die Materie des Wickelns eines Falafelsandwiches ein und mal mehr oder weniger ließen wir uns auch die restlichen Werke schmecken, die uns ebenfalls mal mehr oder weniger gelungen sind. Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

Wie immer, wenn 9 schnatternde Frauen zusammenkommen, wurde gelacht und gefoppt, man lernte andere Menschen kennen und tauschte Telefonnummern aus, man ließ sich sein mitgebrachtes Getränk schmecken und teilte auch mit dem Kochteam. An dieser Stelle, Helen, vielen Dank fürs süffige Tröpfchen – doch leider musste ich noch Autofahren und somit war mehr als 1 Gläschen nicht angebracht.

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Die Reste des reichhaltigen Mahls wurden in die mitgebrachten Behälter verfrachtet. Ich für meinen Teil kann nur anmerken, direkt beim Schließen unserer Wohnungstür stand mein Göttergatte neugierig abwartend da und erfreute sich über den Inhalt meiner Mitbringsel.

Auch wenn hie und da mit dem Kursablauf etwas nicht so ganz im Einklang lief, war es doch sehr lehrreich, lustig und witzig. Jedoch zeigte sich, auch wie beim letzten Kochkurs Nori, Wasabi, Maki, Nigiri & Co., dass man bestimmte Küchenutensilien einfach selbst mitbringen sollte. Entweder sind sie gar nicht vorhanden oder die Qualität lässt so zu wünschen übrig, dass man einfach nicht zügig arbeiten kann. Sparschäler, Waage, Zitronenpresse, scharfes Schneidmesser, Spül- und Abtrocktücher sollten neben Schürze und vielen Kostprobenbehältnissen im Gepäck dabei sein.

Inzwischen habe ich zu Hause das Geschmorte aus grünen Bohnen und Tomaten, die Baklava und die Falafel nachgekocht. Auf unseren Geschmack abgeändert und nun bin ich sehr glücklich, dass ich meine libanesische Rezeptsammlung erweitern konnte. Demnächst folgt noch das Auberginenmus, doch dazu muss sich das Anheizen des großen Backofens für eine Frucht lohnen, sollte also noch ein Kuchen o.ä. mit eingeplant werden.

Dann hoffe ich, dass ich euch etwas neugierig machen konnte, sage Guten Appetit – Sahteen, bis zum nächsten Mal!

Gruß Karin

Greifvogelflugschau

Vergangenen Sonntag besuchte ich nicht zum 1. Mal die Stauferfalknerei Kloster Lorch www.stauferfalknerei.de.

Vor vielen Jahren war ich schon einmal zusammen mit Sohnemann dort gewesen. Nicht zu vergleichen mit den, für mich damals uninteressanten und äußerst öden, Besuchen von Falknereien bei Schulausflügen. Damals ließ man die Vögel auf einer großen Wiese von Punkt 1 zu Punkt 2 fliegen, manches Mal auch dicht über den Köpfen der Kinder. Aufgrund der großen Entfernung konnte man die Tiere gar nicht richtig erkennen, auch konnte ich dem Geflatter des Federviehs damals überhaupt nichts abgewinnen, fand es gähnend langweilig und war somit vor vielen Jahren positiv überrascht, dass man solche Vorführungen auch besser gestalten kann.

Allein schon die Kulisse mit Blick hinab ins Tal Richtung Schwäbisch Gmünd und hoch hinaus auf den Rechberg. Die Gehege fügen sich dezent, fast unsichtbar, beidseitig der Vorführarena ein.

Am kommenden Samstag, Sonntag und dem 1. November endet die Besuchersaison bereits wieder und somit wurde es höchste Zeit, diese kurzweilige Aktion in Angriff zu nehmen. Und abermals hat es mir sehr gut gefallen, kann es nur weiterempfehlen. Die Betreiber der Falknerei, Familie Pelz, gestalten diese Vorführstunde besonders für Kinder sehr schön. Über die Website bekommt man alle Infos, Parkplätze fußläufig neben der Anlage, Eintrittstickets gibt es im Klosterladen. Übrigens ist ein Besuch der Klosteranlage ebenfalls ein Besuch wert, dazu auch bitte die Website befragen http://www.kloster-lorch.com. Einzig zu bemängeln wäre, dass im Eintrittsbereich der Falknerei am Boden Schotter liegt. Mit Kinderwagen oder Buggy etwas schwierig aber machbar zu bewerkstelligen, ob es für Rollstuhlfahrer eine Alternative gibt, gilt im Vorfeld telefonisch abzuklären.

Vorgeführt wurden letzten Sonntag Monty, ein Bussard aus Südamerika. Yuma und Sunora, zwei Wüstenbussarde aus Nordamerika. Mohawk, ein Königsbussard aus Nordamerika und ein Karakara aus Südamerika. Des Weiteren ein Eisvogel, Habichtskäuze aus Deutschland, welche zu den Eulen gehören. Weiter Momo, ein Steppenadler. Den Ausführungen Herrn Pelz zufolge, fliegt dieser normalerweise gerne auf Erkundungsflug Richtung Remstal und kommt dann wieder mit beeindruckendem Tempo zurückgeflogen auf die Vorführfläche.Wenn er jedoch absolut keine Lust dazu verspürt oder die Thermik nicht passe, dann kommt er flugs zurück, setzt sich auf einen Baum und wartet mit spitzem Geschrei, bis er wieder in sein Gehege darf. So leider auch vergangenen Sonntag. Somit keine weitere Attraktion, wenn der Vogel nicht möchte, dann möchte er nicht.

Somit ging die Show weiter, ein Uhu aus Nordamerika und als das Highlight der Vorführung, Ali – ein Halbspatzbergfalke. Dieser Vogel gilt als extrem selten, die Falknerei stand für den Erwerb über 10 Jahre auf der Warteliste. Er gilt als sehr stark, daher wurde er auf den Namen Ali getauft – in Anlehnung an den großen Boxer Veteran Muhammad Ali, eine Kindheitserinnerung seitens Gunter Pelz. Aufgrund seiner Größe mussten dann jedoch alle schmunzeln, zu putzig der kleine Kerl.

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Und dann kam er, der älteste Kandidat aller Vögel dieser Anlage. 35 Jahre alt und 7,5 kg schwer, ein Weißkopfseeadler aus Alaska. Wom! Das ist ein Exemplar, wenn Erik Pelz mit ihm zwischen den Bankanreihen an einem vorbeiläuft, da hat man doch gehörigen Respekt davor.

Zwischendurch lernt man immer wieder etwas über die einzelnen Tiere. Ihrer Lebensweise, Fähigkeiten, Charaktereigenschaften und Fressverhalten. Immer wieder wird das Publikum mit einbezogen, besonders schön ist auch, dass die Tiere zwischen den Bankreihen umhergetragen werden, wenn sie denn nicht selbst neugierig hin- und her trippeln oder knapp über den Köpfen der Zuschauer hinwegfliegen. Dies jedoch stets mit größter Souveränität, über die Verhaltensregeln wird das Publikum zu Beginn aufgeklärt. Die Tiere nicht anfassen, während der Show nicht aufstehen oder die Hände und Arme nach oben strecken.

Zum Schluss wurde aufgrund dem langen Corona Lockdown und somit fehlenden Einnahmen um eine Spende gebeten. Die Tiere wollten natürlich weiter fressen und beschäftigt werden. Auf der Website kann auch in Erfahrung gebracht werden, wie man eine Patenschaft für die Tiere übernehmen kann. Doch ein Anfang wäre auf jeden Fall, die Flugschau zu besuchen. Kommendes Wochenende wäre dazu noch Gelegenheit, dann erst wieder im April 2023.

Vielleicht sehen wir uns da wieder, bis dahin, Gruß Karin

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Einer, der im Lebensunterhalt völlig genügsam ist!

Tretbootfahrt gewonnen

Als aufmerksame Zeitungsleserin entging mir natürlich nicht das Angebot des Verlages, sich für eine kostenlose Bootsfahrt telefonisch in der Redaktion zu melden. Getan und tatsächlich eines der begehrten Tickets ergattert!

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Einige Tage später traf der Gutschein auch per Post ein und erfreut nahmen wir den Vermerk: „zzgl. Getränke“ zur Kenntnis. Das konnte nun ja alles Mögliche sein, ein Fläschchen Wasser oder vielleicht durfte man sich sogar über ein kühles Bier freuen? Wir waren gespannt…

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Erwartungsvoll sehnte ich das Ende der Regenfront ab, Göttergatte erklärte sich damit einverstanden mich zu begleiten und somit verbanden wir die Autofahrt an einem herrlich sonnigen, jedoch noch kühlen Morgen auch gleich mit einem Erledigungspunkt in Ellwangen. Der Bucher Stausee war mir ja schon vom Besuch mit meiner Freundin im Vorjahr bekannt Das Limestor bei Rainau-Dalkingen. Damals herrschte hier bei sommerlichen Temperaturen noch reger Badebetrieb. Davon konnte man letzte Woche nicht mehr sprechen. Bis auf wenige Spaziergänger, Fahrradfahrer und sonnenanbetende Kaffeegenießer, war auf der weitläufigen Anlage niemand zu sehen und auf dem Wasser nur Enten, Schwäne, ein Fischreiher und wir.

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Der Tretbootverleih hatte geöffnet, dies checkte ich bereits schon am Vortag. Die äußerst reizende Angestellte freute sich offensichtlich mit uns über unseren Gutschein, übergab uns mit Freude eine Papiertüte mit Getränken und wies uns das beste Tretboot zu.

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Was waren wir erfreut, als wir den Inhalt unserer Überraschung inspizierten! Selters, Orangensaft und Sekt! – da ließ sich der Verlag für seine Abo-Leser aber etwas einfallen!

Da saß ich nun in unserem Bötchen, das Erinnerungsfoto mitsamt Getränken wurde gemacht und los ging die Fahrt.

Kreuz und quer ging es nun über den See. Die Ruhe, die schöne Aussicht, die Erfrischungen wurden genossen und weitere Erinnerungsbilder gemacht.

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Das war eine lustige schöne Stunde auf dem See. Keiner kam in Seenot, auch trieben wir nicht ins Abendrot – um es mit den Worten von Fräulein Menke aus dem Jahr 1983 zu beschreiben. Ich bin mir sicher, einige Leser hier werden sich noch an die Dame erinnern.

Wir sagen Ahoi und treten zur Anlegestelle zurück. Gruß Karin

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Mein Sommerdrink 2022

Mit steigenden Temperaturen verbringen wir unsere geselligen Stunden mit zunehmender Tendenz außerhalb des Hauses. Vor, hinter, neben dem Haus, im Garten, im Strandkorb – je nach Wetterlage und Gesellschaft. Selbstredend tauschen wir dann unser ansonsten geliebtes Trinkwasser dann auch gerne in ein alkoholisches Erfrischungsgetränk ein. Seit Jahren mache ich die Beobachtung, dass ich während der Sommerzeit jährlich einen anderen „Durstlöscher“ zum aktuellen Liebling erkläre.

Im Frühjahr schaute ich über die Mediathek eine Komödie. Sommer, Sonne, Strand und Meer kam darin vor und eine nicht mehr ganz so junge Urlauberin hechtete beim Betreten des Strandareals direkt zur Bar und bestellte sich mit melancholisch verträumtem Blick und rauer Stimme einen Drink, dessen Titel ich erst beim wiederholten Rückspulen und erneutem Abspielen verstand. Campari Amalfi.

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Sofort nahm ich das Handy zur Hand und befragte die Suchmaschine und siehe da – äußerst wenig Zutaten und dazu alle nach meinem Geschmack! Campari Orange hatte ich in früheren Zeiten sehr geliebt, doch solch süßen Getränke munden mir überhaupt nicht mehr. Dieser sehnsuchtsvolle Blick und die mit Verzückung rollenden Augen der Schauspielerin mussten doch etwas bedeuten! Die Testphase begann.

Während unseres Italienurlaubes wollte ich an einer Strandbar ebenfalls diesen Cocktail bestellen. Der Barkeeper gab mir allerdings zu verstehen, dass es dieses Getränk nicht gäbe und erklärte mir ausführlich, Amalfi wäre eine Stadt und Region in Italien – jedoch nicht der Name eines Cocktails. Einwände meinerseits wiegelte er freundlich vehement ab.

Ich bestellte mir dann separat meine Zutaten und genoss mit träumerischem Blick mein Mixgetränk. Diese Mischung aus fruchtig und herb mit einem Spritzer Saures – genau mein Ding. Zuhause dann erst einmal eingekauft und was entdecke ich auf dem rückseitigen Etikett? Hinzufügen muss ich allerdings, dass ich den Grapefruitsaft auch sehr gerne mit Limonensaft tausche, im Notfall auch Zitronensaft.

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Inzwischen neigt sich der Sommer 2022 zu Ende. Seit 1. September befinden wir uns im meteorologischen Herbst, nächste Woche steht der kalendarische Herbstanfang an, mein Sommerdrink hat zunächst ausgedient und somit wurde es allerhöchste Zeit, davon zu berichten.

Wer weiß, vielleicht werden wir mit einem Golden Summer beschert und können uns weiterhin draußen in fröhlicher Runde, bereits etwas wehmütig, den einen oder anderen Drink genehmigen? Hauptsache wir wechseln nicht sofort zum Glühwein über, das müsste noch nicht unbedingt sein.

Obwohl, da hätte ich euch ebenfalls ein ganz großartiges Rezept…

Auf den Traumsommer 2022! Gruß Karin