Im Zuge von Teambildungsmaßnahmen und zur Schulung und Förderung feinfühliger und exakter Wahrnehmungen, unternahm das gesamte Kollegenteam Ende Juli eine Fahrt an den Bodensee, genauer gesagt auf die Insel Mainau. Es war ein herrlicher Ausflug. Mitten in der Woche einen freien Tag, in einer sonst regenreichen Zeit wunderbare sonnige Stunden genießen, die Seele etwas baumeln lassen, ausreichend Bewegung bekommen, den Wissensstand vergrößern und natürlich auch hinreichend Praxisinterna besprechen, solche Auszeiten sollte man sich öfter gönnen.
Unser Chef persönlich chauffierte das gesamte Team mit dem Auto vom Heimatort bis zum Festlandparkplatz vor der Insel. Obwohl wir um 7 Uhr in der Frühe abfuhren und somit schon zeitig ankamen, war bereits allerhand Trubel auf dem Stellplatz. Natürlich, in einigen Bundesländern hatten schon die Sommerferien begonnen, dazu ganze Busse mit Rentnern und Kindern. Erfreulicherweise hörte man auch viele ausländische Sprachen. Das Parksystem ist schrankenlos und digital, vor der Rückfahrt muss am Automaten das Fahrzeugkennzeichen eingegeben werden, somit sollte man sich ans Kennzeichen seines Fahrzeugs erinnern. Das Tagesparkticket kostet derzeit 6 €. Übrigens kann auch per Rad, Motorrad, Bahn, Bus oder Schiff angereist werden, Infos auch über die Website.
Ansonsten lohnt es sich, den Besuch auf der Insel im Voraus zu planen. Dazu bitte die Website der Mainau besuchen. Online-Tickets sind wesentlich günstiger als Vor-Ort-Tickets, auch variieren die Öffnungszeiten der verschiedensten Sehenswürdigkeiten, ebenso empfiehlt sich eine Inselführung, auch diese kann vorab über die Website gebucht werden. Die Insel hat ganzjährig geöffnet und hat wohl zu jeder Jahreszeit und Vegetationsperiode ihren Reiz. Online-Tagesticket Mo – Mi derzeit 25,50€.
Nach dem Passieren des Ein- und Ausganges, Kassenbereich, WC-Anlagen, Souvenir Shop und der Ticketkontrolle, erfolgte direkt am Uferbereich, zwischen dem Festland und der Insel Mainau, am Schwedenkreuz unser Teamfoto. Das Kreuz begrüßt die Gäste und erinnert an die schwedische Herrschaft während des Dreißigjährigen Krieges von 1618-1648. Wieso sich ausgerechnet dort die bronzene Kreuzigungsgruppe befindet, lässt sich nicht genau herausfinden. Eine Legende besagt, dass die Schweden nach dem Ende ihrer Regentschaft die Insel geplündert hatten und dieses Kreuz mitnehmen wollten. Da es jedoch für deren Boote zu schwer war, ließen sie es dort zurück. Hier erhält man auch die ersten Fotoperspektiven, die direkt Lust auf Urlaub machen. Tipp! Im Eingangsbereich kann man kostenlos einen Inselplan mitnehmen. Somit hat man die wichtigsten Informationen im Überblick stets schnell parat und muss nicht immer im Handy suchen.
Nun galt es, 45 Hektar der Blumeninsel zu erkunden. Folgt man dem Hauptwanderweg, gelangt man direkt zum „Blumi Treffpunkt“. Von dort verzweigen sich die Wege, die Übersicht auf dem Inselplan hilft bei der Entscheidung wie man gehen möchte.
Hat man sich für eine Inselführung entschieden, dann macht es Sinn, sich direkt zum Treffpunkt zu begeben, dieser ist entweder auf dem Vorplatz des Schmetterlingshauses oder auf dem Schlosshof. Falls laut Plan während der Führung etwas nicht besichtigt werden sollte, kann man dies dann im Anschluss selbst erkunden.
Auf den weiteren Wegen folgen Blumentiere. Aus tausenden Pflanzen werden diese Kunstwerke geschaffen.
Entlang der Promenade der Wild- und Strauchrosen, des Weinerlebnispfades und des Insektengartens, kann hoch oben auf der Anhöhe der Schwedenturm gesichtet werden. Als Teil der spätmittelalterlichen Befestigungsanlage mit der Jahreszahl 1588 über dem Eingang und dem Wappen des Deutschen Ordens, wird der Wachturm in Richtung Festland in diese Zeit eingestuft. Die heutige Form mit Helmdach und Holzverschalung stammt aus dem 19. Jhd. Besichtigt werden kann dieser Turm leider nicht.
Die Rosen in der Promenade waren zu unserem Besuch fast alle verblüht. Welch herrliche Duftnoten müssen diese über 400 Rosensorten verströmen! Ab Anfang Mai soll hier der Blüten- und Duftzauber beginnen. Aber jede Jahreszeit hat ihren Reiz und wir werden noch viele Blumen zu Gesicht bekommen.
Der Weinanbau prägt seit über 600 Jahren die Geschichte der Insel. Auf diesem Pfad kann alles Wissenswerte rund um den nachhaltigen Weinanbau entdeckt werden.
Das Rondell vor dem Café Vergissmeinnicht, in dem körperlich benachteiligte Menschen einen Arbeitsplatz finden, wird wie viele Anlagen, jahreszeitlich neu bepflanzt.
Direkt im Anschluss gelangt man zum Küchengarten, indem viele bekannte Kräuter und auch Gemüse entdeckt wurde. Wer kennt was? Und dazwischen immer wieder Stauden und Blumen.
Und dann kam das Schmetterlingshaus!
Ich habe mir ja viel darunter vorgestellt, dass dies jedoch eine so schweißtreibende Angelegenheit für mich werden dürfte, das dachte ich mir nicht. Im zweitgrößten Schmetterlingshaus Deutschlands erwarten den Besucher tropische Temperaturen. Beim Rundgang durch die einzigartige Vegetation bei einer Luftfeuchtigkeit von 90% und Temperaturen um die 28°C können freifliegende Schmetterlingsarten aus Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien gesucht und beobachtet werden. Manche der 120 Arten sind so getarnt, dass sie nur schwer entdeckt werden können, manche sind so farbenfroh und fliegen wild flatternd umher, dass sie sofort erkannt werden. Bei farbenfroher Kleidung kann es durchaus sein, dass sich der eine oder andere Falten auf einem niederlässt. Manche warnen mit ihrer auffälligen Musterung oder Farbe, da sie giftig sind. Künstliche Wasserläufe mit Wasserschildkröten und Fischen, Kaskaden und Berieselungsanlagen tun das ihrige, damit sich im Haus eine konstante Feuchtigkeit hält. Hier nun einige Aufnahmen, die wirklich Lust auf einen Besuch machen.
Obwohl dieser Morgen schon recht warm war, konnte man nach diesem Besuch direkt Abkühlung in der Luft verspüren, an mir klebte alles. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, in tropischen Temperaturen zu leben. Aber dieser Besuch war sehr lohnenswert!
Und dann immer wieder Stauden, Kübelpflanzen, Blumen. Bedingt durch das günstige Bodenseeklima, ihrer subtropischen und teilweise auch tropischen Vegetation wachsen hier Palmen und mediterrane Pflanzen, die man sonst nur südlich dem Mittelmeerraum kennt.

Die Italienische Blumen-Wassertreppe ist ein weiteres Augenmerk des Parks. Die Beschreibung habe ich aus der Website http://www.mainau.de herauskopiert.
Die 1982 angelegte Italienische Blumen-Wassertreppe auf der Insel Mainau verbindet auf elegante Weise die Mediterran-Terrassen mit dem tiefer gelegenen Uferbereich. Ein Wasserlauf aus Calanca-Gneis aus dem Tessin formt diese kunstvolle Treppe, deren Stufenfolge sich am Stil italienischer Renaissance-Gärten orientiert. Die schlanke Silhouette der Säulen-Eiben (Taxus baccata ‚Fastiagata Robusta‘) begleitet die Treppe, und während der Frühlings- und Sommermonate verleiht eine abwechslungsreiche Wechselflorpflanzung der Treppe ein südländisches Flair. Im Herbst setzt die prächtige Baumfärbung zusätzliche, reizvolle Akzente.


Oben angelangt, kurz vor der Viktoria-Linde noch diese Plastik „Zwei Sitzende auf Bank“ von Karl Ulrich Nuss. Seit ich die Witzige Gestalten bewandert habe, fallen mir die Arbeiten der Familie Nuss sofort ins Auge.
Und hier die große stattliche Viktoria-Linde. Immer wieder der Bezug zu Schweden. Was für ein herrlicher Schattenspender.


Links abgebogen kommen wir zu den Mediterran-Terrassen mit diesem unglaublichen Blumenschmuck und dem Blick auf den See. Jahreszeitlich wechselnder Blumenschmuck auf runden Terrassen, die sich um einen Schwanenbrunnen reihen. Wie kann es anders sein, die zueinander geneigten Schwanenhälse ergeben je nach Ansicht, ein Herz. Von hier oben kann wieder hinunter auf die Wassertreppe geschaut werden oder die reichhaltigen Dahlienbeete – diese waren jedoch bei unserem Besuch noch nicht aufgeblüht.
Natürlich legten wir auch irgendwann eine Mittagspause ein. Es gibt etliche Möglichkeiten, Speis und Trank zu sich zu nehmen, wir waren im Restaurant Schwedenschenke und ließen uns alle unser Mittagessen munden. Ich entschied mich für Matjesfilet mit Kartöffelchen und Rote-Beete-Apfel-Salat. Lecker!
Immer wieder kreuzen sich die Wege mit der Metasequoia-Alle, besser bekannt als Chinesisches Rotholz, ein lebendes Fossil, welches bereits zu Dinosaurierzeiten existierte. In den 1940er Jahren wurde in China ein lebendes Exemplar entdeckt und nur 10 Jahre später erhielt die Insel Mainau ihr erstes Rotholz vom Königlichen Botanischen Garten aus Großbritannien. Dieser Baum war 30 cm hoch und aus späteren Stecklingen wurden 52 weitere Exemplare herangezogen, die heute die Allee säumen. Die Bäume sind bis zu 27 Meter hoch und messen einen Stammumfang bis zu 6 Meter.
Weitere große Baumansammlungen und als grünes Herz der Insel Mainau benannt, ist das Arboretum – Ort mit Bäumen. Diese Baumansammlung umfasst ca. 250 verschiedene Arten, seltene und imposante Exponate. Meine Panoramafotos gaben die Pracht nicht wirklich wieder, ich habe so viele Zedern und Pinien gesehen, kam mir vor wie im Libanon Der Baum Gottes, Teil 1.
Endlich kamen wir auch zum Schloss nebst Schlosskirche St. Marien. Die zwischen 1732 und 1739 erbaute barocke Kirche ist ein Gesamtkunstwerk religiöser Zeitgeschichte. Die 150kg schwere und mit 54cm Durchmesser große Kirchenglocke wurde 1505, noch vor dem Dreißigjährigen Krieg, in Lindau gegossen.
Das Schloss Mainau – ein Barockjuwel im Herzen der Insel – so wird es genannt, obwohl ich die Lage eher am östlichen Rand der Insel betitle, mit Blick auf den See versteht sich.
Das Deutschorden-Schloss wurde von 1739-1746 erbaut. Es gäbe es so viel zu schreiben, ich denke das kann jeder selbst nachlesen. Um Untergeschoss befindet sich das Hut-Atelier von Diana Gräfin Bernadotte – leider an diesem Tag geschlossen. Des weiteren ein Café, eine Boutique und Ausstellungsräume mit wechselnden Themen. Die Ausblicke waren fantastisch, die Decken, Türen und Wände ebenso. Die oberen Stockwerke sind nur zu bestimmten Tagen für Führungen geöffnet, Termine bitte über die Website erfahren.
Und schaut mal, was über dem Schloss irgendwann zu sehen war! Hab ich mich gefreut und erinnert 🙂 Silbernes Jubiläum im Luftschiff
Gegenüber dem Schloss eine großzügige Wiese mit Blumenrabatt und Blick auf den Gärtnerturm. Dieses Bauwerk steht auf den Grundmauern der ehemaligen mittelalterlichen Festungsanlage. Sein achteckiger Aufbau und das Helmdach wurden im 19. Jhd. hinzugefügt.
Ein Denkmal wurde auch Sonja und Lennart Bernadotte gesetzt, ein wunderschön gestalteter Platz, welcher der Lieblingsplatz von Graf Bernadotte war. Hier, zwischen Gärtnerturm und Torgebäude nahm ihn das Schloss mit seinen beiden Seitenflügeln in Empfang. Leider habe ich nicht das ganze Rondell abgelichtet.
Das Torbogengebäude aus dem Jahr 1764 markiert den Zugang zum Schlossbereich, hier verlief früher der Burggraben. Der Anbau stammt aus dem 19. Jhd. Heute befindet sich hier z. T. die Mainau-Verwaltung und das Servicezentrum. Derzeit wird wieder angebaut.
Wir wandern weiter, um die Kapelle herum Richtung Palmenhaus. Auf der Terrasse ein wunderbarer Blick hinab auf den Italienischen Rosengarten, doch auch hier haben wir die Blüte fast verpasst. Immer wieder sind zauberhaft Plätzchen zu entdecken.
Das Palmenhaus, direkt neben Schlosskirche und Schloss gelegen, bildet für riesige Palmen und Zitrusbäumen ein exotisches Zuhause. Ja, es waren über 15 Meter hohe Palmen zu sehen und viel freier Raum. Dort werden wohl die Zitrusbäume überwintern, außerdem findet hier im Frühjahr die große Orchideenschau und im Herbst eine stimmungsvolle Herbstausstellung statt. Somit versuchen wir, diese Giganten abzulichten.




Wir schlenderten den Uferweg zurück und bestaunten das Bodenseerelief…
…bis wir zu einem kleinen Teich kamen, in dem riesige Fische schwammen. Wenn die mal nicht als Weihnachtsbraten herhalten müssen, habe ich mir so gedacht. Und wer lauert da oben auf dem Ast?


Wir näherten uns dem Mainau-Bauernhof und beobachteten die Szenerie. Im großzügig angelegten Gehege gibt es Alpakas, Hasen, Hühner, Ziegen, Katzen, Ponys, Esel, Schafe. Wir amüsierten uns über das Alpaka, welches von der Gartenschlauchdusche nicht genug bekam, neugierige Zicklein, die hin und her tippelten und vor mutigen oder verängstigen Kindern Reißaus nahmen und trotzdem wieder neugierig schnupperten.
Der Streichelzoo ist während der Wintermonate geschlossen, da die behördlich auferlegte Handwaschgelegenheit einfrieren würde. Dies bitte beachten.
Zum Schluss kam ein Highlight, welches wohl alle Kinder- und somit auch Elternherzen höherschlagen lässt, das Mainau-Kinderland! Mit Spielplatz, Baggerspielplatz, Kullerland, Zwergendorf und Wasserwelt, welche ich einfach gigantisch fand. Ausgestattet mit Bollerwagen in dem sich genügend Sonnenschutz, Ersatzkleidung, Essen und Trinken befindet, können sich die Sprösslinge vor allem an einem heißen Tag ausgiebig austoben. Eine Umkleidekabine und Eisbude befinden sich ebenso dort, befragt die Website, welche Aktivität ab welchem Alter geeignet ist.
Wir hielten noch einen Moment am Ufer inne und genossen die Bilder…
… bevor wir zum Auto gingen und per Fähre von Konstanz nach Meersburg fuhren, die angenehm frische Brise und den Blick über den See genossen und uns auf den Heimweg machten.
Vielen Dank für den schöne Auszeit! Karin
























































