Klassische Musik

Bis dato war ich bezüglich klassischer Musik völlig unerfahren. Das eine oder andere zu hörende Stück in den Medien konnte ich meinen Ohren zumuten, ich war mir jedoch immer sicher, dass ich für längere Zeit diesen Musikklängen nicht unbedingt folgen möchte.  Na ja, wer meinen vorherigen Beitrag über Scorpions liest, der kann mich eventuell verstehen. Eine Freundin in Amman fragte mich von Zeit zu Zeit ob ich Lust auf ein Konzert hätte, stets hatte ich abgelehnt. Nun fanden im Nachbardorf Baabdath eine Woche lange klassische Konzerte mit kostenlosem Eintritt statt. Gerade einmal acht Minuten Autofahrt entfernt und meine Freundin Anne als begeisterte Besucherin solcher Veranstaltungen mit von der Partie – da traute ich mich doch und ging letzten Sonntag einmal mit – somit hatte ich bei diesen Konditionen bei Nichtgefallen nicht viel zu verlieren.

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Les Musicales de Baabdath ist ein Konzertprogramm, welches von Les Musicales, einer unabhängigen, gemeinnützigen Organisation organisiert wird. Von einem Team aus Ehrenamtlichen, Laien und Berufsmusikern  – angetrieben von ihrer Leidenschaft zur Musik – wurde 2016 dieser Event ins Leben gerufen. Die Höhepunkte der Spielzeit 2018 sind die Arbeiten der Komponisten des 17. bis 21. Jahrhunderts. Aus einem breit gefächerten Repertoire  können internationale Musiker und Sänger aus Frankreich, Holland, Spanien, Irland, Österreich, Russland, Armenian und Libanon an neun Abenden bejubelt werden.

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Den Anfang machte ich an einem Sonntagabend und ich war völlig erstaunt über mich selbst. So lange ich die Akteure mit ihrer emotionsgeladenden Mimik im Spiel beobachten konnte, lauschte ich völlig gebannt und ging in der Musik komplett mit. War jedoch aufgrund des Sitzplatzes das Sichtfeld eingeschränkt und ich konnte nur etwas hören, schweiften meine Gedanken ab und ich wurde unkonzentriert und es kam Langeweile auf. Entspannen und genießen kann ich zudem nur bei lieblichen und eher langsamen Klängen, alles andere ist mir zu aufregend und lässt meinen Puls in die Höhe treiben.

Nachdem mein Zeitplan es dann auch für den nächsten Tag zuließ, besuchte ich auch am folgenden Abend, sogar zusammen mit Joachim, ein weiteres Konzert. Das hatte schon etwas!

An meinem dritten und letzten Abend erlebte ich dann glückselige Zufriedenheit bei der Violinsonate Nr. 7, Op. 30 von Ludwig van Beethoven, 2. Satz in Adagio cantabile. Mit geschlossenen Augen lauschte ich den lieblichen Tönen – es war so schön!

Stattgefunden haben diese Abende in der katholischen St. Anthony of Padua Church in Baabdath. Die wunderschönen Fresken in der kleinen anheimelnden Kirche werden auf Anfang des 20. Jahrhunderts datiert.

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Ein himmlischer Ort für diese Veranstaltungen, passender könnte es nicht sein und hat mir den Einstieg in die Klassische Musik erleichtert.

Mal schauen, wann ich es erneut wage, bis dahin

Gruß Karin

 

2 Kommentare zu “Klassische Musik

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