Kreatives Matschen

so lautete zwar nicht die Mitteilung für den Workshop im MACAM, jedoch lief es genau darauf hinaus. Angekündigt wurde „Experiment with Terracotta – Creative Workshop“. Unter der Leitung des irakisch-niederländischen Künstlers Nedim Kufi werden die Teilnehmer mit den Händen Ton bearbeiten.

Das hörte sich für meine Freundin Anne und mich doch höchst interessant an, vor allem sah ich mich selbst in die 5. Klasse zurückversetzt, wo ich mich nachweislich mit dem Töpfer-Virus infiziert hatte. Voller Spannung und Vorfreude sah ich den vielen Tricks und Tipps entgegen, mit den verschiedensten Techniken ohne Töpferscheibe ansehnliche Werke zu kreieren.

Somit machten wir uns letzten Samstag bei kaltem Regenwetter in das knapp von hier aus 50 km entfernte Bergdorf Alita bei Byblos auf. MACAM

Dort befindet sich das MACAM, das MODERN AND CONTEMPORARY ART MUSEUM, das einzigste Museum seiner Art im Libanon. Ein grandioses Anwesen in friedlicher und idyllischer Ruhe inmitten der Natur mit schönem Panorama auf die Berge und das Meer, mit 4000 qm Ausstellungsfläche in alten riesigen Fabrikhallen. Wechselnde und bleibende Ausstellungen und Veranstaltungen verschiedenster Art geben immer einen frischen Impuls zum erneuten Besuch des Museums.

Meine Fotos sind z. T. unscharf, das war gewollt, schließlich sollt ihr das Museum selbst besuchen und euch einen eigenen Eindruck verschaffen.

Im angrenzenden Kreativbereich saßen dann wir 14 Teilnehmer vor unserer Arbeitsplatte mit einem Klumpen Ton. Bei der viel zu kurzen Arbeitseinweisung durch unseren Meister, stellte sich dann heraus, dass bereits richtige Profis unter totalen Grünhörnern anwesend waren. Eine genauere Eventbeschreibung im Vorfeld wäre sicher hilfreich gewesen. Somit erhofften sich die einen wertvolle praktische Anregungen, die anderen hatten direkt Berührungsängste mit dem kalten nassen Matsch und befingerten diesen erst einmal mit gespreizten Fingerspitzen. Die gestellte Aufgabe einer Espressotasse mit festgesetztem Durchmesser und Höhe ließ so manchen fast verzweifeln, um sich somit letztendlich komplett für ein anderes Werkstück umzuentscheiden.

Wir kamen mit den anderen Teilnehmern in Kontakt, lachten viel und hatten wirklich Spaß, auch wenn mir dieser langsam aber sicher verloren ging. Ich fror erbärmlich, bei der durchdringenden allgegenwärtigen Kälte in dem abgeteilten Bereich zog es durch Mark und Bein. Liebe Veranstalter, die Zugänge zu dem Bereich mit Folien abdämmen und generell Sitzkissen auf den Plastikstühlen wäre bei solchen Temperaturen sicherlich eine gute Investition. Das frühe Aufbrechen der Teilnehmer lag mit Bestimmtheit daran, dass uns einfach die Lust fehlte. Wir saßen zwar schon vermummt mit allem was zur Verfügung stand da, aber die Finger klamm, das Kreuz, die Beine, die Knie und Füße kalt, viele wollten einfach nicht mehr.

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Die zwei Heizstrahler reichten nicht aus, doch die liebevolle Verköstigung mit Tee, Kaffee, Softdrinks und Wein, frischen sehr leckeren Fladen und allerlei anderen Köstlichkeiten brachten kurzfristig ein warmes, wohliges Gefühl für Körper und Geist.

Unsere Werkstücke werden nun noch gebrannt und sind in ein paar Wochen abholfertig. Ich bin mal gespannt, ob aufgrund der Schrumpfung oder meiner Verarbeitung mit meinen Schätzen dann überhaupt etwas anzufangen ist.

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Es war mir jedenfalls eine Herzenssache, dabei gewesen zu sein!

Außerdem hoffe ich, der 2. Kurs am morgigen Samstag kann unter weniger widrigen Umständen starten.

Bis demnächst,

Gruß Karin

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