Hoch droben auf dem Berg…

da sehen wir nun tagtäglich die weiße Pracht, welche Jogi und ich uns gestern einmal von der Nähe aus anschauen wollten. Diesen Blick hatten wir von unserem Nachbarort Baabdat aus. Ist das nicht einfach nur schön?

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Eine Woche bin ich nun schon wieder hier. Habe alles einmal durchgeputzt, die angefallene Wäsche gewaschen, eingekauft, war beim Friseur und beim Sport, der Papierkram auf dem Schreibtisch wird allmählich weniger, und bevor die Arbeit wieder von vorne beginnt war es Zeit für einen Tapetenwechsel. Die Woche über hatte es sehr stark geregnet, Petrus meinte es fast zu gut für Land und Leute. Es hat wie verrückt gestürmt, gewittert und gehagelt, dazu die Kälte, die durch jede Mauerritze und jedes undichte Fenster und jede Türe kriecht. Und gestern Morgen strahlender Sonnenschein bei 4 Grad, blauer Himmel, wind- und wolkenlos! Genau das richtige Wetter, um warm verpackt Richtung Schnee zu fahren. Ohne genaues Ziel ging es einfach immer bergauf. Größere und kleinere Ortschaften passierten wir, bis plötzlich der erste Schnee als zusammengeschobene, verschmutzte Masse am Straßenrand sichtbar wurde und dann nach einigen Straßenwindungen als große weiße Pracht bestaunt werden konnte.

An den Straßenrändern parkten immer wieder Autos, Kinder und deren Eltern mitsamt Hund hatten Spaß beim Rodeln oder Spiel im Schnee.

Auf gut ausgebauten und teils freigeräumten Straßen folgten wir den Wegweisern Mount Sannine, dessen höchster Punkt auf 2628 Metern liegt. An der dafür wichtigsten Weggabelung bogen wir jedoch nach rechts ab und folgten dem Straßenverlauf, bis wir plötzlich im Skigebiet Zaarour landeten.

Zaarourclub Einem Resort, welches als privater Club nur Mitgliedern vorbehalten ist. Der Pförtner ließ uns jedoch passieren und vorbei ging die Fahrt an unzähligen Chalets, bis wir an Hotels und der eigentlichen Skiliftstation und ausgedehnten Parkplätzen vorbeikamen.

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Wir bogen jedoch ab und weiter ging die Fahrt vorbei an schneeverhangenen Hügeln mit gigantischen Postkartenmotiven in der Ferne. Schneeverhangene Bergketten zur einen, das Meer tief unten zur anderen Seite.

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Langsam aber sicher eröffnete sich für uns die Größe dieser Anlage. Ein künstlich angelegter See neben einer riesigen Terrasse, ein Stück weiter standen tief im Schnee gusseiserne Parklaternen um kleinere Wasserflächen, eingezäunte Spielfelder, weitere Gästehäuser – der viele Schnee verbarg wohl die Hälfte all der Freizeitmöglichkeiten vor unseren Augen. Jetzt im Nachhinein weiß ich, dass dies ein Resort für alle Jahreszeiten ist. Mountainbike-Verleih, Pools, Eventvermietungen und vielem mehr. Wir erreichten eine weitere Attraktion mit einem anderen Lift. Einladende rustikale Bänke und Tische, einem Restaurant und Getränkeverkauf in einer Holzhütte, die zum Glück auch geöffnet hatte. Vieles andere war nämlich leider geschlossen, so auch der Lift. Aufgrund des Schnees und der Nässe auf den Bänken konnte man sich leider auch nicht setzen. Kein Service, keine Sitzkissen – schade. Doch beim Blättern durch die Website erfuhr ich, dass bei den verschiedensten Stationen die Öffnungs- und Bewirtungszeiten variieren.

7 Auf 1710 Metern
Auf 1710 Metern

Somit tranken wir unseren Kaffee im Stehen, erfreuten uns an der Ruhe und der erholenden Pracht und machten uns zu einem kleinen Spaziergang über geräumte Straßen auf.

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Plötzlich kreuzte unseren Weg dieser friedliche Genosse, eine leere Nescafétüte als Schatz fest im Maul verankert. Wem möchte er hiermit wohl eine Freude machen?

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Wir verließen das Resort und nahmen an besagter Abzweigung dann doch noch den Weg Richtung Sannine. Inzwischen war der Weg nicht mehr gänzlich geräumt, Jogi kam aber mit 4 Wheel Drive und spezieller Schneeeinstellung prima die Wege bergauf, bis auch wir nicht mehr weiterkonnten, da entgegenkommenden Kamikazefahrern nicht mehr ausgewichen werden konnte. Somit hielten wir an einem schönen Aussichtspunkt an und stiegen aus um nochmals Fotos zu machen. Dort hielt bereits ein anderes Auto und der einheimische Fahrer mitten im Nirgendwo war doch tatsächlich der deutschen Sprache mächtig! Von ihm erhielten wir auf Nachfrage unsererseits auch den Tipp, dass wir weiter unten direkt an der Straße im neuerrichteten Restaurant gut zu Mittag essen könnten.

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Auf 1722 Metern

Also ging der Weg wieder bergab zurück. Für uns ohne Probleme, viele andere steckten fest oder kapitulierten gleich und fuhren im Rückwärtsgang wieder bergab.

Zur Erklärung muss ich nochmals erwähnen, dass es hier keine Winterreifen gibt und wer als Privatperson besitzt schon Schneeketten, wenn er nur mal aus Neugierde als Wochenendunternehmen in den Schnee fahren möchte?

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Das Restaurant Auberge Salameh war schnell gefunden, sah einladend aus und somit gingen wir hinein. Eine eigene Website gibt es nicht, es ist jedoch über die Suchmaschine in den sozialen Netzwerken zu finden. Vor acht Monaten erst eröffnet, wurde hier ein wunderschönes Plätzchen mit schönem Rundumblick gefunden.

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Beim Aufgeben unserer Bestellung fragte die Dame des Hauses ganz erfreut, ob wir deutsch sprechen würden. Sie und ihr Mann Gaby (im Libanon auch ein Männername) waren schon einmal in Deutschland. Sie hätte ziemlich viel an Sprachschatz verloren, aber verstehen würde sie noch ganz gut. Noch nie hätte sie hier deutschsprechende Gäste gehabt und freute sich sehr.

Das Ambiente ist ansprechend, großzügige Fensterfronten sorgen für den schönen Ausblick, nach und nach kamen noch viele weitere Gäste. Zügig kam unsere Bestellung, es schmeckte alles ganz wunderbar.

Satt und zufrieden machten wir uns auf die Heimfahrt. Nach 40 Minuten waren wir bereits schon wieder hier, hatten schöne Stunden in friedlicher Atmosphäre erlebt und vor allem kannten wir diese Gegend noch nicht.

Mal schauen, über was ich beim nächsten Mal berichte, bleibt gespannt, bis dahin,

Gruß Karin

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