Zu den Söhnen Sindbads

Nun war mein Göttergatte wahrlich nicht Scheherazade – und ich nicht sein König! Auch erzählte er mir keine Märchen aus Tausendundeiner Nacht in der Sindbad die sieben Weltmeere bereiste. Aber von seinen früheren beruflichen Reisen aus dem Oman schwärmte er mir vor und dass er mir dieses Land unbedingt noch zeigen möchte. Natürlich befragte ich in der heutigen Zeit das Internet und nicht das Märchenbuch und war total erstaunt über die Filme, Fotos und Erzählungen von reisefreudigen und mitteilungsbedürftigen Gleichgesinnten!

Und da ich bekanntlich die Jahrhunderthälfte an Lebensjahren erreichte, war dies der richtige Zeitpunkt für eine Reise. Sohnemann gerade verabschiedet, Koffer gepackt, warme Pullover gegen kurzärmelige T-Shirts, warme Unterwäsche gegen Badeanzug, Winterstiefel gegen Badelatschen getauscht, Adventskranz, Deko und Weihnachtsbaum Adieu gesagt und somit waren wir vom 06.01.-14.01.17 im Oman.

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Durchschnittliche kuschelige 28 Grad erwarteten uns, ungewohnte und doch bekannte Gerüche aus indischem Einschlag, Männer in Dischdaschas, dem langen weißen Gewand und der Kumma, dem bunt bestickten Käppi, oder für offizielle Anlässe einem Turban auf dem Haupt. Und augenscheinlich sehr viele Gastarbeiter und Ausländer. Und trotzdem merke ich, wie ich angestarrt werde – obwohl ich mir in diesen Ländern schon lange abgewöhnt habe, Blickkontakt mit der männlichen Spezies zu halten. Eines fällt mir sofort auf: jegliche Beschilderung und sei sie noch so unbedeutend oder klein ist auf Arabisch und Englisch zu lesen. Dieses Merkmal zieht sich durch das ganze Land, jedes kleine Lädchen im noch so kleinsten Kaff, jedes Straßenhinweisschild im höchsten Gebirge ist auch in englischer Sprache zu lesen! Super!

Bereits noch am Flughafen holen wir unser vorab gemietetes Leihauto ab. Für das Gebirge muss es geländetauglich sein, das ist Pflicht. Dass sich Jogi für diese Art von Transportmittel entschied, hat sich nachträglich auch als die beste Lösung erwiesen.

leihwagen

Die verschiedensten Sehenswürdigkeiten liegen doch zu weit auseinander. Taxis sind nicht günstig und mit BIG BUS MUSCAT, einem Stadtrundfahrtbus, mit dem man z. B. einen Tag lang kreuz und quer durch Muscat fahren kann und an den verschiedenen Haltestellen so oft ein und aussteigen kann wie man möchte, erscheint uns der Preis von 63 Euro ebenso überteuert. Allgemein ist bis auf die Benzinpreise hier alles recht teuer. Das sage ich natürlich als deutscher Tourist, der durch den Gang im Supermarkt auch Wert auf importierte Waren legt, der auch mal alkoholische Getränke zu sich nehmen möchte, der es im Souk bestimmt gewohnt ist zu handeln und auch rigoros weiter geht, wenn es zu teuer ist. Der sich in schöne Restaurants setzen möchte und nicht nur aus der Hand ein gewickeltes Fladenbrot zu sich nehmen möchte. Trotzdem werden wir wohl nochmal herkommen müssen, denn einen großen Teil des Landes haben wir noch nicht bereist, obwohl Jogi über 1000 km gefahren ist. Zu schön ist es hier! Wüste, Meer, Gebirge, Wadis, Stadt, grüne Landschaften – so unglaubliche Gegensätze! Die Jahreszeit war hervorragend gewählt, das Straßennetz super ausgeleuchtet und ausgebaut, Sauberkeit, Ordnung, Blumenrabatte wohin man schaut. Und trotzdem ist es manchmal ganz schön gefährlich zu fahren. Urplötzlich kreuzen, je nach Vegetationsabschnitt, außerorts Kamele, Esel, Ziegenböcke und Geißen die Straße. Warnschilder weisen darauf hin. Aber bei diesem tollen Straßenausbau rechnet man nicht immer damit. Stationäre Radaranlagen und Polizeikontrollen halten die Geschwindigkeitsbegrenzungen unter Beobachtung. Es scheint Recht und Ordnung zu herrschen in diesem Land. Wenn auch alles mögliche Getier auf den Pickups transportiert wird, wie hier mein absolutes Lieblingsbild zeigt. Bei 120 km/h konnten wir dem rasanten Fahrer dann doch noch erfolgreich hinterherdüsen, alles für die perfekte Aufnahme!

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Hier noch einige Eckdaten zum Sultanat Oman und dessen Einwohner:

Die Omanis sind ein altes Seefahrervolk, welterfahren und -offen. Internationalität wird hier gelebt, die Hautfarbe spielt keine Rolle, es herrscht Religionsfreiheit, wobei der Islam die Staatsreligion ist. Jeder akzeptiert und respektiert die Einstellung des anderen. Die hohen verspiegelten Protzbauten wie man sie in anderen arabischen Staaten findet, fehlen hier gänzlich. Lautes, schillerndes Nachtleben zeigt sich hier nicht. Man ist nicht laut, nicht aufdringlich, manchmal vielleicht etwas langsam…

Bis 1970 lebten die Omanis unter der extremen konservativen Regierung des damaligen Sultans in Armut, politischer Isolation und mittelalterlicher Rückständigkeit. Die Sklaverei wurde aufrechterhalten, für Knaben gab es nur sehr vereinzelt Koranschulen was bereits das ganze Bildungswesen darstellte. Es gab kaum Elektrizität oder fließendes Wasser, Fremdsprachen waren verboten sowie Autos und sogar Sonnenbrillen. Über die Rechte der Frauen gibt es überhaupt nichts zu schreiben.

Erst mit der Amtsübernahme des heutigen Königs, Sultan Qabus ibn Said, der den Oman als absoluter Monarch regiert, öffnete sich das Land und erlebte, bedingt durch die Einnahmen von Erdöl- und Gasvorkommen, einen raschen wirtschaftlichen und politischen Aufstieg. Das Staats- und Bildungswesen wurde reformiert, Frauen sind im Oman rechtlich den Männern gleichgestellt, sie dürfen arbeiten, Auto fahren und öffentliche Ämter bekleiden. Bildungs- und Gesundheitswesen sind kostenlos. Die Arbeitslosenquote ist jedoch relativ hoch, denn die Omani arbeiten bevorzugt in der Verwaltung des Landes, wobei alle Dienstleistungen an Gastarbeiter delegiert werden. Somit arbeiten in der Hotellerie, der Gastronomie, im Handel, im Handwerk, in der Landwirtschaft und allgemein dem Dienstleistungsgewerbe, ausgenommen als Taxifahrer, keine Omanis.

Hier einfach wahllos einige Fotos aus dem Auto heraus fotografiert:

Im Stadtteil Ruwi von Muscat beziehen wir im Sheraton Hotel unser Quartier. In der Lobby ein riesiger Weihnachtsbaum, dezente Dekoration wohin man schaut – wer hätte das im tiefen Arabien vermutet? Am Nachmittag mache ich beim Kaffee trinken draußen auf der Terrasse noch dieses Foto, dies war gut so, denn nach Dreikönig war über Nacht wie von Zauberhand alles abgebaut.

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Unsere erste Ausflugstour führte uns in die alte Oasenstadt Nizwa. Dort schauten wir uns die alte Festung aus dem 17. Jahrhundert an. Vom 30 Meter hohen Turm hat man in alle Richtungen schöne Ausblicke in die Oase, in die Stadt mit dem Souk oder zu den Ausläufern des Gebirges. Im Untergeschoss der Festung wird traditionelle Kleidung und Handwerk dargestellt, der Ausblick zum Palmengarten ist traumhaft.

Durch den Souk von Nizwa bin ich nur ansatzweise, es war Samstagnachmittag zur Gebetszeit und die meisten Läden schlossen deshalb gerade. Somit genossen wir im kühlen Schatten sitzend nur einen guten Cappuccino, bevor wir die Weiterfahrt antraten.

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Auf dem Weg noch einen Abstecher nach Bahla, um uns das Fort von außen anzuschauen. Es ist die größte Festung des Landes, steht auf der Liste der erhaltenswerten Kulturdenkmäler. Sie hat in ihrem Innern unzählige Räume und Gemächer, das war uns für den Tag einfach schon zu spät, um uns das anzuschauen.

Tags darauf ging es früh los, wir wollten zum Grand Canyon des Omans, zum höchsten Berg dem Jebel Shams, der um die 3000 Meter hoch liegt. Eine gut ausgebaute Straße führt uns nach oben, bis diese dann plötzlich in eine Piste übergeht. Am besten Aussichtspunkt ist dann jedoch militärisches Sperrgebiet. Eine Radarstation die weitläufig eingezäunt ist. Jogi begeistert sich natürlich wieder fürs Offroad Fahren, mir wird es da nach 1,5 Stunden Geschaukel eher etwas unwohl.

Da wir hier anscheinend nur zwecks des Fahrspaßes hochgetuckert sind und nicht anhalten konnten um die Ruhe und die Aussicht zu genießen, sind sämtliche Bilder vom Gebirge verwackelt. Den anderen Weg zu der schönen Aussichtsterrasse mit direktem Blick in den Canyon hinein, fanden wir dann leider nicht mehr.  Aber hier noch ein sehr schöner Ausblick auf die Ortschaft Ghul.

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Am späten Nachmittag war dann Eile für den Rückweg geboten, damit wir nicht bei völliger Dunkelheit den weiten Weg zurück ins Hotel fahren mussten.

Für den nächsten Tag entschieden wir uns, eine Strandpause einzulegen. Am Privatstrand des Hotels wurden uns telefonisch 2 Liegestühle, Tisch und Schirm reserviert, wir würden dort auch Getränke erhalten. Nachdem uns Badetücher und Duschutensilien übergeben wurden mit einer genauen Wegbeschreibung zum besagten Strandabschnitt, fuhren wir los.

Am besagten Badeplatz waren von unserem Hotel keinerlei Gäste, wir hatten die 50 Meter für uns allein. Herrlich!

Nachdem wir sofort ins Wasser wateten, fiel uns auf, dass dieses erbsengrün war! Igitt! Am nächsten Abschnitt sahen wir Frauen und Kleinkinder, die alle drin waren, aber uns hat es so ein unangenehmes Gefühl vermittelt, dass wir nur entlangmarschiert sind, die Sonne, Wärme und Ruhe genossen und sonst einfach faul rumlagen, bis wir uns wieder auf den Rückweg machten. Um diese Jahreszeit wäre dies normal, man könnte ruhig baden und sich nachher einfach gut abduschen, wurde uns auf unsere Nachfrage hin mitgeteilt.

Am nächsten Morgen ging es bereits früh los, denn ich wollte unbedingt in die Große Moschee Sultan Qaboos. Sie ist die Hauptmoschee im Oman und gilt weltweit als eine der größten. Diese hatte wochentags für Touristen nur bis 11 Uhr geöffnet. Ich hatte dazu im Internet bereits Videos und Fotos gesehen, diese Pracht wollte ich unbedingt mit eigenen Augen bestaunen. Die im Jahre 2001 fertiggestellte Moschee war ein Geschenk des Sultans an sein Volk zu seinem 30-jährigen Thronjubiläum.

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Das gesamte Areal der Moschee beträgt 416.000 qm. Die 61 x 71 Meter große Gebetshalle bietet 6.600 Gläubigen für das Gebet Platz. Diese Halle ist mit einem 4263 qm großen Teppich ausgelegt, eine persische Webkunst. Die reich verzierte Decke mit Kalligraphien und Arabesken wird zusätzlich noch durch eine 34 Meter hohe Kuppel dominiert. In deren Mitte hängt ein Lüster aus Swarovski Kristall, welcher mit 1122 Lampen bestückt ist.

Die parkähnlichen Gartenanlagen laden zum Verweilen ein. Wäre es mir in meiner langärmeligen hochgeschlossenen Bluse und dem großzügig geschnittenen Tuch um den Kopf und Oberkörper nicht schon so warm geworden, gerne hätte ich mich einen Moment auf eine der Bänke gesetzt und den Anblick der von den Rasensprengern befeuchteten Rasenanlagen und Blumenbeete genossen. Es herrschte so eine friedliche Atmosphäre, ich fühlte mich direkt wohl.

Doch wir fuhren zurück zum Hotel, ich zog mich um und weiter ging es nach Mutrah, in die alte Innenstadt.

Unser erstes Ziel war der Souk und was uns sofort auffiel, deutsche Sprache wohin man hörte! Überall liefen deutschsprachige Touristen! Die Händler waren in ihrem Element! Der Souk ist sehr schön gestaltet, die Deckengestaltung fiel mir als erstes auf. Manche Geschäfte waren sehr interessant – aber im Großen und Ganzen ist bis auf die traditionelle Kleidung und das Kunsthandwerk das Angebot mit hier vergleichbar. Kurz darauf war aber wieder Mittagszeit, manche Läden schlossen, es war Gebetszeit.

Somit liefen wir raus zur Uferpromenade und da sahen wir im Hafen die Kreuzfahrtschiffe. Zig Reisebusse fuhren und Reisegruppen liefen umher, es schienen doch einige Schiffe geankert zu haben. Bei manchen Besuchern musste man sich doch schon sehr wundern, dass sie noch nie etwas von Bekleidungsempfehlungen im tiefen arabischen Raum gehört hatten.

Wir schlenderten an der Corniche entlang, beobachteten die Möwen, warfen Blicke hoch zum Wachturm, dem überdimensionalen Weihrauchkessel hoch über der Stadt, auf das Al Jalali Fort und die restaurierten alten Handelshäuser aus dem 19. Jahrhundert direkt an der Uferstraße.

Nach einem Mittagessen mit viel frischem Fisch setzen wir uns wieder ins Auto und fuhren nach Muscat rein, ich wollte unbedingt einen Blick auf den Sultan Palast von außen werfen, denn Zutritt ins Innere ist nicht gestattet. Ganze Horden von Touristen, vornehmlich deutschsprachigen, kreuzten unseren Weg.

Direkt gegenüber dem Palast liegt das Nationalmuseum, somit hat man einen schönen Blick auf die jeweils andere Seite.

Danach hatte Jogi noch ein besonderes Schmankerl im Ärmel: Er fuhr uns ins Al-Bustan Palace Hotel, das bereits 1985 eröffnete und damals zu den absoluten Luxushotels zählte. Wenn man sich den Entwicklungsstand zur damaligen Zeit denkt, dann kann ich mir wahrlich vorstellen, dass sich Joachim Anfang der 90er Jahre schon königlich beim Kaffee trinken fühlte. Auch wir saßen in der Lobby und gönnten uns diesen sündhaft teuren Kaffee in dieser Kulisse, die wohl damals schon so aussah wie heute.

Die Luft war weihrauchgeschwängert, wie auch die Nebelschwaden auf den Fotos zeigen. Dies ist übrigens an einigen Plätzen, Geschäften oder Hotels so. Im Freien riecht es eigentlich wie überall. Entweder nach frischer Natur, Salz, Fisch, Tang, Meer oder Abgasen. Weihrauch und Kupfer waren früher die Handelswaren die in die ganze Welt gingen und hier im Land soll es auch immer noch den besten Weihrauch geben.

Den Geist voll mit neuen Eindrücken ging es zurück ins Hotel. Joachim fing sich während dem Aufenthalt leider eine Grippe ein, auch plagte uns beide ein Brechdurchfall, somit fehlte uns oft die Energie um die Dinge näher zu besichtigen oder zu hinterfragen. Aber im Grunde genommen reichte mir das auch so, wir entspannten und schliefen viel, oder genossen einfach unsere gemeinsame Zeit.

Ein weiterer Punkt unserer Besichtigungstour war die Fahrt zum Bimah Sinkhole, auch Hawiyat Najm (Fallender Stern) genannt. Über die Entstehung dieses mit Wasser gefüllte 60 Meter tiefe Erdloch sind sich Experten uneins. Einer Legende nach ist hier einmal ein Meteorit eingeschlagen und hat so das Loch geschaffen. Geologen gehen davon aus, dass die tiefer liegenden Gesteinsschichten vom Wasser ausgewaschen wurden und die obere Erdschicht einstürzte. Mir alles egal. Es war ein ganz besonders tolles Erlebnis, in dem Gemisch aus Salzwasser vom nahen Meer vermischt mit Süßwasser aus den Bergen, zu schwimmen.

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Frau sollte nur darauf achten, dass sie sittsame Badekleidung trägt und für den langen Fußmarsch vom und bis zum Toilettenhaus etwas zum Überwerfen dabeihat.

Genau gegenüber dem Hotel steht auch der Clock Tower (Uhrenturm). Rundherum eine große Fläche für allerlei Freizeitsport, wiederum drumherum eine schön angelegte Rasenfläche.

Was sich in dem großen Sockel befindet oder was die arabische Aufschrift außen bedeutet, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Tut gut, nach so vielen Minaretten, denn oft steht alle 500 Meter eine Moschee, mal eine Turmuhr zu sehen.

Nach längeren Erholungsphasen setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren in östlicher Richtung gen Sur. Landschaftlich auch wieder eine sehr schöne Fahrt.

Joachim wollte sich den Ras Al Hadd Strand anschauen, wo die Schildkröten zum Brüten an Land kommen. Meine Äußerung bezüglich falscher Jahreszeit, falsche Tageszeit wurden alle in den Wind geschlagen, er wollte dort unbedingt hinfahren. Mir schwante eine lange Fahrt und eine Rückfahrt im Dunkeln, was dann auch so war. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Ein herrlicher Sandstrand mit Felsen drumherum, wenn auch dort das Wasser grün war. Leider war es schon später Nachmittag und wir mussten zurück.

Hier noch einige Daten, die ich aus dem Netz zusammengetragen habe: Der Strand liegt 60 km von der Stadt Sur entfernt. Seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ließen sich hier Menschen nieder. Er gilt seitdem als Zuflucht für Schiffe vor Meeresstürmen. Während dem 2. Weltkrieg landeten hier Kampfflugzeuge, deren Start- und Landebahnen bis heute zu sehen sind. Der Strand wurde nun zum Naturschutzgebiet für die grüne Meeresschildkröte erklärt. Jährlich kommen zwischen Juni und August zwischen 6000 und 13000 Tiere, um ihre Eier abzulegen. Der Strand ist außerdem berühmt für seine vielen Buchten und Felsformationen, die verschiedensten Vogelarten Unterschlupf gewähren.

Zu guter Letzt möchte ich nun noch von meinem 50. Geburtstag berichten: Joachim ging es gesundheitlich gar nicht gut, er hustete wie verrückt und man sah ihm wirklich an, dass er krank war. Trotzdem kam er mit zum Frühstück.  Draußen auf der Terrasse plötzlich hinter meinem Rücken Happy-Birthday-Gesang, ich drehte mich um, da stand die ganze Belegschaft des Restaurants, mit einem Tortenstückchen, in deren Mitte eine brennende Kerze und alle gratulierten mir. Hab‘ ich mich gefreut! Zurück im Zimmer stand dort eine große Torte von der Hoteldirektion.

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Den ganzen Tag verbrachten wir dann auf dem Zimmer bis ich mich für den Abend fertigmachen sollte. Wir würden auswärts essen, ich solle mal einen Schal mitnehmen.

Ein Auto holte uns ab und los ging die geheimnisvolle Fahrt. Wir fuhren ca. 25 Minuten, bis wir dann plötzlich abbogen ins Hotel The Chedi. Davon hatte mir Joachim die Woche über schon vorgeschwärmt. In Zen-Atmosphäre wurde hier unter Berücksichtigung von Feng-Shui Aspekten eine Hotelanlage der Luxusklasse geschaffen. Nach der Anmeldung bat uns der Restaurantleiter zu folgen. Wir liefen und liefen, durch ein Restaurant, über die Terrasse, auf Holzbohlen über einen Teich, Richtung Strand … ich musste mit meinen Schuhen so aufpassen, dass ich mit dem Absatz nirgends hängenbleibe, sonst hätte ich mal links und rechts schauen können. Es wurde nur immer dunkler und einsamer und ich dachte mir die ganze Zeit nur, Oh Gott, wohin laufen wir denn? Wir waren bereits am Strand, ich sah und hörte das Wasser und da sah ich dann auch plötzlich die Lichter. Ein roter Teppich, ein fackelgesäumter Weg durch den Sand bis zu einem runden Tisch, umzäunt mit Fackeln, direkt am Wasser. Mir fehlten die Worte. Wie im Traumschiff oder im schönsten Liebesfilm! Ich war noch total sprachlos, da hatte ich schon ein Glas Champagner in der Hand und es wurde geknipst und ich glaub, bis ich alles so richtig realisiert hatte, war die Vorspeise bestellt und ich nahm war, dass vereinzelte Abendspaziergänger hinter uns und vor uns direkt im Wasser verstohlen diskret lächelten, wie übrigens auch der (Fast)Vollmond über uns!

Es wurde dann jedoch empfindlich kühl, zum Glück hatte ich eine Strickjacke dabei, ließ mir noch einen Schal zum Überwerfen geben, aber Joachim fror leider ganz erbärmlich.

Nachdem letztendlich nach dem Essen auch noch vom Restaurant ein Geburtstagsküchlein kam und wir dieses verspeist hatten, brachen wir dann wieder in unser eigenes Hotel auf.

Und was fand ich vor? Die gesamte Belegschaft, ob von der Rezeption, dem Restaurant, der SPG Lounge – alle hatten sich tagelang Gedanken gemacht, wie sie mich überraschen könnten.

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Sie hatten gebastelt, ich bekam Geschenke, Rosen und auch die nächsten Tage wollten die Glückwünsche nicht enden.

Was will Frau mehr? Im Vorfeld schon von Joachim beschenkt, dann diese Reise, dieser Traumevent zum Abendessen… hach – da kann man doch frohen Mutes auf die 60 zugehen!

Hoffe nur, dass ich nicht mehr so lange warten muss, bis wir unsere Omanreise fortführen. Ich hoffe ebenso, dass dieses Land weiterhin blühen und gedeihen kann. Der Sultan ist nicht verheiratet, noch hat er Kinder. Das Volk macht sich bei dem 76-jährigen Monarchen natürlich Sorgen um die Zukunft des Landes.

Warten wir ab, was die Zukunft bringen mag, bis dahin

Gruß Karin

2 Kommentare zu “Zu den Söhnen Sindbads

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