Beschützende Silberverzierungen

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Die Hand der Fatima, Silber Amulett, Amman-Jordanien um 1960

YA HAFETH YA AMEEN – so lautet der Titel der derzeitigen Ausstellung im Tiraz Centre in Amman, welche ich heute besucht habe. Der Titel beinhaltet 2 der 99 Bezeichnungen für Allah. Ungefähr etwa Beschützer, Held. Der Link zum Centre: Tiraz Centre

Eine Ausstellung über beschützende Silberverzierungen aus Jordanien, Palästina, Syrien, Libanon, Jemen und dem Oman. Gegenstände die über Jahrzehnte aus diesen Ländern zusammengetragen wurden und Zeitzeugen einer anderen Kultur, Religion, Tradition und auch Aberglauben sind.

Opulenter weiblicher Hochzeitsschmuck, der als Aussteuer, Kapitalanlage, Notgroschen und Statussymbol fungierte. Mit roten und blauen Stickereien als Symbol für eine Hochzeit, mit weißen Steinen für reichlich Milch in der Stillzeit, der Hand der Fatima die alle bösen Geister fernhält, Marienbilder als Halsschmuck, den verschiedensten Silbermünzen, Gravierungen und Steinen welche Glück und Segen bringen sollen.

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Links: Hochzeitskette der Beduinen aus dem Jemen um 1920. Rechts: Halskette mit Amuletten aus dem Jemen um 1910.

Auch war Beschneidungsschmuck von 1930 für Jungen ausgestellt. Dieser sollte alles Schmutzige und Unreine fernhalten, guten Erfolg der Operation und schnelle Genesung bringen.

Jordanischer Beduinenschmuck um 1930. Meist handelt es sich um Brautschmuck, wobei wieder zu beachten ist, dass Formen und die Auswahl an Schriftzeichen und Steinen von Region und Stamm verschieden waren. Talismane, die einen in einer unsicheren Welt sicher wägen sollten.

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Zusätzlich waren noch Gewänder zu sehen, denn schließlich steht dies schon im Namen des Hauses und war der ursprüngliche Grund zur Sammlung: TIRAZ Widad Kawar – home for arab dress.

Hochzeits- und Festkleider, an denen jedes Muster eine Bedeutung hat, jede Farbe, jede Verzierung, jede verschiedene Art von Stickerei. Alles in mühevoller Handarbeit hergestellt und einiges schon über 100 Jahre alt.

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Dieses jordanische Kleid ist 2,80 Meter lang. Es war für den Alltag bestimmt. Es wird in Schichten um den Körper hochgebunden und die somit erhaltenen Nischen dienen als Tragetasche für alle möglichen Dinge: dem Kind, den Einkäufen, als Gemüsehalter auf dem Feld, ein Ärmel wird um den Kopf geschlungen und dient als Kopftuch, der andere um den Leib und ist somit eine andere Tasche. In der nächsten Ausstellung soll darüber ein Film gezeigt werden, es bleibt wieder einmal spannend.

Bis dahin, Gruß Karin

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