27.03.2024 Das marokkanische Mitbringsel

Eindringlich habe ich meinem Göttergatten Anfang März ins Gewissen geredet, dass ich wohl jedes 2. Jahr auf ein Mitbringsel von seinen jährlichen Motorradreisen hoffen dürfte, als er sich auf seine Maschine setzte und gen Marokko reiste.

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Nachdem ich 2020 Das finnische Mitbringsel und 2022 Das baltische Mitbringsel erhielt, war es ja wohl wirklich an der Zeit, dass ich erneut ein Souvenir aus fernem Land überreicht bekommen würde. Mir ist schon klar, dass das Platzangebot sehr beschränkt ist, aber eine Kleinigkeit würde ja wohl noch in den engsten Raum passen.

Terminlich war die Reise etwas ungünstig. Es war noch kalt, große Regenschauer erwarteten ihn in Frankreich und zum Teil auch Spanien, dazu der islamische Fastenmonat und zu Hause schon wieder anstehende Termine… jedoch setzt sich mein Mann ja eh nur auf seine Maschine, fährt den ganzen Tag hindurch bis auf kleine Pausen. Sehenswürdigkeiten oder dergleichen bleiben unberührt auf der Strecke liegen, das jeweilige Endziel ist sein Ziel, der Weg dorthin nur gewollter Fahrspaß – solange die Witterung mitmacht.

Irgendwann in Marokko hat er dann mein Reiseandenken erstanden – ein Gläschen Safran! Das teuerste Gewürz der Welt, das rote Gold – so sagt man, ein richtiger Schatz! Ja gut – auch mein Mann, nicht nur der Safran 🙂 .

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Seit über 4000 Jahren wird dieses Gewürz für verschiedene Zwecke eingesetzt. Der Safran Krokus kommt nicht in freier Natur vor, wird jedoch in vielen Ländern zum Erhalt des Safrans angebaut. Aus einer kugeligen Knolle die sich auch durch diese vermehrt, sprießt eine mehrjährige Blumenzwiebel, aus der dann der Crokus sativus wächst. Im Herbst blüht dieser dann violett und aus den 3 roten Stempelfäden, Narben genannt, wird dann das, ebenfalls Safran genannte, Gewürz gewonnen.

Die Produktion ist kosten- und zeitintensiv, es muss vor allem viel Handarbeit geleistet werden. Für 1 Gramm Safrangewürz werden 150-170 Blüten des Crokus sativus benötigt.

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Ich kann diese mühselige Handarbeit genau nachempfinden. Hatte ich im letzten Frühjahr einen Löwenzahnblütenaufstrich hergestellt. Dazu werden die einzelnen gelben Zungenblütenblättchen des aufgeblühten Löwenzahns gesammelt. Wohl bemerkt ohne den Blütenstand und den kleinen grünen Blättchen drum rum. Bis 250g zusammengesammelt werden, vergeht einem die Lust. Aber es hatte sich gelohnt. Vom Geschmack sehr ungewohnt, jedoch durchaus wohlschmeckend. Allerdings wird es aufgrund des Aufwands wohl bei der einmaligen Herstellung bleiben.

Doch zurück zum roten Gold. Für was wird es verwendet? Am bekanntesten ist natürlich seine Verwendung in der Küche. Als Färbemittel von Gebäck und Kuchen (wir kennen alle das Kinderlied „Backe backe Kuchen“), Risotto, Pasta, Reis, Paella, Getränke, zur Parfümierung von Nachspeisen, geschmackliche Verfeinerung von Suppen, Fisch, Huhn, Lamm. In der Antike fanden die Fäden Verwendung als Aphrodisiakum und als Duftstoff, heute soll der Safran in Kosmetika, Arzneimitteln, in der Traditionellen Chinesischen Medizin und als Teezugabe Wunder bewirken.

Doch aufgepasst! Wenn etwas so hochpreisig ist, dann sind auch Scharlatane unterwegs. Niemals gemahlenen Safran verwenden und sich vor billigen Angeboten fernhalten.

Doch zurück zu „meinem“ Safran. Ich habe mich am vergangenen Sonntag dazu entschieden mit dem Standard zu beginnen, dem Safranreis. Dazu gab es gebratenen Pak Choi und Kabeljau.

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Viele Rezepte über die richtige Zubereitung des Safranreis sind zu finden. Die Menge der Fäden im Verhältnis zum Reis, vorher anrösten oder nicht, einweichen in kaltem oder warmem Wasser oder Milch, mitkochen oder nicht… ich denke ich habe einfach meine Kocherfahrung walten lassen und ein gutes Mittelmaß gefunden. Mir schmeckte es ganz wunderbar, mein Gönner war sich über den Geschmack und Duft des Reises nicht so ganz einig. Besser für mich 🙂

Demnächst experimentiere ich weiter, mal sehen was mir mit dem kostbaren Gut noch so alles einfällt, Ideen hätte ich noch mehrere.

Gruß Karin

4 Kommentare zu “27.03.2024 Das marokkanische Mitbringsel

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