23.12.2024 Besuch bei Vogel Strauß

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Mehr als überfällig ist dieser Beitrag! Begonnen habe ich bereits im September damit, doch die letzten Monate hatte ich fürs Schreiben weder die nötige Ruhe, Zeit oder Kraft. Und da hier meine Leser früher oder später sowieso davon erfahren werden, mache ich es hier nun amtlich: Ich habe nach 30 Jahren Ehe meinen Mann verloren. Mehr möchte ich darüber nun gar nicht schreiben. Doch auch Erfreuliches gilt es zu berichten: unser Sohn hat geheiratet und gründet nun seine eigene Familie. So, und nun widme ich meine Gedanken und mein kleines bisschen Energie endlich einmal wieder meinem Hobby und versuche mich am Schreiben, indem ich von Mamas Ehrentag im September erzähle.

Schon seit Jahren unternehmen meine Schwester und ich zusammen mit unserer Mutter zu deren Geburtstag einen kleinen Ausflug mit anschließender Einkehr zu Mittagessen oder Kaffee und Kuchen. Dieses Jahr hatte sie sich nur fürs Kaffeetrinken entschieden und meine Schwester und ich befragten das Internet nach einer passenden Lokalität in der Nähe des Wohnortes unserer Mama. Ein sehr schwieriges Unterfangen. Die gemütlichen und heimelig traditionell eingerichteten schönen Cafés, in denen sich die älteren Herrschaften genüsslich zum Plausch mit Schwarzwälder Kirsch und Sahne-Baiser à la Udo Jürgens trafen, sind leider nach und nach verschwunden. Obendrein mussten auch die Öffnungszeiten mit dem Geburtstag übereinstimmen. Dazu sollte die Ausflugsattraktion Rentnerporsche- oder zumindest Gehhilfen- geeignet sein. Die Fahrtstrecke sollte dazu nicht zu kurvig sein, sonst schlägt sich dies auf Mamas Kopf und Magen nieder – aber finde mal so etwas auf der Schwäbischen Alb! Der reinste Albtraum!

Wir haben uns dann für das Hofcafé Straußenfarm Lindenhof in Böhmenkirch entschieden. Auch 20 km vom Wohnort entfernt, aber sonst fanden wir für diesen Tag nichts Besseres.

Bevor ein Besuch geplant ist, bitte die tagesaktuellen Öffnungszeiten über die Website oder per Telefon in Erfahrung bringen. Kostenlose Parkplätze stehen in ausreichender Menge zur Verfügung, wenn nicht gerade ein Event stattfindet. Dann kann es etwas eng werden, die Kuchenauswahl ist dann auch nicht mehr allzu üppig und von vorab erfragten warmen Speisen ist dann nur noch des Schwabens „LKW“ für die hungrigen Mägen vorhanden. Der LKW ist ein Leberkäsweckle, also ein Brötchen belegt mit einer Scheibe Leberkäse, dieser warm oder kalt. Soweit zum Dolmetschen.

Mama hatte beim lieben Gott Kaiserwetter bestellt. Ende September, strahlend blauer Himmel, schön warm, herrlich! Wir entschieden uns aufgrund des riesigen Besucherandrangs direkt fürs leibliche Wohl zu sorgen und erst danach zu den größten Vögeln der Welt zu gehen, obwohl sie sich immer in Blickweite befinden und auch durch die großen Glasscheiben vom Café aus zu beobachten sind.

Beim Betreten des Hofladens, der dann übergangslos zum Café führt, bleibt einem erst einmal die Sprache weg. Hier wurde beim Renovieren gleich ganz groß gedacht! Wahnsinn, was es hier alles zu entdecken gibt, aber seht selbst.

An den Bedientheken können Produkte vom Strauß erworben werden: Filet, Steak, Braten, Rote Würste, Frankfurter – die der Schwabe Saiten nennt – Cabanossi, Dosenwurst und noch so manches mehr. Denkt je nach Wetterlage und Entfernung an eine Kühlmöglichkeit fürs Auto. Ich nahm auf jeden Fall eine Packung Saiten mit und war total begeistert, zwar nicht ob des Preises, so zumindest doch von der Qualität und Geschmack.

Wir bezahlten an der Theke unsere Getränke und die Kuchenauswahl und entschieden uns für ein Plätzchen im Freien.

Leider waren unsere Häupter nicht durch einen Sonnenschirm geschützt. Aufgrund der großen Wärme wurden wir immer stiller, müder und träger und somit machten wir uns beizeiten zu den lustigen Tierchen auf.

Die Straußenvögel entstanden vor ca. 55 Mio. Jahren in Zentralasien. Von hier aus breiteten sie sich, wie fossile Funde belegen, nach Westeuropa aus. Nach Afrika sind die Vorfahren des heutigen Straußes vor etwa einer Million Jahre „eingewandert“.

Wann der Strauß in Europa ausgerottet wurde, bzw. keinen Lebensraum mehr hatte, ist nicht bekannt. Noch vor rund 10.000 Jahren und ähnlichen Klimabedingungen wie heute, waren jedenfalls im Raum Wien große Bestände heimisch. Die erste Kunstbrut beim Strauß gelang im Jahre 1850 in Florenz. In Südafrika werden die Tiere seit dem 19. Jahrhundert auf Farmen gehalten. Anfang des 20. Jahrhunderts breitete sich die Straußenzucht nahezu weltweit aus. In den letzten 15 Jahren, seit vor allem das Fleisch des Straußes in den Vordergrund getreten ist, hat sich die Straußenzucht weltweit etabliert.

website bosch-lindenhof.de

Leider konnte ich nirgends eine Tafel mit Erklärungen entdecken. Als eine Gruppe Kinder durch eine Führung einige Details erzählt bekamen über Eierlegen, Kopfbewegungen, tänzelnder Gang, Anzahl der Tiere, Fressverhalten usw., war ich leider zu weit weg um etwas genau zu verstehen. Eigentlich schade, somit blieben uns nur die Fotos und mir eine schwerzhafte Erfahrung durch das Picken der Tiere durch den Zaun, da Schwesterchen meinte, ich solle fürs Foto doch näher ran gehen. Zum Schluss sah ich aus wie eine gerupfte Henne – aber sei’s drum. :=)

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Wir setzten uns alle wieder zu unserer Chauffeurin ins Auto und zurück ging es nach Hause. Mal schauen was uns fürs nächste Jahr einfällt, da wäre das Geburtstagskind ein Sonntagskind und möchte dann hoffentlich mit auf ein Foto.

Bis dahin, Gruß Karin

3 Kommentare zu “23.12.2024 Besuch bei Vogel Strauß

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