16.04.2024 Rotkohl, Spitzkohl, Rote Beete & Co.

Kurz nach der letzten Kochveranstaltung 28.01.2024 Wanton Suppe, Chop Suey & Co. studierte ich abermals das Programm der VHS Schwäbisch Gmünd und ein Fermentations-Workshop stach mir ins Auge:

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Freundin Gaby, die sich ihrerseits als Selbstversorgerin vorstellt und ich bei meinen spartanischen Besuchen eigentlich immer darauf warte, dass ihr Garten neuerdings komplett eingezäunt ist und eine Hühnerschar zwischen Gewächshaus, Beeten und Kübeln scharrt und sich am mannigfaltigen Angebot erfreut, war von dieser Idee natürlich sofort begeistert. Ganzjährig ist Gabi mit der Planung, Vorbereitung, Ausübung, Ernte und Verarbeitung ihrer Erzeugnisse beschäftigt – ganz nach dem Motto – nach der Ernte ist vor der Ernte. Und somit bekommt der Besucher beim Abschied immer wieder ein reines Naturprodukt oder Gläschen ihrer eingeweckten Gartenfreuden in die Hand gedrückt. Wie gesagt, dieser Kurs klang auch für sie höchst interessant und somit meldete ich uns an.

Da wir noch nie in der Mozartschule im Schwäbisch Gmünder Stadtteil Hussenhofen waren und kein Hinweisschild nach der Küche oder dergleichen aufzufinden war, liefen wir natürlich zusammen mit einer weiteren suchenden Kursteilnehmerin in die Irre. Erst als wir eine Person mit Einkaufskorb erblickten und dies mit Kochkurs in Verbindung brachten, hechteten wir hinterher und dann trafen wir auch schon auf eine hilfreiche Küchenlotsin, die uns den Weg zur Wirkungsstätte zeigte. Sofort fielen mir die Küchenschränke auf, die alle durchweg mit Fotos oder Beschriftungen der Schrankinhalte gekennzeichnet waren. Sehr lobenswert! Somit genügte ein Blick auf die Außenfronten und man fand was man suchte. Da könnte sich die Barmer Lehrküche in Schwäbisch Gmünd etwas abschauen.

7 auf einen Streich waren wir. 7 Lernwillige, die von unserer Dozentin Isabell Sanwald einen Einstieg in die Fermentation erfahren wollten. Ausgestattet wurden wir mit Infomaterial über den Vorgang an sich und Rezepten, die wir in Gruppen verteilt, „nachschnibbelten“. Im Nachhinein fiel mir auf, dass Isabell sich uns gar nicht vorstellte, eigentlich frage ich auch immer nach dem Hintergrund der Person, in diesem Falle wäre es der berufliche gewesen. Somit erfuhr ich erst durch einen bereitgelegten Flyer, dass sie staatlich anerkannte Diätassistentin ist und eine Reihe von Fortbildungen zur Ernährungsberaterin und Ernährungspsychologie absolviert hat und somit Seminare, Vorträge und Workshops rund um die Ernährung anbietet. Da ich die gängigsten sozialen Plattformen nicht benutze und die aufgeführte Website www.issachtsam.de derzeit nicht erreichbar ist, bekam ich nicht mehr Informationen. Doch ich hoffe, dass Isabell in ihrer netten und freundlichen Natur nichts dagegen hat, wenn ich den kurzen Einführungstext unseres Kursmaterials hier wiedergebe:

Fermentation: Um ein Lebensmittel zu fermentieren, braucht es eine Starterkultur. Das sind natürliche Mikroorganismen wie Hefe, gute Bakterien oder Schimmelpilze, die aus den Zutaten selbst oder aus der Umgebung stammen. Dann wird das Lebensmittel luftdicht gelagert. Während der Lagerung vermehren sich die Starterkulturen. Kohlenhydrate werden zu Milchsäure mit konservierenden Eigenschaften umgewandelt. Der pH-Wert sinkt und es entsteht ein saures Milieu. Hier haben ungesunde Keime keine Möglichkeit zu gedeihen. Das Ergebnis ist ein haltbares und in Textur, Geschmack und Nährwert verändertes Lebensmittel.

issachtsam.de

Schnell hatte sich herauskristallisiert, wer in der Gruppe bereits Grundwissen oder z. T. Erfahrungen hat oder wer völlig blauäugig in den Abend gestartet war. Alles egal. Ausgiebig hat uns Isabell alles erklärt, ging geduldig und ruhig auf unsere Fragen ein, hat zwischendurch bei den einzelnen Gruppen vorbeigeschaut, Tipps gegeben und die Salate probiert. Gezaubert wurde eine „Bunte-Schüssel“, ein Salat aus Karotten, Rotkohl, Weißkohl und ein „Zitronen-Dill-Kraut“, ein „Rote Beete-Goji-Beeren Salat“ und ein „Karotten-Radieschen-Salat“, jeweils mit allerlei Gewürzen versehen.

Nacheinander wurde von uns alles gekostet und auch mit einem fertig fermentierten Salat, den Isabell mitbrachte, verglichen.

Wir konnten Unterschiede schmecken und uns über die einzelnen Vorlieben austauschen und verloren uns dabei etwas in der Zeit. Denn plötzlich kamen uns die mitgebrachten Einmachgläser in den Sinn. Diese mussten noch sterilisiert werden, die Salzlösung musste noch angemischt werden und die Zeit lief, denn der Hausmeister wollte pünktlich um 21h abschließen. Bis dann die Salate in den Gläser verteilt waren und der richtige Abschluss mit einem Kohlblatt erlernt wurde, die Gläser mit Salzlösung versehen waren und alles abgespült und gesäubert war, kam etwas Hektik auf.

Unserer Hausaufgabe kamen Gabi und ich bereits am nächsten Tag nach. Zum Beschweren des aufsteigenden Gemüses, sollten wir Steine sammeln und diese dann vor der Benützung auskochen. Wir waren auf dem Weg zum Bärlauch sammeln und kamen an EINEM wunderschönen Stein vorbei. Dieser viel Gabi sofort ins Auge und sie nahm ihn auf. Auf meinen lapidaren Kommentar hin, dass ich diesen zu Hauf im eigenen Garten hätte, antwortete Gabi: „Ich auch!“ Vereintes herzhaftes Lachen, trotzdem durfte der Stein mit ins Körbchen, obwohl seine Geschwister im Dutzend schon vorhanden waren. Aber dieser sollte es eben sein! 🙂

Ich für meinen Teil kann sagen, ich war an dem Abend schon skeptisch ob meine beiden Gläser denn überhaupt eine Regung von sich geben. Bereits am nächsten Tag sollte es blubbern und schäumen, allerdings brauchen die Gläser Wärme. Das bestätigte auch die E-Mail, die zwischenzeitlich von Isabell eintrudelte um sich nach unserem neuen Hausbewohner zu erkundigen und erneut Tipps fürs Gelingen mitschickte.

Noch sind meine beiden Mitbewohner ganz ruhig und still, geben keinerlei Geräusche oder Reaktionen von sich. Lediglich die Salzlake verändert ihre Farbe. Bezüglich Wärme muss ich mir etwas einfallen lassen… Hier sind die beiden beim Ankommen zu Hause.

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In diesem Sinne, ich werde berichten wie mein Superfood geworden ist. Ob es sich wild gebar, geblubbert und geschäumt hat oder immer noch still vor sich hin sinniert…. Schade wär’s für die Darmgesundheit!

Tamagotchi-Grüße, Karin

3 Kommentare zu “16.04.2024 Rotkohl, Spitzkohl, Rote Beete & Co.

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