
Aus persönlichen Gründen fuhr ich letzten Sonntag mit dem Auto nach Zwickau. Das erste Mal in den östlichen Teil Deutschlands und seit 30 Jahren das erste Mal, dass ich die einfache Strecke von 360 km alleine fuhr. Dazu auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit, die ich wohl noch nie fuhr – alles in allem für mich eine echte Herausforderung, die ich jedoch mitsamt der Rückfahrt meisterlich bewältigte :).
Im Vorfeld lud ich mir die „Zwickau-App“ aufs Handy. Eine super Applikation, die hervorragend gestaltet ist. Ein Stadtführer, der die wichtigsten Informationen preisgibt, denn für den Montag plante ich eine kleine Stadtbegehung. In Zukunft werde ich vor Städtereisen immer checken, ob es für das auserkorene Reiseziel eine vergleichbare App gibt.
Bekanntermaßen sind Museen fast weltweit montags geschlossen. Im Nachhinein kann ich das für meinen Kurzbesuch nur begrüßen, sonst wäre ich nicht kreuz und quer durch die Stadt gelaufen um mir all die schönen Gebäude und Sehenswürdigkeiten von außen anzuschauen.
Nun möchte ich euch unbedingt die Stadtgeschichte ans Herz legen www.zwickau.de. Unter dem Suchbegriff „Zwickau – Silber, schwarzes Gold und Autos von Horch bis VW“ (bitte genau diese Schreibweise) erfahrt ihr die wichtigsten Eckdaten. Aus rechtlichen Gründen ist mir das Kopieren leider nicht gestattet, also bitte folgt dem Link und lest euch die interessanten Daten durch.
Ich starte nun eine Bilderreise durch Zwickau, der viertgrößten Stadt Sachsens. Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 103 Quadratkilometer, sie liegt an der 166 km langen Zwickauer Mulde am Fuße des Erzgebirges. Mit Stand vom 31.12.2021 haben 87.277 Personen ihren Hauptwohnsitz in Zwickau.
Wenn ihr mit der Maus über die Fotos geht, wird der Name des jeweiligen Objektes sichtbar.
Für mich als Kurzausflügler hat sich Zwickau wunderschön präsentiert. Bequem auf ebener Strecke zu gehen, sauber, herausgeputzt. Auch bin ich nur äußerst freundlichen Menschen begegnet, das Autofahren und Parken ist selbst in der Innenstadt möglich, die Parkgebühren dazu noch sehr viel günstiger als bei uns in Schwäbisch Gmünd.
Dem Komponisten und Kind dieser Stadt, Robert Schumann, wurde natürlich ein Denkmal gesetzt.
Wandmalereien, WallArt, Graffiti – wie immer wir es nennen mögen. Seit Street-Art in Mannheim bin ich damit infiziert und habe innerhalb des Stadtgebietes diese Kunst immer wieder entdecken dürfen.
Den sächsischen Dialekt konnte ich auch verstehen, wenn ich auch manches Mal kurz innehalten und überlegen musste, was nun wohl gemeint war. Auch den Bergmannsgruß „Glück auf“ konnte ich des Öfteren beim Vorbeigehen an kleineren Einzelhandelsgeschäften hören. Wunderbar, wenn sich solche Traditionen erhalten. Schön gestaltete Naherholungsecken verteilen sich in der Stadt, so wie z. B. der Rad- und Wanderweg Muldendamm oder das Muldeparadies. Dort stieß ich auch auf die wunderschöne Paradiesbrücke aus dem Jahr 1900 und das Kunstwerk „Erinnerung – es ist Feierabend – Schicht im Schacht“.
Ebenfalls eingebettet im Muldeparadies, direkt an den Plattenbauten, sind Reste der Stadtmauer und dem Pulverturm aus dem 15. Jhrd zu sehen. Eine gut gelungene Verbindung von alt und neu – wie ich finde.
Etwas stiefmütterlich vernachlässigt wirkt hingegen das Freiheits- und Einheitsdenkmal. Ich musste vor dem Ablichten erst einmal das hohe verdorrte Gras zur Seite nehmen. Sagt dies etwas aus?
Auch bin ich an einer Reihe von Brunnen vorbeigekommen, an denen man sich wunderbar im Schatten niederlassen und etwas Erfrischung suchen kann. Letzten Sonntag und Montag war auch das Wetter in Zwickau äußerst heiß, so wie wir es schon die letzten Wochen über kannten.
Das Highlight der Stadt dürfte wohl der Schwanenteichpark sein, die älteste gartengestalterische Anlage Zwickaus. Leider existiert das Schwanenschloss nicht mehr. Jedoch verteilen sich im Park rings um den Teich Sitzgelegenheiten, Denk- und Mahnmäler, Tiergehege, Freilichtbühne und so manches mehr.
Die berühmte Wasserfontäne im Schwanenteich kann laut Internetrecherche im Frühjahr und Sommer nur zwischen 13 und 19 Uhr bestaunt werden. Leider wanderte ich schon am Vormittag durch die Anlagen. Aber so müsste dies dann aussehen.

Wieso nun Zwickau in seinem Stadtwappen u. a. den Schwan verewigt hat, wie ihr auf dem Foto des Kanaldeckel eingangs sehen könnt, dies erschließt sich nach der Lektüre auf der Website der Stadt unter dem Suchbegriff: „Zwickau und der Schwan“. Eine etwas längere Geschichte.
Nun nochmal eine ganze Reihe von bemerkenswerten Häuserfassaden, die mir bei meinem stundenlangen Flanieren durch die Stadt auffielen. Nach wie vor wird einiges saniert.
Zum Essen ließ ich mich neben dem Dom bei Wenzel nieder. Leider fand ich nun nichts typisch sächsisches, auf schweren Braten mit Soße war mir an diesem heißen Tag nicht, doch die auserwählten Käsespatzen brachten den Spruch auf der Serviette genau auf den Punkt.
Das Trabant-Denkmal suchte ich vergeblich. Leider traf ich in der Straße nur ausländische Touristen oder Menschen, die hinter meiner auf hochdeutsch artikulierten Frage eventuell meinen Heimatdialekt hörten und mich aufgrund unseres Baden-Württemberg Slogan „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ gar nicht verstehen konnten? Ich weiß es nicht.
Den gesuchten Trabant entdeckte ich dann als Ausstellungsstück in meinem Hotel.

Mit diesem symbolträchtigen Foto des in Zwickau gebauten Kleinwagens verabschiede ich mich nun heute von euch. Bin gespannt, welcher App ich bei der nächsten Stadtbesichtigung folge.
Bis dahin, Gruß Karin














