Carina’s Sprungbrett

Heute möchte ich euch die Skischanzen des Ski-Club Degenfeld vorstellen.

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Degenfeld ist ein kleiner Stadtteil von Schwäbisch Gmünd. 2014 zählte man hier 455 Einwohner, eine aktuelle Zahl konnte ich leider (noch) nicht in Erfahrung bringen. Idyllisch im Grünen gelegen auf 500-700 Höhenmetern, umgeben vom Eierberg, dem Bernhardusberg, dem Galgenberg, dem Hornberg und dem Kalten Feld. Die beiden letzteren gelten als Erholungsgebiet und Wintersportparadies.

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Blick auf Degenfeld

 

Was lag da näher, als einen Ski-Club zu gründen? Bereits im Jahr 1922 wurde dieser Club aus der Wiege gehoben mit dem Grundsatz:

Zweck des Clubs ist es, den Skilauf am Kalten Feld zu fördern, zu pflegen und zu verbessern.“

 

1926 wurde bereits die 1. Schanze eingeweiht, im folgenden Jahr fand die Erste Schwäbische Meisterschaft statt und Das Kalte Feld rückte in den goldenen 20er Jahren zum Wintersportort im Großraum Stuttgart auf. Das Vereinswappen, welches 1926 kreiert wurde, findet bis heute seine Verwendung.

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Aus dem Kader des Ski-Clubs kamen einige Sportgrößen hervor:

1952 gewann bei einer Skisprungveranstaltung auf der Großen Schanze an der Winterhalde Ewald Roscher, der spätere Bundestrainer im Deutschen Skiverband.

Desweiteren gelang es 1956 der mehrfachen Deutschen Meisterin Stefanie Köhrer sich als erste Sportlerin des Skiclubs bei den Olympischen Spielen 1956 in Cortina d´Ampezzo im Skilanglauf zu qualifizieren.

Schließlich kommt nun „unsere“ Carina Vogt ins Spiel – sprich auf die Schanze. Als Sechsjährige durfte sie im Zuge eines Sommerferiencamps die Bekanntschaft mit dem Skispringen machen. Ihre ersten Sprünge absolvierte sie auf kleineren Schanzen und war begeistert von der Sportart. Sechszehn Jahre später gelang es ihr als zweite Sportlerin des Skiclubs sich bei den Olympischen Spielen, im Skispringen 2014 in Sotschi, zu qualifizieren und den ersten Sieg im Skispringen der Damen bei den Olympischen Spielen nach Degenfeld zu holen.

Die Gmünder sind natürlich stolz auf ihre Carina, immer wieder wird damit ein Zeichen gesetzt.

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Doch nun endlich einige Fotos der Schanzen, die wirklich eine beeindruckende Anlage sind, sowohl aus der Ferne, wie auch in der Nähe. Momentan ist alles aufgrund Corona außer Betrieb, uns wunderte es schon, dass wir überhaupt so weit hinaufwandern konnten.

Hier nun ganz links im Bild die Sommerschanze K75, eine 75 Meter Mattenschanze. Der Spatenstich erfolgte im April 2013 und das Eröffnungsspringen im Sommer 2017.

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Direkt daneben die Kalte-Feld-Schanze K43.

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Ganz rechts die Galgenbergschanze K15. Obwohl sie von unten so klein aussieht, braucht es aus Sicht von oben doch gehörigen Mumm, sich da hinunter zu wagen. (Von den beiden anderen rede ich erst gar nicht!)

Diese mit Kunststoffmatten belegte Schanzen werden mit Wasser befeuchtet und erhalten somit eine ähnliche Gleiteigenschaft wie bei Schnee.

Leider hatten wir bei der Besichtigung keine Ahnung von der Winterschanze K88, die ein Stück abgelegen im Gelände liegt, erst bei der Recherche für diesen Beitrag las ich davon.

Ebenfalls recherchieren musste ich, was das „K“ bei der jeweiligen Schanzenbezeichnung bedeutet. Da ich vom Skisport so gar keine Ahnung habe und vielleicht hier der eine oder die andere ebenso, möchte ich dies kurz erklären: Der Konstruktionspunkt oder auch Kritischer Punkt in Metern angegeben, bezeichnet die Stelle, wo das Gefälle des Aufsprunghangs flacher wird. Der K-Punkt als Ausgangspunkt spielt bei der Puntebewertung eine Rolle. Heutezutage wird eher der Hillsize-Punkt zur Berechnung herangezogen.

Atemlos machte uns der Aufstieg, an diesem warmen, schwülen und sonnigen Tag und somit war es eine schweißtreibende Angelegenheit und abermals war nichts Trinkbares mit dabei. Mehr aus Zufall kamen wir nach Degenfeld und von weitem sah ich die Anlage und entschloss kurzerhand, dass wir uns das mal anschauen sollten.

Lieber Leser, vielleicht bist du ja bald der Überflieger?

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Wir wünschen jedenfalls Hals- und Beinbruch! (Auch wenn diese Redewendung zwischenzeitlich gänzlich aus der Mode gekommen sein soll)

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Gruß Karin

 

Nachtrag im August 2020:

Schaut mal, welcher Artikel am 18.08.20 in unserer Tageszeitung kam.

 

 

Ein Kommentar zu “Carina’s Sprungbrett

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