Die Grotte von Afqa

Prasselnd und zischend
brodelnd und laut
das schäumende Wasser
sich zusammenbraut.
Und sprudelnd von oben
scheint der Fluss zu toben
wenn er dampfend fließt
in die Tiefe schießt.

Es ist Tosen und Brausen
es ist Ohrensausen
es ist gewaltige
fließende Energie
es ist eine schäumende Orgie.

Es ist geballte Kraft
die in die Tiefe rast
die unten aufknallt
und tosend hallt.
Und die Wasserfontänen
wie riesige Tränen
schäumende Gischt
 in meinem Gesicht.

(Verfasser Marius Ebert)

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Besser kann man den Ort unseres gestrigen kleinen Ausfluges gar nicht beschreiben. Da ich nach wie vor mit den Ausläufern meiner Bronchitis zu kämpfen hatte und somit wochenlang nicht richtig aus dem Haus kam, überredete mich Joachim gestern zu diesem kleinen Trip. Er musste heute bereits schon wieder beruflich auf Reisen, somit war das auch für ihn eine kleine Verschnaufpause aus dem stressigen Alltag.

Im kleinen Bergdorf Afqa, in der Nähe von Qartaba, ca. 38 km von Byblos entfernt, schießt im Winter und Frühjahr ein Wasserfall aus einer fast 200 Meter hoch gelegenen Höhle. Diese Grotte ist zugleich die Quelle des Adonis-Flusses, somit spricht man im Volksmund von der Adonis-Höhle. Einheimischen ist der Adonis-Fluss besser bekannt unter Nahr Ibrahim, der dann später im Mittelmeer mündet.

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Der Fluss entspringt einer großen Kalksteinhöhle in der Felswand. Innerhalb der Höhle befinden sich große Räume und ein Labyrinth an Gängen, die Wasser aus dem geschmolzenen Schnee der Berge speichern und kanalisieren, bevor es in Quellen und Bächen unterhalb freigegeben wird. Bei Afqa fließen mehrere Wasserfäden aus der Höhle und bilden zahlreiche kleinere Wasserfälle. Die Höhle wird seit Jahren erforscht, durch die Schneeschmelze und der somit überfluteten Gängen ist dies ein zeitraubendes Unterfangen. Die bisher erforschte Länge beträgt 5260 Meter!

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Der Fluss fließt unterhalb einer Brücke hindurch und stürzt abermals in einem Wasserfall in einen kleinen Teich, wo er dann anschließend weiter seinen langen Weg bergab ins Meer sucht.

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Der Mythologie nach, soll Adonis am Fuss des Wasserfalls geboren und gestorben sein. Das Wasser soll, natürlich!, unglaubliche Wunder bewirken. Somit hat sich auch mein Adonis mutig über die rutschigen Felsen bis zum Wasser gewagt, um sich an einigen Tropfen des sagenumwobenen Trankes zu laben. Ich kann euch berichten, bis heute Morgen fiel mir keine Veränderung am Gatten auf. Mal schau’n, welcher Adonis bis Ende der Woche hier zur Tür hereinkommt! Schade, dass meine Lippen dieses kostbare Nass nicht benetzten, wer weiß, welche Aphrodite mir heute Morgen im Spiegel begegnet wäre?

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Gegenüber der Grotte sollen sich die Ruinen eines römischen Tempels befinden.  Es sollen wohl nur noch verstreute Steinquader vorhanden sein. Leider wurden wir bei unserem Besuch an diesem Platz so bedrohlich und missmutig von drei,  offensichtlichen, Dorfbewohnern buchstäblich verfolgt und eingekreist, dass ich nur noch zurück ins schützende Auto wollte und wir davon fuhren. Das Gebiet gilt sicherheitstechnisch nicht für die beste Wahl eines Ausflugs. Das gelb/grüne Fahnenmeer entlang der Strassen zeigt eindeutig, wer hier an der Macht ist. Erwähnenswert wäre noch, dass wir total in Ruhe gelassen wurden, solange wir auf dem Platz verweilten, in dem Moment wo wir auf der Brücke entlangliefen, und auf den Teich hinabschauten, wurden wir belauert und belagert.

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Somit bekam dieser sehr interessante Ausflug für mich leider wieder einmal einen negativen Touch. Hier noch zwei sehr imposante Schnappschüsse auf dem Weg hinab auf Meereshöhe. Landschaftlich ist der Libanon schon gigantisch.

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Bis demnächst,

Gruß Karin

 

 

2 Kommentare zu “Die Grotte von Afqa

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