Die Höhle der Siebenschläfer

Letztes Wochenende fuhren wir in südöstlicher Richtung nach Abu Alanda, um uns die Pilgerstätte Cave of the seven sleepers anzuschauen. Mitten im Industriegebiet steht auf einer Anhöhe eine moderne Moschee mit einem Schulungszentrum für Imame und daneben kann das zu der Legende gehörende Areal besichtigt werden.

Es waren viele Besucher unterschiedlicher Nationalität da, jedoch musste ich als einzige Nichtmuslima meinen Kopf und die nackten Unterarme bedecken und bekam somit einen Kapuzenmantel verpasst. Bitte hierzu keinerlei Kommentare, musste mir schon einiges anhören. Wie ich mich bei über 35 Grad darin gefühlt habe, kann sich wohl jeder denken.

1

Die Legende wird erstmals im 6. Jahrhundert schriftlich ins Lateinische dokumentiert. Es gibt christliche, syrische und griechische Varianten, auch der Islam erzählt eine Version der Legende. Und genauso oft stellen die einzelnen Länder für sich den Anspruch, die Ruhestätte der Siebenschläfer zu haben.

Unter Kaiser Decius (249-251) versteckten sich sechs junge Christen und ein Hund vor der Christenverfolgung in einer Berghöhle und verfielen in einen 200-jährigen Schlaf. Nachdem das Christentum zur Staatsreligion aufgerückt war, erwachten die Schlafenden, bezeugten die Auferstehung der Toten und verstarben kurz danach friedlich.

Über der Höhle wurde eine Kirche errichtet, die später in eine Moschee umgebaut wurde.

IMG_0438

Der Eingang zur Höhle. Links und rechts flankiert von Halbsäulen und Bogennische

Im Innern sind Sarkophage aus dem Felsen gehauen, in einem wird durch eine Glasscheibe der Blick zu einem Wirrwarr von Knochen freigegeben. Allerdings wurden die Fotos nichts, auch in der Höhle konnte ich aufgrund der vielen Menschen nicht in Ruhe fotografieren. Vom Touristenführer, der in arabischer und englischer Sprache etwas zu der Pilgerstätte erwähnte, wurde man in schnellem Tempo durch die Höhle gehetzt und aufgrund der vielen Menschen darin und meinem Umhang, spürte ich bereits Rinnsale auf meinen Rücken und meinem Gesicht entlanglaufen, sodass ich zusah, schnellstens vom Gelände und aus meinem Umhang zu kommen.

Hier noch einige Fotos – weil’s so schön war! Joachim wartet am Eingang, bis der Touristenführer zum Aufschließen der Höhle per Telefon gerufen wird. Karin wandert durchs Gemäuer wie im Filmklassiker Im Namen der Rose und Joachim beim Fotografieren eines Pilgers vor dem Hinweisschild der Höhle.

Ein kurzer Ausflug der sich trotzdem gelohnt hat. Mal sehen wann und wo wir uns beim Betrachten der Gebeine von den Siebenschläfern erneut treffen,

bis dahin, Gruß Karin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s