Maibaum? Was ist ein Maibaum? Hier zunächst Bilder „unseres“ Lorcher Maibaums 2025:
Ein Maibaum ist ein hoher Baum mit geradem Stamm, vornehmlich eine Birke oder Fichte, die so weit entastet wird, dass nur noch oben zur Baumkrone hin die Äste belassen werden und somit ein Bäumchen übrigbleibt. Dieses wird vornehmlich mit Bändern oder Krepppapierstreifen geschmückt. Der Stamm wird entweder gänzlich entrindet oder Muster, Girlanden oder Wappen werden eingeschnitzt. Oftmals hängen noch unterhalb des geschmückten Baumes Kränze, Girlanden oder Tafeln der ortsansässigen Vereine oder Zünfte. Zudem wird meist der Platz um den Baum herum nach einem Motto der Veranstalter gestaltet. Ganz kuriose Szenerien werden oftmals abgebildet oder einfach nur schön mit Blumenschmuck gestaltet.
Die Macher und Veranstalter dieser Bäume sind örtliche Vereine, speziell für den Maibaum, von der Feuerwehr, Jugendgruppen, Albvereine… die alle ehrenamtlich dabei sind, um das Brauchtum fortzuführen. Der Maibaum symbolisiert den Frühling, Fruchtbarkeit und neues Leben. In vielen Teilen Deutschlands ist dieses Brauchtum Sitte, auch in Teilen Europas kennt man diese Feiern, in Skandinavien dann eher zur Mittsommernacht oder zu Johannis am 24. Juni.
Am Abend zum 1. Mai wird somit der geschmückte Baum mancherorts in einer feierlichen Prozession zum angestammten Platz, meist ist der Ortsmitte, hingeleitet und unter vielen Haurucks und Hurras das Aufstellen des Baumes beobachtet. Aus Sicherheitsgründen geschieht dies heutzutage oft mit einem Kran, jedoch auch pure Muskelkraft unter Zuhilfenahme von Seilen und Stützstangen ist vertreten.
Im Anschluss erfolgt dann häufig der Tanz in den Mai, Musikvereine spielen, es gibt eine „Hocketse“, also ein Zusammensitzen bei Getränken und Bratwurst ö. ä., eventuell führen Kinder Tänze auf.
Hier in Lorch steht der Maibaum schon viele Jahre in der Ofengasse, somit nicht zentral in der Ortsmitte. Wieso dies so ist, kann ich nicht beantworten. Eigentlich hätten wir einen wunderbaren Standort dafür am Oriaplatz… vielleicht besinnt sich die Stadt einmal darauf zu wechseln.
So habe ich im Mai in einigen Ortschaften den Maibaum gesucht und abgelichtet. Oftmals vergas ich es und somit ist die Auswahl nicht allzu groß. Aber toll zu sehen, dass auch kleine Ortsteile sich mächtig ins Zeug legten und wunderschöne Ergebnisse dabei herauskamen.
So stehen diese kunstvollen Traditionssymbole den ganzen Mai über, bis sie wieder abgebaut werden. Vorausgesetzt, sie überlebten überhaupt und werden von Dieben benachbarter Gemeinden nicht in einer Nacht und Nebel Aktion gefällt und abtransportiert oder nur abgesägt liegengelassen. Dazu wurden früher des nachts Wachen eingerichtet, damit der Baum vom Aufstellen an auch den 1. Mai erlebt. Für mich ein sehr schlechter Scherz und ein total unkollegiales Verhalten, welches heutzutage zum Glück nicht mehr so oft zu sehen ist.
Da gefällt mir die Mode des Maibaumwettbewerbes schon eher. Obwohl wir hier wieder auf der Schiene von Höchstleistungen zielen, einfach nur ein gutes Ergebnis abliefern und dabei zu sein wird dann nicht so sehr belohnt. Die Gmünder Tagespost veranstaltet diesen Wettbewerb jährlich. Dazu können sich die Veranstalter anmelden. Eine Jury bewertet dann bei einer vor Ort Begehung hinsichtlich des Stammes, der Krone, Zunftzeichen, Extras und Platzgestaltung. Ebenso können die Leser einen Favoriten bestimmen. Letztendlich findet die Preisverleihung statt. Dieses Jahr gewann die Feuerwehr Straßdorf mit ihrem Baum. Diesen hab ich mir leider nicht angeschaut.
In manchen Gemeinden wird der abgebaute Stamm zersägt und das Holz als Brennholz versteigert oder verkauft und somit kommt wieder etwas Geld in die Kassen der Veranstalter.
Was auch immer man sich einfallen lässt – Gemeinschaft, Freundschaft, Zusammenhalt, Teamgeist, Kreativität…. auch in der heutigen Zeit – zum Glück lebt die Maibaumtradition weiter!
Gruß Karin



























