25.02.2025 Ups! Schweinisches Museum!

Es tut mir leid, aber ich kann mich abermals nur wiederholen! Erneut durch Zufall auf dem Routenplaner vor ungefähr zwei Jahren entdeckt und letztendlich vor drei Wochen zusammen mit dem Schwesterlein den Ausflug in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs gewagt. Wir wollten das kurioseste Museum Süddeutschlands besichtigen – das Schweinemuseum Stuttgart im Stadtteil Gaisburg.

Passenderweise im alten Verwaltungsgebäude des Stuttgarter Schlachthofs untergebracht, erstrecken sich die Ansammlungen schweinischer Exponate auf über knapp 800qm, in über 25 Zimmern und auf zwei Stockwerken im wunderschönen Jugendstilgebäude. Im Erdgeschoss nebst Kassen- und Shopbereich befindet sich ebenso in unterschiedlichen Räumen ein Café-Restaurant mit Köstlichkeiten schwäbischer Küche.

Nebst Schweinshaxen, Schnitzel, Linsen mit Spätzle & Co. bekommt man auch Kaffee- und Kuchenspezialitäten. Vor dem Haus und dahinter laden urige Bierlauben, der Biergarten und die Sonnenterrasse bei wärmeren Temperaturen die Besucher zum Verweilen ein.

Auch vor dem Haus kann der angereiste Besucher sofort sicher sein, am richtigen Ort zu sein. Das Glücksymbol zeigt sich in den verschiedensten Ausführungen.

Wir ließen uns bei unserer Ankunft am Sonntagmittag zunächst einmal im Restaurant nieder. Das Ambiente spiegelt Schweine in jeder Himmelsrichtung wieder. Das Gasthaus war sehr gut besucht, zum Glück bekamen wir noch ein Plätzchen, für eine größere Besucherschar empfiehlt sich auf jeden Fall eine Reservierung.

Unsere geschmorten Schweinebäckchen mit Gemüse sahen sehr lecker aus. Leider jedoch war der Inhalt der Pfännchen auch nach der Beanstandung immer noch nicht heiß und das Fleisch sowie das Gemüse hätten es sehr gut verkraftet, weitere 30 Minuten dem Garprozess ausgeliefert worden zu sein. So ein Schmorgericht glänzt doch durch ein butterzartes Fleisch, welches fast von alleine auseinanderfällt. Und Gemüse, welches nicht zu Mus gekocht ist schätze ich auch sehr, doch wenn die Karotten, Blumenkohl und Brokkoli nur durch kraftvolle Sägebewegungen des Messers zu zerteilen sind, dann ist dies leider nicht so optimal beim Kauen. Sehr schade und somit kein wirklicher Essgenuss. Aber vielleicht hatten wir nur Pech.

Selbst im Untergeschoss bei den Damentoiletten findet sich noch Interieur aus vergangenen Tagen.

Nachdem wir unseren Eintritt bezahlt hatten, starteten wir unsere Besichtigungstour ganz oben unter dem Dach. Somit viele Stufen treppauf und ebenso treppab. Das Schweinemuseum ist nicht barrierefrei, das sollte man wissen!

Die Ausstellung ist in Räumen mit unterschiedlichen Themen gegliedert: Die Metzgerei, Wildschweinwald, Wildschweinjagd, Ahnengalerie, Labor, Schweine Global, Bibliothek, Rund ums Schwein, Hausschwein, Schwein in Wort und Schrift, Geile Sau, Schweinekalender, Göttliches Schwein, Leinwand-Star, Casino, Tresor, Kunst & Antiquitäten, Ferkelzimmer, Setzkastenzimmer, Bunte Sau, Küche, Badezimmer, Kuschelschweine, Begehbares Depot und Sauna.

Und hier nun einige Eindrücke der Ausstellung. Bekannte Stücke aus der Kindheit, Kurioses, Seltenes, Kitschiges, Kunst, Verstaubtes, Altes, Neues, Brauchbares, Schönes, Wertvolles, Wissenswertes, Unnützes, Lustiges und noch so manches Andere erwartet den Besucher. Macht euch auf nach Stuttgart!

Zum Schluss noch Weisheiten zwischenmenschlicher Beziehungen!

Und da wir nun zum Schluß beim Schlachtschwein angekommen sind, möchte ich euch noch Hintergrundinformationen des alten Schlachthof Stuttgart ans Herz legen. Vor dem Besuch befragt man wohl eher die Website des Schweinemuseums oder des Restaurants. Leider stößt man bei der Recherche nicht direkt darauf, erst nach längerem Hin- und Herblättern kam ich dann auf die Geschichte des alten Schlachthofs und ich finde, dies sollte jeder lesen, der einen Besuch plant und somit möchte ich die Zeilen aus der Website des Schlachthof Stuttgart hier wiedergeben. Ich verwende diese Daten aus rein privaten Zwecken. Mein Blog ist nicht kommerziell. Außerdem möchte ich erwähnen, dass ich den Text mit ausdrücklicher Genehmigung der Verwaltung Wilhelmer Gastronomie GmbH nutzen darf.

Quelle: https://www.schlachthof-stuttgart.de/wir

Der heutige Stuttgarter Stadtteil Gaisburg, auf dem das Schlachthof Areal liegt, wurde am 1. April 1901 nach Stuttgart eingemeindet und war durch seine Mühlen schon früh ein wichtiger Industriestandort.  Am 30. August 1902 wurde der Schlachthof Stuttgart gegründet, dieser war bis Mitte des 20. Jahrhundert eine der bedeutendsten Versorgungseinrichtungen im Großraum Stuttgart.

Das gesamte Schlachthof Areal hatte seinerzeit 60 Gebäude, darunter das Verwaltungsgebäude mit seinem Säuleneingang, die Polizeiwache, das Pförtnerhäuschen, Nebengebäuden sowie Hallen auf einer Fläche von 12 Hektar.

1992 wurde der Betrieb eingestellt und der größte Teil der Gebäude abgerissen. Der Zahn der Zeit nagte an den übrig gebliebenen historischen Jugendstilgebäuden. Das unter Denkmalschutz stehende Verwaltungsgebäude, das Pförtnerhäuschen und die Polizeiwache sind die einzigen baulichen Zeugen eines ganzen Jahrhunderts mit einer bewegten Geschichte die vom Stuttgarter Schlachthof übriggeblieben sind.

Finde ich äußerst interessant und sehr schön, dass diese Gebäude noch erhalten sind. Wir haben uns schon beim Blick aus den Fenstern gewundert, was dort nebenan noch für Überbleibsel stehen und wieso ich Polizei las, aber nun wissen wir Bescheid. Wäre schon, wann man dies schon vorher gewusst hätte. Vielleicht steht es auch irgendwo am Museumseingang, ich hab nichts gelesen, vielleicht hatte ich schon Schweineäugleins…

Liebe Grüße, Karin

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