Zwischen verschiedenen Terminen und etwaigen Reiseplänen beschlossen wir dennoch völlig spontan und somit unvorbereitet, für 7 Tage auf die größte Insel Deutschlands zu fahren, womit ich bemerken sollte, dass allein schon 2 Tage nur mit der Hin- und Rückfahrt verstrichen. Ganz unvorbereitet jedoch auch nicht, zumindest luden wir uns, nach meiner positiven Erfahrung mit Zwickau, die kostenlose RügenAPP aufs Mobiltelefon und erhielten somit schon einige wertvolle Tipps. Mit einer Fläche von etwas mehr als 900 Quadratkilometern ist Rügen nicht nur die größte, sondern auch die bevölkerungsreichste Insel. An der Ostseeküste Vorpommerns gelegen, im Landkreis Vorpommern-Rügen, im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Der Weg ging letztendlich von Stralsund aus über die imposante Rügenbrücke mit Blick auf die wunderschöne Skyline der Hansestadt Stralsund. Unser genaues Ziel war das Ostseebad Göhren, ganz im Südosten auf der Halbinsel Mönchsgut gelegen.
In der Villa Weiße Düne in der Wilhelmstraße 1, fühlten wir uns von der ersten Minute an wohl. Unsere Ferienwohnung lag im hinteren Teil des Hauses, somit kein direkter Straßenlärm vor den Fenstern. Nur wenige Meter hinab bis zum Nordstrand wo wir unsere Badetage verbrachten und ebenso direkt an der geschäftigen Strandstraße, wo sich die meisten Restaurants und Einzelhändler befinden. Wobei ich noch bemerken möchte, dass ich an dieser Strandstraße nicht direkt wohnen möchte. An die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h halten sich nur wenige und düsen vor allem am frühen Morgen eiligst zum Bäcker, wobei das Kopfsteinpflaster zur Schallübertragung das ihrige beiträgt. Bezüglich Kurkarte empfiehlt es sich, diese gleich bei der Anreise zu kaufen. Man muss sie stets bei sich haben, auch wir wurden am Strand 2-mal kontrolliert. Z. T. variieren die Tagessätze zwischen den verschiedenen Seebädern, es gibt mit der Karte kostenfreie oder ermäßigte Leistungen, im Vorfeld einfach online informieren.
Für uns war es die erste Reise an die deutsche Ostseeküste und wie ich schon erwähnte, war im Vorfeld keine Zeit für eine große Reiserecherche vorhanden. Ich als Nordseeliebhaberin nahm brav meine Gummistiefel und Regenzeugs für eine Wattwanderung mit, um dann – mit Entsetzen – festzustellen, dass die Ostsee (fast) keine Gezeiten hat, somit kein Watt und es somit keine Wattwanderung geben wird. Natürlich fehlt dann auch dieser typische Schlick-Tang-Fisch-Geruch, außerdem ist die Ostsee nicht so salzig wie die nordische Schwester. Bezüglich Wassertemperatur und Strandverhältnisse konnte ich keine Unterschiede feststellen, wie überall mal Kies-, Steine- oder Sandstrand, doch alles in allem war uns Rügen als Insel-Urlaubs-Domizil zu groß und zu bergig. Wahrscheinlich bin ich es gewohnt, eine flache Insel mit dem Rad problemlos zu umrunden, immer der typische Fischgeruch in der Nase und das Wasser in absehbarer Nähe. Doch wir hatten Traumwetter, an Badetagen Sonne satt und blauer Himmel, an Ausflugstagen etwas bedeckt doch trotzdem trocken – einfach perfekt! Hier nun die ersten Eindrücke vom Anreisetag, denn natürlich hielt uns nichts davon ab, nach dem Bezug unseres Domizils Richtung Strand hinab zu traben.
Beim Bummeln durch Straßen und Gässchen fällt sofort die Bäderarchitektur ins Auge. Egal in welchen Städten oder Dörfern, mal mehr mal weniger, die wunderschönen Häuser sind es einfach wert, abgelichtet zu werden.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Das taten wir auch regelmäßig und stets richtig lecker! Bin mir sicher, nun bekommt ihr richtig Appetit…
Mein absolutes Lieblingslokal wurde De Köök in der Strandstraße 14 in Göhren. Ohne Reservierung läuft man hier Gefahr, in dem kleinen einfachen Restaurant hungrig wieder von Dannen zu ziehen.
Gleich am Samstag, dem ersten Urlaubstag lockte die See! Am Nordstrand bei Matti’s Strandkorbvermietung gefiel uns die Lage des Strandabschnittes 3 und der XXL Korb Nr. 50 besonders gut, gleich 3-mal buchten wir diesen. Stolze 17 Euro Tagespreis! Wer jedoch an Italiens‘ schönen Stränden schon einmal 2 Liegestühle mitsamt Sonnenschutz gemietet hat, der weiß, dass sich das noch im Rahmen hält. Unser Plätzchen in schöner ruhiger Lage direkt an der Grasdüne, Weg zum Papierkorb und öffentlichem Toilettenhäuschen in unmittelbarer Nähe, Hundestrand weit genug entfernt, benachbarter FKK-Strand zwar sichtbar, störte uns jedoch nicht im Entferntesten. Obwohl – wenn ich so überlege – Göttergatte monierte ja, dass es ihn etwas stören würde, dass er nur ältere Menschen zu Gesicht bekommt. Na ja, Ferien waren zu diesem Zeitpunkt nur noch in Bayern und B.-W. Und obwohl eigentlich ja zumindest am Samstag noch viele Familien mit kleinen Kindern am Strand waren, wusste ich nicht so recht wie er dies meinte. Vielleicht stellte er diese Überlegung auf den benachbarten Strandabschnitt der Nackedeis an??? Wer weiß!
Mit Freude durften wir am folgenden Montag und Mittwoch aufgrund des nahenden Saisonendes für den Korb eine Preisreduzierung um 7 Euro feststellen. Am späten Nachmittag kam dann auch schon der Trecker und fuhr direkt eine Ladung Körbe ins Depot.

Auch sonst wurde es merklich ruhiger. Die Einzelhändler hatten Ausverkauf. Ich weiß nicht, ob ich mich zur kalten Jahreszeit ohne Sonnenbad und Plantschen im Wasser hier wohl fühlen würde. Nur für Strandspaziergänge wäre mir die Anfahrt auch zu weit. Nebenbei bemerkt, haben hier z. T. die Supermärkte und Discounter aufgrund der Bäderregelung während der Saison auch am Sonntag geöffnet.
Übrigens lag dort vor unserer Nase Norddeutschlands größter Findlingsblock im Wasser. Der Buskam, auch Gottesstein genannt. 300 Meter vor der Küste liegt dieser etwa 550 Tonnen schwere Koloss. Während der letzten Vereisung vor 20 000 Jahren, wurde dieser von der dänischen Insel Bornholm hierher transportiert. Bei normalem Pegelstand ragt dieser gut sichtbar aus dem Wasser und es wird davor gewarnt, hinaufzuklettern und den Stein zu betreten. Unzählige Vögel lassen sich darauf nieder und durch Vogelkot ist die Oberfläche sehr rutschig.


Ein absolutes Muss war für uns die Besichtigung der Kreideküste mit dem Königsstuhl. Wir entschlossen uns für ein Kombiticket Wasser & Dampf ab Seebrücke Göhren für 67 Euro für uns beide. Das heißt, wir fuhren mit dem Schiff die Küste entlang, vorbei am Ostseebad Baabe,

vor dem bekannten Panorama der Seebrücke Sellin wurde angehalten und es erfolgte Passagierwechsel,

vorbei am Seebad Binz, dort endetet auf der Rückfahrt unsere Seereise. Dann kam die legendäre Anlage von Prora, dazu später mehr.

Kleidungstechnisch war ich sehr gut ausgestattet, somit verblieb ich noch einige Zeit ganz oben an Deck. Meinem Schipperjung‘ hingegen wurde kalt, er ging ins Restaurant und genehmigte sich einen wärmenden Grog. Da saß er dann bei meinem Eintreffen mit tiefversunkendem Blick.

An der Spitze auf der weit in die See hineinragenden Mole von Sassnitz kam der kleine Leuchtturm in Sicht…

und somit schipperten wir bereits an der Halbinsel Jasmund vorbei und die berühmten Kreidefelsen wurden sichtbar. Das Wetter war diesig und das Schiff konnte aufgrund der Untiefen nicht näher an die Küste manövrieren. Dadurch, dass am 24. Februar 2005 durch Frost und Wasser rund 50.000 Kubikmeter Kreide auf den Strand hinab- und in die Ostsee hineinstürzten, war die Attraktion der Wissower Klinken verloren. Für uns Beide war deshalb der Anblick der Felsen nun nicht allzu aufregend, nichts von weißen strahlenden Wänden, alles eher gelb und braun. Eben genauso, wie wenn irgendwann mal ein Erdrutsch stattfand. Auch durch die große Entfernung erscheinen die Felsen nicht so hoch.
Interessanter wäre wohl ein Strandspaziergang mit eindrucksvollem Blick hinauf auf mehr als 100 Meter Kreide. Oder eine Wanderung auf dem 11 km langen Hochuferweg von Sassnitz bis nach Lohme, alternativ besucht bitte die Website vom Nationalpark-Zentrum Königsstuhl. Dort werden die verschiedensten Anreisemöglichkeiten erläutert und alle weiteren Fragen geklärt. Auch eine Anreise per Auto bis zum Parkplatz und Weiterfahrt mit dem Bus in den Park und Wanderung zum Königsstuhl ist möglich. Wären wir noch länger auf der Insel geblieben, dann hätte sich dies für uns sicher auch gelohnt.
Nebenbei lockte noch eine weitere Attraktion die Aufmerksam der Besucher auf sich. Immer wieder ein schöner Anblick in Zeiten der hochmodernen Technik.

Unser Schiff machte eine Kehre und zurück ging die Fahrt zum mondänen Ostseebad Binz, wo unsere Schifffahrt endete.

Bereits als wir auf dem Seesteg Richtung Küste liefen, hörten wir Jazzmusik. Die Strandpromenade und die Hauptstraße voller Menschen. Rund um die zahlreichen Geschäfte, Imbissbuden und Restaurants nur Menschen. Ich war wie benommen. Zuerst diese Ruhe auf dem Schiff und nicht viel mehr als Küste und Meer und dann dieses Getümmel. Wir aßen eine Kleinigkeit und dann führte der Fußmarsch zum Kleinbahnhof Binz, wo wir mit dem Rasenden Roland zurück nach Göhren schnauften.

Die historische Schmalspurbahn dampft seit über 125 Jahren mit 30 km/h über Deutschlands größte Insel und hat sich zunehmend als Touristenattraktion etabliert.
Somit ratterten wir durch die Insellandschaft mit kleinen und größeren Ortschaften, durch Wälder, vorbei an Feldern und Wiesen, grasenden Schafen und Pferden und an den für diese Insel typischen Baumalleen.
Der unverkennbare Heul-Pfeifton verfolgt uns zwischen Putbus und Göhren, irgendwo und irgendwann ist immer eine der Bahnen unterwegs und pfeift demnächst in einen Bahnhof ein – Ausschau halten!

Ein weiterer Ausflug, auf den ich unbedingt bestand und im Nachhinein fast, aber nur fast, bereute, war die Fahrt ganz in den Norden auf die Halbinsel Wittow zum Kap Arkona mit seinen Leuchttürmen.
Auf unserem Weg von Göhren gen Norden kamen wir an Prora vorbei. Die 4,7 km!!! lange Anlage des „KdF-Seebades“ wurde im Auftrag der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ zwischen 1936 und 1939 gebaut und in großen Teilen vollendet. Wen diese gigantische Anlage interessiert, der schaut sich bitte die Website von Prora an, dort findet sich auch eine Luftbildaufnahme. Die Einzelheiten wiederzugeben würde den Rahmen hier sprengen. Wir haben bei der Durchfahrt immer wieder mal angehalten um zu fotografieren, aber schaut bitte selbst. Die Ausmaße dieser gigantischen Anlage sind so unbeschreiblich und fast unglaubwürdig und könnten am besten sowieso nur von oben betrachtet werden.
Irgendwann kamen wir dann am Kap an, der Weg führe direkt auf den einzigen und riesigen Parkplatz Putgarten. Dass man hier auf Wittow jedoch sein Geldsäckel stets bereit und weit offenhalten sollte, dies war mir vorher nicht bewusst. Der gebührenpflichtige Parkplatz bot ausschließlich ein Tagesticket zu 7 Euro an. Von stundenweiser Parkmöglichkeit keine Rede.
Der Tag war super sonnig und heiß. Auf langen Fußmarsch hatte nicht nur ich keine Lust, auch viele weitere Gäste folgten dem Hinweisschild zur Kap-Arkona-Bahn. Wir entschlossen uns für das Kombiticket hin- und zurück. Also Parkplatz, Arkona, Fischerdorf Vitt und wieder zurück zum Parkplatz. Machte auch nochmal 20 Euro für uns beide.

Vorbei am ehemaligen Gutshof, dem heutigen Rügenhof Arkona. Touristische Attraktionen wie Korbflechterei, Kerzenwerkstatt, Cafés, Galerien, Bildhauerei, Ateliers und weiterer Möglichkeit, das Geldsäckel nicht mehr allzu schwer wiegen zu lassen. Hier am Hof konnte man aussteigen und in eine spätere Bahn wieder zusteigen.
Angekommen am Kap liest man aus der Gästebroschüre:
Ganz im Norden der Insel Rügen heißt Sie die Gemeinde Putgarten in ihrem Tourismusgebiet, dem Kap der drei Türme, herzlich willkommen! Sie befinden sich hier an einem Ort mit einer vielgestaltigen Landschaft und herausragenden Sehenswürdigkeiten der Insel Rügen. Das Kreidekliff, es ragt 42 m aus dem Meer, der slawische Burgwall, die Leuchttürme und der Peilturm, Rügens nördlichster Punkt, das historische Fischerdorf Vitt sowie der Rügenhof in der Ortsmitte werden Ihnen zu einem besonderen Ferientag verhelfen…..
Putgarten: In der nördlichsten Gemeinde Rügens leben knapp 300 Einwohner. Der Ortsname kommt vom slawischen „Podgarde“ und heißt übersetzt „Ort unter der Burg“. Die Slawen errichteten die Tempelburg Arkona am Kap zum Schutz ihres Götzenbildes, des Gottes Svantevit. Von Putgarden aus gelangt man zum Kap Arkona, das mit seiner schönen Aussicht und den 3 markanten Seezeichen zu den beliebtesten Ausflugszielen Rügens gehört, weshalb Putgarten für den öffentlichen PKW-Verkehr gesperrt ist.
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Während der Fahrt mit dem Bähnchen waren die Türme weithin sichtbar und ich freute mich schon darauf, diese zu besichtigen.

Ich marschierte entgegen der Besuchermeute Richtung Peilturm und stellte mit Verärgerung fest, 3 Euro Eintritt pro Person.

Den Ratschlag meines Gatten beherzigte ich und verzichtete auf diese Besichtigung und wir sparten uns das Geld für den eigentlichen Leuchtturm, der in unmittelbarer Nähe stand und dieselbe Aussicht bot. Der Burgwall war gesperrt, gerne hätte ich die Überreste der legendären Tempelburg Arkona besichtigt. Somit lichtete ich einige wenige Kunstobjekte auf dem Gelände ab und erfreute mich an der herrlichen Aussicht auf das Meer.
Während den Jahren 1826/27 wurde hier einer der heute ältesten Leuchttürme an der Ostseeküste erbaut und 1828 dann in Betrieb genommen. Da er nach Entwürfen des großen preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde, wird er heute nur Schinkelturm genannt. 19,3 m hoch, quadratische Form und klassizistische Bauweise mit rotem Backstein, so stellt er für mich einen noch größeren Anziehungspunkt dar, als sein größerer, jüngerer Bruder direkt nebenan. Seit April 1905 außer Dienst gestellt, doch nach aufwendigen Restaurationsarbeiten wurde er im Juni 1993 wieder der Öffentlichkeit freigegeben und dient heute als Außenstelle des Standesamtes Nord-Rügen und wird nur noch für Hochzeiten geöffnet. Eingelassene Fliesen mit Inschriften am Fuße des Turms zeugen von den vielen Eheschließungen.

Der Neue Leuchtturm wurde 1902 in Betrieb genommen. Der 35 m hohe Ziegelbau ruht auf einem achteckigen Granitsockel. Die technische Einrichtung des Leuchtfeuers wurde 1996 erneuert und somit wird der Turm heute noch aktiv eingesetzt. Nachts kehren drei aufeinander folgende Blitze alle 17 Sekunden wieder und geben den Seeleuten bis in einer Entfernung von 22 Seemeilen (rund 40 km) eine sichere Orientierung. Den Eintritt von 3 Euro pro Person bezahlten wir nun gerne, 164 Stufen führten uns hinauf in luftige Höhe und gaben atemberaubende Blicke über die gesamte Halbinsel, Rügen und das Meer.
In unmittelbarer Nähe erinnert ein schwarz, rot, gelber Grenzstein an das einstige militärische Sperr- und Grenzgebiet. Bunkeranlagen der damaligen Zeit können gegen Eintritt besichtigt werden, Infotafeln und Fotos zeigen das Innere der Bunker. Für uns uninteressante technische Ausrüstungen, somit besichtigten wir diese nicht.
Wir wanderten langsam zur Haltestelle der Bahn zurück und fuhren mit dieser ins alte winzige Fischerdörfchen Vitt. Eine „Vitte“ war ursprünglich eine von Fischern errichtete Siedlung, die zunächst nur während der Herinssaison bewohnt war. Hier wurde der Fisch an Land gebracht, gesalzen und zum Transport verladen. Nach und nach entwickelte sich die Siedlung zum ständig bewohnten Ort. Auf dieses hatte ich eigentlich gar keine große Lust und im Nachhinein war es dort eigentlich am schönsten.
Von der Haltestelle ging es zunächst bergab an der kleinen achteckigen Kapelle vorbei. Einladend standen Fensterläden und Türe offen und wir traten ein.

Nachdem der damalige Pastor Kosegarten immer wieder die Heringsfischer aus dem Dörfchen Vitt in seinen Gottesdiensten vermisste, verlegte er seine Predigten an das Steilufer bei Kap Arkona. Als dies wenig fruchtete, ließ er 1806 eine mit Feldsteinen verputzte achteckige Kapelle oberhalb des Dorfes errichten. 1882 entstanden der Kanzelaltar und das gusseiserne Kruzifix. Eine Kopie des Gemäldes „Christus retten den im Meer versinkenden Petrus“ und das 1990 vom Italiener Mucchi geschaffene überlebensgroße Wandgemälde „Menschen im Sturm“ schmücken das sonst eher schlicht gehalten Innere. Wie bereits bei ihrer Fertigstellung 1816 werden auch noch heute hier die Uferpredigten abgehalten.
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Ein schönes Beispiel für die Redensart vom Berg und dem Propheten, wie ich meine. :))


Weiter ging es bergab, tief eingebettet in einer Uferschlucht liegen 13 reetgedeckte Häuser des alten Fischerdorfes.
Heute leben dort noch 19 Einwohner. Das gesamt Dorf steht unter Denkmalschutz. Bereits im 10. Jahrhundert soll es schon als Fischer- und Handelshafen zur slawischen Burg am Kap Arkona gehört haben. Sehr urig, unwegsames Gelände und Wege, somit autofrei, aber beim Ankommen an der kleinen Steinmole am Hafen und Steg passierte es: Ich roch Fisch, Tang und Salz, eine Gänsehaut lief über meinen Rücken und Arme und ich war verzaubert von diesem kleinen Ort.

Im schattigen Plätzchen genehmigten wir uns ein Hopfenkaltgetränk und wanderten anschließend gemächlich zwischen den liebevoll und bezaubernd gestalteten Häuschen umher.
Nach einem Sanddorn-Softeis, welches so köstlich mundete, machten wir uns wieder in Richtung Bahnhaltestelle auf und fuhren zurück zum Parkplatz und im Anschluss „nach Hause“ in unsere Unterkunft.

Nachdem ich nun ja bekanntermaßen meine Gummistiefel umsonst mitnahm, wollte mein Göttergatte verhindern, dass dies mit seiner kompletten Angelausrüstung, die sich ebenfalls im Kofferraum befand, gleichfalls geschah. Nach ausgiebiger Recherche und Erwerb der Angellizenz marschierte er somit eines Abends zum Seesteg Göhren, um uns mit reichhaltigem Spätimbiss zu verwöhnen. Um 22 Uhr kam er in Dunkelheit völlig erledigt, jedoch beseelt ob seines Fanges, wieder nach Hause. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon so müde war, vergaß ich bei seinem plötzlichen Eintreffen ein Foto des Fangs zu machen. Ich briet ihm die eine Flunder noch kurz an und legte mich dann schlafen. Leider gibt es vom Angeln selbst keine Fotos, aber den romantischen Sonnenuntergang hat er abgelichtet.
Das war es dann auch mit unserem Urlaub auf Rügen. Ein Foto hätte ich da aber noch! Konnte meinen Augen kaum trauen, als ich davon verteilt auf der Insel gleich mehrere Exemplare habe stehen sehen. Ziemlich dreckig und verwahrlost, aber funktional. Bei uns in der Gegend habe ich die Häuschen schon lange nicht mehr entdeckt. Spontan wollte ich schon…

nach Hause telefonieren! Entweder mit Münzen oder mit Telefonkarte – alles war möglich – aber ich nahm Abstand davon, obwohl es auf jeden Fall witzig gewesen wäre.
Auf der Heimfahrt kehrten wir kurz nach Bayreuth, Nahe der A9 gelegen, inmitten der Fränkischen Schweiz, im Wirtshaus Weiglathal für eine Brotzeit ein. Unter altem Baumbestand inmitten des Hofes und der Wiese waren die Biergartentische und -bänke schon reichlich besetzt. Doch wir fanden noch ein Plätzchen für unser Abendessen, bevor der schöne Urlaub dann zu Ende war und der Alltag uns begrüßte.
Tschüss, Karin

