Stahlhartes Festival in Seifertshofen

Das Werbeplakat in unserem Städtchen kündigte den Event schon Wochen vorher an. Und selbst mir war das Gesicht und der Name des prominenten Ehrengastes ein Begriff. Wenn im heimischen Wohnzimmer der motorbegeisterte Gatte auf dem Sofa sitzt und dieser dann im Fernsehen den DMAX-Kanal entdeckt hat, dann kommt auch Frau nicht umhin, Michael Manousakis nicht zu kennen. Dazu die verschiedensten Presseartikel vorab in der Tageszeitung – mir war fast schon klar, dass uns der Weg am letzten Wochenende nach Jahrzehnten mal wieder ins Schwäbische Bauern- und Technikmuseum von Eugen und Hans Kiemele führen würde.

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Eugen Kiemele gründete dieses vor 40 Jahren und seit Jahrzehnten war ich nicht mehr dort, welches im Eschacher Teilort Seifertshofen, Ostalbkreis in Baden-Württemberg liegt. Eschach liegt idyllisch auf der Frickenhofer Höhe, einem Ausläufer des Welzheimer Waldes. Zusammen mit all seinen Ortsteilen zählt die Gemeinde gerade einmal knapp 2000 Einwohner. Seifertshofen hat aktuell 150 Einwohner, wie ich in Erfahrung bringen konnte.

Und in diesem kleinen Ort finden, außerhalb Coronazeiten, regelmäßig Festivals dieser Art statt. Außerhalb der Museumshallen auf einem Feld, wie ich dies schon aus früherer Jugend kannte. Das Museumsgelände an sich ist ein buntes Sammelsurium an Exponaten aus Landwirtschaft, Technik und Militaria, mit z. T. antiken Stücken.

Diese Anlage werden wir in absehbarer Zeit einmal besuchen, für den Sonntag kamen wir explizit nur für die Heavy Steel Aktion. Die Sonne brannte erbarmungslos vom blauen Himmel, dazu eine Schwüle und Feuchtigkeit – nicht gerade angenehm. Wir waren am frühen Morgen zeitig vor Beginn dort, ich sicherte mir sogleich auf der Tribüne am höchsten Punkt einen Platz, am Geländer lehnend als Rückenlehne und genügend Beinfreiheit, damit man sich zwischendurch auch mal setzen kann. Mit großer Verwunderung musste ich feststellen, dass entlang der Absperrung schon zig Menschen auf Klappstühlen und mit allen möglichen Varianten von Sonnenschutz und Kühltaschen Platz eingenommen hatten. Wahrscheinlich alles Besucher, die mitsamt geräumigem Caravan anreisten und nun auf dem eigens angelegten Parkplatz ihre überdimensionalen Fahrzeuge parkten. An eine Kopfbedeckung, Tuch, Schal o.ä. dachte leider keiner von uns. Als Tipp für kommende Besucher bei extremen Wetterbedingungen: ausreichender Sonnenschirm oder zumindest Hut mit breiter Krempe, im schlechtesten Fall Gummistiefel und Regenjacke und eine gut gefüllte Kühltasche wären trotz zahlreichen Getränke- und Imbissbuden für die Portemonnaie-Schonung nicht schlecht. Der Eintritt pro Person schlug bereits mit 20 Euro zu Buche. Ich hingegen war lediglich mit einem Wasserfläschchen, Fächer, Sonnenbrille und Sonnencreme ausgestattet und wartete gespannt auf den Beginn. Rückseitig noch ein Blick hinter die Kulissen und den weiten Blick auf die Frickenhofer Höhe.

Der Geräuschpegel röhrender Motoren wurde lauter, die Stimme durchs Mikrofon kündigte den Beginn an und los ging die Darbietung mit verschiedensten Motorrädern. Einzeln wurden die Maschinen und ihre Fahrer vorgestellt. Im Anschluss folgten Traktoren unterschiedlichster Epochen.

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Zwischendurch war die Aufmerksamkeit mit Blicken in den Himmel beeinträchtigt. Die angekündigte Antonov AN-2 drehte ihre Runden über das Festivalgelände und machte Werbung für die zu buchenden Rundflüge ab dem Flugplatz Heubach. Wie wir danach erfuhren, waren alle Flüge ausverkauft.

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Dann wurde die Menge plötzlich unruhig, der Lärm nahm zu, die Erde bebte und ein Brückenpanzer befuhr das Areal und ließ eine ordentliche Abgaswolke übers Gelände ziehen. Aber diese Show gehört bei solchen Events einfach mit dazu.

Letztendlich baute der Panzer mit lautem Getöse eine Brücke auf, auf diese einige folgende Fahrzeuge auffuhren.

Während dem Brückenabbau musste auch ich mich einmal kurz setzen, den Rücken und die Füße entlasten. Alle möglichen Schuh- und Kleiderstile trifft man auf solchen Events. Vom Sommerkleidchen mit Flip-Flops und Regenschirm mit Rüschchenrand zu Camouflage-Outfits und Rockerkleidung mit entsprechendem Schuhwerk samt normalem Gartensonnenschirm war alles vertreten. Aber die zünftigen Treter meines Vordermanns hätten mir wohl nie ein Grinsen ins Gesicht gezaubert, hätte ich mir nicht kurz eine Auszeit gegönnt.

Wenn ich dachte, bis dato hätte harter Stahlt, Motorenlärm und Beben die Höchstgrenze erreicht, dann unterlag ich wirklich einer Täuschung. Nun ging es los! Hintereinander fuhren die verschiedenen Panzer von Marder, Gepard und Leopard 1 in die Manege ein. Das waren Auftritte die auch mich total begeisterten!

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Danach war zunächst einmal Pause angesagt, was im Anschluss gefolgt hätte konnte ich aufgrund des Lärms nicht verstehen. Wir mussten jedoch aus persönlichen Gründen aufbrechen, auch die zahlreichen Flohmarktstände, vorwiegend mit Military-Zubehör und Fahrzeug Ersatzteilen, schauten wir uns nicht mehr an. Am Ausgang trafen wir dann noch auf die große Menschenmenge rund um Michael Manousakis, für uns reichten diese Schnappschüsse.

Bis demnächst mal wieder „beim Kiemele“ in Seifertshofen, dann jedoch im Museumstrakt.

Gruß Karin

Abkühlung im Eisenbachsee

Sosehr ich letzten Sommer meine Auszeiten im Waldhäuser Badesee genossen habe, so wenig konnte ich mich dieses Jahr dazu aufraffen, den heißen Sommertagen im kühlen Nass zu trotzen. Mein Schwesterlein hat mich letzten Samstag fast dazu genötigt, mit ihr zusammen zum Baden zu gehen. Dazu noch in einem See, von dem ich bis dato noch nie gehört hatte, gerade einmal knapp 10 km von Zuhause entfernt – dem Hochwasserrückhaltebecken Eisenbach bei Alfdorf Pfahlbronn, Rems-Murr-Kreis.

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Idyllisch inmitten des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald gelegen, umgeben von Wanderwegen, sonnigen und schattigen Liegewiesen, ausreichenden Parkplätzen, Kiosk mit Toilettenanlagen, Notrufsäule – was will der Mensch mehr?

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Obwohl der See von vielen Sonnenanbetern, vorbeikommenden Radlern, Schwimmern, Luftmatratzenliebhabern, Paddlern, Stand-up-Paddlern und am Ufer spielenden Kindern gut besucht war, wurde es nicht zu voll oder zu laut, es verteilte sich gut, man fühlte sich nicht gestört. Gut fand ich vor allem, dass die Verhaltensregeln bezüglich Musik, Lautstärke und Tieren eingehalten wurden.

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Die Seerosen hatten es mir besonders angetan. An einer ruhigeren Ecke wo sich auch spürbar wärmeres Wasser befand, war diese kleine Ansammlung anzutreffen.

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Auch der einige Gehminuten entfernte Kiosk ist sehr praktisch, das Tässchen Kaffee am Nachmittag ist schon was wert – wenn es auch keinen Kuchen dazu gab. Das Besondere an diesem Kiosk ist obendrein, dass während des Sommers hier am Samstagabend abwechselnde Livebands spielen. Tolle Werbemaßnahme!

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Vielleicht trifft man sich dann einmal, wer weiß!

Mit abgekühlten Grüßen, Karin