Panorama-Museum

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Ein Besuch im Panorama-Museum https://www.schwaebisch-gmuend.de/panorama-museum.html im 1. Obergeschoss des historischen Gebäudes „Grät“ am Marktplatz 7 in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis, Baden-Württemberg) stand schon lange Zeit auf meiner Liste, letzten Samstag war es dann endlich soweit. Die Grät, eines der ältesten Gmünder Häuser, diente ehemals als Rathaus, Schultheißensitz und Kaufhaus. Der steinerne Unterbau und das erste Fachwerkgeschoss stammen aus dem Jahr 1536. Der Name ist von den treppenförmigen Gerüsten oder Schrannen abgeleitet, wo die Waren angeboten wurden.

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In diesem alten imposant hohen Gebäude fällt sofort die schöne Holztreppe ins Auge, die mich zum Glück nur ein paar Stufen ins 1. Geschoss bringt. Wenn ich an der Fassade die vielen Stockwerke betrachte, möchte ich nicht wissen, mit wie vielen Stufen man nach ganz oben kommt – ich habe es leider nicht probiert. Das Museum besteht aus dem „Schwäbisch Gmünder Epos“ – einer Stadtgeschichte dargestellt in Bildern und dem „Staufer-Saga-Panorama“, beides gemalt vom Stadtmaler Hans Kloss (1938-2018) https://hans-kloss.de/.

Bei meiner Ankunft hatte das Museum noch geschlossen. Ein Hinweisschild informierte die Besucher, eine Telefonnummer anzurufen, es käme dann innerhalb kürzester Zeit jemand. Ich konnte die Zeit bis zum Eintreffen des Museumsmitarbeiters damit nutzen, die mannigfaltig ausgestellten Exponate im Vorraum zu begutachten. Herr Kloss war ein sehr variantenreicher und breitangelegter Künstler. Die Liebe zum detailgetreuen und exakten Malen kommt wohl von seinem erlernten Beruf des Keramikmalers. Rund 80 Bilder, Drucke und Grafiken zieren die Wände.

Des Weiteren fällt dem Besucher im Vorraum eine Nische mit Figuren auf, folgende Beschilderung klärt auf:

Und dann war es auch soweit, das Museum öffnete und Herr Bächtold gab 2,5 Stunden lang äußerst begeistert sein Wissen über Geschichte, Fakten, Anekdoten und Vermutungen zum Besten. Ich kann jedem interessierten Besucher eine Führung wärmstens empfehlen. Zu schnell würde der Laie die vielen Details auf den farbenprächtigen Gemälden von Herrn Kloss übersehen oder nicht richtig deuten können. Zu beachten gilt auch, dass die künstlerische Freiheit und Interpretation zu beachten sind.

Von Mai 2009 bis Ende 2012 entstand zu Ehren der 850-Jahrfeier der Stadt, das „Schwäbisch Gmünder Epos“. Auf 15 großformatigen Ölbildern werden Episoden der Stadtgeschichte dargestellt. Für nähere Erklärungen empfiehlt sich das Begleitbüchlein, welches im Museum zu erwerben ist.

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Nach dem Stauferrundbild vom Kloster Lorch, wovon ich irgendwann noch berichten werde, und dem Gmünder Epos, entstand von August 2012 bis Oktober 2015 das „Staufer-Saga-Panorama“ in Öl mit den Maßen 15 x 3 Meter.

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Anlässlich der Uraufführung der Staufersaga 2012 hat Herr Kloss in Öl das Gruppenbild von damals festgehalten – in Neuzeit. Das heißt, auch die Planer, Macher und Zeichner mit Handy in den Händen sind zu sehen. Auch hat sich Herr Kloss mit seiner Lebensgefährtin verewigt – als weiße Flecken. Über 1300 Schauspieler und Statisten wurden detailgetreu in ihren Originalgewändern verewigt. Vorab wurde jede Person aus verschiedenen Blickrichtungen fotografiert und später so genau als möglich zunächst vorgezeichnet und anschließend mit Öl ausgemalt. Eine Wahnsinnsarbeit!

Voller Eindrücke über das Schaffen eines Künstlers und der Geschichte meiner Geburtsstadt fuhr ich nach Hause und nahm mir vor, über dieses kleine beeindruckende Museum zu berichten damit ich möglichst viele dazu ermuntern kann, sich diese Werke anzuschauen.

Wer nicht über sich und durch seine Arbeit spricht, hat nichts zu sagen!

Hans Kloss

Gruß Karin

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